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Die jüdische Gemeinde in Erfurt zu Zeiten des Mittelalters

Die Rolle der mittelalterlichen Mikwe in Erfurt im Vergleich mit den mittelalterlichen Mikwen in Friedberg und Schmalkalden

Title: Die jüdische Gemeinde in Erfurt zu Zeiten des Mittelalters

Essay , 2020 , 14 Pages , Grade: 2,5

Autor:in: Emma-Sophie Scharf (Author)

Archaeology
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Eine besonders gut erhaltene Mikwe in Deutschland ist die jüdische Mikwe in der Innenstadt Erfurts. Sie stammt aus dem Mittelalter, wobei ihre Entstehung etwa dem 12. Jahrhundert zuzuschreiben ist. Sie ist ein bedeutender Nachweis für die Existenz der jüdischen Gemeinde in Erfurt und trägt zur jüdischen Geschichte in Deutschland bei. Daher möchte dieser Essay etwas genauer auf den Bau, die Geschichte und Entwicklung der Erfurter Mikwe aus dem Mittelalter eingehen. Zusätzlich wird sie mit anderen ausgegrabenen Mikwen in Deutschland verglichen, die ebenfalls aus dem Mittelalter stammen und überprüft, ob sich die Mikwen ähnlich sehen oder jede anders gebaut wurde. Am Ende geht die Autorin noch einmal genauer auf die jüdische Gemeinde in Erfurt ein, wie die Juden im Mittelalter in Erfurt gelebt und überlebt haben.

Wie in jeder anderen Religion auch, gibt es im Judentum bestimmte Regeln, Richtlinien und Verhaltensweisen, egal ob orthodoxes, progressives oder konservatives Judentum. An diese Regeln müssen sich die Mitglieder einer jüdischen Gemeinde halten müssen und nach denen Juden ihre Lebensweise und den Alltag strukturieren sollten. Ob die wichtigen Essenregeln, das Verhalten am Schabbat oder die Regeln zu bedeutenden Feiertage wie Bar Mizwa/ Bat Mizwa. Dabei ist insbesondere die regelmäßige Reinigung (im religiösen Sinn) von großer Bedeutung, die nicht ganz so schnell abläuft wie zum Beispiel im Christentum druch Beichten. Für die rituelle Reinigung befindet sich in jeder jüdischen Gemeinde eine sogenannte Mikwa oder Mikwe, ein rituelles Tauchbad. Diese ist von so großer Bedeutung, dass sie sogar beim Bau Vorrang vor der Errichtung einer Synagoge hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Mittelalterliche Mikwe in Erfurt

1.1 Bau & Baugeschichte

2. Mikwen im Vergleich

2.1 Mikwe Friedberg

2.2 Mikwe Schmalkaden

3. Die jüdische Gemeinde in Erfurt

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die historische Bedeutung der mittelalterlichen Mikwe in Erfurt, beleuchtet ihre baulichen Besonderheiten im Kontext jüdischer Ritusvorschriften und setzt sie in einen vergleichenden Bezug zu den Mikwen in Friedberg und Schmalkalden.

  • Die bauliche Entwicklung der Erfurter Mikwe im Mittelalter
  • Vergleichende Analyse der Architektur und Wasserversorgung verschiedener Mikwen
  • Die rituelle Bedeutung des Tauchbads im Judentum
  • Die wechselvolle Geschichte der jüdischen Gemeinde in Erfurt
  • Auswirkungen von Pogromen und Vertreibungen auf jüdische Bausubstanz

Auszug aus dem Buch

Bau & Baugeschichte

Während heute die meisten Mikwen beheizte Badeanlagen sind, die sich meist in Synagogen und Schabbat-Häusern befinden, ist der Bau und die Konstruktion der Mikwen damals deutlich unterschiedlicher und weisen andere architektonische Eigenschaften auf. Dies betrifft nicht nur die damals genutzten Materialien und Rohstoffe, sondern auch Eigenschaften wie den Zugang zu Mikwe, der Ort oder das genutzte Wasser für das Becken. Gerade die Art, wie das Becken der Mikwe mit Wasser gefüllt wird und wie dieses transportiert und durch die Rohre verläuft, lässt auf verschiedene Formen von Mikwen-Becken schließen.

Über den Bau der Mikwe im 12. Jahrhundert kann nur grob und anhand der Gesteine und des übrig gebliebenen Gerüstes geschlossen werden. Allerdings beweisen die zurückgelassenen Mauergesteine, dass die Mikwe etwa gegen Ende des 12. Jahrhunderts bis Beginn des 13. Jahrhunderts erbaut worden sein muss. Daher schließe ich daraus, dass es bereits vor dem 12. Jahrhundert in Erfurt eine jüdische Gemeinde gegeben haben muss, die sich mit Hilfe des rituellen Bades „gereinigt“ hat. Allerdings ist heute nur noch die Südwand der Mikwe erhalten geblieben und kann in der Innenstadt betrachtet werden. Die Mikwe befand sich unterhalb, bzw. im Kellerbereich eines Hauses in der Innenstadt Erfurts zur Zeit des Mittelalters.

Zusammenfassung der Kapitel

Mittelalterliche Mikwe in Erfurt: Einführung in die religiöse Bedeutung des jüdischen Ritualbades sowie eine detaillierte Betrachtung der baugeschichtlichen Funde und Entstehungsphasen der Erfurter Mikwe.

Mikwen im Vergleich: Eine Gegenüberstellung der Erfurter Mikwe mit den Anlagen in Friedberg und Schmalkalden, die architektonische Unterschiede und verschiedene Methoden der Wasserzufuhr aufzeigt.

Die jüdische Gemeinde in Erfurt: Historischer Abriss über das jüdische Leben in Erfurt, von der ersten Besiedlung über die Auswirkungen des Pestpogroms 1349 bis hin zur Vertreibung im 15. Jahrhundert.

Schlüsselwörter

Judentum, Mikwe, Mittelalter, Erfurt, Friedberg, Schmalkalden, Ritualbad, Baugeschichte, jüdische Gemeinde, Pogrom, Architektur, Grundwasser, Synagoge, Kulturerbe, Religion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der mittelalterlichen Mikwe in Erfurt und analysiert deren bauliche Geschichte im Kontext der jüdischen Gemeinde vor dem Hintergrund allgemeiner ritueller Reinigungsgebote.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der jüdischen Religionsgeschichte, der mittelalterlichen Architektur, der bautechnischen Ausführung ritueller Bäder sowie der Stadtgeschichte Erfurts.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die historische Einordnung der Erfurter Mikwe und ein Vergleich mit ähnlichen Funden in Friedberg und Schmalkalden, um architektonische Varianten und lokale Besonderheiten herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine deskriptive und vergleichende Analyse auf Basis von archäologischen Fundberichten, historischen Dokumenten und Quellen zum jüdischen Ritus.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Untersuchung des Bauwerks, eine vergleichende Analyse mit anderen Standorten und eine historische Einbettung der jüdischen Gemeinde in Erfurt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Mikwe, Judentum, Mittelalter, Erfurt und historische Ritualbauten definiert.

Warum war der Fund der Mikwe in Schmalkalden für die Stadt so bedeutend?

Der Fund war deshalb so bedeutsam, weil er das einseitige Stadtbild, das zuvor fast ausschließlich mit Martin Luther assoziiert wurde, um eine bedeutende jüdische Komponente erweiterte.

Welche Rolle spielte das Wasser bei der Konstruktion der Mikwen?

Das Wasser war zentral, da nach der Halacha nur „lebendiges“ bzw. fließendes Wasser zur rituellen Reinigung zugelassen ist, was die Baumeister zu technologischen Lösungen wie der Nutzung von Grundwasser oder Flussläufen zwang.

Wie unterschieden sich die Mikwen in Erfurt und Friedberg in ihrer Bauweise?

Während die Erfurter Mikwe als eher schmucklose Kellermikwe unter bestehenden Gebäuden errichtet wurde, stellt die Friedberger Mikwe eine deutlich imposantere, monumentale Anlage mit aufwendigeren architektonischen Elementen dar.

Was geschah nach dem Pogrom von 1349 mit der Erfurter Mikwe?

Nach den massiven Beschädigungen durch das Pogrom wurde die Mikwe im Zuge der Neugründung der Gemeinde 1354 repariert und weitergenutzt, bevor sie im 15. Jahrhundert nach der Judenvertreibung verfüllt und zu einem Keller umgewandelt wurde.

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Details

Title
Die jüdische Gemeinde in Erfurt zu Zeiten des Mittelalters
Subtitle
Die Rolle der mittelalterlichen Mikwe in Erfurt im Vergleich mit den mittelalterlichen Mikwen in Friedberg und Schmalkalden
College
University of Erfurt
Grade
2,5
Author
Emma-Sophie Scharf (Author)
Publication Year
2020
Pages
14
Catalog Number
V931167
ISBN (eBook)
9783346299970
ISBN (Book)
9783346299987
Language
German
Tags
gemeinde erfurt zeiten mittelalters rolle mikwe vergleich mikwen friedberg schmalkalden
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Emma-Sophie Scharf (Author), 2020, Die jüdische Gemeinde in Erfurt zu Zeiten des Mittelalters, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/931167
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