„Nach wenigen Tagen waren erhebliche Teile Englands und der Bundesrepublik völlig zerstört. In beiden Ländern rech¬nete man mit zehn bis fünfzehn Millio¬nen Toten. In den Vereinigten Staaten, die inzwischen von mehreren sowjeti¬schen Wasserstoffbomben getroffen wur¬den, waren die Verluste noch größer!“ "mit 21 Jahren- Beitritt Strauß' dem „Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK)“, (einer ehemals „Sturmabteilungen (SA)- Untergliederung, nach Röhms Ermordung eigenständige Hitlertreue Einheit), dessen Mitglieder laut dem NSKK- Korpsbefehl „einwandfrei zuverlässige, weltanschaulich gefestigte Nationalsozialisten“ sein mussten.
"Was der „Spiegel“ und seine Sympathisanten ungern wahrnahmen, und daher auch verschwiegen haben, war die Vergangenheit des „Fibag“ - Finanzberaters, des Hauptbelastungszeugen Hans Herrschaft: „Als SS-Untersturmführer hat er dem SD angehört, der Behörde, der auch Adolf Eichmann angehörte und die in den Nürnberger Prozessen zur »verbrecherischen Organisation« erklärt wurde".
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Aktion
2. Der Artikel
3. Strauß
4. Vorgeschichte
5. Politische Lage
6. Landesverrat?
7. Hintergründe und Zusammenhänge
8. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Hintergründe der Spiegel-Affäre von 1962, hinterfragt die Vorwürfe des Landesverrats und beleuchtet die komplexen machtpolitischen sowie wirtschaftlichen Interessenkonflikte zwischen den Beteiligten, insbesondere dem Verteidigungsminister Franz Josef Strauß und der Spiegel-Redaktion.
- Analyse der polizeilichen Aktion gegen den Spiegel
- Inhaltliche Untersuchung des umstrittenen Artikels "Bedingt abwehrbereit"
- Kritische Beleuchtung der Rolle von Franz Josef Strauß
- Rekonstruktion der Vorgeschichte und Informationsbeschaffung
- Einordnung in das politische Klima des Kalten Krieges
Auszug aus dem Buch
2. Der Artikel
Der Artikel „Bundeswehr. Strategie. Bedingt abwehrbereit“, aufgrund welchem dem loyal-oppositionellen Journal der Landesverrat vorgeworfen wurde, liest sich wie das Drehbuch zu einem Horrorfilm: „Nach wenigen Tagen waren erhebliche Teile Englands und der Bundesrepublik völlig zerstört. In beiden Ländern rechnete man mit zehn bis fünfzehn Millionen Toten. In den Vereinigten Staaten, die inzwischen von mehreren sowjetischen Wasserstoffbomben getroffen wurden, waren die Verluste noch größer!“ (Ahlers (1962a), S.32)
„Das Sanitätswesen brach als erstes zusammen. Es fehlte an Ärzten, an Hilfslazaretten und an Medikamenten. Nicht besser war es auf dem Gebiet der Lebensmittelversorgung und der Instandhaltung lebenswichtiger Betriebe und Verkehrswege. Die Luftschutzmaßnahmen erwiesen sich als vollkommen unzureichend. Eine Lenkung des Flüchtlingsstroms war undurchführbar. Auch das Fernmeldesystem war in kürzester Zeit außer Betrieb“ (ebenda, S.33). „Weitere Atomschläge gegen die Flugplätze und Raketenstellungen der Nato in der Bundesrepublik, in England, Italien und der Türkei folgten“. "Aber auch der sofortige Gegenschlag dieser Nato-Verbände konnte die rote Aggression nicht im Keim ersticken“. „Der Osten behielt genügend Divisionen und Atombomben, um seinen Angriff voranzutreiben“.
„Das Chaos war unvorstellbar“ „Dezimierte und stark angeschlagene kommunistische Divisionen konnten im Nordwesten der Bundesrepublik einschließlich Schleswig-Holsteins große Geländegewinne erzielen. Hamburg wurde nicht verteidigt, ein Verzicht, für den sich schon vor dieser Übung Innensenator Helmut Schmidt eingesetzt hatte - wie weiland unter ähnlichen Umständen der Hamburger Reichsstatthalter Karl Kaufmann. Auch die militärische Führung war an einem mörderischen Straßenkampf nicht interessiert“ (daselbst, S.34).
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Die Einleitung schildert die tiefe persönliche Betroffenheit und die kontroversen Reaktionen der Generation auf die Spiegel-Affäre und steckt den Rahmen für die Untersuchung der Machtinteressen ab.
1. Aktion: Dieses Kapitel beschreibt den Ablauf der Durchsuchungen und Verhaftungen der Spiegel-Redakteure im Oktober 1962 sowie die involvierten Akteure.
2. Der Artikel: Hier werden die Kerninhalte des inkriminierten Spiegel-Artikels „Bedingt abwehrbereit“ vorgestellt, der die katastrophalen Ergebnisse des NATO-Manövers „Fallex 62“ analysierte.
3. Strauß: Das Kapitel beleuchtet die Biografie und den politischen Stil von Franz Josef Strauß sowie seine Verwicklung in diverse Skandale vor der Spiegel-Affäre.
4. Vorgeschichte: Hier wird der Frage nachgegangen, wie der Spiegel an die vertraulichen Informationen gelangte und welche Motive der Informant Oberst Alfred Martin verfolgte.
5. Politische Lage: Die Einbettung der Ereignisse in die globale Sicherheitsarchitektur des Kalten Krieges und die atomare Strategie der NATO bilden den Schwerpunkt.
6. Landesverrat?: Eine kritische juristische und moralische Bewertung der Landesverratsvorwürfe, die die Unverhältnismäßigkeit der staatlichen Maßnahmen hervorhebt.
7. Hintergründe und Zusammenhänge: Eine Analyse der politischen Ausrichtung des Spiegels und der komplexen Interessenkonflikte zwischen Rüstungslobby, Militär und Politik.
8. Zusammenfassung: Das Fazit stellt die Ereignisse in einen neuen Kontext und betont die Rolle von Manipulation und öffentlicher Wahrnehmung in der Affäre.
Schlüsselwörter
Spiegel-Affäre, Franz Josef Strauß, Landesverrat, Fallex 62, Kalter Krieg, Rudolf Augstein, Conrad Ahlers, Bundeswehr, NATO, Pressefreiheit, politische Skandale, Rüstungspolitik, Militärstrategie, Journalismus, DDR
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert die Spiegel-Affäre von 1962 und hinterfragt kritisch die gegen das Magazin erhobenen Vorwürfe des Landesverrats vor dem Hintergrund zeitgenössischer politischer Interessen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Neben dem historischen Ablauf der Affäre stehen die Verteidigungspolitik der Bundesrepublik, die Rolle von Franz Josef Strauß sowie das Zusammenspiel von Medien, Militär und Rüstungsindustrie im Fokus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, über den rein juristischen Vorwurf des Landesverrats hinauszugehen und die Machtinteressen zu beleuchten, die hinter der Verfolgung des Spiegels und den darin veröffentlichten Berichten standen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, wobei der Autor zeitgenössische Quellen, Dokumentationen und Analysen zur Spiegel-Affäre vergleicht und kritisch einordnet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Ablaufs der Affäre, die inhaltliche Analyse des Spiegel-Artikels, die Untersuchung der politischen Motivlagen sowie die Rolle der beteiligten Akteure wie Strauß und der Informanten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Spiegel-Affäre, Franz Josef Strauß, Landesverrat, NATO-Manöver Fallex 62 und politische Machtkonflikte.
Warum stand der Artikel „Bedingt abwehrbereit“ so stark im Fokus der Kritik?
Er beschrieb die Unzulänglichkeit der Verteidigungsszenarien im Falle eines atomaren Angriffs und stellte die militärischen Strategien der Bundesregierung und der NATO infrage.
Welche Rolle spielte Oberst Alfred Martin in der Affäre?
Er war der Hauptinformant, der vertrauliche Details über das NATO-Manöver an den Spiegel weitergab, da er die Verteidigungspolitik von Strauß ablehnte.
Wie bewertet der Autor das Verhalten von Franz Josef Strauß?
Der Autor zeichnet ein kritisches Bild von Strauß und sieht in seinem Handeln nicht nur den Schutz von Staatsgeheimnissen, sondern vor allem die Durchsetzung machtpolitischer Interessen.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Manipulierbarkeit der Öffentlichkeit?
Der Autor zeigt auf, wie sowohl die Regierung als auch die Medien die öffentliche Meinung beeinflussten und dass viele Bürger eine starke Meinung zur Affäre hatten, ohne den infrage stehenden Artikel selbst gelesen zu haben.
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- Alexander Malachow (Author), 2007, "Times, they are changing?" - 35 Jahre nach der Spiegel-Affäre , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93117