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Unterrichtsstunde: Religiöse Motive in der Werbung

Title: Unterrichtsstunde: Religiöse Motive in der Werbung

Lesson Plan , 2007 , 20 Pages

Autor:in: Tino Wiesinger (Author)

Didactics - Theology, Religion Pedagogy
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Unterrichtsentwurf zum Thema "Religiöse Motive in der Werbung" im Fach Ev. Religion, gehalten in einer 11. Jahrgangsstufe (Grundkurs). Die Lerngruppe der Jahrgangsstufe 11 besteht aus 20 Schülern (10 männlich, 10 weiblich), die ich hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit als auch ihrer Leistungsbereitschaft zunächst als recht homogen wahrnehmen konnte. Zwar war es mir im Rahmen meines Blockpraktikums nicht möglich, die Lerngruppe auch außerhalb des Religionsunterrichts näher kennen lernen
und beurteilen zu können, jedoch sind das Leistungsniveau sowie das unterrichtliche
Engagement gerade im Fach Religion als recht hoch einzuschätzen. Gerade bei
Unterrichtsgesprächen ist bei vielen Schülern eine erhöhte Diskussionsbereitschaft
wahrzunehmen, so dass ich das Interesse für religiöse, sowie philosophische, psychologische als auch politische Fragestellungen bei den meisten Schülern als sehr ausgeprägt einschätze. Jedoch ist gerade bei Unterrichtsgesprächen in dieser Lerngruppe die kritische Reflexion im Bereich religiöser Fragestellungen noch wenig entwickelt. Viele Schüler scheinen noch nicht gelernt zu haben, sich zu einem Sachverhalt kritisch zu äußern und gegebenenfalls auch Gegenpositionen einzunehmen. An diesem Bereich der kritischen Auseinandersetzung mit Religiosität muss daher in der nächsten Zeit verstärkt angesetzt werden, um den Schülern die
Entdeckung ihrer persönlichen, und damit auch religiösen Identität zu ermöglichen und sie zu eigenständigem Denken anzuregen. Bei der Unterrichtsplanung sollten deswegen vor allem auch offene Unterrichtsphasen berücksichtigt werden, in denen die Schüler die Möglichkeit bekommen, ihre eigene Meinung zu äußern und mit anderen ins Gespräch zu kommen. Bei dieser recht kleinen Lerngruppe, in welcher auch Disziplin- und/oder Konzentrationsschwierigkeiten kaum eine Rolle spielen, ist dies auch ohne Weiteres möglich.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Analyse der Lerngruppe

2. Die unterrichtliche Situation der Lerngruppe

3. Umschreibung der Zielvorstellungen

4. Sachanalyse

4.1 Religion als menschliche Grunderfahrung

4.2 ‚Gelebte Religion’

4.3 Religiöse Motive in der Werbung

5. Didaktische Analyse

6. Medien- und Methodenanalyse

6.1 Begrüßung und Einstieg

6.2 Erarbeitung I

6.3 Erarbeitung II

6.4 Erarbeitung III

6.5 Ergebnissicherung

6.6 Verabschiedung

7. Unterrichtsverlauf / Skizze

8. Reflexion des Stundenverlaufs

9. Verwendete Literatur

Zielsetzung und Themenfelder

Das Hauptziel dieses Unterrichtsentwurfs ist es, Schülern der Jahrgangsstufe 11 die allgegenwärtige Verknüpfung von Religion und Alltag bewusst zu machen, indem religiöse Motive in der modernen Werbelandschaft als Instrumente der Sinnstiftung und Manipulation kritisch reflektiert werden.

  • Wahrnehmung religiöser Anspielungen im scheinbar a-religiösen Alltag.
  • Analyse der Instrumentalisierung religiöser Symbole durch die Werbeindustrie.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Ersatzfunktion von Konsum für religiöse Sinnstiftung.
  • Förderung der individuellen Urteilsfähigkeit gegenüber manipulativen Marketingstrategien.
  • Entwicklung eines tieferen Verständnisses für die eigene religiöse Identität.

Auszug aus dem Buch

4.3 Religiöse Motive in der Werbung

Eine Ordensfrau, die morgens um halb zehn in einen Schokoriegel beißt, italienische Mönche, die sich über die Pizza aus Deutschland wundern, gefaltete Hände in der Autoreklame – religiöse Motive und Anspielungen tauchen recht häufig in unserer Werbelandschaft auf. Diese Beispiele lassen darauf schließen, dass trotz aller scheinbar widersprüchlichen Aussagen die Religion einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft hat.

Wie kommt es, dass gerade die Werbung das Phänomen religiöser Motive nutzt? In diesem Zusammenhang lassen sich sechs Thesen aufstellen, die dieser Frage nachgehen und versuchen, eine Antwort zu finden:

1. Die Religion versucht durch Vermittlung einer sinnvollen Lebensgestaltung dazu beizutragen, dass das Leben gelingt. Auch die Werbung greift dieses Verständnis des ‚gelingenden Lebens’ auf, indem sie dem Kunden suggeriert, dass er nur durch den Kauf, Besitz und Gebrauch eines Produktes erfüllt leben kann.

2. Die Werbung instrumentalisiert religiöse Motive, um an das sakrale Unterbewusstsein des Menschen zu appellieren. Auf diese Weise kreiert die Werbung neue Formen des Kult-Marketings, durch das der Mensch Befriedigung für seine Sehnsucht nach Hoffnung und Vertrauen finden soll.

3. Durch kirchenkritische Werbekampagnen versuchen Firmen eine höhere Akzeptanz bei ihrer potentiellen Kundschaft zu erlangen.

4. Werbung dient als Religionsersatz und nimmt die Stellen ein, die bisher Gott und das Heilige innehatten. So wird häufig der Eindruck erweckt, bei der Wahl der falschen Marke drohe der Ausschluss aus der Glaubensgemeinschaft, aus dem ‚Konsumtempel’, der heute in vielen Fällen mit der Kirche gleichgesetzt werden kann.

5. Durch die Verwendung religiöser Motive entstehe eine Art Mythos um eine bestimmte Marke, deren Produkte dadurch einen spirituellen Mehrwert erhalten, der sie aus der Masse qualitativ gleichwertiger Konkurrenzprodukte herausheben soll.

6. Religion ist und bleibt selbstverständlicher Bestandteil unserer Lebenswelt. Würde Religion voll und ganz aus der Werbewelt verschwinden, bedeutete dies zugleich, dass sie in der Lebenswelt der Menschen keinerlei Bedeutung mehr hätte. Werbung würde demnach als kompletter Ersatz für Religion und Religiosität durchgehen können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Analyse der Lerngruppe: Die Lerngruppe zeichnet sich durch hohe Diskussionsbereitschaft, aber mangelnde Erfahrung in der kritischen Reflexion religiöser Themen aus.

2. Die unterrichtliche Situation der Lerngruppe: Die Stunde baut auf dem Verständnis von Religion als menschliche Grunderfahrung auf und erweitert den Horizont durch die Betrachtung von Religion in der Werbung.

3. Umschreibung der Zielvorstellungen: Die Lernenden sollen religiöse Motive in der Umwelt identifizieren und die manipulative Verwendung dieser Motive in der Werbung kritisch hinterfragen.

4. Sachanalyse: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen von Religion im Alltag, gelebter Religion und die spezifischen Strategien religiöser Symbolik in Werbekontexten.

5. Didaktische Analyse: Hier wird der Bezug zum Lehrplan hergestellt und begründet, warum die Analyse der Werbung ein zentrales Mittel zur Stärkung der Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsfindung ist.

6. Medien- und Methodenanalyse: Dieses Kapitel beschreibt den geplanten methodischen Ablauf der Unterrichtsstunde, von der Slogananalyse über Textarbeit bis hin zur Kleingruppenarbeit.

7. Unterrichtsverlauf / Skizze: Ein tabellarischer Überblick über den zeitlichen Ablauf, die eingesetzten Medien und die pädagogische Begründung der einzelnen Unterrichtsschritte.

8. Reflexion des Stundenverlaufs: Eine kritische Selbsteinschätzung des Autors bezüglich der Zielerreichung, der Motivation der Schüler und der Optimierungspotenziale im methodischen Vorgehen.

9. Verwendete Literatur: Auflistung der fachlichen Quellen und Internetseiten, die für die Erarbeitung des Unterrichtsentwurfs herangezogen wurden.

Schlüsselwörter

Religiöse Motive, Werbung, Religionsersatz, Sinnsuche, Konsumkultur, Manipulation, Schülermotivation, Religionsunterricht, Lebenswelt, Identitätsfindung, Kult-Marketing, sakrales Unterbewusstsein, Werbeslogans, Bildwerbung, Sekundarstufe II.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit stellt einen detaillierten Unterrichtsentwurf für das Fach Evangelische Religion in der 11. Jahrgangsstufe vor, der sich mit der Verwendung religiöser Motive in der Werbung befasst.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Bereiche "Religion als menschliche Grunderfahrung", "Gelebte Religion" und deren Instrumentalisierung durch moderne Marketing- und Werbestrategien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Schülern die Fähigkeit zur kritischen Analyse von Werbebotschaften zu vermitteln und sie für die manipulative Nutzung religiöser Symbole zu sensibilisieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer didaktischen und methodischen Analyse, die durch fachwissenschaftliche Sachanalysen und die Anwendung religionspädagogischer Modelle gestützt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Sachanalyse, didaktische Begründungen, eine detaillierte Methodenanalyse und einen konkreten Unterrichtsverlaufsplan inklusive Reflexion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen zählen religiöse Motive, Werbung, Religionsersatz, Sinnsuche, Konsumkultur, Manipulation und Identitätsfindung.

Wie bewertet der Autor den Stundenverlauf im Nachhinein?

Der Autor stuft die Stunde als gelungen ein, merkt jedoch an, dass der Einsatz eines theoretischen Textes in der Erarbeitungsphase die Eigenleistung der Schüler durch Vorwegnahme von Ergebnissen hätte einschränken können.

Warum wurde auf Hausaufgaben verzichtet?

Da direkt im Anschluss eine weitere Religionsstunde folgte, entschied sich der Autor bewusst dagegen, um den Schülern den Raum zur sofortigen inhaltlichen Verarbeitung im Kontext der Unterrichtseinheit zu lassen.

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Details

Title
Unterrichtsstunde: Religiöse Motive in der Werbung
College
University of Kassel
Author
Tino Wiesinger (Author)
Publication Year
2007
Pages
20
Catalog Number
V93133
ISBN (eBook)
9783638064088
ISBN (Book)
9783638952101
Language
German
Tags
Unterrichtsstunde Religiöse Motive Werbung Unterrichtsentwurf Glauben Religion Heilige Schriften
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tino Wiesinger (Author), 2007, Unterrichtsstunde: Religiöse Motive in der Werbung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93133
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