In der folgenden Arbeit wird sich mit der Fragestellung auseinandergesetzt, ob eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf funktioniert und wie sie unterstützt wird. Dabei wird sich vermehrt auf den deutschsprachigen Raum bezogen. In den folgenden Abschnitten wird ein Überblick über die zentralen Handlungsfelder „Familienpolitik“, „Einfluss der Arbeitgeber“ und den „Wiedereinstieg in das Berufsleben“ gegeben und diese in einem abschließenden Fazit diskutiert.
Monate lang warten werdende Eltern auf diesen Moment. Endlich, der Nachwuchs ist da. Besonders bei den ersten Kindern haben viele Eltern den Wunsch jede mögliche Sekunde für das Kind da zu sein und alles Andere steht plötzlich an zweiter Stelle. Ebenso der Beruf. Doch den Schreibtisch gegen eine Wickelkommode eintauschen, obwohl der Job gerade besonders gut läuft? Mit dieser Frage setzen sich viele Paare, die eine Familie gründen oder erweitern wollen, auseinander.
Helfen soll dabei die eingeführte Elternzeit. Sie ermöglicht den Eltern eine Auszeit vom Beruf, um mehr Zeit mit der Familie zu haben und wird von dem Elterngeld unterstützt. Dies funktioniert aber nur, wenn die werdenden Eltern finanziell abgesichert sind. Denn eine Auszeit von der Arbeit bedeutet gleichzeitig eine Zeit mit geringerem Einkommen.
Darüber hinaus werden Frauen und Männern oftmals bestimmte geschlechtsspezifische Normen zugewiesen. Diese Teilung erzeugt ein Ungleichgewicht zwischen dem Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaub, die Frauen und Männer in von der Gesellschaft angesehene ‚typische‘ Arbeits- und Familienrollen einteilen. Diese Tatsache erschwert den Männern ihre Vaterrollen auszuleben und den Frauen den Einstieg zurück in das Berufsleben. Dabei wollen beide Geschlechter sowohl Erwerbstätig sein als auch Zeit für die Familie haben.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Die Familienpolitik
Wiedereinstieg in das Berufsleben
Wie unterstützen Arbeitgeber eine Berufs- und Familien Balance?
Beruf und Familie im gerechten Einklang
Diskussion und Fazit
Literatur
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der Arbeit ist die Untersuchung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf im deutschsprachigen Raum, wobei insbesondere die Rollenbilder von Mutter und Vater sowie die unterstützenden Maßnahmen durch Politik und Arbeitgeber kritisch hinterfragt werden.
- Elternzeit und staatliche Leistungen wie Elterngeld
- Herausforderungen beim Wiedereinstieg in das Berufsleben
- Einfluss von Arbeitgebern und deren betriebliche Familienpolitik
- Gesellschaftliche Rollenbilder und deren Einfluss auf die Vereinbarkeit
- Finanzielle Aspekte und soziale Ungleichheit
Auszug aus dem Buch
Wiedereinstieg in das Berufsleben
Die Entscheidung zur Familiengründung, -erweiterung oder sich lieber der Karriere zu widmen hat vielfältige Gründe. Besteht zum Beispiel eine starke Bindung in den Arbeitsmarkt, wirkt sich diese negativ auf den Kinderwunsch aus. Vor allem fürchten Eltern in Führungspositionen mit einer Entscheidung für ein Kind eine Schädigung ihrer Karrierelaufbahn. Zudem geht eine Familienplanung mit der finanziellen Situation einher. Es muss sich auf die Einkommensminderung eingestellt werden, sowie die Kosten für die Kinderbetreuung. Schlagen Paare doch den Weg der Familienplanung ein, tauschen sie die bezahlte Erwerbstätigkeit gegen eine unbezahlte Arbeit in Form von Kindererziehung und Haushaltstätigkeiten ein. Obwohl sich 60 Prozent der Paare ein gesundes Gleichgewicht zwischen Kinderbetreuung, dem Haushalt sowie dem gleichzeitigen Nachgehen einer Erwerbstätigkeit wünschen, durch die beide Elternteile die Chance haben, für die Familie da zu sein und Erwerbstätig zu sein (vgl. BMFSFJ, 2015 nach Flaake, 2017), leben nur 6 Prozent diesen Wunsch auch wirklich aus (vgl. Wippermann, 2015, nach Flaake, 2017). Denn in vielen Fällen müssen die Hauptverdiener aus dem Haushalt, vor allem aus einkommensschwachen Familien weiterhin für den finanziellen Ausgleich sorgen.
Darüber hinaus machte eine Befragung zum Elterngeld (BMFSFJ 2009b nach Reimer, 2013) deutlich, dass die Mehrheit der Mütter erst zwei Jahre nach der Geburt eines Kindes wieder berufstätig werden. Zudem findet dieser Einstieg auch nach der Einführung des Elterngeldes, vorwiegend in Form von Teilzeit statt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Es wird die Problematik der Vereinbarkeit von Familie und Beruf thematisiert und das Ziel formuliert, die Auswirkungen von Familienpolitik und Arbeitgebervorgaben zu untersuchen.
Die Familienpolitik: Dieses Kapitel erläutert die staatliche Unterstützung durch Elternzeit und Elterngeld sowie die damit verbundenen finanziellen Anreize und sozialen Ungleichheiten.
Wiedereinstieg in das Berufsleben: Hier werden die Hürden bei der Rückkehr in den Beruf beleuchtet, einschließlich finanzieller Zwänge, fehlender Betreuungsoptionen und der Ängste vor Karriereknicks.
Wie unterstützen Arbeitgeber eine Berufs- und Familien Balance?: Die Rolle betrieblicher Maßnahmen wie flexibler Arbeitszeiten wird analysiert und deren oft rechtlich unverbindlicher Charakter kritisiert.
Beruf und Familie im gerechten Einklang: Es wird aufgezeigt, in welchen Zwiespalt Eltern geraten und wie gesellschaftliche Idealbilder eine gerechte Verteilung der Haus- und Erwerbsarbeit behindern.
Diskussion und Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz verbesserter Möglichkeiten für viele Familien strukturelle und politische Hürden eine echte Balance weiterhin erschweren.
Literatur: Verzeichnis der in der Arbeit zitierten wissenschaftlichen Quellen.
Schlüsselwörter
Vereinbarkeit, Familie, Beruf, Elternzeit, Elterngeld, Geschlechterrollen, Arbeitgeber, Wiedereinstieg, Kinderbetreuung, Work-Life-Balance, Familienpolitik, Erwerbstätigkeit, Idealbild, Geschlechternormen, Teilzeitarbeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Essay primär?
Das Essay untersucht die Möglichkeiten und Hindernisse bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unter Berücksichtigung politischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?
Die Arbeit behandelt die Familienpolitik (Elternzeit/Elterngeld), betriebliche Unterstützungssysteme sowie die Herausforderungen des beruflichen Wiedereinstiegs.
Was ist die Forschungsfrage der Untersuchung?
Die zentrale Frage ist, ob eine wirkliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf möglich ist und wie sich der Zwiespalt zwischen Familienpolitik und gesellschaftlichen Normen dabei auswirkt.
Welche methodische Herangehensweise wird verfolgt?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit der Thematik, die auf einer Literaturanalyse aktueller Studien und Berichte basiert.
Was wird im Hauptteil des Essays detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Rolle von Unternehmen bei der Flexibilisierung sowie die geschlechtsspezifischen Herausforderungen für Mütter und Väter.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich das Werk charakterisieren?
Die wichtigsten Begriffe sind Vereinbarkeit, Elternzeit, Elterngeld, Geschlechterrollen und betriebliche Familienpolitik.
Inwiefern beeinflussen soziale Faktoren den Erfolg der Elternzeit?
Die Autorin verdeutlicht, dass insbesondere Familien mit geringem oder mittlerem Einkommen durch finanzielle Notlagen gezwungen sind, früher in den Beruf zurückzukehren als einkommensstarke Haushalte.
Welche Rolle spielen gesellschaftliche "Ideale" für Arbeitnehmer?
Das Essay zeigt auf, dass das Idealbild des "idealen Mitarbeiters" – der jederzeit voll verfügbar ist – eine Vereinbarkeit erschwert und oft mit negativen Karrierekonsequenzen für Eltern verbunden ist.
- Arbeit zitieren
- Violetta Bernhardt (Autor:in), 2020, Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ein Zwiespalt zwischen Familienpolitik und gesellschaftlichen Normen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/931404