Transportlogistik. Kühlverfahren und Transport kühlbedürftiger Lebensmittel


Hausarbeit, 2019

29 Seiten, Note: 1,6

Tim Klein (Autor)


Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Problemstellung
1.3 Lösungsansatz
1.4 Vorgehensweise

2 Grundlagen
2.1 Einführung in die Transportlogistik
2.1.1 Transportarten in derTransportlogistik
2.1.2 Verkehrspolitische Entwicklung in Europa
2.2 Einführung in die Konsumgüterindustrie
2.2.1 Lebensmittelindustrie
2.2.2 Verderbliche Lebensmittel

3 Stand derTechnik/ Forschung (State of the Art = SotA)
3.1 Kühlverfahren für unterschiedliche Lebensmittel
3.1.1 Kühlen von flüssigen Lebensmittel
3.1.2 Kühlen von festen bzw. verpackten Lebensmitteln
3.1.3 Tiefgefrieren von Lebensmitteln
3.2 Kühl- und Gefriertransport
3.2.1 Straßentransport von Kühlgütern
3.2.2 Eisenbahntransportvon Kühlgütern
3.2.3 Seetransportvon Kühlgütern
3.2.4 Lufttransport von Kühlgütern

Fazit

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Kühlschiff

Abbildung 2: Integral-Container vs. Porthole-Container

Abbildung 3. Unit Load Devices Paletten

Abbildung 4. Unit Load Devices Container

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Temperaturgrenzen für den Lebensmitteltrasnport

Tabelle 2: Flüssige Kälteträger zum Kühlen

Tabelle 3: Technische Daten für Kühlwagen

Tabelle 4: Technische Daten für Kühlcontainer

Tabelle 5: Technische Daten für Kühlcontainer im Lufttransport

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Motivation

Der regelmäßige Gang in den Supermarkt gilt für viele Menschen in Deutschland als selbst­verständlich. Allerdings die meisten Menschen hinterfragen sich nicht, wie das Produkt, z.B. Lebensmittel so frisch und unverderblich in die Regale kommt. Je mehr Herausforderungen und Vorschriften diesem Produkt zugesprochen werden, desto komplexer wird die Lieferung. Die Lieferung der verderblichen Lebensmittel stellt hohe Anforderungen an den Transport. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, müssen viele Vorschriften und Rahmenbedingungen eingehalten werden, sowie den Stand der Transportentwicklung berücksichtigt werden.

1.2 Problemstellung

Für die Transportlogistik heutzutage existiert eine ganze Reihe von Anforderungen und Vorgaben, um den Transport der kühlbedürftigen Lebensmittel zu ermöglichen. Während des Transportes oder der Anlieferung ist es zwingend erforderlich, dass die Kühltemperatur angemessen sein muss und die Transportraüme für die Lieferung geeignet sind.1 Doch wie kann ein Unternehmen das „ins Leben umsetzen“? Welche Kühlverfahren müssen angewendet werden? Welche Kühl- und Gefriertransport steht heute zur Verfügung?

1.3 Lösungsansatz

Ziel dieser Hausarbeit ist es, die Kühlverfahren der unterschiedlichen Lebensmittel zu analysieren und mit Hilfe des Gefrier- und Kühltransportes die Transportmöglichkeiten zu erläutern. Zur Zielerreichung wird im Rahmen dieser Hausarbeit der Stand der Technologie des Kühl- und Gefriertransportes verglichen, sowie die Gefrier- und Kühlverfahren aufgezeigt. In diesem Zusammenhang werden auch die wichtige Entwicklungen und Einflussgrößen für die Lieferung der verderblichen Lebensmittel angesprochen werden.

1.4 Vorgehensweise

Die Hausarbeit ist in 3 Kapitel gegliedert. Im ersten Kapitel werden das Thema und die Ziele der Arbeit definiert. Das zweite Kapitel ist in zwei Unterkapiteln aufgeteilt. Im ersten Unterkapitel wird die Transportlogistik und dasjeweilige Transportmittel vorgestellt, unter anderem auch die Aufgaben und die Ziele der Transportlogistik. Außerdem wird die verkehrspolitische Entwicklung in Europa und die damit verbundenen Rahmenbedingungen, vor allem ökologische Rahmenbedingungen, aufgezeigt. Das zweite Unterkapitel stellt die Konsumgüterindustrie und die Lebensmittelbranche dar. Hier werden spezielle Anforderungen an die Transportlogistik im Konsumgüterbereich vorgestellt. Weiterhin wird die Lebensmittelindustrie als Teil der Konsumgüterindustrie eingegrenzt und konkretisiert.

Da die Eigenschaften der Lebensmittel die besonderen Anforderungen an die Transportlogistik haben, werden in dem dritten Kapitel sämtliche Kühlverfahren der Lebensmittel und dessen Rollen für das Transportieren dargestellt. Und anschließend werden für jede Transportart eine mögliche Raumeinrichtung und die Rahmenbedingungen angesprochen.

2 Grundlagen

2.1 Einführung in die Transportlogistik

In diesem Kapitel wird die Logistik und die Transportlogistik definiert, sowie deren Funktionen und Ziele.

Wie ist die Logistik definiert? Die Logistik wird als die wissenschaftliche Lehre von der Planung, Steuerung und Überwachung der Material-, Personen-, Energie- und Informationsflüsse in Systemen beschrieben. Dies ist ein Wertschöpfungsprozess, in dem Transport und Transporttechnologien insofern eine bedeutende Rolle spielen, als Sie die räumlichen Veränderungen bestimmter Güter in einer arbeitsteiligen und globalen Wirtschaft ermöglichen.2 Unter der Transportlogistik versteht man die „wissenschaftliche Lehre von der Planung, Steuerung und Überwachung der Material-, Personen-, Energie- und Informationsflüsse in (außerbetrieblichen) Verkehrssystemen. Da die Transportlogistik sich im Wesentlichen mit Transportieren der Güter von einem Versandpunkt zum anderen Empfangspunkt beschäftigt, entstehen dabei die Kosten und wird die Zeit verbraucht.3 Deshalb bestehen die Aufgaben und Ziele der Transportlogistik im Wesentlichen die Güter zu geringsten möglichen Kosten an die Kunden zu liefern. Die Transportkosten betragen in d.R. 30 % Logistikkosten bzw. 2,0 bis 4,7 % am Umsatz eines Unternehmens.4

Um das Transportieren zu verwirklichen, braucht man auch ein Transportmittel, also das Betriebsmittel, das zum Transport von Personen und Gütern dient. Das Transportmittel lässt sich generell in außenbetrieblichen und innerbetrieblichen unterscheiden.5

Die Hausarbeit beschäftigt sich nur mit außenbetrieblichen Transport oder Verkehr, der mit Verkehrsmittel durchgeführt wird. Dazu zählen Fahrzeuge wie LKW, Busse, Schiffe, Flugzeuge oder Züge. Des Weiteren wird der Transport aufArt und Weise definiert.

2.1.1 Transportarten in derTransportlogistik

Die Transportlogistik unterscheidet die Beförderung der Güter mit Hilfe des Verkehrsmittels in 4 Transportarten, bzw. Straße-, Schiene-, Wasser-, Luftfahrzeuge.6 Dabei betrachtet man LKW, Bahn, Schiff, oder Flugzeug zum Einsatz.

Der Lkw wird heutzutage als ein wichtiges Transportmittel angesehen, obwohl der Transporteinsatz die höheren Transportkosten und oft die Transportprobleme wie Lieferungsverspätung, Staus, etc. verursacht. Im Jahre 2008 wurden in Deutschland durch die deutschen Fahrzeuge rund 3 Milliarden Tonnen Güter bewegt.

Die Transportlogistik trifft häufig ihre Entscheidung für einen Transporteinsatz nach der Abwägung der Vor- und Nachteile einer Transportmittelwahl. Das erste Transportmittelwahl, bzw. der Lkw, ist sehr flexibel im seinen Einsatz, da die Lieferung Haus zu Haus möglich ist. Des Weiteren der Lkw ist relativ schnell, wenn es sich nicht um die längere Strecken handelt. Aber das stetig wachsende Verkehrsaufkommen, das die zunehmenden Staus und die verstopfte Verkehrswege verursacht, erhöhen die Transportkosten und verlängern die Lieferzeiten.7

Unter anderem ist die Bahn auch das Transportmittel für die Beförderung der Güter. Zum Vorteil der Bahn gehört die Kapazität, die in der Regel nicht voll ausgelastet wird.8 Allerdings die Bahn hat auch ihre Nachteile. Aufgrund der begrenzten Auslastung der Volumina und einer bestimmten Anzahl der Waggons erschwert sich die Organisation der Lieferung. Ebenso die Beförderung mit der Bahn benötigt ein bis zwei zusätzlichen Umschläge, weil nicht jedes Unternehmen einen eigenen Gleisanschluss hat.9 10 11 12 13

Die nächste Transportart ist das Schiff. Durch die Möglichkeit der hohen Auslastung der Schiffe mit den größeren Containern werden die Kosten erspart. Des Weiteren der Ausbau der Häfen und Kanäle wie Panama Kanal in der letzten Zeit ermöglichen auch die Beförderung der Güter in größeren Mengen. Das Schiff hat aber seine Nachteile, die zeichnen sich durch die langsame Fahrt, die vordefinierten Wege und einen notwendigen Umschlag und Transport vom Hafen zum Endpunktaus.1011

Das nächste Transportmittel ist Flugzeug. Die Vorteile des Flugzeugtransportes sind klar durch die Möglichkeit der schnellen weltweiten Lieferung und zeitliche Flexibilität definiert. Aber die gute Leistung des Flugzeuges erzeugt höhere Kosten, die für den teuren Treibstoff und den teuren Betrieb ausfallen, was sich auf den Preis auswirkt. Der Flug ist auch oft wetterbedingt und der Luftfracht unterliegt auch politischen Rahmenbedingungen.1213

Die Bedeutung der politischen Rahmenbedingungen für den Gesamttransport ist auch nicht zu unterschätzen, da die unmittelbar einen Einfluss auf die Transportmittelwahl haben, soweit ihre Geltungsbereich sich ausstreckt.

2.1.2 Verkehrspolitische Entwicklung in Europa

Dieses Kapitel soll die aktuelle verkehrspolitische Entwicklungen und Rahmenbedingungen aufzeigen, um deren Relevanz für die Transportlogistik zu betonen. Aufgrund der Globalisierungsprozesse der weltweite Warenhandel und dementsprechend die Produktion ist zwischen 1950 und 2007 Jahren um ein 29-fach, bzw. um 8,6-fach hochgestiegen. Für die Transportlogistik bedeutet dies, immer neue politische Herausforderungen, die zu beachten sind, um ihre Nachhaltigkeit auf dem Markt zu sichern.14

Die aktuellen Beobachtungen in der Transportentwicklung lassen sich feststellen, dass der Anteil des Straßengüterverkehrs kontinuierlich ansteigt. Aus diesem Grund die Stauproblematik und die Umweltbelastung des Straßenverkehrs bleiben noch kritisch.15

Die Statistik zeigt die Tendenz der Steigerung des Transportaufkommens in Europa im Jahr 2013 gegenüber dem Vorjahr um 1,6 % und gegenüber dem Jahr 1995 um 22 % auf 3 481 Milliarden Tonnenkilometer. In Deutschland wurden davon 14 % durch die Konsumgüterindustrie erzeugt. Die Europäische Kommission gibt an, dass im Jahr 2013 wurde rund 1719 Milliarden Tonnenkilometer transportiert, sodass der Straßengüterverkehr mit knapp 50 % den höchsten Anteil am Transportaufkommen darstellt. Dieses Transportaufkommen im Straßenverkehr hat viele negative Folgen, z.B. die Autobahnen in Europa tagsüber auf einer Strecke von mehr als 5000 Kilometer bleiben völlig überlastet, dies ist oft der Grund für Lieferverspätungen, aufgrund deren die Lieferzuverlässigkeit bei den Kunden verschlechtert wird. Die dadurch entstandenen Zeitverluste werden jährlich auf über 268 Mrd. Euro bzw. 3% des Bruttoinlandsproduktes der EU geschätzt.16

Die ökologischen Rahmenbedingungen sind auch nicht zu vergessen. Die stellen immer wieder ihre Anforderungen durch die Öffentlichkeit und Regierungen wie die Reduzierung der CO2- Emissionen, den Energieverbrauch, die Umweltverschmutzungen. Diese haben entsprechend einen wachsenden Einfluss auf die Transportlogistik.

Die obengenannten Entwicklungen im Güterverkehr haben die politischen Maßnahmen zur Folge wie etwa Erhöhung der Mineralölsteuer, Einführung einer Autobahn-Maut, etc. Die europäische Politik versucht auch die Verlagerung der Transporte auf die Schiene und die Intermodalität zu fördern. Dies verfolgt vor allem das Ziel die Verringerung des Treibhausgasausstoßes durch den Verkehr bei wachsendem Verkehrsaufkommen.17

2.2 Einführung in die Konsumgüterindustrie

Dieses Kapitel soll ein Überblick für die Konsumgüterindustrie, deren Rolle auf dem Markt und die entsprechende Anforderungen an Transportlogistik geben. Unter der Konsumgüterindustrie werden die Produktion und der Handel mit den sogenannten Consumer Goods verstanden. Dazu zählen vor allem die Nahrungs- und Genussmittelindustrie, die Kosmetik- und die chemische Industrie, die Textil und Sportartikelindustrie sowie Consumer Electronics.18 Die ständig sich verändernde Marktbedingungen und branchenspezifische Eigen­schaften nehmen einen direkten Einfluss auf die Konsumgüterindustrie, sowie auf die Transport­logistik und im Ganzen auf effiziente Logistik.19 Dabei Lebensmittel, Kosmetika, Bekleidung sind die wichtigsten Produktgruppen der Branche. Für die Konsumgüterindustrie sind die Produkte mit niedrigsten Preisen, dem hohen Absatzvolumen und dem immer wachsenden Kostendruck charakteristisch.

Die Entwicklungen in der Konsumgüterindustrie wie Konkurrenzfähigkeit und Kundenorientie­rung zwingen Transport und Logistik ihren Anforderungen anzupassen, das sind bspw. die kur­ze Bestandsreichweiten an Kundennahendistributionsstufen, hohe Lieferfrequenzen und breites Sortiment mit hoher Verfügbarkeit.20

Laut der aktuellen Statistik die Konsumgüterindustrie erwirtschaftete in Deutschland im Jahre 2016 im Lebensmittelhandel einen gesamten Umsatz in Höhe von 176 Milliarden Euro, und im Non-Food Bereich (Kosmetika und Reinigungsmittel) von 18 Milliarden Euro, was einem Anteil an den gesamten privaten Konsumausgaben von etwa 14 % entspricht.21

2.2.1 Lebensmittelindustrie

Das Kapitel liefert Informationen über die Lebensmittelbranche, die im Fokus der Betrachtung im Rahmen der Hausarbeit liegt. Das Lebensmittel ist der Teil der Konsumgüterindustrie. Sie umfasst in Deutschland cirka 35 Einzelbranchen und gehört mit rund 556 000 Beschäftigten in 6000 Betrieben zu den fünf größten Branchen in Deutschland.22 Für die Produktion und die Verarbeitung von Nahrungsmitteln werden viele Ressourcen verbraucht und diese hat eine größere Auswirkung auf alle Umweltbereiche.

Die wichtige Unternehmen und Organisationen in Deutschland gehören zu einer Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie (BVE). Nach Angaben von BVE sind rund 5900 Unternehmen mit über einer halben Millionen Beschäftigten in Deutschland in der Lebensmittelindustrie tätig. Die heutige Statistik gibt an, dass der Umsatz in der Branche im Jahre 2016 rund 171 Mrd. Euro, davon 33 Prozent im Export, also einen ziemlich großen Umsatz, der auch mit dem Einsatz der Logistik erfolgte. Deshalb die Transportoptimierung für die Beförderung der Lebensmittel hat eine große Bedeutung in der Lebensmittelindustrie.23

Auf europäischer Ebene die Lebensmittelbranche wird u.a. durch den Europäischen Verband der Lebensmittelindustrie (FoodDrinkEurope) in Brüssel vertreten. Zu den Teilbranchen der Ernährungsindustrie gehören in absteigender Reihenfolge ihrer Umsatzanteile am Gesamtumsatz in Deutschland die folgende Segmente: Fleisch (21 %), Milch (16 %), alkoholische Getränke (9,6 %),Süßwaren und Dauerbackwaren (9,2 %), Backwaren (8,0 %), Obst und Gemüse (5,9 %), Mineralwasser und Erfrischungsgetränke (4,6 %), Öle und Fette (3,5 %), Mühlen und Stärke (3,2 %), Kaffee und Tee (3,2 %), Würzen und Soßen (3,0 %), Zucker (2,5 %).24

Trotz der Vielfalt der großen internationalen Unternehmen in der deutschen Ernährungsindustrie die mittelständischen Unternehmen sind die wichtigsten Treiber der Branche. Ihr gegenüber steht ein Lebensmitteleinzelhandel als ein beherrschendes Glied der Food-Value-Chain. Der hohe Kostendruck in der Ernährungsindustrie zwingen die Unternehmen effiziente Entscheidungen zu treffen, die sich auf die Transportwahl auswirken.25

2.2.2 Verderbliche Lebensrnittel

Die Lebensmittel vor allem deren pflanzliche und tierische Rohstoffe sind aufgrund ihres hohen Wassergehaltes leicht verderblich. Deswegen die Transportlogistik stellt vor sich das Ziel, die Lebensmittel für die Lieferung besonders auf die längeren Strecken frisch und unverderblich zu halten.

Unter Verderb versteht man „die Wertminderung infolge einer Zerstörung lebenswichtiger Nährstoffe (Vitamine, essentielle Amino- und Fettsaüren) über das Auftreten abweichender Geschmacks- und Geruchsnoten bis zur völligen Genussuntauglichkeit infolge der Bildung toxische Verbindungen“.26 Also der Verderb verursacht die Aktivität der schädlichen Mikroorganismen, insbesondere von Bakterien, Hefen, Schimmelpilzen und die chemische Reaktionen, die für die Gesundheit der Menschen schädlich sind. Der Verderb von nicht konservierten Lebensmitteln tritt meistens spontan ein, und verläuft je nach Anfangs- und Umgebungsbedingungen unterschiedlich schnell. Dabei spielen die Zusammensetzung des Lebensmittels, die Umgebung (Licht, Temperatur, Luftfeuchte, Sauerstoffpartialdruck) und die Anwesenheit verderbnisfördernder oder verderbnishemmender Substanzen eine Rolle.27 Der Verderb der Lebensmittel bedeutet für die Transportlogistik vor allem die Transport­kostensteigerung, deshalb die Aufgabe der Transportlogistik auch die Verhinderung dessen Entwicklung ist.

Die Verlängerung der Haltbarkeit von Lebensmittel erfolgt bei tieferen Temperaturen, bzw. erfolgt die Verlangsamung aller chemischen Reaktionen und folglich auch der Stoffwechsel­tätigkeit von Mikroorganismen durch Temperaturabsenkung. Dieses Verfahren nennt man „Kühlen“ in der Praxis.28

Das Kühlen verfolgt die folgende Ziele: Verhinderung des Produktverderbs, Frischhaltung des Produktes, Erhaltung der Produktsicherheit, Erhaltung aller Nährstoffe, Erhaltung aller Qualitätsparameter, technische Realisierbarkeit, Einfachheit und geringe Kosten, geringer Arbeitsaufwand und geringe Prozessdauer.29

Man beachtet beim Kühlen die Temperaturvorgaben aus dem Lebensmittelüberwachungs­konzept der Europäischen Union, die sich auf verschiedene Produktgruppen verteilen. Die Temperaturvorgaben dienen der Kontrolle und der Überwachung beim Transportieren der Lebensmittel und leiten die Rechtsvorschriften ein, was erreicht werden soll. Unten sind einige Beispiele in tabellarischer Form dargestellt.30

Tabelle 1: Temperaturgrenzen für den Lebensmitteltransport

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Polscher,C. in Peilnsteiner, J./Truszkiewitz, G. (2002), S. 243.

Für den Transport der verderblichen, bzw. kühlbedürftigen Lebensmittel ist wichtig, die ununterbrochene Tiefkühlkette zwischen dem Hersteller und dem Endverbraucher zu gewährleisten. Damit das Produkt keine Mängel vorweist, ist vom Frachtführer darauf zu achten, dass die Kühlung der Ware während der Fahrtzeit nicht unterbrochen wird. Eine Unterbrechung der Kühlkette findet meist im Wareneingang und Warenausgang statt. Dieser Bereich sollte im optimalen Fall genauso temperiert sein wie die zu transportierte Ware.31 Im Folgenden wird das Kühlen von verderblichen Lebensmitteln in drei Arten differenziert.

3 Stand der Technik I Forschung (State of the Art = SotA)

3.1 Kühlverfahren für unterschiedliche Lebensrnittel

3.1.1 Kühlen von flüssigen Lebensmitteln

Die Abkühlung von Flüssigkeiten lässt sich generell in drei Verfahren unterscheiden. Das sind reine Abkühlung, Ausscheidungskühlung und Erstarrungskühlung. Die reine Abkühlung wird in der Regel ohne Änderung des Aggregatzustandes der Flüssigkeitskomponenten durchgeführt. Dabei erniedrigt sich nur die Temperatur der Flüssigkeit. Die Beispiele dafür sind Abkühlung von Bier, Milch, Würze, Wein und so weiter.

Das zweite Verfahren ist die Ausscheidungskühlung. Bei diesem Verfahren werden einige Komponenten fest und scheiden aus, z.B. bei der Abkühlung von Ölen (Fett), Streichwurst (Fett), Zuckerlösungen (Zucker), Wein (Weinstein), etc.32 Das dritte Verfahren ist die Erstarrungskühlung. Bei dem Verfahren wird der gesamte Stoff aus dem flüssigen in den festen Aggregatzustand überführt, z.B. Margarine, Pflanzenfett, Schmalz, Schokolade, Gelatine und u.ä. Produkte.33

Neben den Kühlverfahren von flüssigen Lebensmitteln unterscheidet man auch die Kühlarten. Die lassen sich in indirekte und direkte Kühlung ausprägen. Die indirekte Kühlung liegt dann vor, wenn zur Abfuhr der Wärme aus dem Produkt zu einer Kälteerzeugungsanlage ein fluider Kälteträger eingesetzt wird. Dabei man hat die Wahl zwischen Kühlbehältern und Durchlaufkühlern mit Hilfe des flüssigen Kälteträgers.

Tabelle 2: Flüssige Kälteträger zum Kühlen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Vgl. Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. (2017).

2 Vgl. Arnolds H., Heege F., Röh C., Tussing W. (2013) S.4.

3 Vgl. Arnold D., Isermann H., Kuhn A., Tempelmeier H. (2008) S.3-8.

4 Vgl. Kleer (1991) S. 33 aus Schäfer-Kunz: „Make-or-Buy-Entscheidungen in der Logistik (1998)" und Fiegel A. S. 1.

5 Vgl. Pfohl H.C. (2013) S.5-15.

6 Vgl. Winkels H.-M. (2001) S. 353-431.

7 Vgl. Winkels H.-M. (2001) S.363-379.

8 Vgl. Prokop G., Stoller A. (2012) S.30-32.

9 Vgl.Trade Academic World (2017).

10 Vgl. Kille C., Schmidt N. (2008) S.25-29.

11 Vgl. Trade Academic World (2017).

12 Vgl. Koether R. (Hrsg) (2014) S.179-200.

13 Vgl. Trade Academic World (2017).

14 Vgl.FigielA. (2016) S. 27.

15 Vgl. Prokop G., Stoller A. (2012) S.70-74.

16 Vgl.FigielA. (2016) S. 27-29.

17 Vgl. Prokop G., Stoller A. (2012) S.48-53.

18 Vgl. Konsumgüterindustrie-die Branche (2015).

19 Vgl. FigielA. (2016) S. 1-3.

20 Vgl. Konsumgüterindustrie-die Branche (2015).

21 Vgl. Statista GmbH (2017).

22 Vgl. Umwelt Bundesamt (2013).

23 Vgl. BVE (2017).

24 Vgl. Food Drink Europe (2017).

25 Vgl. BVE (2017).

26 Vgl. Kurzhals H.-A. (2007) S. 15-16.

27 Vgl. Keweloh H. (2016) S.95-104.

28 Vgl. Kurzhals H.-A. (2007) S.16-19.

29 Vgl. Reinarzt M., KleerJ., Hildebrandt G., Jacob J. (2009).

30 Vgl. Kurzhals H.-A. (2007) S.17-19.

31 Vgl. Bundesministerium Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (2017) S.4-8.

32 Vgl. Kurzhals H.-A. (2007) S. 42-49.

33 Vgl. Rau/Ströbel (1999) S.95.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Transportlogistik. Kühlverfahren und Transport kühlbedürftiger Lebensmittel
Hochschule
Fachhochschule Dortmund
Veranstaltung
Logistik Dienstleister
Note
1,6
Autor
Jahr
2019
Seiten
29
Katalognummer
V931563
ISBN (eBook)
9783346243645
Sprache
Deutsch
Schlagworte
transportlogistik, kühlverfahren, transport, lebensmittel
Arbeit zitieren
Tim Klein (Autor), 2019, Transportlogistik. Kühlverfahren und Transport kühlbedürftiger Lebensmittel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/931563

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