Das Hambacher Fest 1832. Vorgeschichte, Verlauf und Folgen


Hausarbeit, 2020

10 Seiten, Note: 14

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeicnis

Vorgeschichte
Französische Revolution
Wiener Kongress
Wartburgfest

Hambacher Fest

Was passierte danach?

Quellenverzeichnis

Vorgeschichte

Französische Revolution

Im Juni 1788 beruft der zu der Zeit amtierende König Ludwig XVI die Generalstände ein. Grund für diese sehr seltene Einberufung ist der drohende Staatsbankrott Frankreichs.1

Bei der Ständeversammlung sieht der unzufriedene und meist ärmere dritte Stand, Chancen Forderungen durchzusetzen. Der König dagegen hat das Ziel, dass die drei Stände, bestehend aus Klerus, Adel und dem dritten Stand (meist Bürger und Bauern), neue Steuern bewilligen. Obwohl der dritte Stand circa 98% der Bevölkerung Frankreichs ausmacht, vertreten den dritten Stand nur 600 Abgeordnete, während der Klerus und Adel von jeweils 300 Abgeordneten vertreten werden.2

Am Tag der Generalstände fordert der dritte Stand, nicht wie üblich nach Ständen abzustimmen, sondern nach Köpfen. Der König lehnt dies ab. Als Reaktion traf sich der dritte Stand am 17. Juli 1789 am Ballhaus und dort leisteten sie den Eid ‚ „sich niemals zu trennen, bis der Staat eine Verfassung hat […] und nur der Gewalt der Bajonette zu weichen“ ‘ (Quelle: http://www.muenster.org/marienschule/geschichte/franzrev/ballhausschwur/index.htm, 15.05.13)3 2

Mit dem Aufkommen von Gerüchten, dass der König die am Ballhaus gegründete Nationalversammlung mit dem Militär auflösen möchte, kommt es am 14. Juli 1789 zum Sturm auf die Bastille. Kurze Zeit später veröffentlicht die Nationalversammlung die Menschen- und Bürgerrechte – zu dieser Zeit eine Sensation. Nach dem Aufstand der Frauen unterschreibt der König die Menschen- und Bürgerrechte und Frankreich wird zu einer konstitutionellen Monarchie.4

In Preußen und Österreich bekommen die Herrscher Angst, dass dasselbe auch in ihrem Land passieren könnte und möchten gegen Frankreich militärisch vorgehen. Frankreich erklärt als Reaktion den Ländern den Krieg. Dies steigert die Wut auf den König, der auf den Sieg der Feinde hofft. Der König wird daraufhin am 21. September 1792 abgesetzt.5

Nach einer langen Schreckensherrschaft der Jakobiner wird Napoleon Bonaparte über einen Putsch Konsul von Frankreich. Er gilt als „Vollender“ und zugleich „Überwinder“ der Revolution, da er einerseits durch beispielsweise den Code Civil viele wichtige Prinzipien aus der Revolution verfestigt und andererseits die Revolution durch beispielsweise die Errichtung einer neuen Monarchie überwindet.5

Napoleon erobert während seiner Zeit als Konsul große Gebiete in Europa und dringt bis nach Russland vor, dort muss er jedoch eine große Niederlage hinnehmen von 600.00 Soldaten kommen nur 30.000 zurück. Bei der Schlacht bei Waterloo im Jahre 1815 wird Napoleon endgültig besiegt.6

Wiener Kongress

Nach dem Sieg gegen Napoleon wird im Wiener Kongress über das weitere Vorgehen beraten. „Zwischen den europäischen Großmächten sollte ein Ausgleich geschaffen werden, um ein friedliches Gleichgewicht herzustellen. Weitere Kriege und Revolutionen sollten mit allen Mitteln verhindert werden.“ (Quelle: https://www.geschichte-abitur.de/restauration-und-vormarz/wiener-kongress, 28.08.19)

Alle fünf Großmächte sind vertreten. Darunter zählen England, Preußen, Österreich, Russland und sogar Frankreich. Die Entscheidungen orientieren sich an Legitimität, das legitime Herrschen der Fürsten aus Gottes Gnade, Restauration, das wiederherstellen der alten Ordnung vor der Französischen Revolution, und die Solidarität, der Beistand von anderen Ländern bei Revolutionen. Über Territoriale Neuordnung soll ein Mächtegleichgewicht entstehen und somit neue Kriege verhindert werden.7 8

Die wichtigen Ergebnisse des Wiener Kongresses:

- England bekommt Helgoland, Malta, Mauritius, Ceylon und die südafrikanische Kapkolonie
- Russland bekommt Teile Polens
- Russland tritt Posen an Preußen ab
- Bündnis „Heilige Allianz“ gegen weitere Revolutionen
- Frankreich muss eroberte Gebiete abgeben
- Deutscher Bund

Über letzteres sind die Bürger nicht zufrieden. Sie möchten einen deutschen Nationalstaat. Außerdem sind die Bürger enttäuscht, dass es keine Parlamente bzw. Verfassungen gibt, welche die Herrscher beschränken.9

Wartburgfest

Vor Allem bei Studenten, von denen viele in den Befreiungskämpfen gegen Frankreich mitgekämpft haben, setzte sich ein liberaler und nationaler Gedanke fest. Studenten und Professoren organisierten sich nach dem Wiener Kongress in Burschenschaften. Ziel war es politische Forderungen durchzusetzen.10

Anlass für das Fest auf der Wartburg am 18. Oktober 1817 war der 300. Jahrestag der Reformation und 4. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig. Ziel war es in Form einer Protestkundgebung für einen deutschen Nationalstaat. Auf dem Fest wurden außerdem Bücher, welche beispielsweise Kleinstaaterei verteidigt.11

Im Anschluss an das Fest wurde ein Grundsatzprogramm verfasst. Es beinhaltet Grundsätze wie:

- „Ein Deutschland ist, und ein Deutschland soll sein und bleiben.“ (1. Grundsatz)
- „Der Wille des Fürsten ist nicht das Gesetz des Volkes, sondern das Gesetz des Volkes soll der Wille des Fürsten sein.“ (16. Grundsatz) 11

Nach zwei Attentaten auf Politiker, die Studenten aus Burschenschaften verübt hatten, konnte der österreichische Staatskanzler Metternich gute Gründen für ein strenges Vorgehen gegen liberale und nationale Bestrebungen vorzeigen.12

Das Ergebnis sind die Karlsbader Beschlüsse

„Die Burschenschaften wurden verboten, waren sie doch ein Ort der Freiheit und schlimmstenfalls sogar der Revolution. Bücher und Zeitungen unterlagen der Zensur. Das bedeutete, dass der Staat entschied, was und wie etwas in einer Zeitung veröffentlicht werden durfte. Die Universitäten wurden genauso überwacht wie ihre Professoren. Wer immer sich kritisch über den Staat äußerte, konnte damit rechnen, dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden.” (Quelle: https://www.kinderzeitmaschine.de/neuzeit/nationalstaaten/ereignisse/restauration/karlsbader-beschluesse/, 29.09.19)

Auch in anderen Ländern wie Polen, Spanien und Italien kommt es zu ähnlichen Aktionen. Revolutionen können durch das eingreifen der „Heiligen Allianz“ jedoch verhindert werden. Lediglich Griechenland schafft es, seine Unabhängigkeit zu erringen.

Hambacher Fest

Das Hambacher Fest zählt als größte Kundgebung des Vormärzes. Es fand vom 27. Mai bis zum 1. Juni 1832 im Hambacher Schloss und nahe bei Hambach statt.

Nach der Julirevolution 1830 in Frankreich, bei welcher der amtierende König gestürzt wurde, und nach den Ereignissen in Belgien, Polen, Italien und anderen Staaten schränkte der König von Bayern Ludwig I. die Presse- und Versammlungsfreiheit weiter ein, indem er mit einem Edikt die bereits strenge bestehende Zensur verschärfte. Auf Druck anderer Abgeordneter im bayrischen Landtag musste der König das Edikt im Juni 1831 wieder zurücknehmen.13 14

Auf einem Fest zu Ehren Friedrich Schüler, ein abgeordneter, welcher erfolgreich Politik gegen das Edikt betrieb, wurde die Idee eines großen Festes als politische Massenveranstaltung diskutiert. Außerdem wurde darüber diskutiert, einen „Deutschen Press- und Vaterlandsverein“ zu gründen, „um sich für Pressefreiheit und Nationale Einigung Deutschlands einzusetzen“ (Quelle: https://www.geschichte-abitur.de/lexikon/uebersicht-restauration-vormaerz/hambacher-fest) . 1515

Der Verein wurde 1832 unter Leitung von Georg August Wirth und Philipp Jakob Siebenpfeiffer gegründet. Dem Verein traten in nur kurzer Zeit über 5000 Mitglieder bei.16

In der „Neuen Speyerer Zeitung“ schlug ein Neustadter Bürger vor, den Tag der bayerischen Verfassung auf dem Hambacher Schloss zu feiern. Die Mitglieder des Pressvereins ergriffen die Chance und formulierten dies zu einer Einladung um. Unter dem Motto „Der Deutschen Mai“ wurde für den 27. Mai 1832 zum Hambacher Schloss eingeladen. Zu dieser Zeit bemerkenswert ist, dass auch Frauen eingeladen wurden. Auf dem Fest sollte gemeinsam für die nationale Einheit und Freiheitsrechte protestiert werden.17

Zu dem Fest kamen zwischen 20.000 und 30.000 Menschen aus ganz Deutschland, aber auch anderen Ländern, der verschiedensten Gesellschafsschichten. Die Feier begann mit dem Festzug vom Neustadter Marktplatz zur Schlossruine in Hambach. Der Zug bestand aus mehreren Abteilungen, vorne lief die Bürgergarde mit Musik, dahinter Frauen mit der polnischen Fahne, eine Erinnerung an die Aufstände in Polen, danach kam wieder die Bürgergarde, hinter welcher die Festordner, wovon jeder eine schwarz-rot-goldene Schärpe trug. In der Mitte wurde eine schwarz-rot-goldene Fahne mit der Aufschrift „Deutschlands Wiedergeburt“ getragen. „Die schwarz-rot-goldenen Fahnen wurden das erste Mal beim Fest geschwenkt und sollten das Streben nach Freiheit, Bürgerrechten und Einheit symbolisieren.“ (Quelle: https://www.abipur.de/referate/stat/660005236.html, 29.08.19)

Am Hambacher Schloss wurden Reden gehalten, gesungen und viel gefeiert. Forderungen waren die Einheit und Freiheit Deutschlands. Darunter zählte eine einheitliche Verfassung, Meinungsfreiheit, Rede-, Presse und Versammlungsfreiheit und die wirtschaftliche Gewerbefreiheit. Es wurden Bürgerrechte, wie man sie aus Code Civil kannte und die Neuordnung Europas gefordert. „Es lebe das freie, das einige Deutschland! Hoch leben die Polen, der Deutschen Verbündete! Hoch leben die Franken der Deutschen Brüder, die unsere Nationalität und unsere Selbständigkeit achten! Hoch lebe jedes Volk, das seine Ketten bricht und mit uns den Bund der Freiheit schwört! Vaterland - Volkshoheit - Völkerbund hoch!“, so begann Jakob Siebenpfeiffer die Eröffnung der Feier.18

Das Fest galt als Höhepunkt der Völkerfreundschaft. Solidarität mit anderen Völkern, die auch für ihre Freiheit kämpften, war ein zentraler Bestandteil des Festes.19

Zwei Tage nach dem Fest trafen sich führende Liberale, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Man beschloss eine Festbeschreibung herauszugeben. Der Vorstand des Pressevereins setzte jedoch durch, nur die weitere Verbreitung des Vereins zu verfolgen. In anderen Zeitungen in benachbarten Kleinstaaten lassen sich jedoch ausführliche Berichte wiederfinden. Die Festteilnehmer stellten in ihren Städten auch sogenannte Freiheitsbäume auf. In vielen Regionen gab es kleinere Aufstände, so in St. Wendel; Hier mussten circa 1000 preußische Soldaten Einrücken, um die Lage zu beruhigen. 2020 21 22 23

Die Herrscher reagierten darauf nicht erfreut. Preußen und Österreich drängten auf die Verhaftung der Verantwortlichen. Auf Befehl Metternichs bayerische Militärs in die Umgebung geschickt, um einen Ausbruch einer Revolution zu verhindern. Der Bundestag in Frankfurt schränkte außerdem die Handlungsmöglichkeit der Landtage ein. Viele Anführer der Bewegung wurden verhaften und verurteilen. Nach einem fehlgeschlagenen Revolutionsversuch, dem Frankfurter Wachensturm, ließen sie die Versammlungs- und Pressefreiheit weiter einschränken, politische Vereine wurden komplett verboten, genauso wie das Tragen der Farben schwarz-rot-gold. 2024 25 26

Was passierte danach?

1848 kommt es erneut zu Ausschreitungen. In der Märzrevolution konnten die Bürger anfangs Erfolge erzielen. In der Frankfurter Nationalversammlung tagte ein gesamtdeutsches Parlament. Ziel war die Gründung eines Nationalstaates mit Verfassung. Die Fürsten konnten jedoch später die Kontrolle zurückgewinnen. Die Revolution scheiterte.27

[...]


1 https://www.geschichte-abitur.de/ancien-regime/franzosische-revolution, 28.08.19

2 https://www.youtube.com/watch?v=WCiYpgmSwLw, 28.08.19

3 https://de.wikipedia.org/wiki/Ballhausschwur, 28.08.19

4 https://www.youtube.com/watch?v=WCiYpgmSwLw, 28.08.19

5 https://www.youtube.com/watch?v=YMcYJ7QFSbU, 28.08.19

6 https://www.youtube.com/watch?v=s1pVCj6qa_U, 28.08.19

7 https://www.kinderzeitmaschine.de/neuzeit/franzoesische-revolution/ereignisse/napoleon/wiener-kongress/, 28.08.19

8 https://www.youtube.com/watch?v=3BlqCoutRrI, 28.08.19

9 https://www.youtube.com/watch?v=AnlPAnneitY, 28.08.19

10 https://www.geschichte-abitur.de/lexikon/uebersicht-restauration-vormaerz/wartburgfest, 29.09.19

11 https://de.wikipedia.org/wiki/Wartburgfest, 29.09.19

12 https://www.kinderzeitmaschine.de/neuzeit/nationalstaaten/ereignisse/restauration/karlsbader-beschluesse/, 29.09.19

13 https://www.geschichte-abitur.de/lexikon/uebersicht-restauration-vormaerz/hambacher-fest, 29.09.19

14 http://www.demokratiegeschichte.eu/index.php?id=63, 29.09.19

15 https://www.abipur.de/referate/stat/660005236.html, 29.09.19

16 https://hambacher-schloss.de/index.php/geschichte/309-hambacherfest, 29.08.19

17 https://www.geschichte-abitur.de/lexikon/uebersicht-restauration-vormaerz/hambacher-fest, 29.08.19

18 https://www.abipur.de/referate/stat/660005236.html, 29.08.19

19 http://www.demokratiegeschichte.eu/index.php?id=70, 29.08.19

20 http://www.demokratiegeschichte.eu/index.php?id=59, 29.08.19

21 http://www.demokratiegeschichte.eu/index.php?id=73, 29.08.19

22 https://www.geschichte-abitur.de/lexikon/uebersicht-restauration-vormaerz/hambacher-fest, 29.08.19

23 https://de.wikipedia.org/wiki/Hambacher_Fest#Folgen, 29.08.19

24 http://www.demokratiegeschichte.eu/index.php?id=59, 29.08.19

25 http://www.demokratiegeschichte.eu/index.php?id=73, 29.08.19

26 https://www.geschichte-abitur.de/lexikon/uebersicht-restauration-vormaerz/hambacher-fest, 29.08.19

27 https://www.geschichte-abitur.de/revolution-184849, 29.08.19

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Das Hambacher Fest 1832. Vorgeschichte, Verlauf und Folgen
Note
14
Jahr
2020
Seiten
10
Katalognummer
V931583
ISBN (eBook)
9783346242891
Sprache
Deutsch
Schlagworte
hambacher fest, 27. mai 1832, vorgeschichte, französische revolution, wiener kongress, wartburgfest, Wie kam es zum Hambacher fest?, vorgeschichte hambacherfest, nachgeschichte hambacher fest
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Das Hambacher Fest 1832. Vorgeschichte, Verlauf und Folgen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/931583

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