[...] Die nachfolgende Arbeit fokussiert hauptsächlich die Theorie der Erd–Demokratie von Vandana Shiva unter dem Aspekt der Praktikabilität und des Nutzens für einzelne Regionen und ihre Kulturen. Es soll untersucht werden, in wie weit Erd-Demokratie eine Alternative zur neoliberalen Globalisierung bildet und folglich eine Theorie ist, die lebendige Kulturen fördern kann. Im Vergleich zu Vandana Shivas Theorie soll eine kurze Gegendarstellung zu Huntingtons Kampf der Kulturen erfolgen, um ein kulturelles Miteinander verschiedener Völker und Ethnien zu ermöglichen ohne in einen globalen Konflikt zu geraten. Die dominante westliche Sichtweise von Samuel Huntington zeigt sehr deutlich, welche Einstellungen westliche Institutionen haben können und steht symbolisch für die Lebenseinstellung gegen den sich Vandana Shiva einsetzt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Was ist Erd – Demokratie?
2.1 Die Basisprinzipien im Vergleich
3 Widerstand zum Neoliberalismus
4 Der Kampf der Kulturen
5 Lebendige Kultur
5.1. Polykulturen und ihre Einschränkung
6 Maßnahmen für mehr Erd – Demokratie
6.1 Kampf für eine regionale Vielfältigkeit
6.2 Fairtrade und Bio – Produkte
7 Tendenzen für eine Weltkultur
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die politische Theorie der "Erd – Demokratie" von Vandana Shiva auf ihre Praktikabilität und ihre Eignung als lebensfördernde Alternative zur neoliberalen Globalisierung, wobei sie kritisch dem "Kampf der Kulturen"-Konzept von Samuel Huntington gegenübergestellt wird.
- Analyse der Erd – Demokratie als Gegenentwurf zur neoliberalen Wirtschaftspolitik
- Untersuchung der zehn Kernprinzipien der Erd – Demokratie
- Kritische Auseinandersetzung mit der These des "Kampfes der Kulturen"
- Bedeutung lokaler Wirtschaftsformen und regionaler Vielfalt
- Zusammenhang zwischen ökologischer Nachhaltigkeit und soziokulturellem Erhalt
Auszug aus dem Buch
2 WAS IST ERD – DEMOKRATIE?
Erd – Demokratie ist sowohl eine uralte Weltanschauung als auch eine neu entstehende politische Bewegung für Frieden, Gerechtigkeit, Gleichheit und Nachhaltigkeit, deren Ansatz darauf beruht, dass die Menschen zur Erde gehören und somit ein Teil von ihr sind. Dieses ursprüngliche Denken verweist auf eine tiefe Verbundenheit mit den natürlichen Gegebenheiten und stellt den materiellen und finanziellen Besitz in den Hintergrund. Die soziale Bewegung sieht den Planeten als Gemeingut an, der die Lebensgrundlage für alle Menschen bildet. Ohne diese Grundlage ist kein Leben möglich. In der aktuellen Auseinandersetzung mit den wirtschaftlichen Kräften bildet die Erd – Demokratie ihren Grundstein aus dem Widerstand gegen die Privatisierung im Namen der Wirtschaftsglobalisierung, weil sich die global operierenden Konzerne Gemeingüter als Privatbesitz aneignen wollen. Die drei Hauptelemente der Theorie stellen eine lebendige Wirtschaft, Demokratie und Kultur dar, die allen Menschen ermöglicht am Leben in der Gemeinschaft teilzunehmen.
Aus europäischer Sicht scheint diese Lebensweise rückschrittig und altmodisch zu wirken, wobei eine nähere Betrachtung der einzelnen Elemente zeigt, dass das Fundament auf ähnlichen Werten aufgebaut ist wie demokratische Staatsverfassungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einführung thematisiert die Gefahren der ungezügelten neoliberalen Globalisierung und stellt die theoretischen Ansätze von Vandana Shiva als alternative Lebens- und Wirtschaftsform vor.
2 Was ist Erd – Demokratie?: Das Kapitel definiert Erd – Demokratie als eine holistische Weltanschauung, die auf der Verbundenheit mit der Erde basiert und den Widerstand gegen Privatisierung propagiert.
2.1 Die Basisprinzipien im Vergleich: Hier werden die zehn Kernprinzipien der Erd – Demokratie detailliert skizziert und den zerstörerischen Tendenzen der neoliberalen Globalisierung gegenübergestellt.
3 Widerstand zum Neoliberalismus: Dieses Kapitel erörtert, wie soziale Bewegungen und Netzwerke durch dezentrale Strukturen und regionale Förderung versuchen, sich dem neoliberalen System zu widersetzen.
4 Der Kampf der Kulturen: Es erfolgt eine kritische Analyse von Samuel Huntingtons Theorie, die als westlich orientiert und konfliktfördernd entlarvt wird.
5 Lebendige Kultur: Dieses Kapitel betont die Notwendigkeit des Erhalts kultureller Vielfalt und der Selbstbestimmung als Schutz vor der Uniformität durch globale Märkte.
5.1. Polykulturen und ihre Einschränkung: Es wird analysiert, wie die Wirtschaftsglobalisierung zur Errichtung von Handelsmonokulturen führt und damit lokale Existenzgrundlagen untergräbt.
6 Maßnahmen für mehr Erd – Demokratie: Hier werden konkrete negative Auswirkungen der Globalisierung, wie Wassermangel und Bauernsterben in Indien, beispielhaft belegt.
6.1 Kampf für eine regionale Vielfältigkeit: Dieser Abschnitt beschreibt, wie durch moderne Subsistenzwirtschaft und Regionalisierung ökologische Gleichgewichte bewahrt werden können.
6.2 Fairtrade und Bio – Produkte: Anhand praktischer Beispiele wird gezeigt, wie nachhaltiger Anbau und faire Vermarktung lokale Ökonomien beleben und Abwanderung stoppen können.
7 Tendenzen für eine Weltkultur: Das abschließende Kapitel reflektiert über die Möglichkeiten eines kulturellen Dialogs jenseits von Huntingtons Konfrontationsmodell und diskutiert Ansätze der kulturellen Hybridisierung.
Schlüsselwörter
Erd-Demokratie, Neoliberalismus, Wirtschaftsglobalisierung, Vandana Shiva, Samuel Huntington, Kampf der Kulturen, Nachhaltigkeit, Lokale Wirtschaft, Subsistenzwirtschaft, Multikulturalismus, Ökologisches Gleichgewicht, Soziale Gerechtigkeit, Hybridisierung, Gemeingüter, Regionale Vielfalt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Theorie der "Erd – Demokratie" von Vandana Shiva als alternative Antwort auf die Herausforderungen der neoliberalen Globalisierung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit, der Schutz von Gemeingütern, kulturelle Vielfalt und die Kritik an einer rein profitorientierten Weltwirtschaft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit die Erd – Demokratie als praktikable Alternative zur neoliberalen Globalisierung fungieren kann und ob sie in der Lage ist, lebendige Kulturen zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die politische Theorien (insbesondere Shiva und Huntington) vergleicht und ihre praktische Anwendung im Alltag untersucht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Prinzipien der Erd – Demokratie, stellt den Widerstand gegen den Neoliberalismus dar, kritisiert Huntingtons "Kampf der Kulturen" und zeigt durch Fallbeispiele, wie regionale und ökologische Maßnahmen Erfolg zeigen können.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Erd-Demokratie, Neoliberalismus, Globalisierung, ökologische Nachhaltigkeit und kulturelle Diversität charakterisiert.
Wie positioniert sich die Autorin zur Globalisierung?
Die Arbeit vertritt eine kritische Haltung gegenüber der neoliberalen Globalisierung, da diese zu sozialer Ungleichheit, Umweltzerstörung und dem Verlust kultureller Identitäten führt.
Welche Rolle spielt die regionale Wirtschaft?
Regionale Wirtschaftssysteme werden als essenziell betrachtet, um Ressourcen zu schützen, Arbeitsplätze zu sichern und lokale Lebensweisen sowie das ökologische Gleichgewicht zu erhalten.
- Quote paper
- Franziska Reinold (Author), 2007, Erd–Demokratie - Ist sie eine Alternative zur neoliberalen Globalisierung und kann sie eine lebendige Kultur fördern?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93159