Spricht man vom Krafttraining mit Kindern und Jugendlichen, ist jedoch weder Bodybuilding noch Gewichtheben oder das so genannte „Power-Lifting“ gemeint. Die spezielle Form des Krafttrainings für Kinder und Jugendliche resultiert insbesondere aus deren altersspezifischen, physiologischen Voraussetzungen. Dabei stehen einerseits die Trainierbarkeit der Muskulatur und andererseits die Vermeidung der Schädigung des passiven Bewegungsapparates im Vordergrund.
Inhaltsverzeichnis
1. Krafttraining
1.1 Krafttraining mit Kindern und Jugendlichen – Definition
1.2 Bedingungsfaktoren der Kraft
2. Physiologische Voraussetzungen von Kindern und Jugendlichen
2.1 Muskeln
2.1.1 Muskelfaserzusammensetzung
2.1.2 Muskelwachstum
2.1.3 Inter- und Intramuskuläre Koordination
2.1.4 Stoffwechsel des Muskels
2.2 Knochen
2.2.1 Knochenwachstum
2.2.2 Arten von Knochenschädigungen und deren Folgen
2.3 Weitere physiologischen Besonderheiten des kindlichen bzw. jugendlichen Organismus
3. Auswirkungen des Krafttrainings im Kindes- und Jugendalter
4. Risiken des Krafttrainings im Kindes- und Jugendalter
5. Grundsätze zur Methodik des Krafttrainings im Kindes- und Jugendalter
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die physiologischen Grundlagen, Auswirkungen und methodischen Prinzipien eines altersgerechten Krafttrainings für Kinder und Jugendliche, um Leistungsfähigkeit zu fördern und Verletzungsrisiken am passiven Bewegungsapparat zu minimieren.
- Physiologische Entwicklung von Muskulatur und Knochen im Kindesalter
- Analyse der Trainierbarkeit und Kraftentwicklung in verschiedenen Wachstumsphasen
- Risikobewertung bei unsachgemäßem Krafttraining
- Methodische Grundsätze für ein gesundheitsorientiertes Krafttraining
- Abgrenzung zu leistungsspezifischen Kraftsportarten wie Bodybuilding
Auszug aus dem Buch
2.1.3 INTER- UND INTRAMUSKULÄRE KOORDINATION
Einzelne Studien an vorpubertären Kindern konnten belegen, dass die induzierte Muskelspannung in der trainierten Muskulatur trotz fehlender Muskelhypertrophie deutlich vergrößert werden kann. Die Erhöhung der Kraftsteigerung wird auf eine Verbesserung der Inter- und intramuskulären Koordination zurückgeführt. Einerseits wird die intramuskuläre Koordination, die das Zusammenspiel zwischen Nervensystem und Muskel an der motorischen Endplatte beschreibt, verbessert, indem die prozentuale Aktivierung motorischer Einheiten erhöht wird. Andererseits wird davon ausgegangen, dass das Zusammenspiel von Muskeln, die bei einer Bewegung beteiligt sind – also die intermuskuläre Koordination, optimiert wird. Durch Üben einer Bewegung spielen Agonist und Antagonist besser zusammen, so dass die Innervation der beteiligten Muskelgruppen präzisiert wird und unnötige Mitbewegungen auf ein Minimum reduziert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Krafttraining: Definition des Krafttrainings als Sammelbegriff zur Verbesserung der Kraftfähigkeit und Erläuterung der biologischen Bedingungsfaktoren von Kraft.
2. Physiologische Voraussetzungen von Kindern und Jugendlichen: Darstellung der altersspezifischen Entwicklung von Muskeln und Knochen sowie deren hormonelle Beeinflussung.
3. Auswirkungen des Krafttrainings im Kindes- und Jugendalter: Untersuchung der Wirksamkeit von Krafttraining auf die Kraftzunahme sowie der Debatte um eine verbesserte Knochenqualität.
4. Risiken des Krafttrainings im Kindes- und Jugendalter: Analyse potenzieller Gefahren für Weichteilgewebe und Knochenstrukturen durch unsachgemäßes Training.
5. Grundsätze zur Methodik des Krafttrainings im Kindes- und Jugendalter: Definition von Sicherheits- und Qualitätsstandards für ein altersgerechtes Krafttraining.
Schlüsselwörter
Krafttraining, Kindesalter, Jugendalter, Muskelfaserzusammensetzung, Muskelwachstum, Knochenwachstum, Epiphysenfuge, Koordination, Trainingsmethodik, Maximalkraft, Kraftausdauer, Schnellkraft, Verletzungsprävention, Bewegungsqualität, Leistungsoptimierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit den physiologischen Grundlagen und den methodischen Anforderungen eines Krafttrainings speziell für Kinder und Jugendliche.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Die zentralen Themen sind die anatomische und physiologische Reifung, die Auswirkungen von Kraftreizen auf den jungen Organismus und die Ableitung sicherer Trainingsprinzipien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Krafttraining altersgerecht und sicher gestaltet werden kann, um sowohl eine Leistungssteigerung zu erreichen als auch Schäden am Bewegungsapparat zu vermeiden.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Auswertung sportmedizinischer Studien und Versuchsreihen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in physiologische Grundlagen, die Darstellung konkreter Trainingseffekte, eine Analyse der Verletzungsrisiken sowie die Herleitung methodischer Grundsätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind Krafttraining, Kindes- und Jugendalter, Muskel- und Knochenwachstum, sowie Trainingsmethodik und Belastungssicherheit.
Warum ist das Knochenwachstum für das Krafttraining relevant?
Da die Epiphysenfugen (Wachstumsfugen) bei Kindern besonders belastungssensibel sind, ist bei falscher Ausführung das Risiko für Wachstumsstörungen oder Frakturen erhöht.
Wie unterscheidet sich die Kraftsteigerung bei Kindern von Erwachsenen?
Da Kindern präpubertär oft der hormonelle Mechanismus zur Muskelhypertrophie fehlt, beruht die Kraftsteigerung primär auf einer Verbesserung der neuromuskulären Koordination.
- Quote paper
- Wibke Baack (Author), 2008, Krafttraining im Kindes- und Jugendalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93161