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Der Holocaust auf dem Gebiet der Sowjetunion1941-1944. Welche Rolle spielt die Erinnerungspolitik daran im heutigen Russland?

Titel: Der Holocaust auf dem Gebiet der Sowjetunion1941-1944. Welche Rolle spielt die Erinnerungspolitik  daran im heutigen Russland?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2020 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Patrick Scharkowski (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Holocaust-Studien
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit geht der Frage nach, welche Rolle die Erinnerungspolitik an den Holocaust in der ehemaligen Sowjetunion in den Jahren 1941-1944 im heutigen Russland spielt, und welche Faktoren auf diese einwirken.

Mit der Operation Barbarossa am 22. Juni 1941 begann ein bis dahin beispielloser Vernichtungsfeldzug. Dieser 4-Jährige fanatisch geführte Konflikt kostete Millionen Menschen das Leben. Unter anderem durch die SS geführten Einsatzgruppen stiegen die zivilen Opfer dramatisch. Allein auf dem Gebiet der Sowjetunion sollen sich die zivilen Opfer auf über 14 Millionen Menschen belaufen. Bei einer Verlustzahl von über 9 Millionen Soldaten, offenbart sich die besondere Art dieses Konflikts. Es war ein mit aller Konsequenz geführter Vernichtungskrieg, der vor allem Juden zum Ziel hunderter Massaker machte. Dieser Teil des Holocausts, der sich weit entfernt der bekannten Vernichtungslager wie Auschwitz, Treblinka, Sobibor oder Belzec abspielte, ist in der Öffentlichkeit leider kaum präsent. Dabei sollte dieser Aspekt gerade im Gedenken Russlands eine wichtige Rolle spielen.

Am 23. Januar 2020 hielt der Präsident der Russischen Föderation Wladimir Putin in Yad Vashem 3 im Rahmen einer Gedenkfeier, zur 75-jährigen Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz, eine Rede, diese soll als Ansatzpunkt jener Hausarbeit dienen. Es wird anhand dieser Rede zu überprüfen sein, inwieweit die Erinnerungspolitik in Russland, mit dem skizzierten Anspruch Putins des Gedenkens übereinstimmt. Um diesen Umstand genauer zu überprüfen, wird es nötig sein das ein oder andere Mal zu dieser Rede zurückzukehren. Dabei wird es besonders spannend sein, ob die erklärte Erinnerungspolitik sich in den verschiedensten Orten Russlands wiederfinden lässt. Um diesen Umstand genauer zu überprüfen, wird diese Arbeit sich mit dem Zustand dreier Städte etwas näher beschäftigen. Zum einen steht das Städtchen Wjasma im Fokus dieser Arbeit, zum anderen der Ort Kletnya sowie Khislavichi.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Historische Einordnung und Begriffsdefinition

3 Zustand heute

3.1 Wjasma

3.2 Khislavichi

3.3 Kletnya

3.4 Zwischenfazit

4 Erinnerungspolitik

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Rolle der Erinnerungspolitik in Bezug auf den Holocaust auf dem Gebiet der Sowjetunion im heutigen Russland und analysiert die Faktoren, die diesen Umgang mit der Geschichte maßgeblich beeinflussen.

  • Analyse des Holocausts auf sowjetischem Gebiet (1941-1944)
  • Untersuchung der lokalen Erinnerungskultur anhand der Beispiele Wjasma, Khislavichi und Kletnya
  • Kritische Reflexion der staatlichen Erinnerungspolitik Russlands unter Wladimir Putin
  • Vergleich zwischen historischer Realität und medialer bzw. politischer Aufarbeitung

Auszug aus dem Buch

3.2 Khislavichi

In Khislavichi, einem kleinen Ort nahe Smolensk, wurden während der Besatzungszeit von 1941 bis 1943 durch die Einsatzgruppe B ungefähr 800 Juden ermordet. Der kleine Ort, der im gleichnamigen Bezirk liegt, ist mit einer Vielzahl an Denkmälern ausgestattet. Dabei handelt es sich in der Mehrzahl um Statuen oder besonders geschmückte Gräber gefallener Soldaten. Es gibt jedoch auch Monumente oder Obelisken für, wie es in der Sowjetsprache wohl hieß, „Ermordung von friedlichen Bewohnern durch Nazis“.

Bei der Häufigkeit dieser Gedenkstätten, sowie der Zusammenfall dieser mit den Orten dokumentierten Massakern der Einsatzgruppe B an Juden, liegt nahe, dass es sich hierbei eigentlich um Gedenkstätten für ermordete Juden handelt, die im Jargon der Sowjetunion jedoch nicht genannt werden. Erstaunlich ist dabei jedoch, dass in den Archiven ein Bericht jenes eingangs erwähnten Massakers in Khislavichi gibt. In diesem wird explizit erwähnt, dass es sich bei den ermordeten Juden handelte, ganz entgegen der gängigen Sprachregelung.

"Die Einwohner von Khislavichi sagen, dass in dieser schrecklichen Nacht mindestens 800 Menschenenleben zerstört wurden. Das Massaker dauerte lange. Jeder, der wie ein Jude aussah, wurde ausgerottet, wie Frau Kushchevskaya, eine Ukrainerin, die mit ihren drei kleinen Kindern getötet wurde ."

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung der Problematik des Holocausts auf sowjetischem Boden und Definition der zentralen Forschungsfrage.

2 Historische Einordnung und Begriffsdefinition: Darstellung der NS-Ideologie, der Vernichtungspolitik durch die Einsatzgruppen und der historischen Hintergründe der Operation Barbarossa.

3 Zustand heute: Detaillierte Betrachtung des Gedenkens an den drei Fallbeispielen Wjasma, Khislavichi und Kletnya sowie deren jeweilige Einbettung in die lokale Erinnerungspraxis.

4 Erinnerungspolitik: Analyse der politischen Rahmenbedingungen, die den Umgang Russlands mit der Shoah seit dem Stalinismus bis zur Gegenwart prägen.

5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der schwierigen Identitätsfindung Russlands im Kontext der Holocaust-Erinnerung und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.

Schlüsselwörter

Holocaust, Sowjetunion, Erinnerungspolitik, Einsatzgruppen, Russland, Vernichtungskrieg, Wjasma, Khislavichi, Kletnya, Geschichtspolitik, NS-Ideologie, Gedenkstätten, Identitätsbildung, Shoah, Zweiter Weltkrieg

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit thematisiert den Holocaust auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion im Zeitraum von 1941 bis 1944 und untersucht, wie die offizielle Erinnerungspolitik im heutigen Russland mit diesem Teil der Geschichte umgeht.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen die historischen Massaker der Einsatzgruppen, die Divergenz zwischen lokaler Gedenkkultur und staatlicher Erinnerungsdoktrin sowie die Rolle des Nationalmythos über den "Großen Vaterländischen Krieg".

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Studie?

Die Arbeit fragt danach, welche Rolle die Erinnerungspolitik an den Holocaust auf dem Gebiet der Sowjetunion im heutigen Russland spielt und durch welche Faktoren dieser Umgang maßgeblich beeinflusst wird.

Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?

Die Untersuchung nutzt eine Kombination aus historischer Quellenanalyse, Literaturarbeit (insbesondere unter Heranziehung von Christina Winkler) und die Untersuchung spezifischer Fallbeispiele anhand vorliegender Berichte und Gedenkstättendaten.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Einordnung der Vernichtungspolitik und untersucht konkret drei Orte (Wjasma, Khislavichi, Kletnya), um die Diskrepanz zwischen offizieller Heroisierung und dem Schicksal jüdischer Opfer aufzuzeigen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Erinnerungspolitik, Einsatzgruppen, Holocaust, sowjetische Identität und Geschichtspolitik geprägt.

Welche Rolle spielt die Stadt Wjasma in der Untersuchung?

Wjasma dient als Beispiel dafür, wie der Fokus der Erinnerung auf den "Großen Vaterländischen Krieg" und die Heldenverehrung der Roten Armee die spezifische Erinnerung an jüdische Opfer des Holocausts in den Hintergrund drängt.

Wie unterscheidet sich der Umgang mit den Massakern in Khislavichi von anderen Orten?

In Khislavichi existieren trotz einer gängigen Sprachregelung, die Juden als Opfer oft ausblendet, archivierte Berichte, die explizit das jüdische Schicksal benennen, was einen seltenen Kontrast zur allgemeinen Praxis darstellt.

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Details

Titel
Der Holocaust auf dem Gebiet der Sowjetunion1941-1944. Welche Rolle spielt die Erinnerungspolitik daran im heutigen Russland?
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Historisches Instiut)
Note
1,3
Autor
Patrick Scharkowski (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
19
Katalognummer
V931788
ISBN (eBook)
9783346252449
ISBN (Buch)
9783346252456
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Holocaust Sowjetunion Ukraine Erinnerung 1941-1944
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Patrick Scharkowski (Autor:in), 2020, Der Holocaust auf dem Gebiet der Sowjetunion1941-1944. Welche Rolle spielt die Erinnerungspolitik daran im heutigen Russland?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/931788
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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