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Wie erfasst die PISA-Studie die soziale Ungleichheit? Die Messung des sozialen Status der Herkunftsfamilien in den PISA-Studien

Title: Wie erfasst die PISA-Studie die soziale Ungleichheit? Die Messung des sozialen Status der Herkunftsfamilien in den PISA-Studien

Term Paper , 2017 , 12 Pages , Grade: 1.5

Autor:in: Alexander Eisener (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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In dieser Hausarbeit soll geklärt werden, auf welche Art und Weise die PISA Studien soziale Ungleichheit erfassen. Im Anschluss wird die Kapital-Theorie Bourdieus vertieft und eine Bewertung diesbezüglich vorgenommen. Zum Schluss wird reflektiert woraus die Brücke zwischen der Theorie Bourdieus und PISA in der Praxis besteht.

Erhoben wird die internationale Schulleistungsstudie PISA durch die OECD (Organisation for Economic Co -operation and Development), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, deren Ziel es nach eigenen Angaben ist, eine Politik zu begünstigen, "die das Leben der Menschen weltweit in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht verbessert."
Es handelt sich um eine internationale Organisation, gegründet 1961 um wirtschaftlichen Fortschritt und den Welthandel zu stimulieren. Die 33 Mitgliedsstaaten produzieren Zwei Drittel der weltweiten Güter und Dienstleistungen. Im Rahmen der PISA Studien werden Aspekte sozialer Herkunft der Schüler erfasst und mit den gezeigten Leistungen in Bezug gebracht. Ziel ist es, sozioökonomische, kulturelle und soziale Kapital-Dimensionen der Herkunftsfamilie, wie sie Bourdieu beschreibt, zu berücksichtigen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Allgemeines zu den PISA Studien

3. Klassifizieren von Berufen: ISCO

4. Erfassung des Prestiges von Berufen: SIOPS

5. Quantitative Bestimmung des sozioökonomischen Status: (H)ISEI

6.1 Qualitative Bestimmung des sozioökonomischen Status: EGP

6.2 Sechs- Klassen- Version der EGP Klassifizierung mit jeweils einem Beispiel

7. Konkrete Implementierung

8. Zusammenfassung von Indikatoren: Der ESCS- Index

9. Kapitalformen nach Bourdieu

9.1 Ökonomisches Kapital

9.2 Kulturelles Kapital

9.3 Soziales Kapital

9.4 Umwandlungen einer Kapitalform in die andere

9.5 Kritische Betrachtung und Relevanz

9.6 Bourdieu und PISA

10. Abschließende Worte

11. Literatur

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht, wie die PISA-Studien soziale Ungleichheit erfassen und welche methodischen Instrumente zur Bestimmung des sozioökonomischen Status von Herkunftsfamilien eingesetzt werden, wobei diese Analyse theoretisch durch das Kapital-Modell von Pierre Bourdieu ergänzt und reflektiert wird.

  • Methoden zur beruflichen Klassifizierung (ISCO, SIOPS, ISEI, EGP)
  • Operationalisierung sozioökonomischer Ungleichheit in PISA
  • Theoretische Fundierung durch Bourdieus Kapitalbegriffe (ökonomisches, kulturelles, soziales Kapital)
  • Kritische Analyse der Messinstrumente und ihrer Validität
  • Verknüpfung von soziologischer Theorie und empirischer Bildungsforschung

Auszug aus dem Buch

9. Kapitalformen nach Bourdieu

Pierre Bourdieu (*1930, Denguin, Frankreich, † 2002, Paris) war ein französischer Soziologe, allgemein bekannter Intellektueller, in der Tradition von Émile Zola und Jean-Paul Sartre. Bourdieus Konzept des Habitus (sozial erworbene Dispositionen) war einflussreich in neueren postmodernen Geistes- und Sozialwissenschaften. Ein erster Durchbruch gelang ihm mit „Sociologie de l’Algerie“ (1958; „Die Algerier“, 1962). Sein Werk „La Distinction“ („Die feinen Unterschiede“), erschienen 1979 in Frankreich bzw. 1982 in Deutschland, machte ihn weltberühmt. Er war ein Mitbegründer der globalisierungskritischen Organisation Attac.

In seinem einflussreichen Artikel „Ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital“, erstveröffentlicht 1983, zeichnet Bourdieu ein Bild der Gesellschaft, deren inwohnende Struktur der Struktur der Verteilung von Kapitalsorten entspricht.

Zu aller erst zeichnet Bourdieu zwei Bilder darüber, was die gesellschaftliche Welt nicht ist: Erstens ist sie kein Nacheinander von kurzlebigen und mechanischen Zuständen des Gleichgewichts, in dem die Menschen ersetzbare atomare Einheiten sind. Zweitens ist sie kein Roulettespiel, in dem jeder jederzeit die gleichen Chancen hat, in der „jedermann zu jeder Zeit alles werden könnte“. Bourdieu kritisiert den wirtschaftswissenschaftlichen Kapitalbegriff und fordert den Warenaustausch als Spezialfall unter verschiedenen Formen sozialen Austausches zu behandeln, um eine „Wissenschaft von der Ökonomie der Praxis“ zu befördern.

Bourdieu unterscheidet drei grundlegende Arten von Kapital: ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital und soziales Kapital.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Darstellung der Problemstellung bezüglich der Erfassung sozialer Ungleichheit im Kontext der PISA-Studien.

2. Allgemeines zu den PISA Studien: Überblick über die Ziele und Durchführung der PISA-Studien durch die OECD.

3. Klassifizieren von Berufen: ISCO: Erläuterung des internationalen Klassifikationssystems für Berufe zur Einordnung des beruflichen Hintergrunds der Eltern.

4. Erfassung des Prestiges von Berufen: SIOPS: Untersuchung des Standard Index of Occupational Prestige als Maß für die soziale Stellung.

5. Quantitative Bestimmung des sozioökonomischen Status: (H)ISEI: Beschreibung des Index, der Bildungsabschlüsse, berufliche Tätigkeit und Einkommen linear verknüpft.

6.1 Qualitative Bestimmung des sozioökonomischen Status: EGP: Analyse einer alternativen, kategorialen Klassifizierung für soziale Schichten.

6.2 Sechs- Klassen- Version der EGP Klassifizierung mit jeweils einem Beispiel: Detaillierte Darstellung der EGP-Schichtungslogik anhand von Anwendungsbeispielen.

7. Konkrete Implementierung: Beschreibung, wie Daten zum sozialen Hintergrund mittels Schüler- und Elternfragebögen erhoben werden.

8. Zusammenfassung von Indikatoren: Der ESCS- Index: Vorstellung des Index zur Zusammenfassung ökonomischer, kultureller und sozialer Dimensionen.

9. Kapitalformen nach Bourdieu: Theoretische Einführung in Bourdieus Konzepte von ökonomischem, kulturellem und sozialem Kapital.

9.1 Ökonomisches Kapital: Definition als direkt in Geld konvertierbare Kapitalform.

9.2 Kulturelles Kapital: Analyse der Formen (inkorporiert, objektiviert, institutionalisiert) und deren Bedeutung für Bildungswege.

9.3 Soziales Kapital: Erläuterung der Bedeutung von Netzwerken und Beziehungen als Ressource.

9.4 Umwandlungen einer Kapitalform in die andere: Diskussion der Transformationsprozesse zwischen verschiedenen Kapitalarten.

9.5 Kritische Betrachtung und Relevanz: Reflexion über die Grenzen der Kapital-Theorie und deren Bedeutung für die Soziologie.

9.6 Bourdieu und PISA: Synthese der theoretischen Ansätze mit der praktischen Erfassungsmethode in den PISA-Studien.

10. Abschließende Worte: Zusammenfassende Einschätzung der Notwendigkeit einer präzisen Indikatorenauswahl.

11. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen und weiterführenden Links.

Schlüsselwörter

PISA, Soziale Ungleichheit, Sozioökonomischer Status, Pierre Bourdieu, Kulturelles Kapital, Ökonomisches Kapital, Soziales Kapital, ISCO, ISEI, EGP, Bildungschancen, Bildungsforschung, Sozialstatus, Habitus, Schichtung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie die PISA-Studien soziale Ungleichheit und den sozioökonomischen Status von Familien messen, und verknüpft diese empirischen Instrumente mit der Kapitaltheorie von Pierre Bourdieu.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf der methodischen Erfassung beruflicher Stellung, der Operationalisierung durch Indizes wie ISEI oder ESCS sowie der theoretischen Reflexion mittels Bourdieus Kapitalformen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie PISA soziale Herkunft erfasst, und kritisch zu hinterfragen, inwiefern diese Daten eine theoretisch fundierte Abbildung sozialer Ungleichheit im Sinne Bourdieus erlauben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Hausarbeit, die bestehende Erhebungsmethoden (ISCO, SIOPS, ISEI, EGP) zusammenfasst und diese mit soziologischen Konzepten (Kapitaltheorie) kritisch abgleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der empirischen Messinstrumente (Kapitel 2-8) und die theoretische Fundierung durch das Kapitalmodell (Kapitel 9), die schließlich in einer Zusammenschau (Kapitel 9.6) vereint werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind PISA, sozioökonomischer Status, Kapitalformen (ökonomisch, kulturell, sozial), ISCO, ISEI, EGP-Klassifizierung und soziale Ungleichheit.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen inkorporiertem, objektiviertem und institutionalisiertem kulturellen Kapital eine Rolle?

Die Differenzierung zeigt auf, wie Bildungschancen nicht nur durch formale Titel (institutionalisiert), sondern auch durch frühkindliche Prägung (inkorporiert) und materielle Güter (objektiviert) beeinflusst werden, was PISA in dieser Breite nur bedingt erfassen kann.

Wie bewertet die Arbeit die Verwendung des ISEI-Index?

Der ISEI-Index wird als hilfreiches Instrument gewürdigt, um berufliche Stellung, Bildung und Einkommen auf einer linearen Skala zu vereinen, wobei jedoch die Komplexität sozialer Schichtung teilweise vereinfacht wird.

Welchen Einfluss hat die "Transformationsarbeit" auf die Kapitalformen nach Bourdieu?

Die Arbeit betont, dass die Umwandlung von Kapitalformen (z.B. ökonomisches in kulturelles Kapital) mit Aufwand und Verlustrisiken verbunden ist, was die soziale Reproduktion von Ungleichheit maßgeblich beeinflusst.

Was schlägt der Autor für zukünftige PISA-Erhebungen vor?

Der Autor empfiehlt eine zielgerichtetere Auswahl von Indikatoren und eine stärkere Einbeziehung nationaler Zusatzinformationen, um die internationale Vergleichbarkeit durch eine präzisere Erfassung der familiären Ressourcen zu ergänzen.

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Details

Title
Wie erfasst die PISA-Studie die soziale Ungleichheit? Die Messung des sozialen Status der Herkunftsfamilien in den PISA-Studien
College
University of Education Ludwigsburg
Grade
1.5
Author
Alexander Eisener (Author)
Publication Year
2017
Pages
12
Catalog Number
V931813
ISBN (eBook)
9783346252845
ISBN (Book)
9783346252852
Language
German
Tags
PISA Indikatoren sozialer Status soziale Ungleichheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Eisener (Author), 2017, Wie erfasst die PISA-Studie die soziale Ungleichheit? Die Messung des sozialen Status der Herkunftsfamilien in den PISA-Studien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/931813
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