Gesundheitsförderung durch Betriebssport. Kann auch die mentale Belastbarkeit gefördert werden?


Hausarbeit, 2015

23 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichn

1 Einleitu
1.1 Thema & Zielsetzung der Arbeit

2 Gesundheitsförderung & Betriebssport
2.1 Betriebliche Gesundheitsförderung
2.1.1 Definition
2.1.2 Ursprung & heutige Bedeutung
2.2 Betriebssport
2.2.1 Definition
2.2.2 Zahlenmäßige Entwicklung
2.2.3 Formen des Betriebssportes
2.2.3.1Arbeitgeberseitig organisierter Betriebssport
2.2.3.2Arbeitnehmerseitig organisierter Betriebssport
2.3 Betriebsklima
2.4 Unterschied Motivation & Motiv
2.4.1 Definition
2.4.2 Arten
2.4.2.1 Intrinsische Motivation
2.4.2.2Extrinsische Motivation
2.5 Motiv
2.5.1 Definition

3 Motive und Auswirkungen für Arbeitnehmer & Arbeitgebe
3.1 Positive Motive & negative Auswirkungen auf die Arbeitnehmer
3.1.1 Positive Motive der Arbeitnehmer
3.1.2 Negative Auswirkungen für den Arbeitnehmer
3.2 Chancen & Belastungen/ Risiken für den Arbeitgeber
3.2.1 Chancen
3.2.2 Belastungen/ Risiken

4 Fa

III. Literaturverzeichni

II. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Der Betriebssport in seiner zahlenmäßigen Entwicklung Quelle: Müller, Reinhold: 60 Jahre Deutscher Betriebssportverband, 2014, S. 22 (abge­rufen am 03. Juni 2015)

Abbildung 2: Organisationsformen des Betriebssports Quelle: Tofahrn, W. Klaus: Arbeit und Betriebssport, 1991, S. 28 (abgerufen am 03. Juni 2015)

Abbildung 3: Angenommene Wirkungen des Betriebssports (1= „trifft überhaupt nicht zu“, 5=,,triffvoll und ganz zu“) Quelle: Pieter, Fröhlich, Emrich: Aktiv-motiviert-leistungsstark? 2014, S.11

1 Einleitung

1.1 Thema & Zielsetzung der Arbeit

Das Statistische Bundesamt hat im Jahre 2011 460,6 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage mit ungefähr 12,6 Fehltagen je Arbeitnehmer ermittelt.1 Durch das genannte Arbeitsun­fähigkeitsvolumen belaufen sich die volkswirtschaftlichen Produktionsausfälle nach Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) auf un­gefähr 46 Milliarden Euro, der Ausfall an Bruttowerschöpfung wird auf ca. 80 Milliarden Euro.2

Nach neuesten Studien der Bertelsmann Stiftung fühlt sich jeder dritte Beschäftigte in Deutschland durch seine Arbeit überfordert.3 Die Gründe dafür sind sehr vielfältig. Ei­ne entscheidende Rolle spielt jedoch der zunehmende Druck im Arbeitsalltag. Nach Angaben der Berufsgenossenschaft „fühlen sich 63,7 % der Arbeitnehmer überfordert, 39,4 % fürchten die Konkurrenz durch Kollegen und 92,8 % bangen um ihren Arbeits­platz.“4 Zwar lassen die Unternehmen ihren Beschäftigten mehr Spielräume bei der Strukturierung ihres Arbeitsalltags und geben Zielsetzungen vor, trotzdem bleiben de­ren psychische und physische Belastung sehr hoch. Viele fühlen sich machtlos, da sie nur wenig Einfluss auf die Arbeitsmengen haben. Aus diesem Grund gehen Arbeit­nehmer oft an ihre Leistungsgrenze und verfolgen ein zu hohes Arbeitstempo. Außer­dem halten viele keine Pausenregelung ein, da sie sonst ihr Arbeitspensum nicht erfül­len können. Bedenklich stimmt, dass ein großer Teil sogar krank zur Arbeit erscheint, um den erhöhten Anforderungen und dem starken Druck gerecht zu werden. Arbeit­nehmerinteressens-Verbände und Gesundheitsverbände appellieren an die Unterneh­men, Maßnahmen gegen den hohen Druck zu ergreifen, um Arbeitnehmer zu entlas­ten.

Vor diesem Hintergrund erörtere ich in meiner Arbeit, wie durch körperliche Aktivitäten auch die mentale Belastbarkeit gefördert wird und so der Betriebssport eine sinnvolle betriebliche Maßnahme der Gesundheitsförderung darstellt, die geeignet ist, dem ho­hen alltäglichen Arbeitsdruck entgegenzuwirken bzw. diesen zu mindern.

2 Gesundheitsförderung & Betriebssport

2.1 Betriebliche Gesundheitsförderung

2.1.1 Definition

Nach Holzträger umfasst der Begriff betriebliche Gesundheitsförderung zahlreiche Fa­cetten: „Mit dem Begriff betriebliche Gesundheitsförderung werden systemische bzw. organisationsbezogene Interventionen in privaten und öffentlichen Betrieben bezeich­net, die das Ziel haben, die gesundheitsrelevanten Belastungen der beschäftigten Mit­arbeiter zu senken und die Ressourcen zu stärken. Dabei werden die primärpräven­tiven und gesundheitsförderlichen Effekte durch gleichzeitige und aufeinander bezoge­ne Veränderungen der Ergonomie, der Organisation, des Sozialklimas und des indivi­duellen Verhaltens erzielt.“5 In der Luxemburger Deklaration zur betrieblichen Gesund­heitsförderung in der Europäischen Union wird darauf hingewiesen, dass „gesunde und motivierte [...] Mitarbeiter, sowohl in sozialer wie in ökonomischer Hinsicht Vorrausset­zung für den zukünftigen Erfolg der Europäischen Union sind.“6

Ferner ist betriebliche Gesundheitsförderung eine „Führungsaufgabe und zielt einer­seits auf die Prävention von Krankheiten am Arbeitsplatz (einschließlich der arbeitsbe­dingten Erkrankungen, Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und Stress) und andererseits auf die Stärkung von Gesundheitspotentialen und die Verbesserung des Wohlbefin­dens am Arbeitsplatz.“7 Betriebliche Gesundheitsförderung wird mittlerweile als Ele­ment der Unternehmenskultur und als strategisches Unternehmensziel verstanden, da sie „auf allen Hierarchieebenen in den betrieblichen Alltag integriert wird und ein Krite­rium bei betrieblichen Handlungen und Entscheidungen ist.“8

2.1.2 Ursprung & heutige Bedeutung

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte die betriebliche Gesundheitsförderung noch keine wesentliche Bedeutung, denn es war damals üblich, dass Mediziner und medizinische Fachkreise die Bevölkerung zunächst über das Thema Medizin und Gesundheit aufklä­ren wollten, um zu verdeutlichen, dass der Mensch selbst aufgrund seines eigenen fehlerhaften Verhaltens für die Entstehung von Krankheiten verantwortlich ist.9 Le­bensbedingungen und - umfeld spielten nach Ansicht der Experten keine Rolle.10

Singer stellt zudem fest, dass „durch die expertengesteuerte Beeinflussung gesund­heitsrelevanter Entscheidungen Risikofaktoren und Krankheiten verhütet bzw. einge­dämmt werden sollten. Somit war der Begriff der Gesundheitserziehung als Vorgänger der Gesundheitsförderung fest verankert im Verständnis der Gesundheitspolitik.“11 Im Jahr 1951 gründete sich eine Organisation namens International Union for Health Edu­cation (IUHE). Die Organisation galt als Unterstützer des Themas Gesundheitserzie­hung und verhalf Interessenten durch ein weltweites Netzwerk und Forum zu einen regen Wissens- und Informationsaustausch.12 In den 70er Jahren mehrte sich die Kritik am Ansatz der Gesundheitserziehung, da „die Ursache für die Krankheitsentstehung nur im individuellen Verhalten und nicht in den Lebensbedingungen und dem Lebens­umfeld gesucht wurde sowie wie die Fokussierung auf die Krankheitsverhinderung und nicht auch auf die Gesundheitsförderung.“13 14 Die Folge war ein Verständnis- und Sys­temwechsel bei der Gesundheitsförderung. Ziel war es nun, allgemein ein Grundver­ständnis von Gesundheit zu vermitteln. Darunter zählten „psychische, physische und soziale Bedingungen sowie Umweltfaktoren, die gleichzeitig auf die Gesundheit einwir- ken und zudem neben den Risikofaktoren die Gesundheitspotentiale berücksichtig- Im Jahre 1993 wurde der IHUE umstrukturiert und in International Union for Health Promotion and Education (IUPHE) umbenannt. Somit schlossen sich der gestiegenen Verantwortlichkeit gegenüber der Gesundheitsförderung auch nicht-staatliche Organi­sationen und Verbände an.15 Für die betriebliche Gesundheitsförderung bedeutete be- sonders die Entwicklungen in den letzten dreißig bis vierzig Jahren einen enormen Fortschritt16, angefangen mit der Konferenz in Alma Ata, in der ehemaligen UdssR 1978, über Ottawa in Kanada im Jahre 1986, 2000 in Mexiko-Stadt ,2005 in Bangkok und zuletzt im Jahre 2013 in Helsinki, Finnland. Jede einzelne dieser Konferenzen brachte die Entwicklung der Gesundheitsförderung ein gutes Stück voran.17

2.2 Betriebssport

2.2.1 Definition

Im Allgemeinen wird unter Betriebssport die sportliche Aktivität der Arbeitnehmer im Rahmen des Unternehmens verstanden.18 Darüber hinaus existieren für den Begriff „Betriebssport“ in der Fachliteratur eine Anzahl verschiedener Definitionen. Laut Uta Klaedtke wird Betriebssport als Synonym für den Werks- und Firmensport verstan- den.19 Der Arbeitgeber engagiert sich durch „Bereitstellung von Räumlichkeiten, Sport­plätzen, Geräten, u.U. auch für einheitliches Sportdress für Wettspiele und durch Gründung von Betriebssportvereinen/Betriebssportgruppen.“20 Von „Presse, Funk und Fernsehen, Sportfunktionären, Sportwissenschaftlern und Betriebssoziologen“21 wird Betriebssport als „gegenwärtig allein der im privatwirtschaftlichen Umfeld organisierte und ausgeübte Sport verstanden“.22

Klaus W. Tofahrn definiert den Begriff „Betriebssport“ als sportliche Aktivität, „die ganz überwiegend für die Arbeitnehmer eines Betriebes bzw. von diesen selbst organisiert werden, an denen auch Pensionäre, Angehörige und in Ausnahmefällen auch Betriebs­fremde teilnehmen können und bei denen Gesundheitsvorsorge, Entspannung, Spiel und/oder Geselligkeit im Mittelpunktstehen, was Leistungsbemühung und Wettbewerb zwar keineswegs ausschließt, jedoch in deutlichem Gegensatz steht zur einseitigen Ausrichtung an sportlicher Höchstleistung, wie sie den Spitzen- und Profisport kenn­zeichnet.“23 Das heißt nicht, dass Merkmale wie Leistung oder Vergleich keine Rolle23 Tofahrn, W. Klaus: Arbeit und Betriebssport, 1991, S. 26-27. spielen. Jedoch sollen nach Klaus W.Tofahrn Spaß, Kommunikation und körperliche Betätigung (Ertüchtigung) an primärer Stelle stehen.24

2.2.2 Zahlenmäßige Entwicklung

Die folgende Abbildung zeigt die zahlenmäßige Entwicklung des Betriebssports der letzten 54 Jahre in Deutschland. Insgesamt gingen im Jahr 2014 ca. 280.000 Men­schen einer betriebssportlichen Betätigung nach. Festzustellen ist hierbei, dass weit­aus mehr Männer als Frauen Betriebssport ausüben und sich seit 1990 eine rückläufi­ge Tendenz an Teilnehmern abzeichnet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Der Betriebssport in seiner zahlenmäßigen Entwicklung

Quelle: Müller, Reinhold: 60 Jahre Deutscher Betriebssportverband, 2014, S. 22.

2.2.3 Formen des Betriebssportes

Die Formen des Betriebssportes lassen sich in zwei Kategorien einteilen: Die des un­ternehmensseitig und jene des arbeitnehmerseitig organisierten Betriebssportes.25 In der Praxis zählen folgende Arten zum unternehmensseitig organisierten Betriebssport: „Die Bewegungspause am Arbeitsplatz, der Auszubildendensport und die betriebs­sportlichen Freizeitangebote der Unternehmen.“26 Hierbei ist vor allem wichtig, dass „die Unternehmen für die Organisation und Finanzierung des Sportangebots zuständig sind“.27 Hingegen sind für den arbeitnehmerseitig organisierten Betriebssport andere Fähigkeiten oder Merkmale relevantwie „Eigeninitiative, Selbstverwaltung und Teilfi­nanzierung der Arbeitnehmer.“28

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 : Organisationsformen des Betriebssports

Quelle: Tofahrn, W. Klaus: Arbeit und Betriebssport, 1991, S. 28.

2.2.3.1 Arbeitgeberseitig organisierter Betriebssport

Diese Form des Betriebssportes teilt sich in drei verschiedene Kategorien auf:

2.2.3.1.1 Bewegungspause am Arbeitsplatz

Die Bewegungspause am Arbeitsplatz wird folgendermaßen definiert: „Unter einer Be­wegungspause ist eine kurze Arbeitsunterbrechung von etwa 5 bis 15 Minuten Dauer zu verstehen.“29 Ausgewählte Betriebe haben es sich zur Aufgabe gemacht anhand des Präventivmodells Bewegungspause spezielle Bewegungsübungen für ihre Beleg­schaften zu entwickeln und diese täglich anzubieten.30 Die Teilnahme an der Bewe­gungspause ist für die Arbeitnehmer freiwillig und „kann sowohl in der bezahlten und der unbezahlten Pause in Praxis vertreten sein.“31 Die Übungen sind relativ simpel und zügig am Arbeitsplatz durchzuführen.32 Meistens geht es um Mobilisation des Kopfes, der Arme, der Schultern, des Rückens und der Beine oder um dementsprechendes Dehnen der Muskeln. Die einzelnen Partien sollen nur für ein paar Sekunden bean­sprucht und drei bis fünf Mal wiederholt werden.33

2.2.3.1.2 Auszubildendensport

Diese Art des Betriebssports gilt als besonderer Teil des arbeitgeberseitig organisierten Betriebssports, da sich dieser nur auf eine bestimmte Gruppe der Arbeitnehmer be­zieht, nämlich die der Auszubildenden.34 Die Auszubildenden können während oder außerhalb der Arbeitszeit den Auszubildendensport ausüben. Fast immer bestehen Kooperationen zwischen Schulen, Vereinen und den jeweiligen Betrieben.35

2.2.3.1.3 Verbandsungebundener Betriebssport

Für den verbandsungebundenen Betriebssport ist die Tatsache charakteristisch, dass dieser entweder auf Grundlage einer direkten finanziellen Unterstützung des Un­ternehmens oder unter Nutzung von unternehmenseigenen oder angemieteten Sport­anlagen“36 stattfindet. Hierzu zählen z.B. Fußball-, Tennisplätze oder Schwimmbäder. Mitarbeiter, die an dieser Art des Betriebssportes teilnehmen, sind in der Regel keine ausgewiesenen Mitglieder einer Betriebssportgruppe.37

2.2.3.2 Arbeitnehmerseitig organisierter Betriebssport

Wie in der oben abgebildeten Grafik auf S.7 zu erkennen ist, wird der arbeitnehmersei­tige Betriebssport in drei Organisationsformen durchgeführt:

2.2.3.2.1 Ungebundene Betriebssportgruppen

Die ungebundenen Betriebssportgruppen (z.B. Kegelgruppen, Fußballmannschaften, Badmintongruppen) erhalten keinerlei finanzielle oder strukturelle Unterstützung des Unternehmens. Sie sind daher organisatorisch und finanziell auf sich selbst gestellt. Das hat zur Folge, dass diese Form des Betriebssports „von einer hohen Fluktuations­quote ihrer „Mitglieder“ betroffen ist“38, da die Teilnehmer ihre Verabredungen zum ge­meinsamen Sport eher unregelmäßig wahrnehmen.39

2.2.3.2.2 Organisierte Betriebssportgemeinschaften

Im Gegensatz zu den ungebundenen Betriebssportgruppen stellen „die organisierten Betriebssportgemeinschaften (BSG) den eigentlichen Kern des institutionalisierten Be­triebssportes“40 dar. In diesen gehen Mitarbeiter in organisierter Form gemeinsamen sportlichen Aktivitäten nach. Darüber hinaus erhalten die Betriebssportgemeinschaften von den Unternehmen direkte personelle Unterstützung, indem u.a Übungsleiter und Sportlehrer für die Arbeitnehmer zur Verfügung gestellt werden.41 Außerdem beteiligen sich die Unternehmen teilweise auch finanziell, um beispielsweise die Bereitstellung von Sportgeräten oder Sportfeldern zu ermöglichen.42 Tofahrn fügt an: „Die Betriebs­sportgemeinschaften [...] sind über diesen Ansatz mit dem Unternehmen ideell und ökonomisch verbunden.“43

2.2.3.2.3 Betriebsnahe Sportvereine

Betriebsnahe Sportvereine stehen in einer engen und speziellen Verbindung zum Un­ternehmen. Zumeist sind die Vereinsmitglieder selbst in den Unternehmen beschäf­tigt. Nichtsdestotrotz sind diese Vereine auch für Nicht-Betriebsangehörigedie breite Masse zugänglich. Außerdem werden die Sportvereine von den Unternehmen finan­ziell unterstützt; manche übernehmen sogar den Firmennamen, z.B. Bayer Lever­kusen oder Telekom Baskets Bonn.44

2.3 Betriebsklima

Mit dem Begriff „Betriebsklima“ bezeichnet die Wissenschaft die Atmosphäre oder Stimmungslage, die in einem Betrieb bzw. in seinen Abteilungen herrscht. Auch die Mitarbeiter selbst stehen in der Verantwortung, ihren Beitrag zu einem positiven Be­triebsklima zu leisten. Faktoren, die das Betriebsklima beeinflussen, sind: „Die Kolle­gen und Vorgesetzten, die Aufbau- und Ablauforganisation, Mitsprachemöglichkeiten und/ oder die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen.“

2.4 Unterschied Motivation & Motiv

Motivation und Motiv spielen eine wichtige Rolle bei der Ausübung des Betriebssports. Zumeist werden beide Begriffe miteinander verwechselt. Aus wissenschaftlicher Sicht unterscheiden sich jedoch beide Begriffe in der Bedeutung.

2.4.1 Definition

Die beiden Psychologieprofessoren Horstmann und Dreisbach definieren Motivation als Bereich, der „solche Faktoren, die zum Können hinzukommen müssen, damit eine Handlung in Angriff genommen wird, und die sich insbesondere auf die Auswahl der Handlung, sowie die Intensität und Latenz der Handlungsausführung auswirken.“ Ei­ne andere Definition fasst den Begriff etwas anschaulicher als den „Zustand einer Per­son, der sie dazu veranlasst, eine bestimmte Handlungsalternative auszuwählen, um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen und der dafür sorgt, dass diese Person ihr Ver­halten hinsichtlich Richtung und Intensität beibehält.“45 Mit anderen Worten Zielstrebig­keit und Hartnäckigkeit sind wesentliche Elemente der Motivation. Der Motivationsbegriff umfasst zwei Arten.

2.4.2 Arten

2.4.2.1 Intrinsische Motivation

In der Wissenschaft wird unter intrinsischer Motivation eine Handlung verstanden, die auf freiwilliger Basis stattfindet und bei der die eigentliche Ausübung schon als natürli­che Belohnung angesehen wird.46 Der entscheidende Punkt ist hierbei der Eigenan­trieb.47 „Der Student hat ein Interesse am Stoff, den er lernt, und der Selbstständige hat Freude an dem Gespräch mit anderen Menschen. [...] Intrinsische Anreize sind solche Begleiterscheinungen oder Folgen der Handlung, die auf natürliche Weise mit ihr Zu­sammenhängen.“48

2.4.2.2 Extrinsische Motivation

Anders als bei der intrinsischen Motivation ist bei der extrinsischen Motivation das Handlungsergebnis relevant. Horstmann und Dreisbach ziehen die Quintessenz: „Man führt eine Handlung aus, weil das Ergebnis wünschenswerte Konsequenzen nach sich zieht. [...] Ein Student lernt für die Prüfung, um nach dem Studium einen guten Job zu bekommen, oder ein Freiberufler ruft mögliche Kunden an, um einen Auftrag zu erhal­ten. Dies sind extrinsische Anreize [...] sie sind extrinsisch, liegen also außerhalb der Handlung[...].“49

2.5 Motiv

2.5.1 Definition

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Motiv als Beweggrund, Zweck oder Leitgedanke übersetzt.50 Motive sind nach Trommsdorffs Auffassung im psychologischen Sinne: „überdauernde Dispositionen, [...] die Initiierung, Richtung, Intensität und Dauer indivi­duellen Verhaltens bedingen.“51 Durch bestimmte situative Auslöser führt ein Motiv zu einer bestimmten Motivation und zu einer daraus resultierenden Anschlusshandlung.52

[...]


1 Vgl. Pieter, Fröhlich, Emrich: Aktiv-motiviert-leistungsstark? 2014, S.2.

2 BAuA:Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2011,2012, S.40.

3 Vgl. Bertelsmannstiftung: Arbeitsvorgaben gefährden die Gesundheit, in: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle- meldungen/2015/maerz/gesundheitsmonitor-selbstgefaehrdendes-verhalten/, 16.03.2015, 24.Juni 2015.

4 Pieter, Fröhlich, Emrich, 2014, S.2.

5 Holzträger: Gesundheitsförderliche Mitarbeiterführung, 2012, S.19.

6 Luxemburger Deklaration zur betrieblichen Gesundheitsförderung in der Europäischen Union, 2011, S.1.

7 Holzträger, 2012, S.20.

8 Holzträger, 2012, S.20.

9 Vgl. Singer: Entstehung des betriebliches Gesundheitsmanagements, 2010, S.25.

10 Vgl. Singer 2010, S.25.

11 Singer 2010, S.25.

12 Vgl. Singer 2010, S.25.

13 Singer 2010, S.25.

14 Franzkowiak, Sabo, P: Dokumente der Gesundheitsförderung,1998, S.20.

15 Vgl. Singer 2010, S.26.

16 Vgl. Singer 2010, S.26.

17 Vgl. Singer 2010, S.26.

18 Vgl. Mess: Sport und Sozialisation, 2008, S.130.

19 Vgl. Klaedtke, Uta: Betriebssport in der DDR, S.15.

20 Prof. Dr. J.Becker.[Betriebssport]: Betriebssport, Gabler Wirtschaftslexikon, Wiesbaden 2015, http://www.wirtschaftslexikon.gabler.de, 23.Juni 2015.

21 Luh: Betriebssport zwischen Arbeitgeberinteressen und Arbeitnehmerbedürfnissen,1998, S.12.

22 Vgl. Tofahrn, 1991, S.27.

23 Vgl. Tofahrn, 1991, S.27.

24 Vgl. Tofahrn, 1991, S.27.

25 Vgl. Tofahrn1991, S. 53.

26 Luh: 1998, S.344.

27 Popplow, Anne: Teamtraining Unternehmenskultur und Mitarbeiter optimal fördern, 2006, S.58.

28 Popplow, Anne: Teamtraining Unternehmenskultur und Mitarbeiter optimal fördern, 2006, S.58.

29 Vgl. Mitterbauer, Günther: Modell Bewegungspause am Arbeitsplatz, 1992, S.185.

30 Vgl. Mitterbauer, Günther: Modell Bewegungspause am Arbeitsplatz, 1992, S.185.

31 Tofahrn, W. Klaus: 1991, S. 27.

32 Vgl. Mitterbauer 1992, S.29-45.

33 Vgl. Mitterbauer 1992, S.29-45.

34 Vgl. Tofahrn 1992, S.54.

35 Vgl. Tofahrn 1992, S.54.

36 Tofahrn 1992, S.54.

37 Vgl. Tofahrn 1992, S.54.

38 Vgl. Tofahrn 1992, S.55.

39 Vgl. Tofahrn 1992, S.55.

40 Vgl. Tofahrn 1992, S.55.

41 Vgl. Nerdinger, 2005, S.11.

42 Vgl. Pieter, Fröhlich, Emrich, 2014, S.6.

43 Pieter, Fröhlich, Emrich, 2014, S.6.

44 Horstmann und Dreisbach: Allgemeine Psychologie 2, 2012, S.102.

45 Prof. Dr. G.W. Maier.[Motivation]: Motivation, Gabler Wirtschaftslexikon, Wiesbaden 2015, http://www.wirtschaftslexikon.gabler.de, 23.Juni 2015.

46 Vgl. Neubert & Wu, 2006, S.360.

47 Vgl. Horstmann und Dreisbach, 2012, S.123.

48 Horstmann und Dreisbach, 2012, S.123.

49 Horstmann und Dreisbach, 2012, S.123.

50 Vgl. Meffert: Marketingforschung und Käuferverhalten, 1992, S.52.

51 Trommsdorf: Entwicklung sozialer Motive, 2005, S.75.

52 Vgl. Trommsdorf, 2005, S.75.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Gesundheitsförderung durch Betriebssport. Kann auch die mentale Belastbarkeit gefördert werden?
Hochschule
Rheinische Fachhochschule Köln
Note
2,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
23
Katalognummer
V931856
ISBN (eBook)
9783346253064
ISBN (Buch)
9783346253071
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesundheitsförderung, Betriebssport, Personalwirtschaft, Betriebswirtschaft
Arbeit zitieren
Friedrich Schmitz (Autor), 2015, Gesundheitsförderung durch Betriebssport. Kann auch die mentale Belastbarkeit gefördert werden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/931856

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