Die vorliegende Arbeit setzt sich mit dem Thema Qualitätsmanagement im Allgemeinen sowie im Speziellen im Bereich der Krankenhäuser auseinander. Der Faktor Qualität hat in den vergangenen Jahren sehr stark an Bedeutung gewonnen. Die Krankenhäuser sind gesetzlich dazu verpflichtet worden, ein System zur Qualitätssicherung einzuführen. Durch die Einführung der DRG´s hat in der Krankenhauslandschaft zu einer starken Zunahme des Wettbewerbs geführt, Krankenhäuser müssen wirtschaftlicher Arbeiten, als das bisher der Fall war. Durch den stetigen Bettenabbau der in Deutschland während der letzen zehn Jahre eingesetzt hat und die damit verbundene Tendenz zur Zentrenbildung und Schließung kleiner Krankenhäuser, treten die verbliebenen Einrichtungen in einen Wettbewerb zueinander. Um sich auf diesem Markt zu präsentieren und zu behaupten setzen viele Häuser auf die Zertifizierung zu Marketingzwecken.
Die Voraussetzungen, Möglichkeiten und Vorteile einer Zertifizierung, sowie einige unterschiedliche Zertifizierungsmodelle werden hier behandelt. Das Thema Qualitätsmanagement ist ein sehr weitreichendes Gebiet, dessen vollständige und abschließende Ausarbeitung den Rahmen dieser Arbeit um ein Vielfaches sprengen würde, vielmehr soll ein ausgewogener Überblick über das Thema aus heutiger Sicht gegeben werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Qualitätsmanagement
2.1. Qualitätsbegriff
2.2. Gründe für die Einführung
2.3. Voraussetzungen für eine Zertifizierung
2.3.1 Verantwortung des Managements
2.3.2 Partizipation und Motivation der Mitarbeiter
2.3.3 Neuer Umgang mit Fehlern
3. Zertifizierungskonzepte im Krankenhaus
3.1. DIN EN ISO 9000:2000ff
3.1.1 Qualitätsmanagementsystem
3.1.2 Verantwortung der Leitung
3.1.3 Management von Ressourcen
3.1.4 Produktrealisierung
3.1.5 Messung Analyse und Verbesserung
3.2. Kooperation für Transparenz und Qualität im Krankenhaus (KTQ)
4. Total quality Management (TQM)
4.1. Malcolm Baldridge National Quality Award (MBNQA)
4.2. European Foundation for Quality Management (EFQM)
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und Implementierung von Qualitätsmanagementsystemen im Krankenhaussektor unter besonderer Berücksichtigung des gestiegenen Wettbewerbsdrucks durch DRG-Einführungen und den Bedarf an Zertifizierungen.
- Grundlagen des Qualitätsmanagements im Gesundheitswesen
- Notwendigkeit und Voraussetzungen für Zertifizierungsprozesse
- Vergleich zwischen DIN EN ISO 9000 und KTQ-Verfahren
- Einführung in die Philosophie des Total Quality Management (TQM)
- Analyse internationaler Exzellenzmodelle (MBNQA und EFQM)
Auszug aus dem Buch
2.3.3 Neuer Umgang mit Fehlern
Ein Qm-System dient primär der Fehlervermeidung und dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Im Qm-Handbuch werden alle Qualitätsrelevanten Prozesse in Form von Prozess- oder Verfahrensanweisungen so festgehalten, wie sie im Optimalfall, der zum Regelfall werden soll, ablaufen müssen. Jede Abweichung von diesen Verfahrensanweisungen muss erfasst und untersucht werden. Eine Abweichung von diesen Standards bedeutet einen Fehler; eine Nicht-Übereinstimmung des Ist- mit dem Soll-Zustand.
Besonders im Krankenhaus, wo der Faktor Mensch eine besonders wichtige Roll spielt, besteht ein großes Fehlerpotential. Die Mitarbeiter dahingehend zu motivieren, ihre Fehler einzugestehen und zu melden und so zum kontinuierlichen Verbesserungsprozess beizutragen, ist eine schwierige, aber sehr wichtige Aufgabe. Es muss klar gemacht werden, dass sich Fehler nicht immer vermeiden lassen und dass sie eine Chance darstellen können, um sie in Zukunft zu vermeiden
Mit dem Kreislauf der kontinuierlichen Verbesserung14 soll sichergestellt werden, dass die Erfüllung der einmal getroffenen Qualitätsstandards oberstes Ziel ist. Die aus diesem Prozess hervorgehenden Verbesserungen müssen ständig überprüft und hinterfragt werden.
Der kontinuierliche Verbesserungsprozess besteht aus vier Stufen, er wird auch PDCA-Zyklus genannt15
Plan: Identifikation von Problemursachen und deren Priorisierung. Festlegung von Zielen
Do: Maßnahmenkatalog und Umsetzung der Lösungen
Check: Soll- Ist-Vergleich (Kontrolle). Hat die Umsetzung funktioniert; wurden die erwarteten Ergebnisse erfüllt?
Act: Anpassung und Verbesserung
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung von Qualität im Krankenhauswesen aufgrund von Wettbewerbsdruck und gesetzlichen Anforderungen.
2. Qualitätsmanagement: Dieses Kapitel definiert den Qualitätsbegriff und erläutert die betriebswirtschaftlichen sowie gesetzlichen Gründe für die Implementierung eines Qualitätsmanagementsystems.
3. Zertifizierungskonzepte im Krankenhaus: Hier werden die beiden gängigen Zertifizierungswege DIN EN ISO 9000 und KTQ hinsichtlich ihrer Anforderungen und spezifischen Ausrichtung analysiert.
4. Total quality Management (TQM): Das letzte Kapitel stellt das ganzheitliche TQM-Konzept als Philosophie vor und erläutert die Anlehnungsmodelle MBNQA und EFQM.
Schlüsselwörter
Qualitätsmanagement, Total Quality Management, Krankenhaus, Zertifizierung, DIN EN ISO 9000, KTQ, Prozessmanagement, Fehlervermeidung, PDCA-Zyklus, Patientenorientierung, Wettbewerb, MBNQA, EFQM, Qualitätssicherung, Krankenhausmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Studienarbeit thematisiert die Notwendigkeit und Umsetzung von Qualitätsmanagementsystemen im Krankenhausbetrieb unter sich wandelnden Rahmenbedingungen.
Welche zentralen Themenfelder deckt das Dokument ab?
Die Themen umfassen die Definition von Qualität, Zertifizierungskriterien, die Rolle der Mitarbeiter, sowie die Differenzierung zwischen klassischen QM-Systemen und ganzheitlichen TQM-Ansätzen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen fundierten Überblick über Zertifizierungsmodelle und die organisatorische Einbettung von Qualitätsmanagement in Krankenhäusern zu geben.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung bestehender Management-Konzepte und dem Vergleich einschlägiger Qualitätsnormen sowie Zertifizierungsleitfäden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zertifizierung (wie Managementverantwortung und Mitarbeitermotivation) und vergleicht die Standards DIN EN ISO 9000 sowie KTQ.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Qualitätsmanagement, Zertifizierung, Prozessoptimierung, TQM, DIN-Normen und Patientenorientierung.
Warum ist das KTQ-Verfahren für Krankenhäuser besonders relevant?
Im Gegensatz zur branchenunabhängigen DIN ISO Norm ist das KTQ-Verfahren speziell auf die Bedürfnisse und Strukturen von Gesundheitseinrichtungen zugeschnitten.
Welche Bedeutung hat die Zehnerregel im Kontext von Qualitätsfehlern?
Die Zehnerregel verdeutlicht, dass die Kosten für die Fehlerbehebung mit jedem Stadium, in dem der Fehler unentdeckt bleibt, um den Faktor zehn steigen.
Wie unterscheidet sich TQM von einem rein technischen Qualitätsmanagementsystem?
TQM wird als umfassende Unternehmensphilosophie verstanden, die weit über rein prozessorientierte Anforderungen hinausgeht und die gesamte Unternehmenskultur nachhaltig verändern möchte.
- Citation du texte
- Dipl. Betriebswirt(BA) Stefan Roser (Auteur), 2006, Qualitätsmanagement und Total Quality Management im Krankenhaus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93199