"Les Mémoires de deux Jeunes Mariées" und "Béatrix" als Paradigmen für Balzacs Frauenbild


Magisterarbeit, 1995

118 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorabbemerkung

Gegenstand, Methode und Ziel der Arbeit

I.1) Die Lage der Frau im Frankreich der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
a) Die moralische Mädchenerziehung
b) Die intellektuelle Mädchenerziehung
c) Die praktische Erziehung

2) Die Frau und die Ehe in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach dem Code Civil in Frankreich
- Die Macht des Ehemannes über die in der Ehe geborenen Kinder
- Die Trennung von Tisch und Bett, bzw. Scheidung der Ehe nach dem Code Civil und ihre grausame Folge für die Frau

II. "Les Mémoires de deux Jeunes Mariées" und "Béatrix" als Paradigmen für Balzacs Frauenbild

1) Zwei Romane Balzacs und ihr innerer Zusammenhang
a) Zum Inhalt des Romans "Les Mémoires de deux Jeunes Mariées "
b) Zum Inhalt des Romans "Béatrix"
c) Zum inneren Zusammenhang der beiden Balzacschen Romane

2) Balzacs Bild der Frau in "Les Mémoires de deux Jeunes Mariées"
a) Das allgemeine Frauenideal Balzacs und seine Sicht der desillusionierenden Wirklichkeit
b) Die zwei gegensätzlichen Lebensentwürfe der beiden Frauen und ihr Hintergrund
c) Die Klimatheorie: Weiterer wichtiger Ansatzpunkt zur Erklärung von Balzacs Frauensicht
d) Die Religion als Lösung des Widerspruchs Individualität und Kollektivität

3) Balzacs Frauenbilder in "Béatrix"- Die Frau zwischen Kupplerin, Künstlerin und Kurtisane
a) Fanny de Guenic - die Balzacsche Darstellung der idealen Mutter?
b) Camille Maupin oder Félicité des Touches - zwischen Künstlertum und Frauenexistenz
c) Zwischen Kurtisane und Femme abandonnée - Béatrix de Rochefide und ihre Rivalinnen
d) Die Rolle der Kurtisane Mme Schontz im Gegensatz zu den alten Jungfern Jacqueline de Pen-Hoël und Zéphirine du Guenic
e) Kurze Zusammenfassung

III. Schlußbemerkung

Literaturverzeichnis

Vorabbemerkung

An dieser Stelle soll eine Anmerkung zum Balzacschen Gebrauch des Begriffs 'amour-passion' erfolgen, wie er m.E. sowohl in "Les mémoires de deux jeunes mariées" und "Beatrix" verwendet wird. Balzac selbst gesteht in anderem Kontext, daß eine Unterscheidung dieser Begriffe schwierig ist und nicht immer gelingt:

"L'amour et la passion sont deux différents état de l'âme que les poètes et gens du monde, philosophes et niais confondent continuellement."^ Gemäß dieser Erkenntnis verwendet Balzac in beiden Romanen die Zusammensetzung der beiden Begriffe und grenzt sie nicht explizit voneinander ab.

Erklärung der Abkürzungen:

MJM - Mémoires de deux Jeunes Mariées

Gegenstand, Methode und Ziel der Arbeit

In meiner Auseinandersetzung mit Balzacs Frauenbild in den beiden Romanen "Les Mémoires de deux Jeunes Mariées" und "Béatrix" halte ich es für sinnvoll, zunächst eine Definition des Begriffs "Frauenbild" auf allgemeiner und literarischer Basis zu geben. Hierbei beziehe ich mich insbesondere auf Uwe Dethloffs Buch "Die literarische Demontage des bürgerlichen Patriarchalismus - Zur Entwicklung des Weiblichkeitsbildes im französischen Roman des 19. Jahrhunderts", das unter anderem eine umfassende Analyse dieses vielschichtigen Begriffs enthält. Ich möchte einige seiner für das 19. Jahrhundert wichtigen Aussagen vom 18. Jahrhundert bis heute anführen, um die Komplexität des Themas zu verdeutlichen.

Dethloff stellt zunächst fest, daß es nicht nur ein Frauenbild gibt, sondern "konkurrierende Systeme von der imaginierten Weiblichkeit in der Literatur auf der einen Seite, und von der sozialgeschichtlichen Situation der Frau in der historischen Realität auf der anderen".1

Im 19. Jahrhundert wurde diese Unterscheidung so nicht getroffen. Man griff laut Dethloff unter anderem auf Pierre Roussels 1775 in Paris erschienene Buch zurück, in dem er argumentiert, die Frau besitze ein kleineres Gehirn als der Mann und sei von ihrer Gesamtkonstitution her "infirme".2 Ihre soziale Rolle sei dreigeteilt: Ehefrau, Hausfrau, Mutter.3

Eine Wissenschaftlerin unserer Zeit, Thérèse Moreau, hebt den männlichen Einfluß bei der Kreation des literarischen Frauenbildes im 19. Jahrhunderts hervor:

"II existe une 'bonne' image de la femme créée par le mouvement romantique et masculiniste (en France). L'héroi'ne romantique est pâle, vierge, évanescente, eile se languit, se meurt d'amour; mère eile est chaste, ignorante, humble servante de son mari et de ses enfants. Toutes deux subissent le mème sort: la mort sociale; elles vivent pour et par les hommes tout autant que les Nanas et dames aux Camélias.M Beugt die Frau sich jedoch nicht unter das männliche Joch^ so ist sie wie im Altertum die Quelle allen Übels:

"Mais quand eile ne plie pas sous le joug masculin, cette douce et fragile créature se transforme en goule responsable de tous les maux personnels et sociaux de l'homme. "4 5

Dethloff sieht seinerseits die Entstehung der literarischen Frauenbilder vor "dem Hintergrund von sozialen Normen, denen sie in einer gegebenen historischen Epoche unterliegen. Sie beziehen zum einen ihren literaturhistorischen Zuschnitt von den dominanten weiblichen Sozialisationsformen, zum anderen reflektieren sie die Wertvorstellungen und Leitbilder, innerhalb derer die Frau denkt, fühlt und handelt, ihre individuelle und gesellschaftliche Bestimmung sucht, oder mit denen sie aufgrund störender Einwirkungen und systeminhärenter Mißstände in Konflikt gerät. Das übergeordnete Bezugssystem ist im 19. Jahrhundert, wie schon zuvor, das patriarchalisch organisierte Gesellschaftsmodell, das sich im übrigen erst in moderner Zeit zu einem Modell der Partnerschaft zu wandeln beginnt. "6

Uwe Dethloff stellt drei Forschungsansätze zur Definition von Weiblichkeitsbildern heraus:

1. Ein zentraler feministischer Ansatz ist auf die Untersuchung der von Männern imaginierten Bilder der Weiblichkeit und ihrer ideologischen Funktion gerichtet.
2. Ein zweiter psychologisch-ideologiekritischer Ansatz besteht in der Untersuchung der psychischen Mechanismen, "aufgrund derer die Männer zur Ausbildung von Wunschbildern des Weiblichen getrieben werden"7, die auf der einen Seite zu erotisierten, auf der anderen Seite zur entsexualisierten Frau neigen. Ziel der Untersuchung ist hier der Nachweis "inwiefern solche ... Vorstellungen im Sinne einer Abwehrhaltung gegen die vom Weiblichen ausgehende Bedrohung des männlichen Herrschaftsprivilegs zu deuten sind. “8 9
3. Ein dritter, literatursoziologischer Ansatz geht davon aus, "daß das literarische Bild der Frau in mehr oder weniger enger Korrelation zu dem faktischen weiblichen Rollenbild in einem gegebenen Gesellschaftssystem gesehen werden kann.'® Somit wird bei diesem Ansatz von der konkreten sozialen Realität und von den "gesellschaftlichen Zwangen der Zeit her interpretiert".10

Diese drei Forschungsrichtungen finden auch in der Bearbeitung der Balzacschen Frauenbilder ihre Anwendung. Unter den Wissenschaftlern, die die ersten beiden Forschungsrichtungen vertreten, sind Marie Henriette Faillie mit der Untersuchung zu Balzacs "Physiologie du mariage" sowie Gislinde Seybert mit ihrer Analyse von Balzacs Frauenbild hervorzuheben. Die dritte Forschungsrichtung wird unter anderem von Uwe Dethloff und im weitesten Sinne von Max Andreoli vertreten. Da mir der literatursoziologische Ansatz am sinnvollsten erscheint, in dem Versuch, der Komplexität des Themas gerecht zu werden, gehe ich von dieser Methode aus. Mit ihr kann ich mich auf Balzac selbst beziehen, der in seinem Werk Frauentypen aufführt, deren Darstellung von großer Kenntnis der Frau in ihrer Umwelt zeugt, wie Th. Gautier, ein Freund Balzacs, in einem vielzitierten Satz, in dem er den "odor di femina" beschwört, bestätigt:

"Dans l'oeuvre de Balzac il y a com me une odeur de femme; ... quand on y entre, on entend derrière les portes qui se referment sur les marches de l'escalier dérobé, des frou-frou de soie et des craquements de bottines. "11

Vor dem Hintergrund dieser die Frauen betreffenden Cha­rakterisierung erhellt Balzac die Lebensentwürfe von Frauen, durch welche er die Wechselwirkung von individueller Verhaltensweise zu den Gegebenheiten ihrer Umwelt und umgekehrt den Einfluß von Umwelt und Gesellschaft auf das Individuum schildert und auf diese Weise "Typen" kreiert. Der Begriff des Typus bedarf der näheren Erklärung. Unter der Menge der Wissenschaftler, die sich mit diesem Thema in Balzacs Werk beschäftigt haben, möchte ich nur die mir wesentlich erscheinende Definition herausgreifen, die besagt:

"In bezug auf Personen bedeutet Typ echter, weil mustergültiger Repräsentant einer ganzen, mehr oder weniger zahlreichen Gruppe von Menschen."12

Man könnte ergänzen: die sich durch ein bestimmtes, allen gleiches Merkmal, sei es Verhaltensweise oder Charakter o.ä. auszeichnen.

Balzac erkennt gleichwohl die Schwierigkeit, die in der Schöpfung des Typus liegt. Sein Bemühen ist es, die Wahrheit der Natur durch die Literatur mit Hilfe des Typus auszudrücken, die er als 'die komplizierteste aller Künste[1] versteht. Dafür sei der Kunstgriff der Verbindung aller Ebenen notwendig, wie er in einem Brief an Mme Hanska schreibt:

"Ainsi, partout j'aurai donné la vie - au type, en l'individualisant, â l'individu en le typisant. J'aurai donné de la pensée au fragment, j'aurai donné â la pensée la vie de l'individu. "13

Um einer fiktiven Person Leben einzuhauchen, ist Balzac, als Meister der Beschreibung, also um Wahrheit in allen auf die Person einwirkenden Umstände des sogenannten "natürlichen Milieus"14 bemüht. Die Folge dieses "Detailrealismus"15 ist die Erfassung des Zeittypischen im Roman als vrai littéraire, das in Verbindung mit der literarischen Gestaltung der in allen Epochen gleichen Leidenschaften, als vrai éternel, die typisch Balzacsche Lebensechtheit der literarischen Personen bewirkt. Auch die von Balzac dargestellten Frauen, die das vielbehandelte Thema von Literaturwissenschaftlern sind, sind bei Balzac in Typen eingeteilt. Die Bezeichnung der Frauentypen erlaubt Rückschlüsse auf deren Lebenssituation in der Romantik:

Allein in der Kategorie der unglücklich verheirateten Frau (la femme malmariée) faßt Balzac sechs verschiedene Frauentypen zusammen: "Die Frau von dreißig Jahren", "Die Ehebrecherin", "Die schuldig gewordene Mutter", "Die überlegene Frau" oder "Der Blaustrumpf' und "Die emanzipierte Frau"16 In meiner Arbeit möchte ich mich auf die zwei Romane "Les Mémoires de deux Jeunes Mariées" und "Béatrix" beschränken Von der Sekundärliteratru stütze ich mich bei erstgenanntem Roman insbesondere auf M. Andreolis umfassende Interpretation mit dem Titel "Un Roman Epistolaire: Les 'Mémoires de deux Jeunes Mariées'", auf Thierry Bodins Beschreibung der Genese des Romans unter dem Titel "De 'Soeur Marie des Anges' aux 'Mémoires de deux Jeunes Mariées'". Des weiteren beziehe ich mich auf Gislinde Seyberts literatursoziologische und psychoanalytische Untersuchung mit dem Titel "Die mißglückte Emanzipation. Zu Honoré de Balzacs 'Mémoires de deux Jeunes Mariées'" sowie auf Arlette Michels Betrachtung des Romans mit dem Titel "Balzac juge du Féminisme - Des 'Mémoires de deux Jeunes Mariées' â 'Honorine'".

Für die Beschreibung der Frauengestalten im zweiten Roman "Béatrix" beziehe ich insbesondere folgende Arbeiten mit ein:

Nicole Mozet mit ihrem Aufsatz zu Camille Maupin unter dem Titel "Féminité et pouvoir après 1830 - Le cas étrange de Félicité des Touches", Christopher A. Prendergast mit seiner Untersuchung zu Mme du Guenic: "Fonction et Personnage - Réflexions sur Mme du Guenic", und Madeleine Fargeaud mit ihrer Interpretation "Une Lecture de Béatrix".

Bei dem Untersuchungsgegenstand meiner Arbeit, der das Balzacsche Frauenbild in den genannten Romanen ist, gehe ich von einer möglichst genauen Analyse des Textes aus; gleichzeitig bin ich bemüht, auch den zeitgeschichtlichen Hintergrund mit einzubeziehen.

In beiden Romanen spielen die unterschiedlichen Lebensentwürfe der Frauengestalten eine Rolle, die miteinander verglichen, als Ziel der Untersuchung ein klares Erkennen der Sicht Balzacs auf seine poeti­schen Frauenpersonen gestatten.

Im einzelnen analysiere ich in Balzacs "Mémoires de deux Jeunes Mariées" zuerst das allgemeine Frauenideal Balzacs und die desillusionierende Wirklichkeit sowie dann die zwei gegensätzlichen Lebensentwürfe der beiden Frauen a) Louise und b) Renée, deren Hintergrund a) der romantische oder literarische Feminismus, und b) der bürgerliche Feminismus mit seinem jeweils unterschiedlichen Literaturbezug vor dem Hintergrund des jeweiligen Milieus ist. Des weiteren werde ich auf die Rolle der Religion und auf die für die Balzacsche Frauengestaltung wichtige Klimatheorie eingehen.

In "Béatrix" stehen die verschiedenen Frauenbilder Balzacs in engem Zusammenhang mit dem komplizierten Beziehungsgeflecht der drei Hauptfiguren Camille Maupin - Calyste - Béatrix, mit ihren unterschiedlichen Lebensentwürfen, die sowohl von der individuellen Bildung der Personen als auch von ihrer differierenden Umwelt ge­prägt sind. Das gleiche gilt für die anderen, mit Calyste in Verbindung stehenden weiblichen Personen, wie seine Mutter Fanny du Guenic, seine Ehefrau Sabine du Guenic und Charlotte de Kergarouët als abgewiesene Ehekandidatin.

I. 1) Die Lage der Frau in Frankreich in ^fer ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts

Um die Sicht Balzacs auf die Frauen in den beiden im Titel genannten Romanen verstehen zu können, ist es unerläßlich, Hintergrundinformationen über die Situation der Frau in Frankreich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu besitzen. Aus diesem Grund soll hier in kurzer Form die moralische, intellektuelle und praktische Erziehung der Mädchen sowie das unterschiedliche Eherecht von Mann und Frau in dieser Zeit in Frankreich dargestellt werden.17

Es ist wichtig zu wissen, daß Balzac in seiner "Physiologie du manage" (1829) sowohl Bäuerinnen als auch Arbeiterinnen und Händlerinnen von dem "genre femme"18 ausschließt. Doch in seinem Vorwort zur "Comédie humaine", das 1842 erschien und 1846 in "La Presse" mit einigen Änderungen nachgedruckt wurde, modifiziert er seine Meinung:

"La femme d'un marchand est quelquefois digne d'etre celle d'un prince; et souvent celle d'un prince ne vaut pas celle d'un artiste. L'Etat Social a des ha- sards que ne se permet pas la Nature, car il est la Nature plus la Société. "19

Dennoch sind für die beiden Romane hier nur die oberen Klassen der Gesellschaft, vom Großbürgertum bis zur Aristokratie, relevant.

1a) Die moralische Mädchenerziehung

An Mädchenbildung bestand staatlicherseits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Frankreich kein Interesse. Es existierten zwar Primarschulen für Mädchen, die aber gesetzlich nicht vor 1850 erwähnt wurden. Höhere Schulen und die allgemeine Schulpflicht auch für Mädchen, wurden erst nach 1880 eingeführt.20

Allgemein war die intellektuelle Mädchenbildung Frankreichs in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts weitaus weniger solide als die Jungenbildung.21 Natürlich existierten schichtenspezifische Unterschiede: Die Bildung eines reichen oder adligen Mädchens war wesentlich schöngeistiger als die eines einfachen bürgerlichen Mädchens: Abgesehen von traditioneller Handarbeit bestand sie in Sprachen wie Englisch, Italienisch, Musik, Zeichnen usw. Diese Bildung sollte als Vorbereitung der jungen Mädchen auf ihre zukünftige soziale Rolle als Ehefrau und Mutter dienen. Dafür war Individualität hinderlich. Deshalb wurde großen Wert auf einheitliche "moralische Erziehung"22, bzw. "Charakterbildung" der jungen Mädchen gelegt.

Zunächst spiefte die Religion eine wichtigere Rolle in der Mädchenerziehung als in der Knabenbildung. Den Grund dafür erfährt man aus dem Traktat einer berühmten damaligen Mädchenerzieherin, Mme Campan, im napoleonischen Frankreich: Sie beschreibt die männlichen Bedürfnisse und ihre Sicht der Ehefrauen im Jahre 1824:

"Les hommes sont convaincus, la plupart, que la fragilité de notre sexe a besoin dün guide evident et constant et qu'il n'appartient qu'â eux de confier leurs principes et leur destinée aux seules lumières de la morale. Ils aiment ä trouver, dans les sentiments religieux de leurs femmes, une garantie pour les autres sentiments auxquels leur tendresse et leur amour propre attachent le plus haut intérét"23.

Doch es gab auch andere Stimmen: Diese zweckbezogene Ausnutzung der Religion wurde von einer zweiten Erzieherin, Mme Necker de Saussure kritisiert, die in ihren Ansichten zur Frauenbildung für damalige Zeiten progressiv war und eine wirklich intellektuelle und solide Bildung für Frauen forderte.24

Ein zweites "Bildungsziel des Charakters", der ganz im Dienste des Mannes und der Ehe stehen sollte, war, die Verträglichkeit, bzw. Willfährigkeit der Frau dem Ehemann gegenüber, wie eine dritte in traditioneller Richtung denkende Erzieherin, Mme Guizot 1826 ausführt:

"Un homme a toujours besoin, que celle qu'il a choisie s'accommode â lui plus qu'il ne pourra jamais s'accommoder â eile."25

Eine dritte Forderung der Gesellschaft, bzw. der Männer, bestand darin, daß die heiratsfähigen Frauen "Jungfräulichkeit des Körpers, des Herzens und des Geistes"26 besitzen sollten. Diese sogenannte Reinheit erforderte die "Realitäten des Lebens"27, wie verschiedenste Leidenschaften und Interessen (das große Thema Balzacs) nicht zu kennen.

Dieses Ziel war nur durch regelrechte Überwachung der jungen Mädchen zu erreichen: Man unterwarf ihre Lektüre der strengsten Zensur, so daß alle Zeitungen und die meisten Bücher vorgeschrieben waren. Dienstboten, Freunde der Familie, und sogar der Beichtvater wurden so überwacht und waren so instruiert, daß kein einziges Wort, was oben genannte "Realitäten" betraf, diese "précieuse pureté"28 beschmutzen konnte.

Der Zweck, der damit erreicht werden sollte, war, daß der Ehemann seine junge Frau nach seinen Maßstäben für das Eheleben bilden und erziehen konnte. Auf diese Weise sollte das eheliche Zusammenleben erleichtert werden. In Wirklichkeit wurde das Gegenteil erreicht: Durch fehlende Aufklärung über Liebe und Eheleben und mangelnde Möglichkeit, aufgrund der Sitten, einen Mann vor der Ehe kennenzulernen (diese Dinge bemängelt auch Balzac in seiner "Physiologie du mariage") wurde die Hochzeitsnacht zu einer gleichermaßen schrecklichen wie demütigenden Erfahrung für die junge Frau. Schon allein die Art der Eheschließung, sie erfolgte zwischen den beiden Familien des Brautpaares aufgrund praktischer und ökonomischer Erwägungen über deren Köpfe hinweg, ließ auf die Art der Ehe schließen: Sie war dann eine Vernunftheirat, ohne die dazu notwendigen Gefühle des Individuums wie Liebe etc. zu berücksichtigen. Damit verlief die Mehrzahl der Ehen dann schon in voraussehbar unglücklichen Bahnen: Der Ehebruch war an der Ta­gesordnung.

In engem Zusammenhang mit dieser moralischen Charakterbildung verlief die intellektuelle Frauenbildung, die ebenfalls von Sorge um die Reinheit und Unberührtheit der Frauen, bzw. Mädchen getragen war.

1b) Die intellektuelle Mächenerziehung

"Du temps de Balzac, il faut bien le dire, le bagage intellectuel de la Jeune fille la plus brillamment instruite était somme toute assez légère. "29, so Kristina Wingard. Die Fächer, die in den damaligen Bildungsorten für Mädchen wie Klöster, Pensionate oder in den eigenen Familien durch Hauslehrer vermittelt wurden, waren folgende: etwas Grammatik, Orthographie, sehr wenig Mathematik, viel Geographie, ein wenige Geschichte, viel Biblische Geschichte, ein wenig Literatur und als letzte Vervollkommnung Englisch und vielleicht ein wenig Italienisch. Diese Fächer gehörten allerdings schon zur Bildung der weiblichen aristokratischen Oberschicht und des Großbürgertums. Die jungen Mädchen oder Frauen des Kleinbürgertums mußten mit Grammatik, Orthographie, ein wenig Mathematik und viel Biblischer Geschichte vorliebnehmen

Es gibt verschiedene Gründe, warum der Umfang der Frauenbildung im Gegensatz zur Männerbildung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Frankreich so gering war:

1) Die Zeit der Ausbildung für die jungen Frauen war durch die Heirat auf das Alter zwischen 16-18 Jahren beschränkt.
2) Die Frauen durften nicht als "gelehrt" auffallen oder sich durch große Kenntnisse und Talente bemerkbar machen, weil sie keine Karriere anstreben, sondern Ehefrau und Mutter werden sollten.
3) Man fürchtete, daß die Frauen, wenn sie erst mehr Kenntnisse besäßen, sich nicht mehr so leicht ihrem Ehemann unterwerfen würden

Die Folge dieser Art von Bildung war, daß die Frauen sich in den traditionellen Domänen der Männer wie Philosophie, Naturwissenschaften, Jura und Staatswissenschaft nicht auskannten. Das bewirkte, daß Frauen und Männer in der damaligen Zeit in zwei verschiedenen Welten lebten, die nur sehr wenig intellektuelle Ver­bindungspunkte bot, was das Zusammenleben in gewisser Hinsicht zwar erleichterte: Die Frau schloß sich, wenn es um diese Dinge ging, der Meinung des Mannes an. Da sie ihm aber nicht folgen konnte, harmonierten Mann und Frau nicht nur auf körperlicher Ebene durch mangelnde Aufklärung nicht, sondern blieben auch auf der intel­lektuellen Ebene getrennt. Das erschwerte das Zusammenleben dann.30

Aber nicht nur auf der intellektuellen und moralischen Ebene waren die Frauen benachteiligt, sondern auch die "praktische Erziehung"31 genügte oft nicht den Anforderungen, die an die wirtschaftlichen Kenntnisse von Hausvorsteherinnen mit dem dazugehörigen Dienstpersonal und an Hausmütter mit einer ganzen Kinderschar gestellt wurden.

1c) Die praktische Erziehung

Diese mangelnden Kenntnisse und Unterweisung der jungen Frau bekräftigt Mme Rémusat, eine Schriftstellerin mit feministischer Tendenz, in einem 1824 von ihrem Sohn veröffentlichten Essay und fordert Abhilfe:

"Presque toutes les femmes du monde ignorent absolument les affaires; elles ne s'en font aucun souci, et cependant, com me veuves, com me mères de famille, ce genre d'instruction leur serait souvent nécessaire (...). La femme ne sait guère jamais quelle dot réelle eile apporte. Elle entre dans la communauté de la dépense en ignorant celle des ressources. ( ... ) Je voudrais que des conversations avec un notaire entrâssent dans l'éducation des filles; on leur donne assurément des maltres moins utiles que celui-la.,l[32]

Die oben erwähnte Erzieherin Mme Guizot dagegen verschönt dieses klare Bild der Benachteiligung der Frau durch eine Schilderung der scheinbar sorglosen Situation einer Frau aus guter Familie:

"Partout notre faiblesse trouvera des secours, notre timidité des égards. Les chemins nous seront généralement aplanis, et hors de la classe qui gagne sa subsistance par le travail de ses mains et â la sueur de son front, ou des temps de bouleversement qui confondent toutes les classes, peu de femmes auront eu, une fois en leur vie, â lütter contre les difficultés materielles du monde extérieur. "32 33

In dieser Zeit, in der ihre soziale Rolle klar als die der Ehefrau und Mutter definiert war, war es für die Frau also unbedingt notwendig zu heiraten, um eine "identité sociale"34 zu erhalten. Genauer gesagt war es überlebensnotwendig für die Frauen der Oberschicht, denn Frauenarbeit gab es hier nur in Ausnahmefällen. Doch sah das Eherecht im Frankreich des 19. Jahrhunderts, das Napoleon I. im "Code Civil" 1804 festschrieb, für Mann und Frau eine unterschiedliche Behandlung vor. Das früheste Alter zur Eheschließung für Frauen war 15, für Männer 18 Jahre. Jedoch war die elterliche Erlaubnis zur Eheschließung für die Frau bis zum 21., für den Mann bis zum 25. Lebensjahr unerläßlich. Im Falle von Unstimmigkeit der Eltern genügte die Erlaubnis des Vaters.

2) Die Frau und die Ehe in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach dem Code Civil in Frankreich

Wie bereits angedeutet, war es für die jungen Frauen im Alter zwischen 17 und 20 Jahren unerläßlich "de trouver â se marier"35, um das Ehevermögen wurde durch die Revolution eingeschränkt: Von nun an durfte der Ehemann das gemeinsame Vermögen nur in Übereinstimmung mit der Ehefrau verwalten. Diese Rechte enthielten erstens ein Eigentor: Bestand doch der erste Teil des Artikels 10 der Erklärung der Frauenrechte für das aktive und passive Wahlrecht in:36 37 38

"La femme a le droit de monter ä l'echafaud".39

Diesem dann weidlich ausgenutzten Teilrecht fiel auch Olympe de Gouge zum Opfer (1793/94). Zweitens wurden sie durch den Code Civil wieder zurückgenommen:

Aus Napoleons Sicht der Frau und der Familie, die für diese Zeit unter den Männern typisch war, der auch Balzac, ein Bewunderer Napoleons, anhing, ergaben sich die strengen und für die Frau wenig vorteilhaften Gesetze des Eherechts im Code Civil von 1804. Napoleon ließ im späteren Artikel 213 des Code Civil wiederum den unbedingten Gehorsam der Ehefrau gegenüber dem Ehemann festschreiben, der ihr als Gegenleistung Schutz bieten mußte:

"Le mart doit protection â sa femme; la femme obéissance â son mari".40

Wegen der Bedeutung von Napoleons Ansichten für seine Zeit, sollen hier kurz die Hintergründe beschrieben werden, die dann schließlich zu den entsprechenden Gesetzen im Code Civil führten. Napoleon hatte unter dem Directoire in Frankreich (1795-1799) die sittlichen Ausschweifungen der Frauenwelt mitbekommen und darauf durch dieses Gesetz reagiert. (So war zum Beispiel eine Freundin Josephines, der Frau Napoleons, Mme Hamelin, nach dem Motto: Wehe, wenn sie losgelassen!, barbusig über die Pariser Boulevards geschlendert.41 ) Außerdem war Napoleon von den revolutionären Ambitionen der Frauen geschockt und betont: "Die Gesellschaft wäre auseinandergebrochen, wenn sich die Frauen aus ihrer Abhängigkeit, in die sie gehören, befreit hätten ... Das eine Geschlecht muß dem anderen unterworfen sein."42 Aber auch aus praktischen Erwägungen heraus wurde dieses Gesetz erlassen: Man glaubte, daß ohne einen festgesetzten "Chef das Eheleben nicht funktionieren könne."43 44

Den Grund für Napoleons Geringschätzung der Frauen beschreibt Mme Rémusat, eine Zeitgenossin Napoleons in ihren "Mémoires":

"Napoleon hat in Italien die vollständige Auflösung der Sitten, die durch die Anwesenheit der Armee noch beschleunigt wurde, erlebt. Als er nach Frankreich zurückkam, fand er eine verkommene Gesellschaft vor. Der korrupte Einfluß, dem das Direktorium ausgeliefert war, die eingebildeten, frivolen Frauen der Geschäftsleute: solche Pariserinnen lernte er ausschließlich kennen.[1],[44]

Bonaparte aber wollte die Frauen als Seelen der Familien, die für die guten Sitten verantwortlich waren, betrachten. Die Familien waren für ihn "Bausteine des Staates"45. Schon 1791 schrieb er: "Ohne gute Sitten gibt es keine Republik"46. So kann man schließen, daß dieses Gesetz in der Sorge um die guten Sitten entstanden ist, um derentwillen ein Ehemann befugt sein sollte, seine Frau zu einer "moralischen Haltung zu bewegen".47 Geprägt von dem Seitensprung seiner Frau Josephine mit dem Husarenlieutenant Hippolyte Charles während seines Italienfeldzuges (1796-1801/02) wurde unter Na­poleons Oberhoheit der Artikel 214 des Code Civil beschlossen:

"La femme est obligée d'habiter avec le mari et le suivre partout oü il juge â propos de résider: le mari est obligé de la reservoir, et de lui fournir tout ce qui est nécessaire pour les besoins de la vie, selon ses facultés et son état. "48

Daraus läßt sich nach einem damaligen Kommentator des Code Civil, Baron Locré de Roissy, ableiten: Wenn die Frau dem Mann nicht folgen wollte, geriet sie finanziell in eine äußerst schwierige Lage, denn der Ehemann konnte ihr den Unterhalt versagen.49 Später wurde das Gesetz noch so verschärft, daß sogar Gewaltanwendung zugelassen war, um die Frau an ihre Pflichten zu erinnern.50 Ebenso wurde der Ehefrau die Rechtsfähigkeit abgesprochen51: Sie durfte ohne Einwilligung des Ehemannes kein rechtliches Dokument unterschreiben und nicht vor einem Zivilgericht erscheinen. Ohne Zustimmung des Ehemannes war es ihr auch nicht möglich, ein wichtiges Geschenk oder eine Erbschaft zu geben oder anzunehmen52. Gegen unökonomische Spekulationen eines sorglosen Ehemannes, die ihre Mitgift in Gefahr brachten, hatte die betroffene Ehefrau nur eine unzureichende Handhabe. Mme Romieu, eine Schriftstellerin, die sich 1859 gegen die Frauenerziehung des 19. Jahrhunderts in Frankreich ausspricht, führt in ihrem Buch "La femme au XIXe siècle" aus:

"La loi donne ... â la femme le droit de s'opposer â la perte totale de sa propre fortune; mais il faut qu'it y ait eu auparavant un commencement d’exécution, c'est ä-dire que le mari a it déjä dissipé ou soit en voie de dissiper une portion de la dot de sa femme; eile peut empècher qu'on achève sa ruine: mais eile est impuissante â prévenirles premières dissipations. "53

- Die Macht des Ehemannes über die in der Ehe geborenen Kinder als zweiter wichtiger Punkt im Code Civil ließ diese implizit als Geiseln erscheinen. Während Artikel 371 und 372 des Code Napoléon noch die elterliche Macht gleichmäßig verteilen:

"L'enfant, â tout âge, doit hon neu r et respect â ses père et mere." - "II reste sous leur autorité jusqu'â sa majorité ou son émancipation", nimmt Artikel 273 das mütterliche Recht wieder zurücl- "Le père seul exerce cette autorité durant le mariage."

Dennoch sollte das Kind seiner Mutter Respekt zollen und mußte es die Einwilligung der Mutter zu seiner Heirat, bzw. zu seinem Ehepartner einholen, wie J. A. Rogron, ein Kommentator des Code Civil 1834 schreibt.54 Bei Streitigkeiten der Eltern über die Kindererziehung oder deren Heirat hatte die Meinung des Vaters Vorrang. Was die Kinder zu Geiseln machte, war jedoch Artikel 374:

"L'enfant ne peut quitter la maison paternelle sans la permission de son père, si ce n'est pour l'enrölement volontaire, apres l'âge de dix-huit ans révolus."

Dieser Artikel gestand es dem Vater zu, seiner Frau zu verbieten, die minderjährigen Kinder im Falle einer Trennung der Ehegatten mitzunehmen. So wurden die Kinder zu einem Machtmittel, durch das der Ehemann folglich die Ehefrau an das eheliche Haus fesseln konnte.55

Diese Regelung wirft ein Licht auf die Scheidungsgesetzgebung als dritten wichtigen Punkt des Code Civil. - Die Trennung von Tisch und Bett, bzw. Scheidung nach dem Code Civil und ihre grausame Folge für die Frau Von kirchlicher Seite wurde auch im 19. Jahrhundert in Frankreich eine Ehescheidung noch als Sakrileg betrachtet und nur die Annulierung der Ehe als legal angesehen. Daher legte die Kirche im Jahre 1816 auch großen Wert auf die Abschaffung der Ehescheidung, die jedoch von staatlicher Seite bis zum Jahre 1884 durch die "Trennung von Tisch und Bett" weitgehend ersetzt wurde. Diese entsprach dann bis auf wenige Ausnahmen gesetzlich der Ehescheidung.56 Zwischen 1803 und 1816 existierten auf Veranlassung Napoleons I. die Ehescheidung und die "Trennung von Tisch und Bett", die in dieser Zeit unterschiedliche Rechtszustände darstellten, im Code Civil parallel: Die persönliche Trennung, bei der die Frau den Namen des Mannes behalten durfte, sollte nur "für Gründe minderschwerer Art ... also für solche, die keine Scheidungsgründe darstellten"57 zulässig sein. Scheidungsgründe wurden im Code Civil festgelegt. Als einen der wichtigsten Scheidungsgründe wurde von Napoleon der Ehebruch akzeptiert Artikel 229 des Code Civil besagt:

"Le mari peut demander la divorce pour cause d'adultère de sa femme, alors que la femme ne peut demander le divorce pour cause d'adultère de son mari que si ce dernier a »tenu sa concubine dans la maison commune« (art. 230) "58 Die Ungleichheit der Bestrafung von Mann und Frau, was den Ehebruch anbelangt, liefert den Grund für die literarische Verarbeitung dieses Themas vieler Autoren des 19. Jahrhunderts. Der Ehebruch der Frau, der tatsächlich aus den in Kapitel I. dargestellten Gründen recht häufig war, wurde weit härter bestraft als der des Mannes, der nicht weniger häufig als Kavaliersdelikt mit einer Geldstrafte geahndet wurde, und so keinen Stoff für dramatische Verarbeitung bot: Artikel 337 des Code Pénal besagt:

"La femme convaincue d'adultère subira la peine de l'emprisonnement pendant trois mois au moins et deux ans au plus. Le mari restera le maltre d'arréter l'effet de cette condamnation, en consentant â reprendre sa femme. "59

Zum Vergleich sei hier Artikel 339 des Code Pénal angeführt:

"Le mari qui aura entretenu une concubine dans la maison conjugale, et qui aura été convaincu sur la plainte de sa femme, sera puni d'une amende de cent francs â deux mille francs. "60

Ein Ehemann, der seine Frau außerhalb des gemeinsamen Hauses betrog, war also nach dem Gesetz unschuldig. Während der Ehemann mit einer Geldstrafe davonkam, wenn er von seiner Gattin 'in flagranti’ "erwischt" wurde, wurde sogar der Mord, den er (möglicherweise im Affekt) an seiner Gattin und ihrem Liebhaber 'in flagranti’ begehen könnte, entschuldigt: 7e meurtre commis par l'époux sur son épouse, ainsi que sur le complice, ä l'instant oü il les surprend en flagrant délit dans la maison conjugate est excusable"61 62.

Eine gleiche gesetzliche Entschuldigung der Handlung im Affekt für die Frau besteht nicht.

Die Gründe für diese grausame Ungleichbehandlung von Mann und Frau sind auch hier in der Sorge um die Familie als Bausteine des Staates zu sehen: Der Ehebruch der Frau brächte uneheliche Kinder in die Familie, die eine Gefahr für die Familie und ihr Vermögen darstellten. Darüber hinaus erschien es unpassend, daß es der Frau möglich sein sollte, ihren Mann einsperren zu lassen und damit der Familie ihr rechtmäßiges Oberhaupt zu rauben, wie der Kommentator des Code Civil. J.-A. Rogron, betont: "il a paru inconvenant que la femme pQt emprisonner celui auquel eile doit obéissance et priver ainsi la famille de son chef légitime.[1162]

Weitere Ehescheidungsgründe waren Exzesse, Mißhandlungen, oder schwere Beleidigungen (Art. 231 Code Civil), sowie ehrenrührige Strafen wie zum Beispiel Todesstrafe, lebenslängliche Zwangsarbeit, Deportation, Zwangsarbeit auf Zeit, Inhaftierung, Zuchthausstrafe; außerdem nach Verbannung oder Aberkennung der Bürgerrechte.63 (Art. 232 Code Civil, 'Causes déterminées’).

Die Scheidung aufgrund beiderseitigen Einverständnisses, für die gewisse Modalitäten zu erfüllen waren, (Art. 275 - 294 Code Civil) beinhaltete, daß wie für die Eheschließung die Zustimmung der Eltern oder anderer Angehörigen des Ehepaares notwendig sei. Napoleon war der Ansicht, daß in diesem Fall "die Ehegatten stets als Minderjährige anzusehen seien, denn die Leidenschaft habe sie ganz offenbar davon abgehalten, sich ihres gesunden Menschenverstandes zu bedienen."64

Die Folgen der Scheidung waren für beide Partner nicht gerade beglückend (Artikel 295 - 305 des Code Civil).

1) Die Geschiedenen dürfen sich nicht wiederverheiraten.
2) Die gemäß 'causes déterminées' geschiedene Frau darf sich nicht vor Ablauf von 10 Monaten erneut verheiraten.
3) Die aufgrund beiderseitigen Einverständnisses Geschiedenen dürfen sich nicht vor Ablauf von 3 Jahren wiederverheiraten.
4) Der ehebrecherische Mann darf sich mit seiner Geliebten nicht verheiraten, während die ehebrecherische Frau zu einer Zucht­hausstrafe in einer Besserungsanstalt für die Dauer von 3 Monaten bis zu 2 Jahren verurteilt werden kann.
5) Die Kinder werden demjenigen anvertraut, der die Scheidung erleiden mußte, außer bei gegenteiliger Ansicht des Gerichts.
6) Die Kinder der Geschiedenen haben das Recht auf das Vermögen der Eltern, als ob keine Scheidung stattgefunden hätte. Im Falle der Scheidung bei gegenseitigem Einverständnis besteht das Recht der Kinder auf die jeweilige Hälfte des Vermögens des jeweiligen Gatten.65

Die Lage der französischen Frau ist also im 19. Jahrhundert vor allem von Bevormundung gekennzeichnet: Durch die Gesetze des Code Civil geriet sie von der gesetzmäßigen kindlichen Abhängigkeit von den Eltern in die juristische und finanzielle Abhängigkeit des Ehe­mannes. Dieser war zwar per Gesetz verpflichtet, der Frau Unterstützung und Schutz zu gewähren, war aber durch das die Frau benachteiligende Gesetz und durch die Aufklärung verhindernde Erziehung der Mädchen zum straflosen Ehebruch prädestiniert. Der Frau mit einem ehebrecherischen Mann war es unmöglich, sich per Gericht zu wehren, weil die entsprechenden Gesetze im Code Civil fehlten. Sie blieb rechtlich von dem Ehemann abhängig, wenn sie nicht den Mut bewies, sich scheiden zu lassen und damit gesellschaftlich in Frage gestellt zu werden und eventuell finanziell in Schwierigkeiten zu geraten. Außerhalb dieser vom Ehemann bestimmten Art des Lebens gab es nur für begüterte Frauen die Möglichkeit der Selbständigkeit. Für finanziell schlechter gestellte Frauen blieb nach erfolgter Scheidung nur die Alternative, sich einen finanziell gutgestellten Liebhaber zu suchen, womit die Abhängigkeit vom Mann wieder gegeben war, oder der Weg ins Kloster.

Vor dieser problematischen Situation der Frau in der französischen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts spielen auch die beiden Romane Balzacs, deren Inhalt und Zusammenhang ich im nächsten Kapitel aufzeigen möchte.

II. Hauptteil "Les Mémoires de deux Jeunes Mariées" und "Béatrix" als Paradigmen für Balzacs Frauenbild

1. Zwei Romane Balzacs und ihr innerer Zusammenhang

a) Zum Inhalt des Romans "Les Mémoires de deux Jeunes Mariées"

Der Briefroman "Les Mémoires de deux Jeunes Mariées" spielt in den Jahren 1823 bis 1835, also in der Zeit des Übergangs von der "restaurativen Neuadelsgesellschaft zum kapitalhörigen Julibürgertum"66. Als Thema behandelt der Roman bis in Details genau die unterschiedlichen Eheerfahrungen, ihre Auswirkungen auf die Psyche sowie die unterschiedliche Konzeption von Liebe und Leben der beiden adligen Freundinnen Louise de Chaulieu und Renée de Maucombe. Nach dem vorzeitigen Verlassen des Karmeliterordens "mangels Eignung für ein lebenslanges Dasein in klösterlicher Abgeschiedenheit"67, heiraten beide: Louise in Paris, Renée in der Provinz. Sowohl Louises erste Ehe, als auch ihre zweite Ehe, die sie nach dem Tod ihres ersten Mannes Felipe de Macumer, einem im französischen Exil lebenden spanischen Granden, eingeht, verläuft tragisch: Louises erster Mann stirbt an ihrem überzogenen Liebesanspruch. Der Grund für den tödlichen Ausgang ihrer zweiten Ehe ist Louises blinde Eifersucht. Sie glaubt sich von ihrem zweiten Mann, dem drei Jahre jüngeren Dichter Marie Gaston betrogen, zieht sich absichtlich eine Lungenentzündung zu und stirbt daran. Obwohl sie von der Nichtigkeit ihres Verdachtes unterrichtet wird, kann sie ihre Krankheit nicht mehr aufhalten. Renée, als Kontrastfigur zu Louise konzipiert, geht eine Vernunftehe mit dem Landadligen Louis de l'Estorade ein. Kraft ihres Verstandes und ihrer Beziehung zu Louise verhilft sie ihrem Mann zu einer politischen Karriere in der Ju­limonarchie und sichert dadurch die Zukunft ihrer Kinder. Während sich Renée mit ihrem Dasein arrangiert, d.h. Kompromisse eingeht, stirbt Louise an ihrem Absolutheitsanspruch.

b) Zum Inhalt des Romans "Béatrix"

Die fiktive männliche Hauptperson Gaudebert - Calyste - Louis du Guenic ist 1836 einundzwanzig Jahre alt. Mit ihm treten die vier weiblichen Hauptpersonen Béatrix (Modell Marie d'Agoult), Félicité des Touches mit dem Schriftstellernamen Camille Maupin (Modell George Sand), Fanny du Guenic als seine Mutter und Sabine du Guenic als seine Ehefrau in Beziehung.

Anhand dieser Beziehungen führt Balzac die verschiedenen fiktiven Seelenzustände der Frauen berücksichtigend, dem Leser minutiöse psychologische Studien vor. Auf diese Weise entstehen psychologisch genaue Frauenbilder, die die Lage der Frau in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verdeutlichen. Die Handlung des Romans basiert auf den gegensätzlichen Rollen, die Camille Maupin und Béatrix einnehmen: Camille Maupin, Schriftstellerin, im Jahre 1836 fünfundvierzig Jahre alt68, liebt Calyste und opfert sich wegen ihres Alters in mütterlicher Liebe für ihn auf. Sie führt Béatrix de Rochefide, über 30 Jahre alt, die, nachdem sie ihren Mann verlassen hat, mit dem Komponisten Gennaro Conti (Franz Liszt) liiert ist, mit Calyste zusammen. Nachdem Camille Maupin die Sinnlosigkeit dieser Passion (da ohne Heiratsmöglichkeit) für Calyste erkannt hat, bringt sie ihn mit der zwanzigjährigen Aristokratin Sabine de Grandlieu zusammen und verheiratet die beiden, Calyste jedoch wider seinen Willen. Daher die Titelgebung des Romans "Béatrix ou les amours forcés". Camille Maupin selbst verzichtet auf alles "Weltliche", schenkt den beiden ihr Vermögen und geht bei Nantes ins Kloster. Der verheiratete Calyste trifft in Paris Béatrix wieder und betrügt mit ihr seine Frau. Diese, deshalb schwer erkrankt, wendet sich daraufhin hilfesuchend an ihre Mutter, la Duchesse de Grandlieu. Der Mutter gelingt es durch eine Intrige, Béatrix ihrem ersten Mann wieder zuzuführen, in Calyste die Meinung zu erwecken, Béatrix sei seiner nicht wert, und ihn mit seiner liebenden Ehefrau wieder zusammenzubringen.

c) Zum inneren Zusammenhang der beiden Romane

Beide oben genannten Werke Balzacs sind von ihm innerhalb der "Comédie Humaine" dem Komplex der 'Etudes de moeurs’ und darin den 'Scenes de la vie privée’ zugeordnet worden.

Die beiden Hauptpersonen in den "MJM", die Briefe austauschenden Louise de Chaulieu und Renée de Maucombe, später Louise de Macumer und Renée de L'Estorade werden nur in diesem Roman der "Comédie Humaine" Balzacs beschrieben.

Aus der Ausführung M. Andreolis kann man schließen, daß die "MJM" vom Inhalt her äußerst vielfältig und daher zur Analyse besonders geeignet erscheinen: Das offene Ende des Romans, so analysiert M. Andreoli, spiegelt den notwendigen schöpferischen Konflikt des Autors wider, der den Roman als Meisterwerk erkennen läßt: In ihm sind so viele Facetten, daß der darin enthaltene Ideenreichtum unerschöpflich zu sein scheint und von einer Person allein nicht in seinem vollen Umfang gedeutet werden kann:

"L'inachèvement, qui n'est pas imperfection, mais au contraire prolongement nécessaire du conflit fondateur contribue ä imprimer aux "MJM" le cachet du chef-d'oeuvre, parce que, comme tous les grands livres, ce roman off re autant de facettes qu'il existe d'esprits pour le considérer, et que la richesse en est done virtuellement inépuisable. "69

Daher muß sich meine Interpretation auf die beschriebenen, mir wesentlich erscheinenden Punkte zur Analyse der beiden Frauenleben beschränken.

Das Gleiche gilt für den Roman "Béatrix", der ebenfalls als in sich geschlossenes Werk konzipiert ist. Durch ihn hebt Balzac die Fragwürdigkeit der damaligen gesellschaftlichen Spielregeln hervor, indem er das hier allerdings geschlossene Ende des Romans unbefriedigend erscheinen läßt. Durch diesen Kunstgriff verdeutlicht er die Komplexität der in diesem Buch beschriebenen Problematik des Gegensatzes von individueller Glücksverwirklichung durch Auslebung der amour-passion einerseits und der gesellschaftlichen Forderung nach der Institution Ehe andererseits. Dieses Motiv behandelt Balzac u.a. wie später beschrieben auch in den "MJM".

Aus Thierry Bodins Aufsatz zu der Genese des Romans "Les Mémoires de deux Jeunes Mariées" mit dem Titel "De 'Soeur Marie des Anges[1] aux 'Mémoires de deux Jeunes Mariées'" geht hervor, daß das Leben und das äußere Erscheinungsbild von George Sand für die Konzeption dieses Werkes eine große Rolle spielte: Wird Renée in ihrem Äußeren und ihrem Verhalten, von Louise als 'docteur en corset' bezeichnet, der jungen, gern philosophierenden George Sand nachempfunden, die einmal von sich gesagt hat:

"Je me laisse toujours entrainer par ma vieille morale. Je serai bien radoteuse et toute pleine de sentences â 80 ans",70 so sieht Bodin Ähnlichkeiten zwischen der Liebesbeziehung Louises mit Marie Gaston und derjenigen von George Sand mit Jules San- deau. Des weiteren vergleicht Bodin die Großmutter Louises mit der von George Sand.

Ohne die Genese dieses Romans noch einmal nachvollziehen zu wollen, erscheint mir doch der Hinweis Th. Bodins auf das am Anfang gemeinsame Motiv in "Béatrix" (1839 erschienen) und in "Les Mémoires de deux Jeunes Mariées" (1842 erschienen) aufschlußreich: In beiden Romanen verfolgte Balzac anfangs die Idee einer "Hinwendung oder Bekehrung zur Religion über die Wege der Liebe"71 In "Béatrix" verwirklichte Balzac dieses religiöse Thema durch die später ins Kloster gehende Figur der Camille Maupin, deren Modell ebenfalls George Sand war.

In den "MJM" jedoch blieb dieses religiöse Motiv Balzacs nur noch in Andeutungen erhalten: So zum Beispiel, wenn die Tante Louises bei Louises Verlassen des Klosters (das von der Tante geleitet wird) sagt:

"Cet adieu n'est pas le dernier, nous nous reverrons."72 Doch der innere Zusammenhang der beiden Romane ist nicht nur durch ein anfangs gleiches Motiv und durch George Sand als gemeinsames Modell gewährleistet, sondern durch ein Motiv, das in beiden Romanen erhalten geblieben ist: Balzacs Idee der Gegenüberstellung von Liebesleidenschaft und sozialer Ordnung findet in beiden Romanen als Hauptpunkt seine literarische Verwirklichung, wie Gaston de Zélicourt beschreibt:

"Les aventures de Calyste et Béatrix auront montré, que les excès de la passion sont inféconds et models . Tel est le sens de ce roman qui a oppose les desordres de la passion ä la nécessité sociale du manage. Ce thème sera repris dans 'Les Mémoires de deux Jeunes Mariées'"73

2. Balzacs Bild der Frau in "Les Mémoires de deux Jeunes Mariées"

Trifft die These Andreolis zu, daß Balzac die Ankündigung seines Romans in der Zeitung "La Presse" vom 19. November 1841 bekannt war74, so würde diese exakt Absicht und Ziel, die Balzac durch diesen Roman verfolgte, wiedergeben:

"De la comparaison de leurs deux destinées (des deux jeunes filles) il résulte que le manage dans notre société se fonde bien plus sur la maternité que sur la passion. C'est en un mot, un éclatante démenti donné aux théories nouvelles sur l'indépendance de la femme et une ouvrage écrit dans un but essentiellement moral..."75 Doch so komplikationslos lassen sich Absicht und Ziel dieses berühmten Autors nicht darstellen, der gerade wegen seiner Variationsbreite und sorgfältigen Ausleuchtung aller möglichen Facetten eines Themas so bekannt geblieben ist. Eine bestimmte Gewichtung dieses Romans, die durch diese Zeitungsnotiz festgehalten wird, läßt sich allerdings feststellen: So hebt Balzac durch die "MJM" ohne Zweifel auf der einen Seite den Nutzen und Zweck der Mutterschaft für die Gesellschaft hervor und erteilt gleichzeitig den Feministen seiner Zeit, die für die Freiheit der Frau eintreten, eine Ab­sage. Durch die Unzufriedenheit der diesen Weg vertretenden Renée, stellt Balzac diese gesellschaftliche Perspektive jedoch wieder in Frage. Die Moral, die Balzac dabei aufzeigt, beschreibt Arlette Michel treffend: Gemäß ihrer Interpretation treten in diesem Briefroman Realität und Idee in Dialog. Die zwei dies verkörpernden Ehen, die Balzac durch die beiden Frauen beschreiben läßt und durch die sie charakterisiert werden, stellen die soziale bzw. gesellschaftliche und kollektive Moral der individuellen gegenüber. Das beinhaltet die Gegenüberstellung des pragmatischen kollektiven Gesichtspunkts der Ehe und des individuellen. Unter ersterem wird die Ehe als gesellschaftliche Institution betrachtet, die allein für den Fortbestand der Gesellschaft zuständig ist. Der zweite Aspekt beinhaltet die Frage nach der Möglichkeit des Individuums, sein persönliches Glück zu finden.76 Der von vornherein verlorene Kampf um, und die Forderung nach persönlichem und individuellem Glück steht dem kollektiven und gesellschaftlichen Nutzen nicht nur entgegen, sondern Louise, die ihn ausficht, fällt der Gesellschaft zum Opfer und bezahlt den Kampf mit ihrem Leben. Gemäß der Tradition der Antike ruft Balzac durch diese tragische Entwicklung des Romangeschehens beim Leser Mitleid, Furcht und damit Sympathie für die dies verfechtende Louise hervor. Somit stellt er ein zweites Mal, ob gewollt oder ungewollt, dieses Mal durch die Person der Louise, die gesellschaftlichen, kollektiven Lebensmuster gegenüber den individuellen in Frage. Gleichzeitig versieht er durch das zum Teil fehlerhafte persönliche Verhalten Louises und durch Renées Angriffe die Forderung nach individuellem Glück ebenfalls mit Fragezeichen. Als Bewunderer Napoleons tritt Balzac zwar durch die "MJM" für die Frau in der Ehe ein, sieht aber aufgrund des begrenzten Code Napoléon, den er respektiert wissen wollte, nur wenig Entwicklungsmöglichkeiten für die Frau in der Gesellschaft. Um diese einordnen zu können, muß zunächst Balzacs allgemeine ideelle Frauensicht mit seiner reellen Frauensicht kontrastiert werden.

[...]


1 Uwe Dethloff, Op.cit., Tubingen, Stauffenberg Verlag Brigitte Narr, 1988, S. 17

2 Uwe Dethloff, Op.cit., S. 52, (Pierre Roussel, Systeme physique et moral de la femme, ou Tableau philosophique de la constitution de l'état organique, du tempérament des moeurs et des fonctions propres au sexe.")

3 vgl. Uwe Dethloff, Op.cit. S. 52

4 Uwe Dethloff, Op.cit., S. 16, (T. Moreau, "Le Bas-Bleu: une monstruosité litéraire et sociale". In: Thérèse Vichy (Hrsg.), Roman et socièté. Actes du colloque international de Valenciennes. Mai 1983. Cahiers de l'UER Froissart no. 8, Université de Valenciennes 1984, S. 230)

5 Uwe Dethloff, Op. eit, S. 16

6 Uwe Dethloff, Op. cit., S. 28

7 Uwe Dethloff, Op. cit, S. 19

8 Uwe Dethloff, Op. cit, S. 19

9 Uwe Dethloff, Op. cit, S. 19

10 Uwe Dethloff, Op. cit, S. 19

11 Zitat nach Jeanne de Flandreysy "Sur la Femme et l'Amour dans la littérature frangaise au XIXe siècle", Paris, Librairie des Annales/Librairie Nilson; Perlamm Successeur, o.J. (Th. Gautier, "Portraits contemporains" Charpentier, 1874, p 108)

12 Zitat nach Willi Jung "Theorie und Praxis des Typischen bei Honoré de Balzac" Tübingen, Stauffenberg-Verlag, 1983, S. 39; (Christa Bevernis "Balzacs Problem der Wahrheit in der Kunst" in BRP 5/1966, S. 31-33)

13 Willi Jung, Op. cit. S. 41 (Balzac, Lettres â Mme Hanska T. 1, 1832-1840, Ed. du Delta par R. Pierrot, Paris, 1967, S. 270)

14 Willi Jung, Op. cit. a.a.O., S. 41f.

15 Willi Jung, Op. cit., S. 41 f.

16 Arlette Michel, Vorwort, in: Balzac, MJM, Paris, Garnier Flammarion, 1979, S. 26

17 Vgl. Kristina Wingard, "Les problèmes des couples mariés dans la Comédie Humaine d'Honoré Balzac", Uppsala, 1978, S. 13f.

18 Kristina Wingard, Op. cit., S. 13, Anm. 1 (La Comédie Humaine, Paris, Gallimard, Bibliotheque de la Pleiade, 1949-1965, Bd. X, S. 611-615)

19 Balzac, Avant-Propos, S. 27 in Oeuvres complètes d'Honoré de Balzac, "La Comédie Humaine", Paris: Louis Conard, MDCCCXII

20 Vgl. Kristina Wingard, Op.cit, S. 14

21 Vgl. Kristina Wingard, Op.cit., S. 14

22 Kristina Wingard, Op.cit., S. 15

23 Vgl. Kristina Wingard, Op. cit., S. 16f. (Mme Campan, "De l'èducation", Paris, Baudoin frères, 1824, S. 261-262)

24 Vgl. Kristina Wingard, Op.cit., S. 15f., (Mme Necker de Saussure," L'èducation progressive ou Etude du cours de la vie", tome III, Brüssel, Société beige de librairie, 1838)

25 Kristina Wingard, Op. cit, S. 16, Anm. 9 (Mme Guizot, "L'èducation domestique ou lettres de famille sur i'èducation", Paris, Didier, 1826, Bd. 1, S. 335)

26 Kristina Wingard, Op. cit, S. 16

27 Kristina Wingard, Op. cit, S. 17

28 Kristina Wingard, Op. cit, S. 17

29 Kristina Wingard, Op. eil, S. 18

30 Kristina Wingard, Op. cit., S. 19-21

31 Kristina Wingard, Op. cit, S. 21

32 Kristina Wingard, Op. eit, S. 22, Anm. 36 (Mme Rémusat, "Essai sur I'éducation des femmes", Paris, Hachette, 1903, S. 90)

33 Kristina Wingard, Op. cit., S. 22, Anm. 37 (Mme Guizot, Op. eit, Bd. 2, S. 129- 130)

34 Kristina Wingard, Op. cit., S. 22, Anm. 39 (Adeline Daumard, "La bourgeoisie parisienne de 1815-1848", Thése lettres, Paris, S.E.V.P.E.N., 1963, S. 367)

35 Kristina Wingard, Op. cit., S. 23

36 Kristina Wingard, Op. eil, S. 18

37 Napoleons Anteil am Code Civil", Berlin, D+H, 1991, S. 130

38 Kristina Wingard, Op. cit., S. 23

39 “La femme au XIXe siècle", Lyon, Hrsg. Presses Universitaires, 1978, S. 8

40 Eckhard Maria Theewen, "Napoleons Anteil am Code Civil", Berlin, D+H, 1991, S. 130

41 Vgl. Eckhard Maria Theewen, Op. eit, S. 130, Anm. 332 (Vincent Cronin, "Napoleon", Hamburg u. Düsseldorf 1973)

42 Eckhard Maria Theewen, Op. cit., S. 131, Anm. 334 (Gourgaud, Gaspard, "Journal de Sainte Hélène 1815-1818", Paris, Ed. Aubrey, 1947, Bd. 1, S. 271 und: Paris, Ed. Grouchy/Guillois, 1899, Bd. 1, S. 390)

43 Vgl. Kristina Wingard, Op. cit., S. 26, Anm. 53 (J. A. Rogron, "Code civil expliqué par ses motifs et par des exemples," Paris, Videcoq-Alex-Gobelet, 1843, S. 119)

44 Eckhard Maria Theewen, Op. cit., S. 131, Anm. 333 (Mme Rémusat, "Memoires" 1802-1808, Paris 1879-1880, Bd. 1, S. 112)

45 Eckhard Maria Theewen, Op. cit., S. 131

46 Eckhard Maria Theewen, Op. cit., S. 131, Anm. 338 (Napoléon, Manuscrits inédits 1786-1791, Publiés d'après les originaux autographes par Frédéric Masson et Guido Biagi, Paris, o.J., S. 522)

47 Eckhard Maria Theewen, Op. cit., S. 131

48 Kristina Wingard, Op. cit., S. 27

49 Eckhard Maria Theewen, Op. cit, S. 130, u. Anm. 327(Baron Locré de Roissy, "Esprit du Code Napoléon, tiré de la discussion; ou conférence historique, analytique et raisonnée du projet de Code Civil", Paris 1805-1807, Bd. 4, S. 396) und (Baron Favard de l'Anglade, "Conférence du Code Civil...", Paris 1805, Bd. 2, S. 106) siehe auch Kristina Wingard, Op. cit, S. 27, Anm. 54 (J.-A. Rogron, Op. cit, S. 119)

50 Eckhard Maria Theewen, Op. cit., S. 130 u. Anm. 328 (Paul Ourliac/J. de Malafosse, "Histoire du droit privé", Paris 1968-71, Bd. 3, S. 154)

51 Vgl. "La femme au XIXe siècle", Lyon, Hrsg. Presses Universitaires, 1978, S. 10

52 Kristina Wingard, Op. cit, S. 29, Anm. 62 (Code Civil de 1804, art. 217)

53 Kristina Wingard, Op. cit., S. 29, Anm. 64 (Mme Romieu, "La femme au XIXe siècle", Paris, Amyot, 1859, S. 194)

54 Kristina Wingard, Op. eit, S. 29, Anm. 65 (J.-A. Rogron, Op. cit, S. 181)

55 Kristina Wingard, Op. cit, S. 29, und Anm. 66 (Code Civil de 1804, art. 374)

56 Vgl. "La femme au XIXe siècle", Lyon, Hrsg. Presses Universitaires, 1978, S. 13

57 Eckhard Maria Theewen, Op. cit., S. 15(

58 Vgl. "La femme au XIXe siècle", Lyon, Hrsg. Presses Universitaires, 1978, S. 13

59 Kristina Wingard, Op. cit., S. 30f., Anm. 67 (Code pénal, art. 337)

60 Kristina Wingard, Op. cit., S. 30, Anm. 68 (Code pénal, art. 339)

61 Kristina Wingard, Op. eit, S. 30, Anm. 70 (Code pénal, art. 324)

62 Kristina Wingard, Op. eit., S. 30, Anm. 71 (J.A. Rogron, Op. eit, S. 118)

63 Vgl. "La femme au XIXe siècle", Lyon, Hrsg., Presses Universitaires, 1978, S. 13

64 Eckhard Maria Theewen, Op. cit., S. 138, Anm. 387 (Baron J.-G. Locré de Roissy, Op. cit., Bd. 5, S. 67 u. Baron J. G. Favard de I'Anglade, Op. cit., Bd., 2, S. 142)

65 Vgl. "La femme au XIXe siècle", Lyon, Hrsg. Presses Universitaires, 1978, S. 14

66 Uwe Dethloff, Op. eit, S. 108

67 Uwe Dethloff, Op. eit, S. 126

68 Vgl. Honoré de Balzac, "Beatrix", Paris, Garnier-Flammarion, 1979, S. 102

69 Max Andreoli, "Un roman épistolaire: Les »Mémoires de deux Jeunes Mariées« in 'Année Balzacienne’, Paris, Jahrgang 1987, S. 294

70 Thierry Bodin "De 'Soeur Marie des Anges’ aux ‘Mémoires de deux Jeunes Mariées'" in Année Baizacienne, Jahrgang 1974, S. 62 (Corr. Sand Bd. 1, S. 62)

71 Thierry Bodin, Opus eit, S. 56

72 Thierry Bodin, Op. eit, S. 56, Anm. 4 und Honoré de Balzac, "MJM", Paris, Garnier-Flammarion, S. 65

73 Gaston de Zélicourt "Le Monde de la Comédie Humaine" Paris: Ed. Seghers, 1979, S.213

74 Max Andreoli "Un roman epistolaire: 'Les Mémoires de deux Jeunes Mariées'" in Année Balzacienne, Paris, Jahrgang 1987, S. 257 "... et â laquelle Balzac ne fut sans doute pas étranger..."

75 Max Andreoli "Un roman epistolaire: 'Les Mémoires de deux Jeunes Mariées'" in Année Balzacienne, Paris, Jahrgang 1987, S. 257 (Histoire du texte, p. 1248)

76 Vgl. Arlette Michel, Vorwort in Honoré de Balzac, "MJM", Paris, Garnier Flammarion, S. 26, S. 28

Ende der Leseprobe aus 118 Seiten

Details

Titel
"Les Mémoires de deux Jeunes Mariées" und "Béatrix" als Paradigmen für Balzacs Frauenbild
Hochschule
Universität Siegen  (Universität-Gesamthochschule Siegen)
Note
1,7
Autor
Jahr
1995
Seiten
118
Katalognummer
V932055
ISBN (eBook)
9783346296061
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Romanistik, Literatur, Französisch, Frauenbild, Balzac, Neunzehntes Jahrhundert
Arbeit zitieren
Susanne Hinrichs (Autor), 1995, "Les Mémoires de deux Jeunes Mariées" und "Béatrix" als Paradigmen für Balzacs Frauenbild, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/932055

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