Der Facility Services-Markt in Deutschland. Standpunktanalyse und Strategieentwicklung am Beispiel der ISS Facility Services Holding GmbH


Hausarbeit, 2020

30 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zielsetzung und Gang der Arbeit

3 Einführung in das Facility Management
3.1 Definition Facility Management
3.2 Abgrenzung zum Gebäudemanagement
3.2.1. Technisches Gebäudemanagement
3.2.2. Infrastrukturelles Gebäudemanagement
3.2.3. Kaufmännisches Gebäudemanagement
3.2.4. Flächenmanagement

4 Der Facility Services-Markt in Deutschland

5 Darstellung der ISS Facility Services Holding GmbH

6 Analyse der ISS Facility Services Holding GmbH
6.1 SWOT-Analyse
6.1.1. Definition SWOT-Analyse
6.1.2. Umsetzung SWOT-Analyse
6.1.2.1. Stärken
6.1.2.2. Schwächen
6.1.2.3. Chancen
6.1.2.4. Risiken
6.1.3. Strategische Empfehlung
6.2 Benchmarking
6.2.1. Definition Benchmarking
6.2.2. Umsetzung Benchmarking

7 Fazit

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 – SWOT-Analyse

Tabelle 2 – Kennzahl Umsatz/Mitarbeiter

Tabelle 3 – Anteil an Nachunternehmerleistungen

Abkürzungsverzeichnis

bspw. beispielsweise

bzw. beziehungsweise

ca. circa

FM Facility Management

ggf. gegebenenfalls

ISS ISS Facility Services Holding GmbH

1 Einleitung

Facility Management (FM) – ein Begriff, der zuerst einmal nach simplen Hausmeisterdiensten klingt und als solcher im Sprachgebrauch verankert ist.1 Die Verwendung des Begriffes erfolgt mittlerweile beinahe inflationär.2 Mit 134 Milliarden Euro Beitrag zu Deutschlands Bruttowertschöpfung im Jahr 2016 ist das FM jedoch als sechstgrößter Wertschöpfer eine umsatzstarke Branche mit großem wirtschaftlichem Einfluss, deren Leistungen weit über Hausmeisterdienste hinausgehen.3 So werden entsprechende Unternehmen mittlerweile nicht mehr nur an und in bestehenden Immobilien eingesetzt, sondern werden bspw. bereits in der Planungsphase von Gebäuden miteinbezogen, um die spätere Alltagstauglichkeit zu gewährleisten.4

Was aber macht den Markt genau aus und wie muss ein bestehendes Unternehmen an sich arbeiten, um sich dort langfristig zu etablieren, sich gegen Mitbewerber durchzusetzen und profitabel zu bleiben? Die vorliegende Arbeit geht am Beispiel eines konkreten Unternehmens auf diese Fragen ein und gibt mögliche Antworten in Form von strategischen Handlungsempfehlungen.

2 Zielsetzung und Gang der Arbeit

Die vorliegende Arbeit wird die ISS Facility Services Holding GmbH (ISS), ein FM-Unternehmen des deutschen Marktes, hinsichtlich ihres Werdeganges, ihrer Strategie und ihrer Marktposition darstellen und analysieren sowie einen Zukunftsausblick geben.

Als Einstieg in die Thematik wird in Kapitel 3 zunächst ein theoretisches Grundlagenwissen über das FM vermittelt. Dabei wird ebenfalls eine Abgrenzung zum Gebäudemanagement vorgenommen, da sich die vorliegende Arbeit mit diesem Bereich konkreter beschäftigen wird. Zum besseren Verständnis wird erläutert, welche Tätigkeiten sich im Gebäudemanagement wiederfinden.

In Kapitel 4 wird der deutsche FM-Markt dargestellt.

Anschließend erfolgt in Kapitel 5 eine Darstellung der ISS Facility Services Holding GmbH in Bezug auf Historie, Kennzahlen und Strategie.

In Kapitel 6 wird die ISS schließlich analysiert. Hierzu wird eine SWOT-Analyse gewählt, welche zuerst definiert und anschließend durchgeführt wird. Da diese sowohl interne Unternehmensfaktoren im positiven und negativen Sinne als auch äußere Umweltfaktoren, ebenso positiv und negativ, aufgreift, ist sie das Mittel der Wahl, um ein umfassendes Bild über das Unternehmen, seinen Stand im Markt und zukünftige Entwicklungsperspektiven zu geben. Im Anschluss daran werden auf Grundlage der Analyse strategische Handlungsempfehlungen abgeleitet.

Im Anschluss an die SWOT-Analyse wird ein Benchmarking-Prozess durchgeführt. Dafür wird der Begriff Benchmarking zunächst definiert. Im Anschluss daran wird eine Kennzahl gewählt und ein Vergleich mit den vier größten Mitbewerbern sowie dem Marktdurchschnitt durchgeführt, um den aktuellen Stand der ISS im Markt in Bezug auf die gewählte Kennzahl darzustellen. Es folgen ebenfalls aus der Analyse hervorgehende Handlungsempfehlungen.

Kapitel 7 fasst schließlich den Verlauf und die Ergebnisse der Arbeit in einem Fazit zusammen.

3 Einführung in das Facility Management

Auf Grund der inflationären Benutzung des Begriffes und den auf den ersten Blick nicht ganz klaren Abgrenzungen der unterschiedlichen Leistungsebenen im FM wird der Begriff im Folgenden definiert und vom Gebäudemanagement abgegrenzt. Von diesem erfolgen ebenfalls eine Definition und Erläuterungen zu den dort enthaltenen Leistungsbereichen.

3.1 Definition Facility Management

Jeny Nävy definiert das FM nach Analyse diverser Begriffserklärungen wie folgt:

„Facility Management ist ein strategisches Konzept zur Bewirtschaftung, Verwaltung und Organisation aller Sachressourcen innerhalb eines Unternehmens.“5

Dabei sollen stets die stützenden Säulen Ganzheitlichkeit, Transparenz und Lebenszyklus berücksichtigt werden.6 Daher ist das FM Teil jeder Lebensphase eines Gebäudes, von der Planung über Bau und Betrieb bis hin zum Rückbau. Die Bewirtschaftung und Betreuung sowie Verwaltung sollte daher immer vorausschauend und strukturiert sowie mit Blick auf alle Ressourcen erfolgen. Das FM lässt sich weiter aufgliedern in operatives, taktisches und strategisches Management, welche sich jeweils mit unterschiedlichen Kernthemen beschäftigen.7 Für die vorliegende Hausarbeit ist dies jedoch von nachrangigem Interesse, weshalb in den folgenden Kapiteln nur auf das Gebäudemanagement als Teil des FM eingegangen wird.

3.2 Abgrenzung zum Gebäudemanagement

Das FM ist, obwohl es eine gewisse Gleichartigkeit vermuten lässt, nicht mit dem Gebäudemanagement gleichzusetzen. Entgegen des FM, das in jede Lebensphase des Gebäudes eingebunden werden solle, beschränkt sich das Gebäudemanagement ausschließlich auf die Nutzungsphase des Gebäudes.8 Unter Gebäudemanagement versteht man „alle Leistungen zum Betreiben und Bewirtschaften von Gebäuden einschließlich der baulichen und technischen Anlagen auf der Grundlage ganzheitlicher Strategien“9 . Im weiteren Verlauf der Arbeit wird größtenteils der in den Fachmedien gebräuchlichere Begriff Facility Services genannt, dieser ist mit dem Gebäudemanagement gleichzusetzen.10 Innerhalb des Gebäudemanagements lassen sich die Begriffe des technischen, infrastrukturellen und kaufmännischen Gebäudemanagements abgrenzen. Das Flächenmanagement als vierter Begriff ist Grundlage aller drei Teilbereiche.11 Die Leistungen der vier Bereiche sind in der DIN 32736 klar definiert und werden nachfolgend kurz beschrieben.

3.2.1. Technisches Gebäudemanagement

Das technische Gebäudemanagement enthält alle Leistungen, die für den Betrieb und die Bewirtschaftung aller baulichen und technischen Gebäudeanlagen notwendig sind.12 Dazu gehören die Leistungen Betreiben, Dokumentieren, Energiemanagement, Informationsmanagement, Modernisieren, Sanieren, Umbauen und das Verfolgen der technischen Gewährleistung.13

3.2.2. Infrastrukturelles Gebäudemanagement

Unter infrastrukturellem Gebäudemanagement ist die Gesamtheit aller geschäftsunterstützenden Dienstleistungen zu verstehen, die die Gebäudenutzung verbessern.14 Diese sind konkret Verpflegungsdienste, Dienstleistungen zur Datenverarbeitung, Gärtnerdienste, Hausmeisterdienste, interne Postdienste, Kopier- und Druckereidienste, Parkraumbetreiberdienste, Reinigungs- und Pflegedienste, Sicherheitsdienste, Umzugsdienste, Waren- und Logistikdienste, Winterdienste, zentrale Telekommunikationsdienste, Entsorgung und Versorgung.15

3.2.3. Kaufmännisches Gebäudemanagement

Das kaufmännische Gebäudemanagement enthält alle kaufmännischen Leistungen der zuvor genannten Teilbereiche mit Fokus auf die Wirtschaftlichkeit der Immobilie.16 Dazu gehören das Beschaffungsmanagement, die Kostenplanung und -kontrolle, die Objektbuchhaltung und das Vertragsmanagement.17

3.2.4. Flächenmanagement

Das Flächenmanagement beinhaltet das Management der verfügbaren Flächen und wie diese genutzt und verwertet werden.18 Es lässt sich weiter unterteilen in nutzerorientiertes, anlagenorientiertes, immobilienwirtschaftlich orientiertes und serviceorientiertes Flächenmanagement. Darüber hinaus enthält es die Dokumentation und den Einsatz entsprechender informationstechnischer Systeme.19

4 Der Facility Services-Markt in Deutschland

Der Facility Services-Markt in Deutschland ist der größte B2B-Service-Markt und damit vor allem für Unternehmen von hervorzuhebender Wichtigkeit.20 Der Markt ist mittelständisch geprägt und fragmentiert, wird also bisher nicht durch Monopolisten oder einigen Oligopolisten dominiert.21

Seit 2011 ist eine kontinuierliche Steigerung des Marktumsatzes auszumachen. Lag dieser im Jahr 2011 bei 46,8 Milliarden Euro, liegt das Volumen im Jahr 2017 bereits bei 60,3 Milliarden Euro. Schätzungen gehen für das Jahr 2019 von einem Umsatz in Höhe von 65,8 Milliarden Euro aus. Prognosen zufolge wächst das Volumen bis zum Jahr 2021 auf 71,3 Milliarden Euro.22

Mithilfe der Lünendonk-Liste 2019 ist zu errechnen, dass die 25 führenden Unternehmen für Facility Services in Deutschland im Jahr 2017 zusammen 12,39 Milliarden Euro der 60,3 Milliarden Euro umgesetzt haben.23 Dies bestätigt den Status des fragmentierten Marktes.

Vom Gesamtumsatz der Branche Facility Services hält der Bereich Technisches Gebäudemanagement einen Anteil von 51,4 % am Gesamtumsatz. Der Anteil des Bereichs des Infrastrukturellen Gebäudemanagements beträgt 44,6 %.24

Größter Marktteilnehmer war im Jahr 2018 die Apleona GmbH aus Neu Isenburg mit einem deutschlandweiten Umsatz 1,57 Milliarden Euro.25 Bei Gegenüberstellung zum geschätzten Gesamtumsatz 2018 von 63,1 Milliarden Euro erwirtschaftet Apleona einen Anteil am Gesamtumsatz von knapp 2,5 %.26

In der Lünendonk-Liste 2019 steht auf Platz 13 die ISS Facility Services Holding GmbH aus Düsseldorf.27 Dieses Unternehmen wird im Verlauf der weiteren Arbeit genauer analysiert.

5 Darstellung der ISS Facility Services Holding GmbH

Die ISS A/S, wobei ISS für International Service System steht, wurde 1901 in Dänemark gegründet und ist in über 70 Ländern aktiv. Von den insgesamt 485.000 Mitarbeitern sind mehr als 10.000 in Deutschland tätig, in dessen Markt ISS im Jahr 1960 eingetreten ist. Das erklärte Ziel der ISS-Gruppe ist, die weltweit beste Serviceorganisation zu werden. Der Konzern konzentriert sich zunehmend auf Komplettdienstleistungen, die Integrated Facility Services.28

In Deutschland ist die Tochter namens ISS Facility Services Holding GmbH aus Düsseldorf regelmäßig als eines der 25 deutschen führenden Facility Service-Unternehmen ausgewiesen. Im Jahr 2014 war die deutsche ISS mit einem Umsatz von rund 248 Millionen Euro in der genannten Liste auf Platz 14. Nach der Übernahme der Vattenfall Service Gesellschaft rückte sie durch den Umsatzsprung in Höhe von 31,7 % auf Platz 13 vor.29 In den darauffolgenden Jahren haben sich die Umsatzzahlen vom Jahr 2015 mit 326 Millionen Euro über das Jahr 2016 mit 333 Millionen Euro, 2017 mit 394,1 Millionen Euro bis 2018 mit 424,3 Millionen Euro kontinuierlich gesteigert.30

Anfang des Jahres 2017 hat ISS das 800 Mitarbeiter starke Unternehmen EVANTEC übernommen und damit ihre Kapazitäten im Bereich Gebäudetechnik ausgeweitet und gestärkt. Der Jahresumsatz von EVANTEC im Jahr 2016 betrug ca. 50 Millionen Euro, wodurch auch nach der Übernahme ein Teil des Umsatzsprunges von ISS erklärt wird. Auch überschritt ISS durch die Übernahme die Grenze von 10.000 Mitarbeitern in Deutschland.31

Im Oktober 2017 wurde der bisher größte und wichtigste Vertrag in der ISS-Gruppe bekannt gegeben. Seit Juli 2019 hat ISS für die deutsche Telekom integrierte Facility Services an rund 9.000 Standorten in Deutschland übernommen. Es wurden mehrere zehnjährige Verträge unterzeichnet. Bezogen auf das Jahr 2016 werden die Verträge rund 4 % des jährlichen Umsatzes ausmachen.32

Im September 2019 wurde bekannt gegeben, dass das Tochterunternehmen ISS Facility Services GmbH, das mit 87 % Umsatzanteil fast ausschließlich mit Reinigungsdienstleistungen Umsatz erwirtschaftet, an die Düsseldorfer Klüh-Gruppe veräußert wird. Die Tochter hatte einen Umsatz von 46 Millionen Euro, was 11 % des Umsatzes der ISS Facility Services Holding GmbH im Jahr 2018 ausmacht, und rund 2.000 Mitarbeiter. Der Verkauf erfolgt im Sinne der gesetzten Strategie, sich auf integrierte Facility Services zu konzentrieren.33

Nachdem im Rahmen der Strategie „Route 101“ bereits der Umbau der ISS-Gruppe vom Anbieter zu Reinigungsleistungen zu einem Multidienstleister erfolgt ist, hat sich die ISS-Gruppe zum Ziel gesetzt, nun weltweiter Markführer für integrierte Facility Services zu werden. Die Strategie mit dem Namen „THE ISS WAY“ beabsichtigt zukünftig eine breite Aufstellung in den Geschäftsbereichen Reinigung, Bürodienstleistungen, Technisches Gebäudemanagement, Catering und Security.34

6 Analyse der ISS Facility Services Holding GmbH

Im folgenden Kapitel wird die Marktposition der ISS durch eine SWOT-Analyse und ein Benchmarking tiefergehender analysiert. Im Anschluss daran erfolgen entsprechende Handlungsempfehlungen, um sich gegen den Wettbewerb weiterhin durchsetzen zu können.

6.1 SWOT-Analyse

Die SWOT-Analyse ist ein Instrument, welches einem Unternehmen die Ableitung strategischer Maßnahmen durch die Positionsbestimmung im Markt ermöglicht.35 Sie lässt sich in kleinem Maße wie auf Abteilungsebene durchführen, um bspw. Marketingstrategien abzuleiten.36 Sie kann aber auch zur Analyse und Ableitung einer Handlungsempfehlung zur gesamtstrategischen Ausrichtung des Unternehmens herangezogen werden, wie dies in der vorliegenden Hausarbeit der Fall ist.

6.1.1. Definition SWOT-Analyse

SWOT ist ein Akronym und steht für die vier englischen Begriffe Strengths, Weaknesses, Opportunities und Threats – also Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Die Analyse der Stärken und Schwächen des jeweiligen Unternehmens wird auch Ressourcenanalyse genannt. Hierdurch soll festgestellt werden, an welchen Faktoren das Unternehmen arbeiten muss, um die beabsichtigte Ressourcensituation zu erreichen. Die Analyse von Chancen und Risiken ist eine Umweltanalyse, da sie sich mit äußeren Faktoren wie dem Markt oder politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen beschäftigt.37 Durch die Analyse und Kombination der vier Faktoren lässt sich erkennen, durch welche strategischen Handlungen ein Unternehmen seine Marktposition verbessern kann.

6.1.2. Umsetzung SWOT-Analyse

In den folgenden Unterkapiteln wird die SWOT-Analyse umgesetzt. Dafür werden einzeln die Stärken und Schwächen der ISS aufgezeigt sowie die jeweiligen Chancen und Risiken, die der Markt bietet, aufgeführt. Im Anschluss daran wird geprüft, welche Stärken verwendet werden können und an welchen Schwächen gearbeitet werden muss, um Chancen zu nutzen oder Risiken zu überwinden. Ziel ist ein strategischer Ausbau der Stärken und/oder eine Verbesserung der jeweiligen Schwächen, die die größten Potenziale bieten.

6.1.2.1. Stärken

Die ISS ist mit mehr als 40 Standorten in Deutschland flächendeckend vertreten und in allen Bundesländern tätig und hat somit ortstechnisch einen breiten Marktzugang.38

Durch die Zertifikate DIN EN ISO 9001 ff, DIN EN ISO 14001 ff und BS OHSAS 18001 ist die Qualität in den Bereichen Qualitätsmanagement, Umweltmanagement und Arbeitsschutzmanagement zumindest formal sichergestellt.39 Durch die Zertifikate wird ein gewisses Maß an Qualität und Standard unterstellt. Darüber hinaus ermöglichen diese die Teilnahme an Ausschreibungen auch bei Auftraggebern, bei denen der Besitz eines entsprechenden Zertifikats Minimalanforderung ist. Durch einen relativ niedrigen Anteil an Nachunternehmerleistungen ist durch eine einfachere Qualitätskontrolle auf Grund des disziplinarischen Durchgriffsrechts ebenfalls ein qualitativer Vorteil zu unterstellen.40

Durch die oben bereits genannten Übernahmen der EVANTEC und Vattenfall besitzt die ISS Kompetenzen und Knowhow im Bereich Energiewirtschaft.41

Die ISS engagiert sich im Bereich Mitarbeiterbindung, um Fachkräfte zu halten. Hierzu werden flexible und demokratische Arbeitszeitmodelle geboten.42 Dies ist jedoch kritisch zu hinterfragen, da Kunden in der Regel Zeiträume für Dienstleistungen vorgeben, was eine Flexibilität beim entsprechenden Personal faktisch ausschließt. Für alle anderen Mitarbeiter können flexible Arbeitszeiten jedoch ein Anreiz sein, den Arbeitgeber nicht zu wechseln. Darüber hinaus bietet ISS nach eigenen Angaben diverse Weiterbildungs- und Kompetenzentwicklungsprogramme an. Dies gilt nicht nur für das Management, sondern ebenfalls für die Mitarbeiter beim Kunden.43

Als Teil ihrer Strategie ist die ISS als Dienstleister für integrierte Facility Services aufgestellt und kann somit ein breites Spektrum an Dienstleistungen im Gebäudemanagement aus einer Hand bieten.44 Dies ermöglicht die Teilnahme an Ausschreibungen sowohl in Losvergabe als auch in Paketvergabe, was die Möglichkeit eines breit gestreuten Marktzuganges schafft.

Für die deutsche ISS steht keine Bilanz zur Verfügung, die dänische Mutter allerdings hat seit 2014 eine stabile Eigenkapitalquote zwischen 25,01 % und 29,22 % (2018: 25,01 %).45 Dies spricht für eine solide Finanzierung und Bonität sowie für ein stabiles Unternehmen, das relativ unabhängig von Gläubigern und flexibel am Markt agieren kann.46 Somit wird, wie bisher bereits einige Male geschehen, die Möglichkeit für Zukäufe geschaffen.

6.1.2.2. Schwächen

Die ISS hat bzgl. ihrer bisherigen Kundenwahl einen starken Fokus auf die Zweige Industrie und Büro. 90 % ihres Umsatzes werden in diesen beiden Bereichen erwirtschaftet.47 Im Facility Services-Markt sind Industrie und Büro jedoch nur für 64 %, also für knapp 2/3 des Gesamtumsatzes verantwortlich.48 Weitere Branchen, die 36 % des Umsatzes ausmachen, werden von der ISS nahezu unberücksichtigt gelassen.

[...]


1 Vgl. Eimer, Annick: Schulen zu verkaufen, Wenn der Hausmeister zum Facility Manager wird, o. E. (2010), o. S.; vgl. Berlin.de: Facility Manager, Hausmeister mit Diplom, Berlin (2013), o. S.

2 Vgl. Nävy, Jens: Facility Management, Grundlagen, Informationstechnologie, Systemimplementierung, Anwendungsbeispiele, Berlin (2018), S. 2; zitiert nach Neumann, Günter: Aktiver Umgang mit Sachanlagen, Bonn (1994), o. S.

3 Vgl. Hubert, Julia: Beitrag der Facility-Management-Branche zur Bruttowertschöpfung in Deutschland im Branchenvergleich im Jahr 2016 (in Milliarden Euro), o. E. (2019a), o. S.

4 Vgl. Lünendonk & Hossenfelder GmbH: Lünendonk-Studie 2018, Auftraggeber-Perspektive, Facility Management in Deutschland, Eine Analyse des Facility-Management-Marktes aus Nutzersicht, Mindelheim (2018), S. 12.

5 Vgl. Nävy: (2018), S. 2.

6 Vgl. Nävy: (2018), S. 2.

7 Vgl. Nävy: (2018), S. 7.

8 Vgl. Nävy: (2018), S. 12.

9 DIN Deutsches Institut für Normung e.V.: DIN 32736, Gebäudemanagement, Berlin (2000). S. 1.

10 Vgl. Nävy: (2018), S. 12.

11 Vgl. DIN Deutsches Institut für Normung e.V.: (2000), S. 1.

12 Vgl. DIN Deutsches Institut für Normung e.V.: (2000), S. 1.

13 Vgl. DIN Deutsches Institut für Normung e.V.: (2000), S. 2.

14 Vgl. DIN Deutsches Institut für Normung e.V.: (2000), S. 1.

15 Vgl. DIN Deutsches Institut für Normung e.V.: (2000), S. 4.

16 Vgl. DIN Deutsches Institut für Normung e.V.: (2000), S. 1.

17 Vgl. DIN Deutsches Institut für Normung e.V.: (2000), S. 7.

18 Vgl. DIN Deutsches Institut für Normung e.V.: (2000), S. 7.

19 Vgl. DIN Deutsches Institut für Normung e.V.: (2000), S. 7 f.

20 Vgl. Lünendonk & Hossenfelder GmbH: (2018), S. 33.

21 Vgl. Lünendonk & Hossenfelder GmbH: (2018), S. 32.

22 Vgl. Hubert, Julia: Umsatz von externen Facility Services in Deutschland von 2011 bis 2017 und Prognose bis 2021, o. E. (2019b), o. S.

23 Vgl. Lünendonk & Hossenfelder GmbH: Lünendonk-Liste 2019. Führende Facility-Service-Unternehmen in Deutschland, Mindelheim (2019), S. 6.

24 Vgl. Hubert, Julia: Statistiken zu Facility Services, o. E. (2019c), o. S.

25 Vgl. Lünendonk & Hossenfelder GmbH: (2019), S. 6.

26 Vgl. Hubert, Julia: (2019b), o. S.

27 Vgl. Lünendonk & Hossenfelder GmbH: (2019), S. 6.

28 Vgl. ISS Deutschland : Über ISS, Düsseldorf (2020b), o. S.

29 Vgl. Bauverlag BV GmbH : Lünendonk-Liste 2016, FM-Branche wächst rasant, steht aber vor einer großen Herausforderung, o. E. (o. J.), o. S.

30 Vgl. Lünendonk & Hossenfelder GmbH: Lünendonk-Liste 2017, Führende Facility-Service-Unternehmen in Deutschland, Mindelheim (2019), o. S.; Vgl. Lünendonk & Hossenfelder GmbH: (2019), o. S.

31 Vgl. ISS Deutschland : ISS Deutschland übernimmt EVANTEC, Düsseldorf (2016), o. S.

32 Vgl. ISS Deutschland : ISS übernimmt Facility Services für die Deutsche Telekom, Düsseldorf (2017), o. S.

33 Vgl. ISS Deutschland : ISS Deutschland veräußert Teil des Reinigungsgeschäfts, Düsseldorf (2019), o. S.

34 Vgl. ISS Deutschland : Strategie, Düsseldorf (2020a), o. S.

35 Vgl. Meffert, H., Bruhn, M., Hadwich, K.: Dienstleistungsmarketing, Grundlagen – Konzepte – Methoden, Wiesbaden (2018): S. 133.

36 Vgl. Meffert, H., Bruhn, M., Hadwich, K.: (2018), S. 136.

37 Vgl. Meffert, H., Bruhn, M., Hadwich, K.: (2018), S. 133.

38 Vgl. Der Facility Manager: Datenbank Facility Services Anbieter - ISS, o. E. (2019a), S. 60.

39 Vgl. Der Facility Manager: (2019a), S. 60.

40 Vgl. Der Facility Manager: (2019a), S. 60.

41 Siehe Kap. 5 Darstellung der ISS Facility Services Holding GmbH

42 Vgl. ISS Facility Services Holding GmbH: New Ways of Working, Düsseldorf (2019), S. 5.

43 Vgl. ISS Deutschland : Ihre Zukunft, o. E. (2020c), o. S.

44 Siehe Kap. 5 Darstellung der ISS Facility Services Holding GmbH

45 Vgl. finanzen.net GmbH: ISS A-S Aktie, o. E. (2020), o. S.

46 Vgl. Kummert, K., May, M., Pelzeter, A.: Nachhaltiges Facility Management, Berlin Heidelberg (2018), S. 97.

47 Vgl. Der Facility Manager: (2019a), S. 60.

48 Vgl. Hubert, Julia: Umsatzverteilung im Bereich Facility Services in Deutschland im Jahr 2018 nach Nutzungsarten, o. E. (2019d), o. S.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Der Facility Services-Markt in Deutschland. Standpunktanalyse und Strategieentwicklung am Beispiel der ISS Facility Services Holding GmbH
Hochschule
Hochschule Ruhr West
Note
1,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
30
Katalognummer
V932071
ISBN (eBook)
9783346262844
ISBN (Buch)
9783346262851
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Facility Management, SWOT, Facility Services
Arbeit zitieren
Patrick Lamanna (Autor), 2020, Der Facility Services-Markt in Deutschland. Standpunktanalyse und Strategieentwicklung am Beispiel der ISS Facility Services Holding GmbH, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/932071

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