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Die Europäische Einlagensicherung EDIS. (De)Stabilisert die EU-Einlagensicherung die Finanzmärkte?

Titel: Die Europäische Einlagensicherung EDIS. (De)Stabilisert die EU-Einlagensicherung die Finanzmärkte?

Bachelorarbeit , 2019 , 45 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Viktoria Hofmann (Autor:in)

VWL - Finanzwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Rahmen dieser Arbeit werden die Auswirkungen einer vorgeschlagenen einheitlichen europäischen Einlagensicherung mithilfe analytischer Modelle und einem Vergleich mit dem US-amerikanischen Einlagensicherungssystem diskutiert. Es lässt sich der Schluss ziehen, dass mit einer gut ausgebauten Bankenaufsicht sowie einer Marktdisziplinierung der Banken die stabilisierenden Aspekte überwiegen.

Die jüngste Finanzkrise hat bewiesen, wie wichtig die Einführung einer Europäischen Bankenunion als Ergänzung zur Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion ist. Mit dem einheitlichen Aufsichts- und Abwicklungsmechanismus wurden die ersten beiden Säulen der Bankenunion bereits umgesetzt. Angelehnt an den Vorschlag der Europäischen Kommission soll eine einheitliche Einlagensicherung diese abschließen. Es ist jedoch umstritten, ob ein EU-weiter Charakter stabilisierende oder destabilisierende Auswirkungen auf die Finanzmärkte hat. Während das Vertrauen der AnlegerInnen gestärkt und Bank Runs verhindert werden können, bietet sie zugleich einen Anreiz für Moral-Hazard-Verhalten und sinkende Marktdisziplin.

Es wird ein Modell von Diamond und Dybvig (1983) vorgestellt. Dieses erläutert, wie Bank Runs (dt. Bankansturm) zustande kommen und warum sich eine EU-weite Einlagensicherung positiv auf diese auswirkt. Zum anderen wird ein Modell von Gropp und Vesala (2004) betrachtet, das die Gründe von Moral-Hazard-Verhalten erklärt und zugleich Bedingungen erläutert, unter denen eine explizite Einlagensicherung dieses Verhalten reduziert. Hierbei handelt es sich unter anderem um eine erhöhte Marktüberwachung seitens der AnlegerInnen, die die Finanzinstitute disziplinieren soll. Es wird ein weiterer Lösungsansatz im Sinne der richtigen Anreizsetzung des Bankenmanagements angesprochen, sodass auch der Staat das Moral-Hazard-Verhalten von Banken reduzieren kann. Um das Risikoverhalten derer einzuschränken, sollen die Mitgliedstaaten der Europäischen Bankenunion einen risikoadjustierten Beitrag in eine gemeinsame Einlagensicherung einzahlen. Zugleich sollen mit dieser Methode ungerechtfertigte Quersubventionierungen vermieden werden (Keuschnigg und Winterberg 2017).
Abschließend wird die Finanzpolitik der Vereinigten Staaten näher betrachtet. Die USA waren der erste Staat, der ein DGS auf Bundesebene – die sogenannte Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) – einführte.

Leseprobe


Struktur der Arbeit

1 Einleitung

2 Makroökonomische Grundlagen

2.1 Bankenunion

2.2 Nationale Einlagensicherungssysteme

3 EU-Einlagensicherung

3.1 Gründe für eine Einführung

3.2 Design der EU-Einlagensicherung

3.3 Voraussetzungen

4 Auswirkungen der EU-Einlagensicherung

4.1 Bank Runs

4.1.1 Bilanz einer Geschäftsbank

4.1.2 Modell von Diamond und Dybvig (1983)

4.2 Moral Hazard

4.2.1 Modell von Gropp und Vesala (2004)

4.2.2 Marktdisziplinierung

5 Vergleich mit den USA

5.1 Federal Deposit Insurance Corporation

5.2 US-amerikanischer Aufsichtsmechanismus

5.3 FDIC als Vorbild für EDIS

6 Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die Einführung eines Europäischen Einlagensicherungssystems (EDIS) eine stabilisierende oder destabilisierende Wirkung auf die Finanzmärkte im Euroraum hat. Dabei steht die Abwägung zwischen dem gesteigerten Vertrauen der Anleger, der Vermeidung von Bank Runs und den Risiken eines durch die Absicherung geförderten Moral-Hazard-Verhaltens im Fokus.

  • Analyse der Bankenunion als ergänzender Rahmen zur Finanzstabilität.
  • Untersuchung von Bank Runs anhand theoretischer Modelle wie Diamond und Dybvig (1983).
  • Diskussion von Moral-Hazard-Effekten unter Verwendung des Modells von Gropp und Vesala (2004).
  • Vergleich mit dem US-amerikanischen Einlagensicherungssystem (FDIC) als Referenzpunkt.
  • Erörterung von Voraussetzungen zur Risikominderung vor Einführung eines supranationalen Einlagensicherungssystems.

Auszug aus dem Buch

4.1 Bank Runs

Das Bankensystem ist gekennzeichnet durch Informationsasymmetrien. Das bedeutet, dass den AnlegerInnen nicht ausreichend Informationen zur Verfügung stehen, um sich ausgiebig über die aktuellen Situationen und das Agieren der Banken informieren zu können. Sie können nur schwer einschätzen, ob tatsächlich Risiken seitens des Finanzinstituts bestehen und ihre Einlagen damit in Gefahr sind oder ob es sich um exogene Risiken handelt, die aufgrund aktueller Marktsituationen bestehen (Gören 2019). Dementsprechend reichen bereits schlechte Nachrichten und Gerüchte aus, um AnlegerInnen dazu zu bewegen, ihre Einlagen von der Bank abzuheben. Geschieht dieses Verhalten plötzlich und in Massen, nennt sich dieser Vorfall Bank Run. Die dabei auftretenden Probleme für die Banken werden im kommenden Abschnitt erläutert.

Die Transformation von kurzfristig abrufbaren Einlagen in langfristig gebundene Investitionen stellt ein zentrales Risiko für die Banken dar. Im Normalfall sind die Liquiditätsbedürfnisse der AnlegerInnen unabhängig voneinander. Das bedeutet, dass die Abhebungen der einen sich mit den Neueinlagen der anderen ausgleichen. Damit haben die Banken immer genügend Liquidität zur Verfügung, um die Nachfrage nach Einlagen decken zu können (Keuschnigg und Winterberg 2017).

Eine Einlagensicherung soll in Problemsituationen wie Bank Runs helfen, in denen AnlegerInnen das Vertrauen in das Bankensystem verlieren. Die Konsequenz daraus ist ein panikartiges Einfordern ihrer Einlagen, aus der Angst heraus, die Bank könnte insolvent gehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit der Bankenunion infolge der Finanzkrise und skizziert die Fragestellung zur Wirkung von EDIS auf die Finanzmarktstabilität.

2 Makroökonomische Grundlagen: Hier werden die Säulen der Bankenunion, insbesondere der Aufsichts- und Abwicklungsmechanismus, sowie die Struktur nationaler Einlagensicherungssysteme erläutert.

3 EU-Einlagensicherung: Dieses Kapitel behandelt die Gründe für eine EU-weite Einführung, das geplante Design in drei Phasen sowie notwendige Voraussetzungen zur Harmonisierung.

4 Auswirkungen der EU-Einlagensicherung: Das Kapitel analysiert theoretisch die Stabilitätseffekte bei Bank Runs sowie die Risiken des Moral Hazards unter Berücksichtigung verschiedener ökonomischer Modelle.

5 Vergleich mit den USA: Die Arbeit vergleicht das US-System (FDIC) als langjährige Referenz mit den europäischen Plänen und leitet daraus Bedingungen für ein erfolgreiches EDIS ab.

6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine EU-Einlagensicherung in der Theorie stabilisierend wirkt, ihre Wirksamkeit in der Praxis jedoch an strenge Voraussetzungen wie den Abbau von Altlasten und eine effektive Bankenaufsicht geknüpft ist.

Schlüsselwörter

Europäische Bankenunion, Einlagensicherungssysteme, EDIS, Finanzmarktstabilität, Bank Runs, Moral Hazard, Marktdisziplinierung, Diamond und Dybvig, Gropp und Vesala, FDIC, Bankenaufsicht, Informationsasymmetrie, Risikoprofil, Quersubventionierung, Finanzkrise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Fragestellung, inwieweit die Einführung einer EU-weiten Einlagensicherung (EDIS) die Stabilität der Finanzmärkte im Euroraum durch vertrauensbildende Maßnahmen erhöhen oder durch moralische Risiken gefährden könnte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Bankenunion, Bank Runs, Moral-Hazard-Verhalten von Banken, die Marktdisziplinierung sowie der Vergleich mit dem amerikanischen System der FDIC.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die stabilisierenden und destabilisierenden Aspekte der geplanten EU-Einlagensicherung kritisch zu bewerten und Lösungsansätze für die dabei auftretenden Zielkonflikte aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Diskussion und Analyse theoretischer ökonomischer Modelle, wie dem Modell von Diamond und Dybvig (1983) für Bank Runs und dem Modell von Gropp und Vesala (2004) für Moral Hazard.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert, wie eine Einlagensicherung Bank Runs verhindern kann, welche negativen Anreize sie für das Risikoverhalten der Banken bietet und welche Voraussetzungen (z. B. Abbau von Problemkrediten) für eine erfolgreiche Umsetzung notwendig sind.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Europäische Bankenunion, EDIS, Bank Runs, Moral Hazard, Marktdisziplinierung und Finanzmarktstabilität.

Wie bewertet der Autor die Übertragbarkeit der US-amerikanischen Erfahrung auf Europa?

Die Autorin sieht die FDIC als wertvolle Referenz für die EU, weist aber darauf hin, dass die heterogene Wirtschaftsstruktur im Euroraum die Wirksamkeit eines EDIS im Vergleich zur US-Lösung einschränken könnte.

Warum ist der Abbau von notleidenden Krediten (NPLs) vor der EDIS-Einführung so wichtig?

Der Abbau ist entscheidend, da Altlasten destabilisierend wirken könnten und eine Vergemeinschaftung dieser Risiken durch die Einlagensicherung vermieden werden muss, um keine Fehlanreize für Mitgliedstaaten zu schaffen.

Ende der Leseprobe aus 45 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Europäische Einlagensicherung EDIS. (De)Stabilisert die EU-Einlagensicherung die Finanzmärkte?
Hochschule
Universität Kassel
Note
1,3
Autor
Viktoria Hofmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
45
Katalognummer
V932320
ISBN (eBook)
9783346258618
ISBN (Buch)
9783346258625
Sprache
Deutsch
Schlagworte
europäische einlagensicherung edis stabilisert eu-einlagensicherung finanzmärkte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Viktoria Hofmann (Autor:in), 2019, Die Europäische Einlagensicherung EDIS. (De)Stabilisert die EU-Einlagensicherung die Finanzmärkte?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/932320
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  45  Seiten
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