Die Gestaltung des Sportunterrichtes hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt. Die Autorin beschäftigt sich mit der Frage, wie sich der Sportunterricht nach dem Zweiten Weltkrieg gestaltet hat.
Schulsport hat eine erzieherische Funktion. Schülerinnen und Schüler sollen sich fachspezifische Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse aneignen und zugleich in sozialen und politischen Gestaltungsprozessen handlungsfähig werden. Im Sportunterricht sollen Bildungsmöglichkeiten geschaffen werden, die im Bereich Bewegung, Spiel und Sport stattfinden. Aufgabe der Lehrkraft ist es diese durch förderliche Rahmenbedingungen und der Gestaltung des Lehr- und Lernarrangements herzustellen (vgl. Schulsport NRW). Adolf Hitler und die NSDAP hatten zur Zeit des Zweiten Weltkrieges großen Einfluss auf das deutsche Schulsystem.
Im Verlauf dieser Arbeit möchte die Autorin sich zunächst mit dem aktuellen Wissens- und Forschungsstand zu diesem Thema beschäftigen. Dazu geht sie zunächst auf die geschichtlichen Fakten über den Nationalsozialismus und ihren Einfluss auf den Sport in Deutschland ein. Darauf aufbauend erläutert sie die Entstehung der Staaten BRD und DDR, um staatliche Unterschiede zu verdeutlichen. Dann geht sie auf die Unterschiede im Sport ein, die sich zwischen der BRD und der DDR entwickelt haben. Das bezieht sie im Anschluss auf den Sportunterricht. Um sich später mit der Gestaltung des Sportunterrichtes zu beschäftigen, geht sie dann auf aktuellen Methoden in der Vermittlung von Bewegungsabläufen ein.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Wissens- und Forschungsstand
2.1 Sport und Sportunterricht in der BRD
2.2 Sport und Sportunterricht in der DDR
2.3 Methoden im Sportunterricht
3 Begründung der Fragestellung und Auswahl der Forschungsmethode
4 Das Leitfrageninterview nach Witzel
5 Analyse
5.1 Vorstellung der Leitfragen
5.2 Vorstellung der Befragten
5.3 Analyse der Interviews
6 Fazit
7 Reflexion
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Unterschiede in der Gestaltung des Sportunterrichts zwischen der Bundesrepublik Deutschland (BRD) und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) am Ende der 1950er Jahre. Ziel ist es, durch eine qualitative Forschungsmethode – das problemzentrierte Leitfrageninterview nach Witzel – aufschlussreiche Zeitzeugenaussagen zu gewinnen, die Aufschluss über die konkrete Praxis des Sportunterrichts, den politischen Einfluss und den Stellenwert des Fachs in den beiden jungen deutschen Staaten geben.
- Vergleichende Analyse des Sportsystems in der BRD und DDR
- Methodische Grundlagen der Sportvermittlung in den 1950er Jahren
- Anwendung des problemzentrierten Leitfrageninterviews in der Geschichtsforschung
- Auswertung von Zeitzeugenaussagen zur Unterrichtsgestaltung
- Reflexion über die Validität und Durchführung qualitativer Forschungsmethoden
Auszug aus dem Buch
2.2 Sport und Sportunterricht in der DDR
Auch das Schulsystem im Osten veränderte sich mit der Gründung der DDR 1945. Bildung sollte demokratisiert werden. Dafür wurden, wie auch in der BRD, alle Lehrkräfte entlassen, die nationalsozialistische belastet waren, kirchlich engagiert oder eine bürgerliche Einstellung hatten (vgl. Konrad, 2012, S.109). Der Unterricht in der DDR unterlag ständigen Normierungsversuchen. Die Schülerinnen und Schüler sollten systematische, allseitige und umfassende Kenntnisse erwerben, sowie gesellschaftlich wertvolle Fähigkeiten und Fertigkeiten. Dabei grenzte sich das Schulsystem von der Reformpädagogik ab. Stattdessen rückte die Rolle der Lehrkraft in den Vordergrund und der Frontalunterricht hatte einen hohen Stellenwert. Damit unterschied sich der Unterricht der DDR erheblich von dem der BRD. (vgl. Kemnitz/Sandfuchs, 2006, S.32-33). Auch der Sport unterschied sich in den beiden Staaten. Zwar hatte der Sport auch in der DDR einen hohen Stellenwert, sollte aber zur persönlichen Gesundheit beitragen, um damit die Arbeitskraft gewährleisten zu können. „Sport wurde im Deutschen Turn- und Sportbund (DTSB), in den Sportverbänden und Sportvereinigungen und der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) betrieben“ (Ortmann, 2015, S.74). Der Fokus lag dabei auf der Erziehung zu einem sozialistischen Menschen durch die Förderung einer sozialistischen Denk- und Lebensweise. Durch den Sport sollte die Überlegenheit des Sozialismus gegenüber dem Kapitalismus herausgestellt werden. Damit wird die enge Verbundenheit von Sport und Politik in der DDR deutlich (vgl. Ortmann, 2015, S.73-74). Der Sport, und auch der Schulsport, war den Weisungen und Richtlinien der Staats- und Parteiführer der sozialistischen Einheitspartei Deutschland (SED) unterworfen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Hier wird das Thema der Arbeit vorgestellt, das Interesse an der historischen Entwicklung des Sportunterrichts begründet und der methodische Ansatz dargelegt.
2 Wissens- und Forschungsstand: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die historische Entwicklung des Sports in der BRD und DDR sowie über die didaktischen Methoden der damaligen Zeit.
3 Begründung der Fragestellung und Auswahl der Forschungsmethode: Die Autorin begründet ihre Wahl des problemzentrierten Interviews als Mittel, um explorative Erkenntnisse zu diesem Forschungsfeld zu gewinnen.
4 Das Leitfrageninterview nach Witzel: Es werden die theoretischen Grundlagen des problemzentrierten Interviews, die verschiedenen Instrumente der Methode und der Ablauf des Erhebungsprozesses erläutert.
5 Analyse: Die erhobenen Daten aus den Interviews werden vorgestellt, die Befragten charakterisiert und die Inhalte detailliert analysiert und verglichen.
6 Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und mit dem Forschungsstand in Beziehung gesetzt, wobei die Unterschiede zwischen den beiden Systemen hervorgehoben werden.
7 Reflexion: Die Autorin bewertet kritisch ihren eigenen Forschungsprozess, die Eignung der Methode und diskutiert alternative Ansätze.
Schlüsselwörter
Sportunterricht, Schulsport, BRD, DDR, Sportgeschichte, 1950er Jahre, problemzentriertes Interview, Zeitzeugen, Sportpädagogik, Körperertüchtigung, Methodik, Sportvereine, Sozialismus, DDR-Schulsystem, Qualitative Sozialforschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Forschungsarbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem historischen Vergleich der Gestaltung des Sportunterrichts in der BRD und der DDR am Ende der 1950er Jahre.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die politische Steuerung des Schulsports, die Vermittlungsmethodik in den 1950er Jahren sowie die organisatorischen Bedingungen des Schulsports nach dem Zweiten Weltkrieg.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, durch Zeitzeugenaussagen herauszufinden, wie sich der Sportunterricht konkret in den beiden deutschen Staaten unterschied und wie diese Anfänge des Wiederaufbaus im schulischen Kontext erlebt wurden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird das problemzentrierte Leitfrageninterview nach Witzel verwendet, um explorative Einblicke in die Erinnerungen von Zeitzeugen zu gewinnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Wissensstandes zur Sportgeschichte beider Staaten, eine theoretische Einordnung der gewählten Interviewmethode und die detaillierte Analyse der durchgeführten Interviews.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sportunterricht, BRD, DDR, Sportpädagogik, Zeitzeugeninterviews und die spezifische historische Situation der 1950er Jahre charakterisiert.
Gibt es wesentliche Unterschiede in der Organisation des Sportunterrichts?
Ja, laut der Analyse zeigt sich, dass der Sportunterricht in der DDR staatlich stark gelenkt und als integraler Bestandteil der Erziehung zum sozialistischen Menschen konzipiert war, während der Wiederaufbau in der BRD als langsamerer, sich vom Staat entfernender Prozess wahrgenommen wurde.
Welchen Stellenwert hatte Sport in der Wahrnehmung der interviewten Zeitzeugen?
Dies variierte stark: Während einige Teilnehmer den Sport als disziplinierendes und wichtiges Fach in guter Erinnerung behielten, berichten andere (vor allem aus dem westdeutschen Raum) von einer eher untergeordneten Rolle des Schulsports gegenüber anderen Tätigkeiten.
- Arbeit zitieren
- Karina Schrandt (Autor:in), 2020, Schulsport nach dem Dritten Reich. Vergleich des Sportunterrichts zwischen BRD und DDR am Ende der 1950er Jahre, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/932345