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Finnland im Zweiten Weltkrieg im Spannungsfeld deutscher und sowjetischer Großmachtinteressen

Title: Finnland im Zweiten Weltkrieg im Spannungsfeld deutscher und sowjetischer Großmachtinteressen

Term Paper , 2008 , 33 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Harald Freter (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Finnland weder von der Sowjetunion besetzt noch wurde die Staats- und Gesellschaftsordnung nach sowjetischem Vorbild umgestaltet. Finnland konnte sowohl seine territoriale Integrität und Souveränität, als auch seine demokratischen Institutionen, seine marktwirtschaftliche Ordnung und sein Gesellschaftssystem erhalten. Ziel dieser Arbeit ist es, die Gründe hierfür im finnischen Agieren im Spannungsfeld zwischen eigenen nationalen Interessen und dem äußeren Druck Deutschlands und der Sowjetunion im Verlauf und vor allem am Ende des Krieges zu suchen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Interessenlage der beteiligten Mächte bezüglich Finnland

2.1 Finnlands Interessen nach Erstem Weltkrieg, Bürgerkrieg und Ostkriegszügen

2.2 Finnisch-Deutsche Zusammenarbeit vor dem Krieg

2.3 Sowjetische Interessen an Finnland

3. Der Verlauf des Krieges in Finnland 1939 - 1945

3.1 Der Winterkrieg 1939/40

3.2 Die Zwischenkriegszeit 1940/41

3.3 Der Fortsetzungskrieg 1941 – 1944

3.3.1 Der finnische Eintritt in den Krieg gegen die Sowjetunion

3.3.2 Exkurs: Besuch Adolf Hitlers bei Carl Gustav Mannerheim am 4. Juni 1942

3.3.3 Finnlands Austritt aus dem Krieg gegen die Sowjetunion

3.4 Der Lapplandkrieg 1944/45

4. Bewertung der finnischen Handlungsmöglichkeiten

4.1 Winterkrieg

4.2 Eintritt in den Fortsetzungskrieg

4.3 Ausscheiden aus dem Fortsetzungskrieg

4.4 Die Nichtbesetzung und Nichtsowjetisierung Finnlands

4.5 Lapplandkrieg 1944/45

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Gründe, warum Finnland trotz seiner exponierten Lage im Spannungsfeld zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion während des Zweiten Weltkrieges weder militärisch besetzt noch sowjetisiert wurde, und analysiert dabei den finnischen Handlungsspielraum.

  • Analyse der nationalen Interessen Finnlands und des außenpolitischen Drucks durch die Großmächte.
  • Untersuchung der finnisch-deutschen Waffenbrüderschaft und der diplomatischen Ausbalancierung.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der "Treibholztheorie" und der Eigenständigkeit finnischer Entscheidungen.
  • Bewertung der historischen Wendepunkte: Winterkrieg, Fortsetzungskrieg und Lapplandkrieg.
  • Erörterung der Faktoren, die eine sowjetische Okkupation nach 1944 verhinderten.

Auszug aus dem Buch

3.3.2 Exkurs: Besuch Adolf Hitlers bei Carl Gustav Mannerheim am 4. Juni 1942

Eine interessante Episode, die ein gewisses Licht auf den Stand der finnisch-deutschen Beziehungen wirft, ist der Besuch Adolf Hitlers beim finnischen Oberbefehlshaber Carl Gustav Mannerheim anlässlich dessen 75. Geburtstages am 4. Juni 1942 in Mikkeli (Wegner, 1993). Dieser Besuch fand in einer Situation statt, als sich die allgemeine Kriegslage für Deutschland verschlechterte und zugleich die wirtschaftliche, militärische und politische Abhängigkeit Finnlands vom Deutschen Reich zunahm. In dieser Situation versuchte die finnische Politik „ihren Handlungsspielraum … zu wahren“ (Wegner, 1993, S. 119). Seit dem Winter 1941/42 war es der finnischen Führung gelungen, sich auf eine eher politisch abwartende Haltung und militärisch defensive Kriegführung zurückzuziehen.

Andererseits verzichtete Deutschland – anders als im Umgang mit anderen Bundesgenossen - darauf, Finnland mit diplomatischem, wirtschaftlichem oder militärischem Druck zur Aufgabe dieser Linie zu zwingen. Hierfür führt Wegner (1993, S. 120ff.) drei Gründe an:

- Respekt des deutschen Diktators vor dem nationalen Selbstbehauptungswillen der Finnen

- Unverzichtbarkeit des finnischen Beitrags für die defensive Sicherung der Nordflanke, nicht so sehr für die Offensivoperationen auf dem Südflügel

- Kontraproduktive Wirkung von Pressionen, die Finnland eher zu einem Sonderfrieden mit der Sowjetunion neigen ließen

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die besondere historische Stellung Finnlands als Ausnahme unter den mit Deutschland verbündeten Staaten und legt das Ziel fest, den Handlungsspielraum Finnlands zu untersuchen.

2. Interessenlage der beteiligten Mächte bezüglich Finnland: Das Kapitel analysiert die sicherheitspolitischen Ausgangsbedingungen Finnlands sowie die gegensätzlichen Ambitionen der Sowjetunion und Deutschlands.

3. Der Verlauf des Krieges in Finnland 1939 - 1945: Hier wird der chronologische Ablauf der drei finnischen Kriege dargestellt, unter besonderer Berücksichtigung der diplomatischen und militärischen Interaktionen.

4. Bewertung der finnischen Handlungsmöglichkeiten: Dieses Kapitel bewertet kritisch, wie die finnische Führung ihre begrenzten Optionen nutzte, um Souveränität und Systemerhalt zu sichern.

5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die Erkenntnisse und bestätigt, dass die finnische Führung ihren Handlungsspielraum trotz großer Zwänge klug genutzt hat.

Schlüsselwörter

Finnland, Zweiter Weltkrieg, Sowjetunion, Deutschland, Winterkrieg, Fortsetzungskrieg, Lapplandkrieg, Carl Gustav Mannerheim, Souveränität, Neutralität, Waffenbrüderschaft, Treibholztheorie, Geopolitik, Kriegsschauplatz, Außenpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der außenpolitischen und militärischen Situation Finnlands während des Zweiten Weltkrieges im Spannungsfeld zwischen den Großmächten Deutschland und Sowjetunion.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Ursachen der finnischen Kriegsbeteiligung, die Dynamik der "Waffenbrüderschaft" mit Deutschland sowie die Faktoren, die das Überleben des finnischen Staates ohne Okkupation ermöglichten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie Finnland es schaffte, seine demokratischen Institutionen und territoriale Souveränität trotz massiven äußeren Drucks und laufender Kriege zu bewahren.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse von Primärquellen wie Tonbandprotokollen und Memoiren sowie auf eine fundierte Auswertung deutsch- und englischsprachiger Sekundärliteratur zur finnischen Geschichte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Interessenlagen, eine detaillierte Darstellung des Kriegsverlaufs (Winter-, Fortsetzungs- und Lapplandkrieg) sowie eine bewertende Analyse der finnischen Handlungsspielräume.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Souveränität, Waffenbrüderschaft, Treibholztheorie, geopolitischer Handlungsspielraum und das Verhältnis zur Sowjetunion charakterisiert.

Warum ist der Besuch Hitlers bei Mannerheim im Jahr 1942 für die Analyse so wichtig?

Der Besuch illustriert die machtpolitische Asymmetrie zwischen beiden Staaten und zeigt auf, dass Deutschland trotz der Abhängigkeit Finnlands von dessen eigenständigem militärischen Beitrag abhängig war und auf Druckmittel verzichtete.

Wie widerlegt der Autor die sogenannte "Treibholztheorie"?

Der Autor führt auf, dass moderne historische Forschung belegt, dass die finnische Staatsführung bewusst agierte und das Land nicht passiv als "Treibholz" in den Krieg geriet, sondern strategische Entscheidungen traf.

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Details

Title
Finnland im Zweiten Weltkrieg im Spannungsfeld deutscher und sowjetischer Großmachtinteressen
College
University of Hagen  (Historisches Institut)
Grade
1,7
Author
Harald Freter (Author)
Publication Year
2008
Pages
33
Catalog Number
V93268
ISBN (eBook)
9783638073530
ISBN (Book)
9783640101894
Language
German
Tags
Finnland Zweiten Weltkrieg Spannungsfeld Großmachtinteressen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Harald Freter (Author), 2008, Finnland im Zweiten Weltkrieg im Spannungsfeld deutscher und sowjetischer Großmachtinteressen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93268
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