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Die Staatssicherheit der DDR

Die Überlebensform der SED?

Title: Die Staatssicherheit der DDR

Term Paper , 2008 , 30 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christin Wolf (Author)

Politics - History of Political Systems
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„Vertrauen ist gut Kontrolle ist besser“ (vgl. FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG 1984, S. 5). Dieser kommunistische Leitspruch, implizierte das Motto der Deutschen Demokratischen Republik. Nichts hat je besser und zuverlässiger funktioniert, als das Organ des Ministerrates der DDR, das Ministerium für Staatssicherheit . Letzteres praktizierte die absolute Beobachtung jedes einzelnen Bürgers, um Gegner des Systems auszuschalten und die Macht zu erhalten. War der Staatssicherheitsdienst die Überlebensbasis der SED? Diese Frage möchte ich zum Anliegen meiner Hausarbeit nehmen und Einflussfaktoren wie Strategien von differenzierten Seiten beleuchten.

Noch heute beschäftigt sich die Forschung als auch Privatpersonen intensiv mit diesem Thema. Akten werden aufgearbeitet, sortiert und zur Einsicht freigegeben. Somit ist eine Vergangenheitsaufarbeitung seitens der Opfer möglich, als auch eine Aufarbeitung der Deutschen Geschichte, vor allem einer „grauen Seite“ der Geschichte. Des Weiteren leben noch viele Menschen mit den psychischen Folgen aus der Zeit der Staatssicherheit und kämpfen gedanklich mit der Verarbeitung dieses Gedankenguts. Dabei stellt es keinen nennenswerten Unterschied dar, ob es sich um ehemalige inoffizielle Mitarbeiter oder Opfer handelt.

Die Staatssicherheit der DDR umfasst ein sehr weitreichendes Thema. Fakt ist, dass sehr viele Menschen diese Form der Kontrolle kennen, sich der detaillierten Hintergründe jedoch nicht bewusst sind. Einige Möglichkeiten zur Information für den Bürger sind Ausstellungen und Museen zu besuchen. Im Fall Betroffener besteht heutzutage die Gelegenheit in die eigene Akte Einblick zu erlangen. Ebenso befassen sich Filmroduzenten und Belletristiker intensiv mit dem Thema Staatssicherheit. Ich möchte mit dieser Arbeit einen Überblick über die gesamte thematische Einheit als auch deren kontextueller Einordnung geben. Ein für mich sehr entscheidender Punkt zu diesem Gebiet war die Ausstellung „Staatssicherheit der DDR-Garant der SED Diktatur“ in Hamburg, sowie das Interview mit den Betroffenen Berta Maier als auch Petra und Max Müller, welche die Kontrolle der Staatssicherheit erfahren hatten. Sowohl die besuchte Ausstellung als auch die geführten Gespräche zeigten interessante Aspekte auf. Die Staatsicherheit betraf fast jeden Bürger. Die Vorgehensweisen des Staatssicherheitsdienstes sind sehr geschickt und komplex. Meine Arbeit umfasst die wichtigsten Punkte zu dieser Thematik.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Geschichte der DDR

3 Staatssicherheit

3.1 Gründung und Geschichte

3.2 SED und MfS

3.3 Mitglieder

3.4 Arbeitsweisen und Methoden

4 Bewertung und Kritik

4.1 Allgemeiner Forschungsstand

4.2 Kritik

5 Fazit

6 Quellen

6.1 Literatur- und Quellenangabe

6.2 Weiterführende Literatur

6.3 Weitere Quellen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) als zentrales Machtinstrument der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) in der DDR. Das primäre Ziel ist es, die Rolle der Staatssicherheit als "Überlebensform" der SED zu analysieren und zu klären, inwiefern das MfS durch die absolute Kontrolle der Bürger und die Überwachung der eigenen Parteilinie den Machterhalt des Regimes sicherstellte.

  • Historischer Kontext der DDR-Geschichte als Grundlage für die Entstehung staatlicher Überwachungsmechanismen.
  • Strukturanalyse des MfS, insbesondere der Rekrutierung hauptamtlicher und inoffizieller Mitarbeiter.
  • Untersuchung der operativen Arbeitsweisen wie Postkontrolle, Telefonüberwachung und Schriftenfandung.
  • Kritische Reflexion über die Forschungslage sowie die ethischen und psychologischen Folgen der damaligen Spionagearbeit.

Auszug aus dem Buch

3.4 Arbeitsweisen und Methoden

Um Kontrolle und Macht über den Bürger zu besitzen, wurden vielfältige Methoden eingesetzt, welche der Informationsgewinnung dienten (vgl. Abbildung 2). Fünf dieser Methoden möchte ich im Laufe des nächsten Abschnittes erläutern, wobei ich mich auf die am häufigsten angewandten beschränke:

a) Beobachtung,

b) Telefonüberwachung,

c) Postkontrolle,

d) Schriftenfandung und

e) Geruchsproben.

„Er selbst ist anpassungsfähig und auch zum lachen aufgelegt und führte keine Gespräche in kirchlicher oder negativer Hinsicht“ (vgl. BÜRGERKOMITEE LEIPZIG 1992, S.102) lautete ein MfS Bericht vom 08. Februar 1988. Es bestehen in der heutigen Zeit kaum Zweifel der ehemaligen DDR-Bürger, dass auch sie sich im Visier der Staatssicherheit befanden. Beobachtungen (a) äußerten sich, sobald es zu spürbaren Nachteilen, Behinderungen oder sogar Verhaftungen gekommen war. Oft genügten nichtige Anlässe, um ins Blickfeld des Staatssicherheitsdienstes zu rücken. Potentiell kam jeder Bürger in Frage, die personellen und technischen Grenzen waren jedoch schnell erreicht. Hinzu kam, dass die Staatssicherheit auch unter ihren eigenen Mitarbeitern Beobachtungen anstrebte. Die einfachste Variante um an Informationen zu gelangen, war die Befragung im Betrieb oder dem unmittelbaren Umfeld des Wohnbereiches. Entweder der MfS-Mitarbeiter hielt sich verdeckt in seiner Observation oder er gab sich als gesprächiger, netter Mitbürger aus, um das Vertrauen des Opfers zu gewinnen. Erfolg wurde ebenso mit der Abhängigkeit des inoffiziellen Mitarbeiters von der zu beobachtenden Person erzielt. Dies gab dem Opfer das Gefühl, die Kontrolle zu besitzen. Ein Fehlverhalten kam unter diesen Umständen leichter zu Stande, da die Beobachteten sich in Sicherheit fühlten. Eine weitere Möglichkeit bestand in der widerrechtlichen Kenntnisnahme des intimen, persönlichen Bereichs. Die konspirative Durchsuchung der Wohnung beziehungsweise des Grundstückes, durch Beschaffung eines Zweitschlüssels durch den Staatssicherheitsdienst.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der DDR-Staatssicherheit ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach der Rolle des MfS für den Machterhalt der SED.

2 Die Geschichte der DDR: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Entstehung und Entwicklung der DDR bis zum Ende des Regimes 1989.

3 Staatssicherheit: Hier werden die Gründung, die organisatorische Anbindung an die SED, die Mitgliederstruktur und die operativen Methoden des MfS detailliert dargestellt.

3.1 Gründung und Geschichte: Dieser Abschnitt beschreibt die Aufbauphase der Geheimpolizei in der sowjetisch besetzten Zone sowie die offizielle Gründung des Ministeriums im Jahr 1950.

3.2 SED und MfS: Hier wird das MfS als „Schild und Schwert“ der Partei analysiert und dessen Rolle als primäres Herrschaftsinstrument dargelegt.

3.3 Mitglieder: Dieser Teil differenziert zwischen hauptamtlichen und inoffiziellen Mitarbeitern und erläutert die Kriterien sowie die Praxis der Rekrutierung.

3.4 Arbeitsweisen und Methoden: Die verschiedenen Überwachungstechniken wie Beobachtung, Postkontrolle und Telefonüberwachung werden hier erläutert.

4 Bewertung und Kritik: Das Kapitel reflektiert die heutige Aufarbeitung der Akteneinsicht und setzt sich kritisch mit den ethischen Problemen der Vergangenheitsbewältigung auseinander.

4.1 Allgemeiner Forschungsstand: Hier wird der Stand der wissenschaftlichen und institutionellen Forschung zur Aufarbeitung des MfS-Erbes seit 1989 zusammengefasst.

4.2 Kritik: Dieser Abschnitt thematisiert die problematischen Folgen der Offenlegung von Decknamen und die Auswirkungen auf die betroffenen Opfer.

5 Fazit: Das Kapitel resümiert die Arbeit und bestätigt die zentrale Hypothese, dass die Staatssicherheit die entscheidende Überlebensform der SED darstellte.

6 Quellen: Auflistung der im Rahmen der Hausarbeit verwendeten Literatur, Quellen und Interviews.

6.1 Literatur- und Quellenangabe: Systematisches Verzeichnis der wissenschaftlichen Werke und Dokumente.

6.2 Weiterführende Literatur: Hinweise auf zusätzliche relevante Titel zur Thematik.

6.3 Weitere Quellen: Auflistung der durchgeführten Interviews und besuchter Ausstellungen.

Schlüsselwörter

DDR, Staatssicherheit, MfS, SED, Überwachung, inoffizielle Mitarbeiter, Repression, Machtinstrument, Postkontrolle, Vergangenheitsaufarbeitung, Spionage, Kontrolle, Diktatur, Widerstand, Stasi.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Funktion und die Arbeitsweise des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) innerhalb der Deutschen Demokratischen Republik und dessen Bedeutung für die Sicherung der Herrschaft der SED.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Geschichte der DDR, der strukturelle Aufbau des MfS, die Rekrutierung von Mitarbeitern, Methoden der Bürgerüberwachung sowie die heutige Kritik an der Aufarbeitung dieser Vergangenheit.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob der Staatssicherheitsdienst als die entscheidende Überlebensbasis der SED betrachtet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literatur- und Quellenanalyse, ergänzt durch Auswertungen von Interviews mit Betroffenen und Informationen aus zeitgeschichtlichen Ausstellungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Gründung des MfS, der engen Verbindung zwischen SED und Stasi, der detaillierten Beschreibung der verschiedenen Mitarbeitertypen sowie der Analyse operativer Überwachungsmethoden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind MfS, DDR, Überwachung, inoffizielle Mitarbeiter, Repression, Machtinstrument, Spionage und Vergangenheitsaufarbeitung.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen hauptamtlichen und inoffiziellen Mitarbeitern?

Die Arbeit differenziert zwischen den ca. 91.000 hauptamtlichen Kräften und den etwa 600.000 inoffiziellen Mitarbeitern, die als geheime Verbindung zwischen Staat und Gesellschaft fungierten.

Was kritisiert die Autorin an der heutigen Akteneinsicht?

Kritisiert wird vor allem die Gefahr von Racheakten und Erpressungen, die entstehen kann, wenn heute bekannt wird, welche Person in der Vergangenheit als Spitzel unter einem Decknamen agierte.

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Details

Title
Die Staatssicherheit der DDR
Subtitle
Die Überlebensform der SED?
College
University of Applied Administrative Sciences Wiesbaden
Grade
1,3
Author
Christin Wolf (Author)
Publication Year
2008
Pages
30
Catalog Number
V93279
ISBN (eBook)
9783640097821
ISBN (Book)
9783640115266
Language
German
Tags
Staatssicherheit DDR SED
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christin Wolf (Author), 2008, Die Staatssicherheit der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93279
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