Die Auswirkung von visuellen, auditiven und interaktiven Inszenierungen einer Veranstaltung auf die emotionale Aktivität der Teilnehmer


Bachelorarbeit, 2019

72 Seiten, Note: A+


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theorieteil
2.1 Definition Ausstellung
2.2 Bedeutung der Emotionen
2.3 Inszenierungsmöglichkeiten
2.3.1 Visuell
2.3.2 Auditiv
2.3.3 Interaktiv
2.4 Evaluierungsmethoden
2.4.1 Biofeedback
2.4.2 Fragebogen
2.4.3 Beobachtung

3 Versuchsaufbau
3.1 Materialien
3.1.1 Stimuli
3.1.2 Messinstrumente
3.2 Versuchspersonen
3.3 Versuchsablauf
3.3.1 Durchgang 1 (visuell)
3.3.2 Durchgang 2 (visuell & auditiv)
3.3.3 Durchgang 3 (visuell & interaktiv)

4 Auswertung
4.1 Durchgang 1 (visuell)
4.1.1 Auswertung Biofeedback
4.1.2 Auswertung Fragebogen
4.1.3 Auswertung Erhebung der Aufenthaltsdauer
4.1.4 Zusammenfassung der Ergebnisse
4.2 Durchgang 2 (visuell & auditiv)
4.2.1 Auswertung Biofeedback
4.2.2 Auswertung Fragebogen
4.2.3 Auswertung Erhebung der Aufenthaltsdauer
4.2.4 Zusammenfassung der Ergebnisse
4.3 Durchgang 3 (visuell & interaktiv)
4.3.1 Auswertung Biofeedback
4.3.2 Auswertung Fragebogen
4.3.3 Auswertung Erhebung der Aufenthaltsdauer
4.3.4 Zusammenfassung der Ergebnisse
4.4 Fusion der Ergebnisse
4.4.1 Ergebnisse Biofeedback
4.4.2 Ergebnisse Fragebogen
4.4.3 Ergebnisse Aufenthaltsdauer
4.5 Messproblematiken

5 Conclusio

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

Internetquellenverzeichnis

Anhang

Abstract I

Um eine erfolgreiche Veranstaltung durchzuführen, wird mit Inszenierungen, Botschaften und Erlebnissen gearbeitet. Diese sollen Emotionen wecken und infolgedessen nachhaltige Erinnerungen schaffen. Anhand eines Versuchs bei der Ausstellung „Eine Prise Glück“ soll herausgefunden werden, wie sich die emotionale Aktivität durch Musik beziehungsweise Sprache oder durch Interaktivität bei dem Event verändert. Demnach dient diese Bachelorarbeit auch dazu, herauszufinden, ob es einen Unterschied zwischen den Geschlechtern gibt, wie verschiedene Altersklassen auf die Inszenierungen reagieren und welche Inszenierung die größte emotionale Aktivierung erzeugt. Weiters wurde folgende Hypothese aufgestellt: Je interaktiver die Inszenierung bei einer Veranstaltung, desto größer ist die emotionale Aktivität bei den Veranstaltungsteilnehmern.

Die Ergebnisse des Versuchs lassen sich wie folgt zusammenfassen. Die rein visuelle Ausstellung wurde als allgemein positiv empfunden. Der zweite Durchgang mit der ausgewählten Musik und der eingespielten Sprache hatte eine beruhigende Wirkung auf die Teilnehmer und wurde gleichermaßen als gelungen erlebt. Die interaktive Station im dritten Durchgang hat bewirkt, dass die Teilnehmer länger die Ausstellung besucht haben und so auch bewusst über die Botschaft zum Thema Glück nachgedacht haben. Daraus kann geschlossen werden, dass eine nachhaltige und ebenso positive Erinnerung geschaffen wurde. Hinsichtlich des Unterschiedes zwischen den Geschlechtern hat sich herausgestellt, dass weibliche Besucher bei jeder Inszenierungsart eine höhere emotionale Aktivität aufgewiesen haben. In Bezug auf die emotionale Aktivität bei den verschiedenen Altersklassen kann gesagt werden, dass die jüngste Altersklasse die höchste emotionale Aktivität aufwies. Die emotionale Aktivität ist weiters mit steigendem Alter gefallen. Welche Inszenierung die größte emotionale Aktivierung erzeugt, konnte mit diesem Versuch nicht festgestellt werden.

Abstract II

The placement of dedicated messages and predefined experiences is important for successful event planning and organization. These actions should help to rise emotions and, as a result, create lasting memories.

To find out the influence of music, language and interactive actions on emotional activity an experiment was conducted at an exhibition named “Eine Prise Glück”. Accordingly, this bachelor thesis serves to find out whether there is a difference between the sexes, how different age groups react to the actions, and which measures produce the greatest emotional activation. The following hypothesis was set up: The more interactive the event, the greater the emotional activity among the participants.

The results of the experiment can be summarized as follows. The purely visual exhibition was perceived as generally positive. The second round with the selected music and the voice message placement had a calming effect on the participants and was experienced equally well. In the interactive and third session the participants stayed longer at the exhibition. As a result, it can be stated that the involvement into the topic luck was higher and it can be concluded that a lasting and positive memory has been created.

Regarding the difference between the sessions, it has been found that the level of emotional activation is higher at female visitors in each round. In terms of emotional activity among the various age groups, it can be said that the youngest age group shows the highest emotional activation and the emotional activity gets lower with rising age. Which session produces the greatest emotional activation could not be determined with this experiment.

1 Einleitung

Der einleitende Teil dieser Bachelorarbeit repräsentiert die Ausgangssituation, Problemstellung, Forschungsfragen, Methodik und den Aufbau der Thematik bezüglich der Auswirkung einzelner Inszenierungen einer Veranstaltung auf die emotionale Aktivität der Teilnehmer. Im Bereich des Event Managements und Event Marketings steht das Ziel einer erfolgreichen Veranstaltung an erster Stelle. Mit unterschiedlichen Faktoren, wie Inszenierungen, Botschaften und Erlebnissen sollen Emotionen geweckt werden und infolgedessen nachhaltige Erinnerungen geschaffen werden. Der Fokus bei der Veranstaltungsplanung liegt somit auf der emotionalen Aktivierung der Teilnehmer. Bei einem Event werden viele Mittel, wie zum Beispiel Musik, Licht, Farben, Akteure, interaktive Aktivitäten oder Gerüche eingesetzt, um Emotionen zu generieren. Bisher gibt es kaum literarische Werke oder Studien, welche die verschiedenen Inszenierungen bei einer Veranstaltung auf die emotionale Auswirkung auf die Teilnehmer untersucht haben. Um herauszufinden, wie sich die einzelnen Parameter auf die emotionale Aktivität der Teilnehmer wissenschaftlich nachgewiesen auswirken, muss ein Versuch durchgeführt werden. Ziel dieser Arbeit ist es nun einen Versuch auszuführen, welcher feststellt, wie sich die emotionale Aktivität durch Musik beziehungsweise Sprache oder durch persönliches Einbringen und Interaktivität bei dem Event verändert. Auch wenn ein Event als einmalig gilt, sollen die Ergebnisse des Versuchs auf andere Veranstaltungen, im Besonderen auf die Veranstaltungsart Ausstellung, umgelegt werden können und zu einem besseren Verständnis für die Erzeugung der Emotionen führen.

Aufgrund der beschriebenen Ausgangslage, Problemstellung und dem Forschungsziel wird folgende Hauptforschungsfrage in der Bachelorarbeit gestellt:

- Wie wirken sich einzelne Inszenierungen der Veranstaltung auf die emotionale Aktivität der Teilnehmer wissenschaftlich nachgewiesen aus?

Daraus ergeben sich die nachfolgenden Unterfragen:

- Gibt es einen Unterschied zwischen den Geschlechtern?
- Reagieren die Altersgruppen verschieden auf die Inszenierungen?
- Welche Inszenierung erzeugt die größte emotionale Aktivierung?

Um die vorherigen Fragen beantworten zu können, wird der Theorieteil in Form von Literaturrecherchen erarbeitet. Das Basiswissen für diese praktische Bachelorarbeit wurde in meiner theoretischen Bachelorarbeit „Gezielte Verhaltensbeeinflussung bei den Rezipienten einer Veranstaltung durch neurowissenschaftliche Erkenntnisse in der Live-Kommunikation“ angeführt. Des Weiteren sind die hier verwendeten Literaturquellen ausgewählte Fachwerke, die den wissenschaftlichen Anforderungen entsprechen und die gewissenhafte Abhandlung des Themas garantieren. Da es sich um eine praktische Bachelorarbeit handelt, werden die Veranstaltungsart Ausstellung, die Inszenierungsmöglichkeiten, die daraus folgenden Emotionen und die Evaluierungsmöglichkeiten nicht nur theoretisch abgehandelt, sondern es folgt ein praktischer Teil, wo die durchgeführte teils qualitative und teils quantitative Forschung in Form eines Versuchs beschrieben wird. Für den Versuch wurde eine dreitägige Ausstellung zum Thema Glück veranstaltet. Hier wurden die unterschiedlichen Parameter untersucht, welche sich auf unsere Emotionen auswirken. Es gab sozusagen fixe Variablen, welche die ganze Veranstaltung über gleichblieben (visuell: Ausstellung) und es gab die zu verändernden Variablen (auditiv: Musik/Sprache und interaktiv: zu erfüllende Aufgabe). Die zu verändernden Variablen geben preis, inwieweit die im Eventmanagement eingesetzten Mitteln wissenschaftlich nachgewiesen unsere emotionale Aktivität verändern. Insgesamt nahmen 24 Versuchspersonen unterschiedlichen Alters teil. Acht Personen waren pro Durchgang anwesend und jeweils zwei Personen (männlich/weiblich) repräsentierten ihren Altersdurchschnitt. Die emotionale Veränderung wurde durch die Messung des Hautleitwerts (Biofeedback für Emotion) ermittelt. Anhand der Zeitaufzeichnung wurde herausgefunden, wie sich dies auf die Verweildauer (Indiz für Interesse und Gefallen an der Ausstellung) der Teilnehmer auswirkte. Durch den abschließenden Fragebogen wurde auf die allgemeine Stimmung der Versuchspersonen geschlossen.

Die vorliegende Bachelorarbeit ist in fünf Hauptkapitel gegliedert. Das erste Kapitel stellt die Einleitung dar. Es behandelt die Ausgangssituation und die daraus folgende Problemstellung, welche zur Zielsetzung und zu den Forschungsfragen überleiten. Noch dazu werden die Methodik und der Aufbau der Arbeit beschrieben. Der Hauptteil erstreckt sich von Kapitel zwei bis vier. Im zweiten Kapitel wird zunächst die benötigte Theorie erläutert, welche sich auf die Veranstaltungsart, Bedeutung der Emotionen, Inszenierungsmöglichkeiten und Methoden zur Evaluierung beziehen. Sowohl Kapitel drei also auch Kapitel vier beschäftigen sich mit dem praktischen Teil der Arbeit. Kapitel drei fokussiert den Versuchsaufbau. Zunächst wird die Ausstellung im Allgemeinen beschrieben. Darauffolgend werden die benutzen Materialien, wie Stimuli (Bilder, Klänge, Texte und dessen Präsentationform, wie zum Beispiel Lautsprecher) und die entsprechenden Messinstrumente, beschrieben. Danach wird eine präzise Beschreibung der Versuchspersonen vorgelegt. Anschließend wird der Versuchsablauf im Detail aufgezeigt. Im vierten Kapitel erfolgt die Auswertung der Messungen. Diese werden zunächst aufgeteilt in den drei Durchgängen beziehungsweise nachfolgend in Biofeedback, Fragebogen, Erhebung der Aufenthaltsdauer und Ergebnissen. Schließlich wird eine Fusion der Ergebnisse aller Durchgänge erstellt. Die Conclusio der Bachelorarbeit bilden ein Resümee der Auswertung und eine Zusammenfassung der beantworteten Forschungsfragen.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in dieser Bachelorarbeit die Sprachform des generischen Maskulinums angewendet. Es wird darauf hingewiesen, dass die alleinige Benutzung der männlichen Form geschlechtsunabhängig zu betrachten ist.

2 Theorieteil

Der Theorieteil der praktischen Bachelorarbeit soll einen Überblick über die nachfolgenden Begrifflichkeiten des Versuchs schaffen.

2.1 Definition Ausstellung

Allgemein betrachtet werden Veranstaltungen in zwei Arten unterteilt. Zum einen gibt es Social- Events, wobei die Unterhaltung und die Emotionen im Vordergrund stehen und zum anderen gibt es Fach- Events, welche hauptsächlich zur Informationsübermittlung dienen. Daraus ergibt sich eine weitere Untersparte, das Gemischte Event, welches beide Anforderungen erfüllen soll. Dazu zählt die Ausstellung, auch Exhibition Event genannt. (Hirt 2013, S. 34 f.) Die Ausstellung ist eine Veranstaltungsart, welche sich in erster Linie mit der Präsentation von verschiedenen Gegenständen beschäftigt und durch diese Wissen erzeugen und vermitteln soll. (Aumann und Duerr 2013, S. 18) Des Weiteren kann die Ausstellung einen gewerblichen oder künstlerischen Hintergrund besitzen. (Frey et al. 2012b, S. 9)

In Bezug auf die Planung der Ausstellung liegt der Schwerpunkt auf der Berührung von Körper, Geist und Seele des Menschen. Um die gewollte Wirkung auf die Besucher zu erreichen, muss die Kunst mit der Architektur und Kommunikation zusammenarbeiten. (Frey et al. 2012a, S. 8 f.) Das heißt, dass auch bestimmte Inszenierungen eingesetzt werden, welche die Botschaft und Emotionen der Ausstellung vermitteln sollen. (Hirt 2013, S. 148)

2.2 Bedeutung der Emotionen

Das Wort Emotion entstammt ursprünglich aus dem lateinischen emovere, welches für herausbewegen und emporwühlen steht. (Domning et al. 2009, S. 72)

Paul Ekman, ein amerikanischer Psychologe, erforschte viele Jahre die Emotionen und die Mimik der Menschen und stellte seine eigene Theorie auf. (Domning et al. 2009, S. 76) Er entwickelte das Facial Action Coding System, wobei über Gesichtsausdrücke die Emotionen zugewiesen werden können. Dabei haben sich die sieben Basisemotionen Freude, Ärger, Ekel, Furcht, Verachtung, Traurigkeit und Überraschung ergeben. (Zanger 2015, S. 27)

Eine allgemeingültige Definition des Begriffes Emotion ist schwer festzulegen. Emotionen treten meist mit einer physiologischen Änderung, bestimmten Gedanken, Gefühlen oder Verhaltensweisen auf. Die Auslöser sind überwiegend Situationen, welche für die Person als persönlich wichtig gelten. (Zanger 2015, S. 26) Emotionen können demnach als psychischer und physischer Prozess eingestuft werden. (Hirt 2013, S. 65)

„Schließlich werden Emotionen, sobald sie auftreten, zu mächtigen Motivatoren künftigen Verhaltens. Sie bestimmen ebenso den Kurs des Handelns von einem Moment zum nächsten, wie sie die Segel für langfristige Ziele setzen.“ (LeDoux und Griese 2006, S. 22)

Anders formuliert sind Emotionen äußerst bedeutend, denn sie beeinflussen unser Denken und Verhalten. Dabei werden allerdings die Erlebnisse mit negativen Emotionen besser gespeichert als die positiven. (Hirt 2013, S. 65) Events sollen nicht nur Erlebnisse bieten, sondern auch Botschaften übermitteln. Hinsichtlich der Auslösung von Emotionen über eine Kommunikationsplattform eignet sich daher am besten eine Veranstaltung mit gezielt eingesetzten Inszenierungen. (Schäfer-Mehdi 2009, S. 28)

Menschen vergessen, was du gesagt hast. Menschen vergessen was du getan hast. Aber sie vergessen nie, welches Gefühl du bei ihnen ausgelöst hast“ (Gundlach 2013, S. 31)

Angesichts dessen, sollen nur bestimmte emotionale Zustände bei einem Event hervorgerufen werden. Dazu zählen Erregung und Spannung, Freude und Glücksgefühle, Zugehörigkeit und Identifikation, Wertschätzung und Akzeptanz, Vertrauen, Betroffenheit und Mitgefühl. Diese sollen in die Planung des Events miteinbezogen werden und bezüglich Inszenierung, Dauer und Ausmaß genau definiert werden. (Hirt 2013, S. 169 f.)

2.3 Inszenierungsmöglichkeiten

Den Menschen liegt es zu Grunde, dass sie wegen dem großen Ausmaß an Informationen bestimmte Reize ausblenden und so nur ein Bruchteil im Langzeitgedächtnis landet. Durch verschiedene Inszenierungen bei einem Event sollen Erlebnisse geboten und die dazugehörigen Emotionen erzeugt werden, sodass die Informationen nicht gefiltert werden. (Hirt 2013, S. 51) Zu den Elementen der Inszenierung zählen zum Beispiel Location, Akteure, Licht, Ton, Geruch, Darstellungsarten (in Form von Sprache, Tanz, Musik) oder Interaktion. (Schäfer- Mehdi 2009, S. 94 f.) Die Inszenierungen fließen in allen Planungsphasen mit ein. Aufgrund dessen gibt es eine Pre- Inszenierung (Einstimmung), Main- Inszenierung (Event) und eine Post- Inszenierung (Nachbearbeitung). (Hirt 2013, S. 53 f.)

2.3.1 Visuell

Der Mensch verarbeitet alle Inszenierungsformen zunächst mit seinen Sinnesorganen bevor eine emotionale Bewertung erfolgt. Visuell gesehen sind dies unsere Augen, welche direkt mit unserem Großhirn verbunden sind. Wenn wir etwas sehen, wird dies mit unzähligen Bildern aus unserem Gedächtnis verglichen und es erfolgt eine emotionale Zuordnung. (Gundlach 2013, S. 174) Dazu muss noch erwähnt werden, dass die Augen ungefähr 80% der gesamten Informationen aufnehmen. (Hirt 2013, S. 42)

Zu den visuellen Reizen zählen zum Beispiel die Farben, wobei diese das Gehirn mit Erinnerungen verbindet. (Domning et al. 2009, S. 103) Die Farbe Grün wird beispielsweise von vielen Personen mit Natürlichkeit in Zusammenhang gebracht. (Hirt 2013, S. 42) Mit dem Medium Licht können die Farben gezielt bei einem Event eingesetzt werden. (Schäfer-Mehdi 2009, S. 105)

Durch Licht können punktuelle Akzente, wie beispielsweise auf die Ausstellungsstücke, gesetzt werden, welche sich ausschlaggebend auf die Richtung der Aufmerksamkeit der Besucher auswirken. (Gundlach 2013, S. 195)

Allgemein gesehen wird natürlich auch die Location (Bühne, Ausstattung, Dekoration) visuell betrachtet und soll in die Inszenierung mit einfließen. (Hirt 2013, S. 52) Schon allein die Architektur des Veranstaltungsortes kann die Wirkung und Botschaft unterstützen. Des Weiteren erzielen bewusst ausgewählte Dekorationen im Raum, auf der Bühne oder auf den Tischen eine unterstützende emotionale Wirkung. (Schäfer- Mehdi 2009, S. 100)

„Bilder können Geschichten erzählen und mit ihrer Aussage unser Publikum emotionalisieren.“ (Gundlach 2013, S. 201)

Auch bei Ausstellungen sollen die oben angeführten visuellen Reize beachtet werden, denn der Mensch hat sich bereits an die inszenierten Welten gewöhnt. (Hirt 2013, S. 148)

2.3.2 Auditiv

Nicht nur das Sehorgan spielt eine bedeutende Rolle für unsere Emotionen, sondern auch unser Hörorgan. Unsere Ohren sind mit dem limbischen System, welches für die Entstehung der Emotionen zuständig ist, verknüpft. Das Hören als Reiz gestaltet zu vier Fünftel die emotionale Bewertung. (Gundlach 2013, S. 176) Zu den auditiven Reizen zählen sowohl die Musik als auch die Sprache. (Hirt 2013, S. 42)

Aufgrund dessen wird Musik oft dann eingesetzt, wenn Stimmungen verändert werden sollen. Mit simplen Harmonien und auch der Dur-Tonart werden Glück und Anmut hervorgerufen. Im Gegensatz dazu wirken schwierige und dissonante Harmonien kraftvoll, aufwühlend und traurig. Die Moll-Tonart wirkt noch dazu träumerisch. Hinsichtlich des Tempos wird ein schneller Rhythmus fröhlicher wahrgenommen als ein langsamerer. (La Motte-Haber 2004, S. 268, 278, 280)

Die nachfolgende Abbildung soll einen Überblick der musikalischen Charakteristiken und den physiologischen Auswirkungen verschaffen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Körperliche Wirkung von Musik (Hesse 2003, S. 157)

Die Wirkung von Musik auf den Menschen hängt jedoch von vielen Faktoren ab. Dabei ist es von Bedeutung, ob die Musik dem Hörer bekannt ist, welche Meinung zu der Musik im Laufe der Zeit gebildet wurde und in welcher physischen und psychischen Verfassung der Mensch sich befindet. (Hesse 2003, S. 159)

Nach empirischen Untersuchungen von Patrik N. Juslin und Petri Laukka beruht die Melodik der Musik auf jener der Sprache und kann mit den Basisemotionen in Verbindung gebracht werden. Die sprachliche Melodik von zum Beispiel Freude kennzeichnet sich durch eine große Variabilität, hohe Frequenz, Lautstärke und das Tempo. Diese Parameter sind annähernd gleich der musikalischen Melodik. Weiters wird die Sprache oft dazu verwendet, um den emotionalen Ausdruck der Musik zu verstärken oder einfach verständlicher zu machen. (La Motte-Haber 2004, S. 300, 307)

Musik hat zusammenfassend gesagt einen bedeutenden Einfluss auf unsere Stimmung, Emotionen, Erinnerungen aber auch auf die Motorik. Des Weiteren unterstützt sie die Synchronisation unseres Verhaltens und hat daraus folgend eine hohe Stellung bei Veranstaltungen. (Domning et al. 2009, S. 103 f.)

Nachfolgend werden die Kriterien der Eventmusik, welche besonders emotional aktiviert, zusammengefasst. Dabei wird für das gewünschte emotionale Erlebnis die Musik eigens komponiert. Mit dramaturgischen, sprachlichen und musikalischen Mitteln können Emotionen besser vermittelt werden. Der Rhythmus der Musik kann bei einem Event die Zeitwahrnehmung und physiologische Aktivierung bewusst beeinflussen. Durch die heutigen technischen Möglichkeiten können die Elemente der Veranstaltung individuell mit musikalischen Parameter angepasst werden. Die musikalische Inszenierung festigt Erinnerungen mit höherer Wahrscheinlichkeit. Zu guter Letzt ist eine eigenkomponierte Eventmusik unverwechselbar. (Gundlach 2013, S. 218 f.)

2.3.3 Interaktiv

Bei einer Veranstaltung geht es meist nicht mehr nur darum sich frontal bespielen zu lassen, denn der Mensch möchte aktiv am Erlebten teilnehmen und mitbestimmen. (Gundlach 2013, S. 264) Interaktion bei einem Event schafft bei den Teilnehmern eine höhere kognitive Leistung und daraus folgt, dass die Erinnerungswirkung und der Erlebnisfaktor steigen. Besonders körperliche Interaktionen können die Botschaften festigen. Dazu kann noch gesagt werden, dass die aktive Involvierung der Teilnehmer auch die Handlungs- und Veränderungsbereitschaft beeinflusst. Interaktion führt auch zu einer gesteigerten Aufmerksamkeit und motiviert neues zu lernen. (Hirt 2013, S. 24 f. und 55)

Kurz zusammengefasst wirkt sich die aktive Teilnahme der Besucher positiv aus, da dadurch die Inhalte der Botschaft nachhaltiger gespeichert werden. (Schäfer-Mehdi 2009, S. 119) Der chinesische Philosoph Konfuzius (551-479 v. Chr.) erklärte die Thematik in Bezug auf die nachhaltige Wirkung folgendermaßen:

„Erzähle mir und ich vergesse. Zeige mir und ich erinnere mich. Lass mich tun und ich verstehe.“ (Gleich 2014, S. 89)

Interaktive Inszenierungsformen können zum Beispiel klassische Gruppenarbeiten sein, Foto-Workshops, Musik-Workshops, Corporate Radio Workshops, Film- und Video-Workshops, Schauspiel-Workshops, Innovationsworkshops, Koch-Workshops oder Kunst-Workshops. Bei einer Ausstellung ist die Wahl eines Kunst-Workshops naheliegend. Dabei bekommen die Besucher in Form von einem Workshop oder einem kurzen Akt die Möglichkeit, ein Kunstwerk entstehen zu lassen. Durch die Interaktion und das Involvement der Teilnehmer wird die Botschaft des Events erlebbar gemacht und emotionalisiert. (Gundlach 2013, S. 264-280)

2.4 Evaluierungsmethoden

Im Rahmen einer Veranstaltung sollen die Teilnehmer gezielt emotionalisiert werden. Dabei stellt sich oft die Frage, wie die emotionale Wirkung von Veranstaltungen am besten ausgenützt werden kann. (Zanger 2015, S. 45)

Sie sind nicht bloß eine Ansammlung von Gedanken über Situationen. Sie ist nicht schlichtes Schlußfolgern. Man gelangt nicht zu ihrem Verständnis, indem man die Leute einfach fragt, was in ihrer Seele vor sich ging, als sie eine Emotion hatten.“ (LeDoux und Griese 2006, S. 78)

Dieser Aussage nach zu urteilen, ist die Evaluierung von Emotionen eine komplexe Thematik. Emotionen können anhand von verbalen Auskünften zugeordnet werden. Allerdings muss auf das Verbale verzichtet werden, wenn man ins Unbewusste des Menschen eindringen will. (LeDoux und Griese 2006, S. 78)

2.4.1 Biofeedback

Als Biofeedback versteht man die Rückmeldung von physiologischen Prozessen. (Zeier 1997, S. 10) Das Wort „bio“ beinhaltet die Tatsache, dass Emotionen physiologische Änderungen im zentralen und autonomen Nervensystem bewirken. Das heißt, dass körperliche Veränderungen zum Beispiel bei der Herzfrequenz, Körpertemperatur, (Eilert 2013, S. 159) dem Blutdruck und der Aktivität von Muskeln oder vom Gehirn stattfinden. (Zeier 1997, S. 10)

Die nachfolgende Abbildung präsentiert unterschiedliche Messverfahren zur Feststellung der körperlichen Veränderung. (Döring und Bortz 2016, S. 508)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Überblick von physiologischen Messverfahren (Döring und Bortz 2016, S. 508)

Nachfolgend wird näher auf die elektrodermale Aktivität, also auf die elektrische Leitfähigkeit der Haut eingegangen. (Zeier 1997, S. 95)

Die elektrodermale Aktivität steht in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der emotionalen Aktivität und ist grundsätzlich eine Änderung der Leitfähigkeit und dem Potenzial der Haut. Aus diesem Grund sind die Schweißdrüsen von großer Relevanz. Je höher die Schweißproduktion, desto höher ist die elektrische Leitfähigkeit. Oft wird auch vom Hautwiderstand gesprochen, welcher als Kehrwert der elektrischen Leitfähigkeit zu verstehen ist. Die Messung der Hautleitfähigkeit erfolgt meist anhand von zwei Elektroden auf der inneren Seite und an den mittleren Gliedern von Zeige- und Mittelfinger, da hier eine dichte Verteilung der Schweißdrüsen vorliegt. (Döring und Bortz 2016, S. 517 f.) Ehe die Elektroden befestigt werden, müssen die Finger entfettet werden. Danach wird ein Elektrodengel auf die Haut aufgetragen, welches zu Beginn die Messung verfälschen kann. Aufgrund dessen muss solange gewartet werden, bis sich der Hautleitwert normalisiert hat. (Zeier 1997, S. 97)

Grundsätzlich kann bei der Messung zwischen tonischen und phasischen Hautleitfähigkeitsmaßen unterschieden werden. Das phasische Maß wird als Hautleitfähigkeitsreaktion beziehungsweise als SCR (skin conductance response) bezeichnet und beschreibt die Reaktion auf externe Stimuli. Das tonische Maß wird wiederum als Hautleitfähigkeitsniveau oder SCL (skin conductance level) betitelt und gibt Auskunft über das Niveau und die Anzahl von unwillkürlichen Fluktuationen. In der Emotionsforschung wird vor allem das tonische Maß beachtet. (Döring und Bortz 2016, S. 519) Das Hautleitwertniveau (SCL) befindet sich üblicherweise zwischen 2 und 100 Mikrosiemens und die Hautleitwertreaktion (SCR) zwischen 0,01 und 5 Mikrosiemens. (Zeier 1997, S. 95)

Resümierend kann gesagt werden, dass durch die Messung der elektrodermalen Aktivität eine emotionale Aktivierung bei den Versuchspersonen festgestellt werden kann. (La Motte-Haber 2004, S. 276) Da bestimmte Hirnareale, welche mit den emotionalen Vorgängen in Zusammenhang gebracht werden, auch die Schweißdrüsen steuern, gilt diese Aussage als fundiert. Dabei müssen allerdings einige Sachverhalte berücksichtigt werden. Zunächst sollen die Randbedingungen des Versuchs, wie Temperatur oder Luftfeuchtigkeit, einigermaßen äquivalent gehalten werden. Noch dazu kann es bei der Messung zu Bewegungsartefakten kommen. Die Versuchspersonen sollen soweit möglich keine übermäßigen und unkontrollierten Bewegungen machen. Weiters bringt die EDA Messung eine Verzögerung mit sich, sodass schnell wechselnde Stimuli nicht eindeutig zugeordnet werden können. Die Messung muss bei Versuchen immer situationsbezogen angepasst und interpretiert werden. (Möhring und Schlütz 2013, S. 350 f.)

2.4.2 Fragebogen

Die wissenschaftliche Fragebogenmethode beinhaltet eine zielgerichtete und systematische Erstellung und Sammlung von numerischen, aber auch verbalen Auskünften der Befragten. Dabei können sie ihr Erleben und Verhalten eigenständig schriftlich wiedergeben. Mögliche Durchführungsarten sind zum Beispiel online, postalisch oder persönlich. Danach werden die erhobenen Daten dokumentiert und analysiert. (Döring und Bortz 2016, S. 398)

Des Weiteren kann zwischen qualitativen und quantitativen Befragungen unterschieden werden. (Weber 2015, S. 63) Die Methode des qualitativen Fragebogens kann man in nicht-standardisiert und halb-standardisiert unterteilen. Dabei werden hauptsächlich offene Fragen gestellt, welche die Teilnehmer mit eigenen Worten beantworten, um so an umfangreichere Ergebnisse zu kommen. Im Gegensatz dazu gibt es den (voll)-standardisierten Fragebogen beziehungsweise die quantitative Methode. Hier gibt es für gewöhnlich geschlossene Fragen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten, welche die Teilnehmer auswählen können. Bei der Erstellung des Fragebogens muss ebenfalls das Skalenniveau bestimmt werden. Allgemein kann gesagt werden, dass ein höheres Skalenniveau eine informative Auswertung mit sich bringt. Skalenniveaus können in vier Arten unterteilt werden: Nominalskala, Ordinalskala, Intervallskala und Verhältnisskala. Bei zum Beispiel einer zweifach gestuften nominalskalierten Variable wird das Antwortformat mit Ja oder Nein dargestellt. Weiters wird in dieser Bachelorarbeit die Intervallskala beziehungsweise die Ratingskala verwendet. Dabei können folgende Antwortmöglichkeiten verwendet werden: stimmt gar nicht - stimmt wenig - stimmt teils-teils - stimmt ziemlich - stimmt völlig. (Döring und Bortz 2016, S. 232 ff., 244 und 401-405)

Die Erstellung des Fragebogens wird jedoch weitgehend unterschätzt. Viele Faktoren haben Einfluss auf die Antworten der Befragten. Die Reihenfolge der Fragen, Wortwahl, allgemeine Gestaltung und die Farbwahl können das Ergebnis verfälschen. (Kirchhoff et al. 2008, S. 7)

Da sich die vorliegende Bachelorarbeit mit den Emotionen der Teilnehmer beschäftigt, wird nun eine quantitative Fragebogenmethodik präsentiert. Dabei werden die Zustände und Reaktionen, welche durch verschiedene Stimuli gebildet wurden, ermittelt. (Schmidt und Stürmer 2014, S. 115 f.)

Der Aufbau eines standardisierten Fragebogens setzt sich folgendermaßen zusammen. Zuerst wird ein Fragebogentitel bestimmt, welcher die allgemeine Thematik ohne Fachbegriffe präsentiert. Danach soll eine Fragebogeninstruktion vorliegen. Dabei handelt es sich um eine Ausfüllanleitung und noch dazu werden die Kontaktdaten der verantwortlichen Personen angeführt. An dritter Stelle stehen die inhaltlichen Frageblöcke. Diese sollen klar strukturiert werden und die Antwortformate sollen nicht zu oft wechseln. Weiters kann zwischen Einzelitems (dient zur Messung eines Merkmals) und einer psychometrischen Skala (mehrere vergleichbare Items messen ein Merkmal) unterschieden werden. Nach den zu beantwortenden Fragen kommen meistens die statistischen Angaben der Teilnehmer, wie zum Beispiel Geschlecht, Alter, usw. Darauffolgend ist meist noch Platz für ein Feedback zum Fragebogen und Dankesworte für die Mithilfe. (Döring und Bortz 2016, S. 406 f.)

Die quantitative Emotionserfassung kann mittels eines Fragebogens, welcher auf dem Self-Assessment Manikin (SAM) beruht, erfolgen. Dieser wurde von Bradley & Lang im Jahr 1994 entwickelt. Auf der Abbildung sind die Items Valenz und Arousal zu sehen. Die dritte Dimension ist unter Annähern-Meiden bekannt. Diese drei Dimensionen können bei der Ermittlung der Emotionen helfen. Die Dimension Valenz ist in diesem Zusammenhang als eine emotionale Reaktion zu verstehen. Dabei wird meist unterschieden, ob wir etwas positiv oder negativ empfinden. Emotionen sind mehrdimensional, deshalb wird zusätzlich zur Valenz die Dimension Arousal benötigt. Diese beschreibt den Grad der Aktivierung und kann zum Beispiel anhand der elektrodermalen Aktivität gemessen werden. Die Dimension Annähern-Meiden beschreibt den emotionalen Aspekt, ob durch den Reiz eher eine Annäherung oder Vermeidung erfolgt. In Kapitel 3.1.2 Messinstrumente wird ein Fragebogen präsentiert, welcher sich an diese Dimensionen anlehnt. (Schmidt und Stürmer 2014, S. 51 - 54 und 122 f.)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Noch dazu können die Emotionen Ärger, Angst, Ekel, Freude, Überraschung, Trauer, ermittelt werden. Diese werden je nach Bedarf ausgewählt. (Schmidt und Stürmer 2014, S. 125)

Anschließend wird noch das Gefallen der Ausstellung ermittelt. Dies kann mit dem Net Promoter Score (NPS), welcher die Weiterempfehlungsabsicht ermittelt, herausgefunden werden. (Greve und Benning-Rohnke 2010, S. 26) Zunächst wird den Teilnehmern die Frage gestellt, mit welcher Wahrscheinlichkeit sie den Sachverhalt einem Freund weiterempfehlen würden. (Herrmann et al. 2009, S. 98)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die dargestellte Abbildung beschreibt die Kategorien des NPS. Die Teilnehmer können beim Fragebogen 0-10 ankreuzen. Unter 0-6 werden die Kritiker (engl. Detractor) verstanden. Passiv Zufriedene (engl. Neutral) würden 7-8 ankreuzen. Die gewollten Förderer (engl. Promoter) würden 9 oder 10 wählen. Die NPS Berechnung setzt sich wie folgt zusammen. Die jeweilige Anzahl der Kritiker und Förderer wird in Prozent umgerechnet. Danach rechnet man die Anzahl der Förderer minus der Anzahl von Kritiker. Das Ergebnis ist der NPS in Prozent. Der NPS kann einen Wert von -100% bis +100% annehmen, wobei er durchschnittlich bei der Weiterempfehlung von Firmen bei 11% liegt und bei hervorragenden Firmen bei ca. 70% bis 80%. (Herrmann et al. 2009, S. 98 f.)

2.4.3 Beobachtung

Die wissenschaftliche Beobachtung muss zur Erfassung ein Ziel verfolgen, systematisch und regelgeleitet aufgebaut sein. Weiters werden Merkmale, Ereignisse oder das Verhalten mit den menschlichen Sinnesorganen oder mit technischen Hilfsmittel dokumentiert und interpretiert. Dabei muss zwischen einer qualitativen und quantitativen Beobachtung unterschieden werden. (Döring und Bortz 2016, S. 324)

Allgemein betrachtet werden bei der qualitativen Methode die Ergebnisse und Verhaltensweisen interpretiert und analysiert und bei der quantitativen Methode zählbare Werte in Statistiken ausgedrückt. (Weber 2015, S. 27)

Die im Versuch durchgeführte Beobachtung hätte auf der quantitativen Methodik beruht und aufgrund dessen wird diese genauer behandelt. Wie bereits erwähnt, werden die Daten numerisch erhoben. Meist werden die Parameter Dauer, Häufigkeit und Intensität gemessen. (Döring und Bortz 2016, S. 342)

Vor der Durchführung müssen einige Grundfragen ausgearbeitet werden. Zunächst muss die Beobachtungseinheit, also wer beobachtet werden soll, festgelegt werden. Danach wird bestimmt, welche Parameter beobachtet werden. Daraus ergibt sich die Frage, wie die gesammelten Daten erfasst werden sollen. Diese können zum Beispiel zeitlich oder nach Mengenangaben ausgewertet werden. Auch der Ort der Beobachtung spielt eine wesentliche Rolle. Des Weiteren sollte man auch an unterschiedlichen Tagen und Uhrzeiten die Beobachtung vollziehen. Aus diesen Kriterien entsteht dann der Beobachtungsbogen. (Weber 2015, S. 60 ff.)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Beispiel für Beobachtungsbogen (Döring und Bortz 2016, S. 343)

Bei einer Beobachtung kann es sich um eine direkte Vorort Erfassung der Daten handeln oder sie wird zum Beispiel als Videomaterial aufgezeichnet. Allerdings muss bei einer Aufzeichnung zwischen einer Inhaltsanalyse und einer tatsächlichen Beobachtung unterschieden werden. Wenn die Videoaufzeichnung speziell zur genaueren Protokollierung erstellt wurde, ist es eine Beobachtung. Nimmt man bereits existierendes Material zur Hand, wird sie meist als Inhaltsanalyse eingestuft. (Gehrau 2002, S. 26)

3 Versuchsaufbau

In diesem Kapitel wird der allgemeine Versuchsaufbau beschrieben, wobei in den nachfolgenden Unterkapiteln genauer auf die verwendeten Materialien, Versuchspersonen und den Ablauf eingegangen wird. Aufgrund der vorhin beschriebenen Theorie wurde die nachfolgende Hypothese aufgestellt. Je interaktiver die Inszenierung bei einer Veranstaltung, desto größer ist die emotionale Aktivität bei den Veranstaltungsteilnehmern.

Der durchgeführte Versuch fand bei der Ausstellung „Eine Prise Glück“ von Katharina Weidinger in der „Galerie Sandpeck Wien 8" statt. Dieser Veranstaltungsort ist ein Verein zur Förderung von Kunst, Kultur und Wirtschaft in der Florianigasse 75, 1080 Wien. Des Weiteren wurde von Katharina Weidinger ebenfalls ein Versuch durchgeführt, welcher in folgender Bachelorarbeit präsentiert wird: „Die unterschiedlichen Auswirkungen visueller, auditiver und animierter Inhalte auf die Emotionalisierung der Betrachterinnen und Betrachter anhand der digitalen Präsentation der Ausstellung ,Eine Prise Glück"'.

Die Ausstellung „Eine Prise Glück“ beschäftigt sich, wie der Titel schon sagt, mit dem Thema Glück. Die Ausstellerin Katharina Weidinger schreibt auf ihrer Website:

“Mit den Geschichten der verschiedensten Menschen möchte ich zeigen, wie unterschiedlich, aber auch wie ähnlich der Glücksbegriff aufgefasst wird und was für die einzelnen, befragten Individuen Glück genau bedeutet.“ (URL 1)

Allen abgelichteten Personen wurden folgende Fragen gestellt: „Was bedeutet Glück für dich?“, „Wenn du Glück mit einem Wort beschreiben müsstest, was wäre dieses Wort?“, „Was war der glücklichste Moment in deinem Leben?“

Die Portraits und die Antworten wurden bei der Ausstellung in der „Galerie Sandpeck Wien 8“ präsentiert. Weiters sind sie auch online auf der Website http://www.gedankenbummler.com/category/eine-prise-glueck/ und auf Instagram @gedankenbummler und auf Facebook @gedankenbummler1 zu betrachten.

3.1 Materialien

In diesem Unterkapitel sollen die bei dem Versuch verwendeten Materialien so genau beschrieben werden, sodass der Versuch repliziert werden kann.

3.1.1 Stimuli

Da es sich um das Eventformat Ausstellung handelte, waren die Portraits und die beantworteten Fragen die ausgeprägtesten Reize. Die Stimulus- Bilder und der Text blieben an allen Tagen des Versuchs unverändert.

Wie bereits erwähnt handelte es sich bei den Bildern um Portraits. Insgesamt wurden 20 Werke in einem Format von 50 cm x 70 cm ausgestellt. Die Antworten auf die Fragen zum Thema Glück wurden neben den Portraits im selben Rahmen präsentiert. Somit wurden die Antworten gleichwertig zu den Portraits dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diese Abbildung gilt als Vertretung für die ausgestellten Portraits in der Ausstellung. Nicht alle ausgestellten Bilder sind im Anhang vorzufinden, da die Rechte bei Katharina Weidinger liegen und bei Weiterverwendung mit ihr in Kontakt zu treten ist.

Durch Lautsprecher beim zweiten Durchgang wurde Musik in Verbindung mit den beantworteten Fragen eingespielt. Es wurden zwei Stück Yamaha DXR10 in der Galerie aufgestellt und mit einem Laptop verbunden. Der Lautsprecher auf der Abbildung im linken Eck wurde in die Raummitte gerichtet und der zweite Lautsprecher bespielte einen Teil des großen Raumes und ebenfalls den kleinen Raum.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Aufstellung der Lautsprecher (URL 2)

Da beim dritten Durchgang die Interaktivität die Hauptrolle gespielt hat, wurde für die Versuchspersonen eine Station aufgestellt. Dabei handelte es sich um einen 100 cm x 150 cm großen Keilrahmen, welcher wie die Portraits an der Wand befestigt wurde. Auf diesen Keilrahmen mussten die Versuchsteilnehmer ihre Antwort auf die Frage „Was bedeutet Glück für dich?“ darstellen. Nebenbei wurde ein Tisch aufgestellt, wo sich die zu verwendbaren Utensilien befanden. Unter Utensilien sind verschiedene Stifte, Buntpapiere, Kleber, Scheren und Bilder, welche in Verbindung mit Glück stehen, zu verstehen. Die zwei nächsten Abbildungen präsentieren die Inszenierung der interaktiven Station.

[...]

Ende der Leseprobe aus 72 Seiten

Details

Titel
Die Auswirkung von visuellen, auditiven und interaktiven Inszenierungen einer Veranstaltung auf die emotionale Aktivität der Teilnehmer
Note
A+
Autor
Jahr
2019
Seiten
72
Katalognummer
V932917
ISBN (eBook)
9783346287052
ISBN (Buch)
9783346287069
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Event, Veranstaltung, Ausstellung, Visuell, Auditiv, Interaktiv, Inszenierungen, emotionale Aktivität, Teilnehmer, Rezipienten, Emotionen, Evaluierung, Biofeedback, Fragebogen, Beobachtung, Versuch, Versuchsaufbau, Auswertung, Messproblematiken
Arbeit zitieren
Cornelia Füsselberger (Autor), 2019, Die Auswirkung von visuellen, auditiven und interaktiven Inszenierungen einer Veranstaltung auf die emotionale Aktivität der Teilnehmer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/932917

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