Das Individuum im Konflikt zwischen Macht und Markt. Eine Analyse des Dramas "Top Dogs" von Urs Widmer


Hausarbeit (Hauptseminar), 2017

22 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Moderne Individualität in der Marktwirtschaft
2.1 Verlust von Strukturen
2.2 Unmenschlichkeit

3 Entwicklung der Marktwirtschaft
3.1 Was ist der Markt?
3.2 Selbstzerstörungsprozess in Top Dogs

4 Der Mensch und das Geld
4.1 Geld als Geist
4.2 Versklavung durch Geld in Top Dogs

5 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

„An alle Begierden soll man die Frage stellen: Was wird mir geschehen, wenn erfüllt wird, was die Begierde sucht, und was, wenn es nicht erfüllt wird?“1

Diese Aussage traf der griechische Philosoph Epikur von Samos lange vor unserer heutigen Zeit. Dennoch scheint mir, dass der Grundsatz seiner Frage noch derzeitig von elementarer Bedeutung ist, allerdings viel zu selten ernsthaft in Betracht gezogen wird. Interessant, dass die Begierde, laut Duden „ein auf Genuss und Befriedigung, auf Erfüllung eines Wunsches, auf Besitz gerichtetes, leidenschaftliches Verlangen“2, damals wie heute eine wichtige Rolle im Leben des Menschen spielt. Unabhängig davon, wie die Gegebenheiten der Gesellschaft sind, ob der Mensch in einem kleinen Dorf lebt, in einer Metropole, in einer Welt mit einer Vielzahl technischer Möglichkeiten oder einer Lehmhütte ohne Strom und fließendes Wasser, jeder Einzelne hat Begierden. Jeder von uns kennt den Wunsch etwas besitzen zu wollen, über etwas herrschen zu wollen. An dieser Eigenschaft des Menschen scheint sich nichts geändert zu haben. Diese Erkenntnis führt uns zu der Frage, wie die Menschheit damals mit der Begierde umgegangen ist und wie sie heute mit ihr umgeht. Wie hat dieses tief verankerte Verlangen im Menschen unsere Welt geprägt?

Das offensichtlichste Ergebnis des Wunsches nach Macht sind vermutlich Imperien, wie das römische Reich oder das Alexanderreich in der Antike, die seit jeher versuchen, Einfluss auf die Menschheit auszuüben und Herrschaft über andere Länder beanspruchen. Es liegt auf der Hand, dass Freiheitsberaubung, Unterdrückung und Sklaverei oftmals eine beinah zwingende Folge des Anspruches auf diese Befehlsgewalt sind. Charakteristisch für diese Weltreiche ist, dass sie meist mit Gewalt erschaffen wurden. Wie jedoch ist das in der heutigen europäischen Welt, in der angeblich die Freiheit regiert? Wo werden gleichwertige Begierden in diesem Zeitalter sichtbar?

Das Drama Top Dogs von Urs Widmer, welches 1996 seine Uraufführung hatte, ist eine Bestandsaufnahme der Industrie- und Wohlstandsgesellschaft, in der wir uns befinden und geht damit in kritischer Weise auf das von Gier besessene System der modernen Zeit ein. Es beleuchtet die Marktwirtschaft als eine Gewalt, die ihre Gesellschaft fest in den Händen hält und somit zerstört. Nach den verheerenden Folgen für andere, die das Ausleben des Verlangens nach Macht haben kann, fragt die Marktwirtschaft nicht, sie fragt nur nach Profit. Und wenn der Einzelne erst einmal, gefangen in dem System der Wirtschaft, nur noch nach dem Prinzip der Gier handelt, fragt auch er nicht mehr nach den Konsequenzen dieser Begierden, sondern folgt dem Strom des unstillbaren Verlangens nach mehr. Ob es vielleicht manchmal besser wäre, nicht alles zu bekommen, was die Begierde sich erwünscht, danach fragt schon lange keiner mehr. Dieses Denken würde dem Streben nach Gewinn im Wege stehen und ist somit schädlich für die Marktwirtschaft.

Doch die Gefahren des inhumanen Eiferns nach immer mehr sind nicht mehr zu leugnen. In Urs Widmers Drama werden uns Charaktere vorgestellt, anhand derer wir sehen können, wie die Marktwirtschaft das Leben der Einzelnen beeinflusst und schließlich in den Ruin führt. Ziel dieser Ausarbeitung soll es sein, die Frage zu beantworten, inwieweit das Individuum im Konflikt zwischen Macht und Markt steht und welche Auswirkungen das für sein Leben hat. Dafür wird zuerst das Konzept der modernen Individualität erklärt, wobei der Fokus auf den Verlust der Strukturen und der Unmenschlichkeit gelegt wird. Daraufhin wird die Entwicklung der Marktwirtschaft behandelt, mit dem Ausblick auf den Prozess der Selbstzerstörung in dem Drama Top Dogs. Es folgt eine Erörterung von dem Einfluss des Geldes auf den Menschen, bei dem die Versklavung des Geldes durch die Charaktere Neuenschwander und Wrage genauer analysiert wird. Schließlich werden die gewonnenen Erkenntnisse in dem Fazit zusammengetragen und gemäß der Fragestellung ausgewertet.

2 Moderne Individualität in der Marktwirtschaft

Die Begriffe Individualität und Individuum spielen eine zunehmend wichtige Rolle in der Gesellschaft. Oft ist meiner Ansicht nach bei dem Gebrauch aber nicht klar, dass es sich nicht um synonym zu gebrauchende Wörter handelt, sondern eher sich ergänzende. Der Ausdruck Individuum meint den einzelnen Menschen, der sich von dem Kollektiv der Gesellschaft abhebt. Es geht dabei um den einen Menschen, der als einzelnes und besonderes Wesen betrachtet wird.3 Eben diese Einzigartigkeit erhält das Individuum durch seine Individualität. Das bedeutet, dass die Individualität ein Ausdruck für die Gesamtheit der Besonderheiten des Individuums bezeichnet und somit das Fundament für das ist, was wir Persönlichkeit nennen.4 Es könnte auch gesagt werden, dass die Individualität eines Individuums steigerbar ist, durch die Vielzahl der Eigenheiten, die einen von den anderen unterscheiden, wobei das Individuum jedoch eine unveränderbare Konstante bildet.

In dem folgenden Abschnitt soll es darum gehen, wie die Marktwirtschaft Einfluss auf die Individualität nimmt und welche Folgen das mit sich bringt.

2.1 Verlust von Strukturen

„Und dann kam überhaupt keiner mehr. Die saßen jetzt bis tief in der Nacht in der Firma. Arbeiteten sich die Lunge aus dem Hals.“5

So beschreibt Neuenschwander das Leben der Manager eines Konzerns und erklärt damit treffend den Verlust der Strukturen eines Alltags. Laut Neuenschwander nehmen die Aufgaben die Manager so sehr in Anspruch, dass ihnen die Zeit und die Lust für, in diesem Fall das Tennis spielen, fehlt.6 Die Tatsache, dass sie sich „die Lunge aus dem Hals arbeiten“7 spricht für eine völlige Überarbeitung, die der Erschöpfung nach dem Extremsport gleichzusetzen wäre. Doch warum sind Menschen bereit, solch ein Opfer auf sich zu nehmen, ihre Familie und ihre Hobbys zu vernachlässigen und ihr Leben der Arbeit zu widmen?

Die Antwort liegt in dem Wandel einer traditionell geprägten Zeit hin zu einer Gesellschaft, die von dem Individualisierungsprozess geprägt ist.8 Das bedeutet, dass die persönliche Lebensform in keinster Form vorgegeben zu sein scheint. Eine Frau ist beispielsweise nicht mehr daran gebunden sich den Aufgaben im Haus hinzugeben, sondern kann frei wählen, wie sie ihr Leben gestalten will. Was den Einzelnen auf der einen Seite von vorgegebenen Rollen befreit, bringt ihn aber auf der anderen Seite in den Handlungszwang, sich selber ohne traditionell bedingte Verhaltensmuster zu definieren.9 Der US- amerikanische Soziologe und Erziehungswissenschaftler David Riesmann erklärt diesen Wandel mit einem Radar, welcher sich nicht mehr an Normen und Werten der Allgemeinheit richtet, sondern nur noch nach innen gerichtet ist und alles auf die unterstützende Funktion seines Individualisierungsprozesses hin prüft.10 Folglich wird die Frage danach, wie viel Zeit für die Arbeit aufgewendet wird und wie viel für die Familie, nicht mehr an allgemein gültigen Wertmaßstäben gemessen, sondern wird im Hinblick auf die Erstellung eines möglichst individuellen Individuums beantwortet. Die Investition in die Arbeit kann somit eine wichtige Funktion in der Erstellung einer möglichst hohen Individualität übernehmen. Es ist also festzuhalten, dass die Vorstellung einer traditionell angesehenen Lebensgestaltung von einer Form des Lebens abgelöst wird, die eine möglichst hohe Bildung der Individualität mit sich bringt.

Was für Folgen diese Lebensform hat, kommt unter anderem in der Person Deér zum Ausdruck. Die Identifizierung mit seiner Arbeit sticht in seinem Reden deutlich hervor. Fortwährend spricht er in der Wir-Form, wenn er von seiner Firma spricht.11 So wie viele Ehepaare in der ersten Person Plural sprechen, da sie sich als Eins ansehen, sieht Deér eine Einheit zwischen ihm und seiner Arbeit bei Swissair. Er geht sogar so weit, sich und Swissair als einen Körper und eine Familie anzusehen, was das starke Zusammengehörigkeitsgefühl belegt.12 Zitate wie: „Wir sind eine Familie. Wir gehören zusammen. […] Sie können ja auch nicht sagen, der Vater, die Mutter, die Geschwister, die sind jetzt nicht mehr meine Familie.“13 und: „Im guten wie im bösen“14 lassen keinen Zweifel daran, dass die Arbeit für Deér den Stellenwert der Familie eingenommen hat.

Das Problem hierbei ist jedoch, dass die Arbeitsstelle oft eine noch unsichere Basis für das Leben ist, als die Familie. Gerade auf dem heutigen Arbeitsmarkt wird Flexibilität erwartet. Fachliche Kompetenz alleine zählt nicht mehr, sondern vielmehr die Fähigkeit verschiedenen Rollen gerecht zu werden und die Bereitschaft sich stets fortzubilden.15 Der Wunsch von Deér lebenslang bei Swissair zu bleiben, scheint überholt zu sein und damit beginnt das Problem der Individualisierung. Auch wenn anfangs von einer freien Wahl der Individualisierung gesprochen wurde, wird hier deutlich, dass spätestens in dem Moment des Verlustes der Arbeit ein Problem auftritt, wenn das Individuum sich durch diese definiert hat. Die Tatsache, dass das moderne Individuum versucht, sich über unbeständige Faktoren wie Arbeit oder Geld von anderen zu unterscheiden, statt durch Konstante wie „Herkunft, Konfession oder Geschlecht“16, bringt einerseits eine große Freiheit und auf der anderen Seite birgt es die Gefahr einer noch größeren Enttäuschung.

2.2 Unmenschlichkeit

Diese genannten Veränderungen hinsichtlich der Individualisierung gehen selbstverständlich auch nicht spurlos an der Grundhaltung des Individuums vorbei. Wie schon in der Theorie von David Riesmann erwähnt, verändert sich der Mensch zunehmend dahin, den Fokus auf sich selbst zu lenken, statt sich über Maßstäbe zu identifizieren, die gesellschaftlich anerkannt sind. Diese Art zu leben hat zur Folge, dass der Mensch stets darauf bedacht ist, gemäß dem Individualisierungsprozess, sich selbst wahrzunehmen. Es wird auch von einer sogenannten „Ego-Gesellschaft“17 gesprochen, die sich gerade durch dieses unaufhaltbare Streben nach Individualisierung entwickelt. Die Verbindung zwischen dieser Bezeichnung und anderen Charakterisierungen unserer Zeit, wie zum Beispiel der Bindungslosigkeit, ist offensichtlich.18 Dass der Mensch, wenn er sich von allen Wertmaßstäben und Rollenerwartungen lösen will, auch oft Bindungen auflösen muss und sich zu einem Einzelgänger entwickelt, ist eine logische Schlussfolgerung. Das Individuum gerät in den Konflikt zwischen Gesellschaft und Egozentrik, denn es kann nicht zur gleichen Zeit dem Anspruch der höchsten Individualisierung und den Erwartungen anderer gerecht werden. Will es also seine Individualität steigern, muss es sich von den Vorstellungen anderer lösen.

Aber auch hier ist die Freiheit der unbeschränkten Möglichkeiten im Prozess, sich selber zu entfalten, nur eine teilweise Freiheit. Wenn das Individuum seine Individualisierung in der Marktwirtschaft sucht, dann wird schnell klar, dass der Markt Macht über den Menschen hat.19 Zum einen verlangt der Markt zwar Persönlichkeiten, die selbstbewusst sind und einen hohen Grad an Eigensinn mitbringen, zum anderen verlangt er aber auch Flexibilität.20 Das Individuum soll in der Lage sein, sich stets in neue Arbeitsbereiche einzufügen und soll dabei mit seiner Einzigartigkeit strahlen. Gefordert wird also nicht eine Persönlichkeit, sondern eine Vielzahl von Individualitäten, die je nach Situation eingesetzt werden können. Es kann also gesagt werden, dass der Markt mit den Persönlichkeiten spielt und sie für seine Zwecke einsetzt. Die Aufgabe des Menschen ist es hierbei, seine Individualität auf den Markt zu zuschneiden und in seinem Leben möglichst viele Identitäten zu erlangen, damit er für jede Marktlage die passende Persönlichkeit hat.

Einen Versuch, ein Individuum wieder brauchbar für den Markt zu machen, sehen wir in der Szene, die Gangübungen heißt.21 Hier soll Deér anhand von ein paar wenigen Schritten lernen seinen Gang zu ändern. Diese Übungen eines aufrechteren Gangs können als Spiegel des Inneren gedeutet werden. Durch den Gang soll eine starke Persönlichkeit suggeriert werden, die tauglich für das Leben ist. Ob das Individuum diese Stärke auch fühlt, ist somit erst mal zweitrangig, wichtig ist zunächst die Äußerlichkeit. Um auf die Überschrift dieses Unterkapitels Bezug zu nehmen, kann behauptet werden, dass der Markt eine Macht auf das Individuum ausübt, die nicht mehr mit humanen Vorstellungen in Einklang gebracht werden kann. Es herrscht eine Unmenschlichkeit der Gesellschaft, die darin zusammenzufassen ist, dass zu oft von dem Einzelnen etwas verlangt wird, was er nicht leisten kann, gleichzeitig die Möglichkeit fehlt, zu leisten, was in dem Bereich der Fähigkeiten liegt und dass die Marktwirtschaft dem Einzelnen nicht zurückgibt, was ihm zusteht.22 Dass genau diese inhumanen Bedingungen sich schließlich auch in dem Individuum spiegeln, ist nicht verwunderlich. „Die Asozialität des Menschen ist in ihren verschiedensten Formen die Kehrseite einer dem Menschen nichtadäquaten Sozietät.“23 Es bleibt nicht bei einer Gesellschaft, die das Individuum ausnimmt, sondern entwickelt sich zu einer Welt, in der jeder Einzelne unmenschlich handelt, wobei wir wieder den Punkt der „Ego-Gesellschaft“ aufgreifen können. Die Assoziationen mit dem Krieg, die Bihler in dem Drama mit dem Markt in Verbindung bringt, scheinen eine treffende Zusammenfassung zu sein. Wenn er von Business als Krieg spricht, von „jungen Spunden, die mit den Flammenwerfern“24, wenn er von Leuten berichtet, die im Leichensack zurückkehren, dann greift er genau das behandelte Problem auf.25 Der Eifer nach der höchsten Individualisierung, die dann allerdings doch wieder nur der Marktwirtschaft unterworfen wird und von ihr geformt wird, macht aus dem Menschen Monster und das ist es, was der Markt will: „Der Markt braucht heute Monster.“26

3 Entwicklung der Marktwirtschaft

Nach einer genauen Auseinandersetzung mit dem Individuum und seinen Entwicklungstendenzen in der heutigen Zeit, wollen wir uns nun mit der Marktwirtschaft beschäftigen. Es soll geklärt werden, welchen Sinn die Marktwirtschaft erfüllt, um dann wieder auf den einzelnen Menschen und sein Verhalten in diesem System zu schauen.

3.1 Was ist der Markt?

Der Markt heute ist zweifelsohne nicht mehr das, was es früher im Mittelalter mal war. Wenn wir heute vom Markt sprechen, geht es in den meisten Fällen nicht um den Wochenmarkt auf dem Dorfplatz, sondern um ein System, welches die ganze Welt zu dominieren scheint. Was also ist der Ursprungsgedanken von einem Markt und welche dieser Grundzüge können wir auch heute noch finden?

Einst war der Markt der Ort, an dem die Bedürfnisse der Menschen durch Angebot und Nachfrage anhand von Waren und Dienstleistungen erfüllt wurden. Solange die Bedürfnisse von der nächsten Umgebung gestillt werden konnten, sei es beispielsweise durch die eigene Produktion oder die des Nachbarn, spielte der Markt noch keine so große Rolle in der Gesellschaft. Dies änderte sich jedoch drastisch durch die Arbeitsteilung, durch die es den Menschen unmöglich geworden ist, eine Dienstleistung eines Freundes anzunehmen, ohne damit gleichzeitig in eine wirtschaftliche Beziehung mit anderen zu treten. Aus dieser Entwicklung heraus ist das Wort Markt zu einem Synonym für einen gesellschaftlichen Prozess geworden, der versucht die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen.27

Während aber das Augenmerk früher auf dem Produzieren der Waren liegen sollte, die die Grundbedürfnisse der Menschen zu stillen suchten, sehen wir heute eine Fülle von Produkten, die mit den existenziellen Bedürfnissen nichts mehr zu tun haben. Was früher langsam durch, zum Beispiel, den Verkauf von Perlenketten auf dem örtlichen Markt begonnen hat, breitet sich heute ins Unermessliche aus.28 Es ist aber nicht etwa so, dass der moderne Mensch unbedingt eine größere Nachfrage hat, sondern dass der Markt die Bedürfnisse gleich mitliefert und somit das Wirtschaftswachstum in Schwung bringt.29 Obwohl gerne von grenzenlosen Bedürfnissen des Menschen gesprochen wird, entspricht dieses Phänomen nicht der Wirklichkeit, da der Mensch sich, um von grenzenlosen Notwendigkeiten sprechen zu können, selber entgrenzen können müsste, das heißt, sich über die Grenzen seines eigenen Körpers hinwegsetzen müsste.30 Anders gesagt, die Bedürfnisse des Menschen sind eigentlich durch die Grenzen des Körpers begrenzt. Zunächst einmal strebt der Mensch also nur nach der Existenzsicherung und an diesem Punkt setzt die Marktwirtschaft an. Ist nämlich erst einmal die Nachfrage nach den Grundnahrungsmitteln gestillt, können diverse Bücher über das Kochen produziert werden, Kochshows gezeigt werden und Seminare zur gesunden Ernährung angeboten werden, so dass eine immer größere Nachfrage entsteht, die wiederum marktwirksam ist.31 Es könnte gesagt werden, dass es darum geht, dem Menschen eine immer bequemere und facettenreichere Existenzsicherung zu bieten.

[...]


1 Epikur von Samos: https://www.aphorismen.de/suche?f_thema=Gier%2C+Profitgier

2 http://www.duden.de/rechtschreibung/Begierde

3 http://www.enzyklo.de/Begriff/Individuum

4 http://www.enzyklo.de/Begriff/Individualit%C3%A4t

5 Widmer: Top Dogs, S. 229.

6 Vgl. Widmer: Top Dogs, S.229

7 Widmer: Top Dogs, S. 229.

8 Vgl. Neckel: Identität als Ware. Die Marktwirtschaft im Sozialen, S. 136.

9 Vgl. Neckel: Identität als Ware, S. 136.

10 Vgl. Neckel: Identität als Ware, S. 136 f.

11 Vgl. Widmer: Top Dogs, S. 9 ff.

12 Vgl. Widmer: Top Dogs, S. 219.

13 Widmer: Top Dogs, S. 219.

14 Widmer: Top Dogs, S. 219.

15 Vgl. Neckel: Identität als Ware, S. 139 f.

16 Neckel: Identität als Ware, S. 136.

17 Neckel: Identität als Ware, S. 134.

18 Vgl. Neckel: Identität als Ware, S. 134.

19 Vgl. Neckel: Identität als Ware, S. 143.

20 Vgl. Neckel: Identität als Ware, S. 138.

21 Vgl. Widmer: Top Dogs, S. 236.

22 Vgl. Kirsch/Mackscheidt/Herder-Dornreich/Dettling: Jenseits von Markt und Macht, S. 33.

23 Vgl. Kirsch: Jenseits von Markt und Macht, S. 40.

24 Widmer: Top Dogs, S. 222.

25 Vgl. Widmer: Top Dogs, S. 222.

26 Widmer: Top Dogs, S. 223.

27 Vgl. Kafka: Geld oder Leben?, S. 90.

28 Vgl. Kafka: Geld oder Leben?, S. 90.

29 Vgl. Kafka: Geld oder Leben?, S.90.

30 Vgl. Bendixen: Einführung in die Kultur- und Kunstökonomie, S. 71.

31 Vgl. Bendixen: Einführung in die Kultur- und Kunstökonomie, S. 71.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Das Individuum im Konflikt zwischen Macht und Markt. Eine Analyse des Dramas "Top Dogs" von Urs Widmer
Hochschule
Universität Paderborn
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
22
Katalognummer
V932965
ISBN (eBook)
9783346257673
ISBN (Buch)
9783346257680
Sprache
Deutsch
Schlagworte
individuum, konflikt, macht, markt, eine, analyse, dramas, dogs, widmer
Arbeit zitieren
Master of arts Carina Redekop (Autor), 2017, Das Individuum im Konflikt zwischen Macht und Markt. Eine Analyse des Dramas "Top Dogs" von Urs Widmer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/932965

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