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Deutung und Bedeutung des ersten Gebotes im Rahmen der Dekalogauslegung in Luthers Kleinem Katechismus

Title: Deutung und Bedeutung des ersten Gebotes im Rahmen der Dekalogauslegung in Luthers Kleinem Katechismus

Seminar Paper , 2004 , 20 Pages , Grade: 1- (13 Punkte)

Autor:in: Patrick Wacker (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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„Grundlegend ist das erste Gebot […], das uns zum Vertrauen auf Gott herausfordert.“ Diese Formulierung des KEEK zeigt, dass auch nach beinahe fünf Jahrhunderten das Verständnis Martin Luthers und dessen Auslegung über das erste Gebot, „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir“ (Ex 20,3; Dtn 5,7), nichts an seiner Aktualität verloren hat. So verweist denn der KEEK auf Luthers Kleinem Katechismus aus dem Jahr 1529 und zeigt daher Unvergänglichkeit seiner Deutung des ersten Gebotes auf, welche lautet: „Wir wollen Gott über aller Ding fürchten, lieben und vertrauen.“
Neben die durch die Prägnanz gegebene Lernerleichterung regt die kurze Formulierung zur Reflektion an, denn auf die Frage: „Du sollt nicht ander Götter haben. Was ist das?“ , folgt eine Antwort, die wiederum zur Gegenfrage einlädt, wie denn dieser Satz zu verstehen ist. Besonders das Verhältnis und die Aussage der Wörter „fürchten“, „lieben“ und „vertrauen“ stehen dabei im Mittelpunkt des Interesses. Hinzu kommt, dass sich diese dreigliedrige Formel „als zweigliedriges Konzentrat“ in den weiteren Gebotsauslegungen wiederholt. „Wir wollen Gott fürchten und lieben, […]“ steht als Bedingung vor jeder Auslegung vom zweiten bis zehnten Gebot.
Die Bedeutsamkeit und Unabdingbarkeit des ersten Gebotes an sich und hinsichtlich der übrigen Gebote ist offensichtlich und drängt sich gerade zu auf. Wenn es also im KEEK heißt das erste Gebot sei „grundlegend“, so ist dies richtig, betrachtet man allerdings das erste Gebot aus der Perspektive Luthers beziehungsweise aus der Perspektive des Kleinen Katechismus heraus, kann diese Ansicht erweitert und vertieft werden. Es ist daher eine genauere Untersuchung zur Deutung und Bedeutung des ersten Gebotes im Rahmen der Dekalogauslegung Luthers im Kleinen Katechismus nötig.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

1.1 Einleitende Worte

1.2 Werkimmanente Überlegungen

2. Vom Gebot zum Glauben

2.1 Vom biblischen Gesetz zum allgemeinen Gesetz

2.2 Das erste Gebot bei Luther

2.3 Das Evangelium im Dekalog I

3. Vom Glauben zum Gebot

3.1 Die triadische Formel

3.2 Furcht und Liebe als Bedingung zur Gesetzestreue

3.3 Sündenspiegel oder Lebensnorm – Das Evangelium im Dekalog II

4. Nachwort

4.1 Zusammenfassung

4.2 Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung und die spezifische Deutung des ersten Gebots innerhalb der Dekalogauslegung in Martin Luthers Kleinem Katechismus, um aufzuzeigen, wie das Verständnis dieses Gebots als Fundament für den gesamten christlichen Glauben und das Handeln des Menschen dient.

  • Die Rolle des ersten Gebots als "Grund und Ursache" aller anderen Gebote
  • Die Analyse der triadischen Formel "fürchten, lieben und vertrauen"
  • Das dialektische Verhältnis von Gesetz und Evangelium bei Luther
  • Die Transformation vom biblischen Gesetz zum allgemeinen Verständnis des Glaubens
  • Die Funktion des Dekalogs zwischen Sündenspiegel und Lebensnorm

Auszug aus dem Buch

3.1 Die triadische Formel

Die besondere Bedeutung der triadischen Formel, welche als Auslegung des ersten Gebotes auch als solches an dieser Stelle betrachtet werden darf, entsteht in Hinblick auf die weitere Verwendung als duale Form vor den weiteren Gebotsauslegungen. Zusammenhanglos gesehen neigt man dazu das Vertrauen als ein Resultat der Verschmelzung im Sinne einer Klimax von Furcht und Liebe zu betrachten; Vertrauen erwächst sozusagen aus dem rechten Fürchten und Lieben. Dass dies eine vorschnelle Überlegung ist, zeigt sich in der Verkürzung der Formel durch den Wegfall von „vertrauen“ in den weiteren Gebotsauslegungen. Es scheint ein logischer Schluss zu sein, Liebe und Vertrauen der Furcht gegenüberzustellen.

Um allerdings das Verhältnis der Begriffe besser zu verstehen muss geklärt werden, was denn „Gott fürchten“ bedeutet. Beutel macht darauf aufmerksam, dass durch den „überaus heterogenen Sprachgebrauch Luthers“ der Begriff Gottesfurcht in seinen Bedeutungen stark changiert. Daher ist es ratsam bei einem Versuch der Begriffsklärung nahe am hier zu behandelnden Text zu bleiben. So schreibt Johannes Meyer hinsichtlich der Trias, bei der auch er Liebe und Vertrauen als Einheit versteht, „daß die Furcht vor Gott behütet vor Übertretungen der Gebote und Liebe und Vertrauen zu Gott anleitet zur Befolgung der Gebote.“ Die Furcht fungiert also als Regulator und hält zur Gesetzestreue an, welches der Epilog in der Dekalogauslegung bestätigt: „Gott dräuet zu strafen alle, die diese Gebot übertreten, darumb sollen wir und fürchten für seinen Zorn und nicht wider solche Gebot tun.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einleitung in die Bedeutung des ersten Gebots als Grundlage des Vertrauens auf Gott und die Notwendigkeit einer werkimmanenten Untersuchung des Kleinen Katechismus.

2. Vom Gebot zum Glauben: Analyse der Transformation des biblischen Dekalogs durch Luther, wobei die Kürzung des Textes die Funktion des ersten Gebots als allgemeingültigen Grundstein des Glaubens hervorhebt.

3. Vom Glauben zum Gebot: Untersuchung der triadischen Formel sowie des dialektischen Zusammenspiels von Furcht, Liebe und Vertrauen, das die Einhaltung der Gebote als positiven Akt des Glaubens legitimiert.

4. Nachwort: Zusammenfassende Betrachtung der elementaren Bedeutsamkeit des ersten Gebots als Lebensnorm und Ausgangspunkt eines rechten Glaubensverständnisses.

Schlüsselwörter

Martin Luther, Kleiner Katechismus, erstes Gebot, Dekalog, Gesetz und Evangelium, triadische Formel, Gottesfurcht, Glauben, Vertrauen, Gesetzestreue, Sündenspiegel, Lebensnorm, Reformation, Theologie, Christentum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Interpretation und die theologisch-ethische Bedeutung des ersten Gebots innerhalb von Luthers Kleinem Katechismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen Luthers Verständnis von Gesetzesauslegung, die Funktion der Begriffe "fürchten, lieben und vertrauen" sowie das Verhältnis zwischen Mensch und Gott.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach der Bedeutung des ersten Gebots als "Grund und Ursache" aller anderen Gebote und wie Luther dieses Verständnis im Kleinen Katechismus strukturiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine werkimmanente Untersuchung und Quellenanalyse, um Luthers Theologie direkt aus seinen Texten und den Bekenntnisschriften zu erschließen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Umformung des biblischen Dekalogs, die Bedeutung der triadischen Formel für die Gebotstreue und die Frage, ob der Dekalog als Sündenspiegel oder Lebensnorm fungiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Luthers Katechismus, erstes Gebot, Gesetzesverständnis, triadische Formel und heilsgeschichtliche Deutung beschreiben.

Wie unterscheidet Luther das erste Gebot von den übrigen Geboten?

Luther versteht das erste Gebot als "Häupt und Quellborn", welches alle anderen Gebote legitimiert und durchdringt, während die anderen Gebote als Konkretisierung des Glaubenslebens folgen.

Warum wird die triadische Formel in späteren Geboten oft gekürzt?

Die Kürzung der Formel auf "fürchten und lieben" dient der grammatikalischen Erleichterung und Prägnanz, wobei das Vertrauen als notwendige Vorstufe und Basis der beiden anderen Emotionen vorausgesetzt bleibt.

Inwiefern ist der Dekalog bei Luther ein Sündenspiegel oder eine Lebensnorm?

Luther vermeidet ein bloßes "Entweder-Oder"; der Dekalog fungiert sowohl als Mahnung vor Übertretung als auch als Anleitung zum aktiven, geliebten Handeln im Glauben.

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Details

Title
Deutung und Bedeutung des ersten Gebotes im Rahmen der Dekalogauslegung in Luthers Kleinem Katechismus
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Kirchengeschichte)
Course
Kirchengeschichtliches Proseminar
Grade
1- (13 Punkte)
Author
Patrick Wacker (Author)
Publication Year
2004
Pages
20
Catalog Number
V93318
ISBN (eBook)
9783640097982
ISBN (Book)
9783656287360
Language
German
Tags
Deutung Gebotes Proseminar Kirchengeschichte Martin Luther erste Gebot Katechismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patrick Wacker (Author), 2004, Deutung und Bedeutung des ersten Gebotes im Rahmen der Dekalogauslegung in Luthers Kleinem Katechismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93318
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