Was ist Motivation? Eine Frage, die leicht auch ins Philosophische abdriften kann und die die Menschen zu jeder Zeit beschäftigt hat. Was bewegt den Mensch, was treibt ihn an? Dies sind die Fragen, die die Philosophen immer wieder in den Raum warfen, wenn Neuerungen das Leben der Menschen herausforderten.
Die Geschichtsschreibung kennt und unterscheidet die Phasen der Gesellschaftsformen und des Arbeitens.
Von der Agrargesellschaft zur Industrie- und nun zur Informationsgesellschaft führt der Weg der Neuerungen auf den diversen Gebieten menschlichen Zusammenlebens. Die Anforderungen sind andere als vor hundert Jahren, man fordert die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen und die Zukunft den sich ständig neuen Aufgaben anpassenden Wissensarbeiter.
Was ist nun aber Motivation im engeren Sinne und wie wird mit dem Begriff in den Wissenschaften umgegangen? Welche Begriffe sind damit unabdingbar verknüpft und wie lässt sich das Beziehungsgeflecht zwischen der Motivation und den anderen Faktoren veranschaulichen und möglicherweise zu einem Modell des medialen Wissenserwerbs zusammenfügen? [...] Kommunikation ist eine kognitive Erfahrung; in der Erinnerung wird die Erfahrung mit dem zeitgleich erfahrenen Gefühl verknüpft und es entsteht ein Bild dieser Erfahrung. Dieses Bild beinflusst späteres Handeln. Dem Handeln liegt die Motivation zugrunde. Dementsprechend müsste Kommunikation zur Motivierung von Menschen zu bestimmtem Handeln beitragen können.
Diese Vorstellung ist nicht neu: mit dem Einsatz von Lob und Tadel wird in den Schulen gearbeitet, das Lob, aber auch die gemäßigte Kritik dienen dem Ansporn des Lernenden. Wir benutzen Kommunikation um Wirkungen zu erzielen, um zu motivieren.
Welche Wirkungen Kommunikation hat und insbesondere die Massenkommunikation wird weitgehend in der Werbung verarbeitet und angewendet und beschäftigt als Medienwirkungsforschung implizit auch die Kommunikationswissenschaft. Aufgrund der Komplexität der Fragestellung wird am Ende dieser Seminararbeit kein elaboriertes Modell zum Wissenserwerb stehen, allerdings kann und soll die Bandbreite des Bezugsspektrums aufgezeigt werden.
Wie diese Seminararbeit zeigen soll, gehört der Motivation eine Schlüsselrolle in kommunikationspsychologischen und pädagogischen Betrachtungen zugedacht. Die Rolle der Medien in unserer Gesellschaft wächst, man spricht vom „Informationszeitalter“. Für den „Brainworker von morgen“ wird die Forderung nach der lebenslangen Lernbereitschaft zum existentiellen Kriterium der Überlebensfähigkeit. Auf dieser Ebene findet ein „fast ständiges“ Lernen statt und so kann man fragen, inwieweit für den Menschen im Informationszeitalter Lernen, und vorgelagert die Kommunikation, zum existenziellen Grundbedürfnis avanciert ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionsversuche
2.1. Emotion und Kognition
2.2. Emotion und Motivation
2.3. Triebtheoretische Auffassung von Motivation
2.4. Die Hierarchie der Bedürfnisse nach Maslow
2.5. Neugiermotivation
2.6. Anreiztheoretisches Modell der Motivation
2.7. Entscheidung und Handlungsregulation
2.8. Leistungsmotivation
2.9. Zum Unterschied von Leistungsmotivation und Machtmotivation
3. Motivation und Kommunikation
3.1. Kommunikation als Bestandteil motivationaler Vorgänge und die Medien
3.2. Medialer Wissenserwerb
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit dem komplexen Zusammenspiel von Lernen, Motivation und Emotionen auseinander und untersucht, wie diese Faktoren das menschliche Handeln sowie den medialen Wissenserwerb beeinflussen. Ziel ist eine fundierte Bestandsaufnahme der psychologischen Grundlagen und deren Übertragbarkeit auf kommunikationswissenschaftliche Fragestellungen.
- Psychologische Definitionen von Motivation und Emotion
- Triebtheoretische und anreiztheoretische Erklärungsmodelle
- Die Rolle von Motivation bei Entscheidungsprozessen und Handlungsregulation
- Der Einfluss von Medien auf motivationale Prozesse und Wissensvermittlung
Auszug aus dem Buch
2.1. Emotionen und Kognitionen
Kognitionen definiert Edelmann als „jene Vorgänge, durch die ein Organismus Kenntnis von seiner Umwelt erlangt. Im menschlichen Bereich sind dies besonders: Wahrnehmung, Vorstellung, Denken, Urteilen, Sprache. Man könnte auch sagen: durch Kognitionen wird Wissen erworben. Kognitive Prozesse lassen sich von emotionalen (gefühlsmäßigen) und motivationalen (aktivierenden) unterscheiden. Diese Trennung ist jedoch weitgehend eine analytische. In der Regel sind auf Erkenntnis bezogene (= kognitive) Prozesse eng mit emotionalen und motivationalen verbunden.“
Edelmann zitiert Ulichs zehn Bestimmungsmerkmale von Emotionen bzw. Gefühlen. Ihnen sind demnach folgende Merkmale eigen: Zustandsbewusstsein, die Erfahrung eines Gefühls stelle „die leib-seelische Zuständlichkeit“ in den Mittelpunkt der Wahrnehmung; mit anderen Worten, Gefühle werden subjektiv erfahren. Selbstbetroffenheit, Emotionen seien das Gegenteil von Gleichgültigkeit. Sie entstehen nur bei Betroffenheit der eigenen Ziele, Interessen und Bedürfnisse. Man spricht von „emotionaler Beteiligung“ oder auch „Ich-Bezug“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung beleuchtet die Bedeutung von Motivation im Informationszeitalter und stellt die zentrale Frage nach dem Zusammenhang zwischen Lernen, Kommunikation und dem menschlichen Antrieb.
2. Definitionsversuche: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Übersicht zu zentralen psychologischen Konzepten, von Emotionen und Kognitionen über die Triebtheorie bis hin zur Leistungsmotivation.
3. Motivation und Kommunikation: Hier wird der theoretische Bezug zur Kommunikationswissenschaft hergestellt, insbesondere durch die Analyse, wie Medien als motivierende Faktoren den Wissenserwerb steuern können.
4. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, sowohl Maslowsche Bedürfnisansätze als auch neue medienpsychologische Erkenntnisse in der zukünftigen Forschung zu vereinen.
Schlüsselwörter
Motivation, Emotion, Kognition, Wissenserwerb, Lernpsychologie, Medienwirkung, Bedürfnispyramide, Leistungsmotivation, Handlungsregulation, Kommunikation, Informationszeitalter, Triebtheorie, Attributionstheorie, Maslow, Anreizmodell
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert das Zusammenspiel von Lernen, Motivation und Emotionen und deren Relevanz für den medialen Wissenserwerb.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf psychologischen Motivationsmodellen, emotionalen Einflüssen auf die Informationsverarbeitung sowie der medienvermittelten Steuerung von Verhalten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme, um die Bandbreite des Bezugsspektrums zwischen menschlicher Motivation und medialen Einflüssen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse psychologischer und kommunikationswissenschaftlicher Theorien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert verschiedene Definitionsversuche und Theorien zur Motivation sowie die Rolle der Kommunikation in motivationalen Prozessen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Motivation, Emotion, Kognition, Medienwirkung und Leistungsmotivation charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Bedürfnispyramide nach Maslow in dieser Arbeit?
Maslows Hierarchie dient als Grundlage für die Einordnung von Wachstumsbedürfnissen und wird in Bezug auf die modernen Anforderungen der Leistungsgesellschaft diskutiert.
Wie unterscheidet der Autor Leistungsmotivation von Machtmotivation?
Während sich Leistungsmotivation auf das Streben nach einem internen Gütemaßstab bezieht, ist Machtmotivation durch die soziale Grundsituation und den Einfluss auf andere gekennzeichnet.
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- Alf-Christian Obermaier (Author), 2002, Wissen und Wollen - Das Zusammenspiel von Lernen, Motivationen und Emotionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93319