Wie verhalten sich Jugendliche im Alkoholrausch? Zunächst beschäftigt sich die Arbeit mit der Definition von Rausch und der Abgrenzung von der Sucht. Anschließend wird näher auf die Gründe und Funktionen des Alkoholrausches für Jugendliche eingegangen. Hiernach werden die drei Dimensionen von Yvonne Niekrenz, welche Zeit, Ort und Körper beinhalten, erläutert. Darauffolgend werden die Probleme und Tendenzen des Rauschtrinkens erklärt und abschließend wird die Arbeit mit einer Befragung von vier weiblichen Personen, unterschiedlicher Altersklassen, zu ihren persönlichen Erfahrungen mit Alkohol in der Jugendzeit, vertieft.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Rausch
2.1 Phänomen Rausch
2.2 Abgrenzung von der Sucht
3 Rausch im Jugendalter
3.1 Gründe und Funktionen
3.2 Rauschhafte Vergemeinschaftungen
4 Dimensionen von Yvonne Niekrenz
4.1 Die Zeit
4.2 Der Raum
4.3 Der Körper
5 Tendenzen und Probleme des Rausches
6 Befragung
6.1 Vorstellung der Befragung
6.2 Auswertung des Generationsvergleichs
6.3 Fazit
7 Ausblick in die Zukunft
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des jugendlichen Alkoholkonsums, um zu verstehen, wie Jugendliche im Alkoholrausch agieren und welche sozialen sowie persönlichen Funktionen dieser Konsum erfüllt. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie sich der Alkoholkonsum und das damit einhergehende Verhalten innerhalb der Jugendphase manifestieren und welche Rolle gesellschaftliche Normen und Gruppendynamiken dabei spielen.
- Theoretische Fundierung durch das Konzept der "rauschhaften Vergemeinschaftungen" von Yvonne Niekrenz.
- Analyse der drei Dimensionen des Rausches: Zeit, Raum und Körper.
- Untersuchung von Tendenzen wie Binge-Drinking und deren Konsequenzen.
- Empirische Untersuchung mittels eines Generationenvergleichs durch Experteninterviews.
- Betrachtung der Rolle von Geschlechterrollen und sozialem Druck beim Alkoholkonsum.
Auszug aus dem Buch
3.1 Gründe und Funktionen
In der Jugendzeit vollzieht der Körper eine drastische Veränderung, die kaum kontrollierbar ist. Diese Zeit ist ein Zustand der Ausnahmen (vgl. Niekrenz, 2011b, S. 208). Der Jugendliche wird durch die Pubertät erwachsen, dabei finden physische Entwicklungsprozesse, welche individuell transzendent verarbeitet werden, statt (vgl. Niekrenz/ Witte, 2011 b, S. 11). Diese Veränderung können in dem Jugendlichen „Selbstzweifel, Versagensängste und Unsicherheiten“ auslösen, welche sie versuchen durch Grenzerfahrungen zu bewältigen (ebd., S. 14). Eine dieser Grenzerfahrungen dafür ist der Rausch. Der rauschhafte Zustand hilft bei der Vermittlung zwischen Leib und Körper, da er dazu beiträgt, dass sich die Person mit ihren veränderten leiblichen Erfahrungen auseinandersetzt (vgl. ebd., S. 17). Der Rausch bietet zusätzlich die Möglichkeit aus dem gewohnten Alltag zu entfliehen und befriedigt dabei die jugendliche Neugierde und Abenteuerlust (vgl. Niekrenz, 2011a, S. 67).
Der Ekstase kommen jedoch weitere Funktionen zu. Der Rausch hat eine Initiationsfunktion, da der Konsum von Alkohol als Übergangsritual in die Erwachsenenwelt gesehen werden kann. Diese Art von Identitätsarbeit löst den Jugendlichen von der Überwachung und Kontrolle der Eltern und bringt ihm Selbstbestimmung (vgl. Niekrenz, 2011b, S. 215) und somit kann er seine eigene Identität aufspüren (vgl. Settertobulte, 2010, S. 78).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema des jugendlichen Alkoholkonsums anlässlich festlicher Ereignisse ein und legt die methodische Herangehensweise der Arbeit dar.
2 Rausch: Dieses Kapitel definiert den Begriff Rausch, grenzt ihn theoretisch von der Sucht ab und beleuchtet die verschiedenen pharmakologischen sowie psychologischen Auslöser.
3 Rausch im Jugendalter: Hier werden die spezifischen Motive und Funktionen des Alkoholtrinkens für Jugendliche, wie Initiationsrituale und Identitätsbildung, sowie das Konzept der Vergemeinschaftung erläutert.
4 Dimensionen von Yvonne Niekrenz: Das Kapitel strukturiert den Rauschzustand in die drei theoretischen Dimensionen Zeit, Raum und Körper, um die subjektive Erfahrung des Rausches besser greifbar zu machen.
5 Tendenzen und Probleme des Rausches: Hier werden aktuelle Gefahren wie das Binge-Drinking, rechtliche Implikationen und die Risiken für die Gesundheit der Jugendlichen analysiert.
6 Befragung: Dieses Kapitel widmet sich der qualitativen Erhebung, in der die persönlichen Erfahrungen verschiedener Generationen zum Alkoholkonsum gegenübergestellt und ausgewertet werden.
7 Ausblick in die Zukunft: Das Fazit skizziert eine Entwicklung hin zu einem gesundheitsbewussteren Lebensstil, wobei gleichzeitig die Fortdauer von Alkoholkonsum als Teil des Erwachsenwerdens prognostiziert wird.
Schlüsselwörter
Alkoholkonsum, Jugendalter, Rausch, Binge-Drinking, Yvonne Niekrenz, Identitätsbildung, Initiationsritual, Generationsvergleich, Körperbild, Gruppenzwang, Suchtprävention, Sozialraum, Zeitwahrnehmung, Risikoverhalten, Peergroup
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das Verhalten Jugendlicher im Alkoholrausch und untersucht die Funktionen, die der Alkoholkonsum in dieser Lebensphase erfüllt.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die zentralen Themen sind die theoretische Definition von Rausch, die Entwicklung des Trinkverhaltens im Jugendalter sowie der Einfluss sozialer und körperlicher Faktoren.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu ergründen, wie Jugendliche den Alkoholrausch erleben, welche Rolle er für ihre Identitätsentwicklung spielt und wie sich das Trinkverhalten über verschiedene Generationen hinweg gewandelt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine fundierte theoretische Literaturanalyse mit einer qualitativen empirischen Befragung von vier Frauen unterschiedlichen Alters.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Auseinandersetzung mit Yvonne Niekrenz' Dimensionen des Rausches und eine praktische Befragung, die als Generationsvergleich dient.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Rausch, Identitätsbildung, Generationsvergleich, Binge-Drinking und Gruppendynamik maßgeblich geprägt.
Welchen Einfluss hat laut der Arbeit das Elternhaus auf das Trinkverhalten?
Der Einfluss wird als ambivalent dargestellt; während restriktive Regeln früher eher zu einem "Geheimhalten" führten, zeigt sich heute eine Tendenz zu mehr Verantwortung durch Aufklärung.
Wie hat sich der Alkoholkonsum bei Frauen laut den Befragungsergebnissen verändert?
Während in der älteren Generation Alkohol für Mädchen oft tabuisiert war, ist der Konsum heute gesellschaftlich akzeptierter und wird von jungen Frauen ähnlich wie von Männern praktiziert.
Welche besondere Rolle spielt der "Konkurrenzkampf" beim Trinken?
Insbesondere unter Jugendlichen wird das Trinken heute teilweise nicht mehr nur als Freizeitspaß, sondern als Wettkampf um Status und vermeintliche Belastbarkeit wahrgenommen.
- Quote paper
- Miriam Höller (Author), 2019, Wie verhalten sich Jugendliche im Alkoholrausch?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/933193