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Die Theorie der kognizierten Kontrolle unter besonderer Beachtung bei Religionsgemeinschaften wie den Zeugen Jehovas

Titre: Die Theorie der kognizierten Kontrolle unter besonderer Beachtung bei Religionsgemeinschaften wie den Zeugen Jehovas

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2008 , 15 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Alfred Seif (Auteur)

Psychologie - Psychosociologie
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Résumé Extrait Résumé des informations

Das Ausmaß, wie Menschen ihr Leben und ihre Umwelt glauben zu kontrollieren, ist eine sehr wichtige Variable zur Erklärung von (besonders sozialem) Erleben und Verhalten. Die Mehrzahl der Autoren betrachten den Begriff „Kontrolle“ als die subjektive Überzeugung eines Individuums, gewünschte Ereignisse herbeizuführen oder unerwünschte Ereignisse vermeiden zu können. Dabei muss die Kontrollmöglichkeit weder tatsächlich bestehen (“Illusion von Kontrolle“, „wahrgenommene Kontrolle“, „kognizierte Kontrolle“), noch tatsächlich ausgeübt werden („potenzielle Kontrolle“).

Die Wurzeln dieser Theorie finden sich bereits bei Adler (1929), White (1959) und De Charms (1968). Letzterer befand, dass der Mensch stetes eine Motivation habe, sich selbst als Verursacher von Handlungen und Veränderungen in der Umwelt zu sehen und daraus Schlüsse ziehe.

Als Definition für Kontrolle und Kontrollverlust kann man (nach Frey 1977) folgende Thesen zusammenfassen:
1. Personen sind bestrebt, Zustände und Ereignisse in sich und in ihrer Umwelt zu kontrollieren, d.h. sie sich zu erklären, sie vorherzusagen oder sie zu beeinflussen.
2. Nimmt eine Person wahr, dass sie über Kontrollmöglichkeiten verfügt, reduziert bzw eliminiert dies durch negative Ereignisse hervorgerufenen Stress. Kogniziert eine Person, dass sie Ereignisse und Zustände mit ihren negativen Folgen nicht kontrollieren kann (Kontrollverlust), beeinträchtigt dies Erleben und Verhalten negativ.
3. Die Art der Reaktion auf Kontrollverlust ist abhängig von der subjektiven Bedeutung des nicht kontrollierbaren Ereignisses, von der Sicherheit der Überzeugung, keine Kontrolle ausüben zu können, sowie der Art der Ursachen des Kontrollverlusts. Thompson (1981) unterscheidet vier mögliche Arten von kognizierter Kontrolle: a) Beeinflussbarkeit bedeutet, dass ein Individuum durch sein Verhalten Ereignisse beeinflusst (behavior control). b) Als Vorhersehbarkeit (information control) beschreibt sie Informationsaufnahme über ein zu erwartendes Ereignis. c) Kognitive Kontrolle (cognitive control) liegt vor, wenn versucht wird mit kognitiven Strategien (z.B. Uminterpretieren) ein negatives Ereignis zu bewältigen. d) Retrospektive Kontrolle (retrospective control) schließlich bietet die Möglichkeit, Ereignisse nachträglich zu erklären. Eng an diese Definition ist die Unterscheidung in primäre (aktives Verhalten) und sekundäre (kognitive Prozessse) Kontrolle angelehnt (s. Kap.3).

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Definitionen:

2. Das Streben nach Kontrolle

a) Das Streben nach Beeinflussbarkeit:

b) Kontrollillusion und Aberglaube:

c) Das Streben nach Vorhersehbarkeit und Erklärbarkeit:

d) Interindividuelle Unterschiede in der Motivation nach Kontrolle:

e) Delegation von und Verzicht auf Kontrolle:

3. Die Auswirkungen von Kontrolle

a) Die Auswirkungen von primärer Kontrolle (Beeinflussbarkeit):

aa) Antizipationsphase:

bb) Einwirkungs- und Nachwirkungsphase (d.h. Wirkungsphase des Stimulus):

b) Die Auswirkungen von sekundärer Kontrolle:

aa) kognitive Strategien:

bb) Vorhersehbarkeit:

cc) Erklärbarkeit (retrospektive Kontrolle):

4. Verlust von Kontrolle

a) Gelernte Hilflosigkeit:

b) Reaktanz:

5. Angewandte Forschung:

a) Kontrolle und Gesundheit / Krankheit:

b) Kontrolle und Change-Management-Prozesse:

6. Kognizierte Kontrolle bei Religionsgemeinschaften wie den Zeugen Jehovas:

a) Religiosität – Bereitschaft zu kontrollmotivierten Deutungen ?

b) Anwendung der kognizierte Kontrolle bei den Zeuge Jehovas?

c) Anwendung von Kriterien für „destruktive Kulte“ auf Kontrollverhalten bei den Zeugen Jehovas

7. Persönliches Fazit:

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologische „Theorie der kognizierten Kontrolle“ und analysiert deren Anwendung auf das Verhalten und die Strukturen innerhalb von Religionsgemeinschaften, insbesondere am Beispiel der Zeugen Jehovas.

  • Grundlagen und Definitionen kognizierter Kontrolle.
  • Die psychologischen Auswirkungen von Kontrollgewinn und Kontrollverlust.
  • Untersuchung von Kontrollmotivation und Aberglauben.
  • Analyse religiöser Deutungssysteme als Mittel zur Kontrolle und Vorhersagbarkeit.
  • Anwendung von Kriterien für destruktive Kulte auf das Kontrollverhalten der Zeugen Jehovas.

Auszug aus dem Buch

b) Anwendung der kognizierte Kontrolle bei den Zeuge Jehovas?

Es können sich aus einer Verbindung mit einer Religionsgemeinschaft wie den Zeugen Jehovas (Gottes) folgende positive Aspekte laut Rausch und Schüssler, (2) ergeben: Menschen, die unter der „Unübersichtlichkeit des Seins“ und „dem „Chaos der Moderne“ leiden, könnten den geschützten Raum einer solchen Gemeinschaft als wohltuend empfinden. Die „Unplanbarkeit der Moderne“ hätten Zeugen Jehovas durch geregelt ablaufende Tätigkeiten ersetzt, wodurch kaum Zeit für Zweifel und Unsicherheit bleibe, so die Autoren weiter. Ein verloren gegangenes Gefühl der Kontrolle scheint so wieder herstellbar zu sein und alles erscheint als Teile eines umfassenden Plans (s. a 1).

Die Zeugen Jehovas lehren, dass alle Regierungen der Welt und alle anderen Religionsgemeinschaften zum verderbten Teil der Welt („Zu viele Anzeichen sprechen dafür, dass ... die Zivilisation durch und durch verdorben ist“ aus: Königreichsnachrichten 34, Selters/Ts., 1994“) gehören , die spätestens im Krieg von Harmageddon (auch bekannt als „Jüngstes Gericht“) vernichtet würden, damit die Theokratie der Zeugen Jehovas endgültig errichtet werden kann. Daher sei es besser, sich jetzt schon auf die Seite des künftigen Siegers zu stellen, denn diese Endzeitschlacht würden nur getaufte Zeugen Jehovas überleben. Dies wird gerne als die Fähigkeit zur Vorsehbarkeit künftiger Dinge angesehen, ganz wie es dem „einzig wahren Volk Gottes“ auch zukomme. Ferner hält man nur sich allein imstande, sein eigenes Leben im positiven Sinn zu beeinflussen, indem man nur durch die religiöse Tätigkeit eines Zeugen Jehovas Harmageddon überleben könne (behavioral control)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Definitionen:: Einführung in den Begriff der kognizierten Kontrolle als subjektive Überzeugung, Ereignisse beeinflussen oder vorhersagen zu können.

2. Das Streben nach Kontrolle: Untersuchung der menschlichen Motivation, Kontrolle über die Umwelt zu erlangen, inklusive der psychologischen Mechanismen von Aberglauben und Kontrollillusion.

3. Die Auswirkungen von Kontrolle: Analyse der Effekte von primärer und sekundärer Kontrolle auf Stress, Erleben und Verhalten in verschiedenen Phasen.

4. Verlust von Kontrolle: Erläuterung der psychologischen Folgen von Kontrollverlust, insbesondere durch Phänomene wie gelernte Hilflosigkeit und Reaktanz.

5. Angewandte Forschung:: Anwendung der Kontrolltheorie auf gesundheitliche Prozesse sowie auf Dynamiken in Change-Management-Prozessen in Unternehmen.

6. Kognizierte Kontrolle bei Religionsgemeinschaften wie den Zeugen Jehovas:: Vertiefte Betrachtung, wie religiöse Strukturen das Bedürfnis nach Kontrolle, Vorhersehbarkeit und Sinnerfüllung bei Mitgliedern adressieren.

7. Persönliches Fazit:: Reflektion des Autors über die Beobachtbarkeit der Kontrolltheorie in der Praxis und die psychologische Situation von Zeugen Jehovas.

Schlüsselwörter

Kognizierte Kontrolle, Kontrollverlust, Zeugen Jehovas, Religion, Attribution, Selbstwert, Stressbewältigung, Gelernte Hilflosigkeit, Reaktanz, Harmageddon, Beeinflussbarkeit, Vorhersehbarkeit, Psychologie, Destruktive Kulte, Kognitive Strategien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Theorie der kognizierten Kontrolle und untersucht, inwieweit diese psychologischen Prinzipien genutzt werden können, um das Verhalten und die Bindung von Mitgliedern in Religionsgemeinschaften wie den Zeugen Jehovas zu erklären.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Motivation zum Kontrollstreben, die Bewältigung von Kontrollverlust, die Rolle von Attributionen bei der Interpretation von Ereignissen sowie die Anwendung dieser Konzepte auf kultische Strukturen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, wie die Theorie der kognizierten Kontrolle dazu beitragen kann, die psychologische Anziehungskraft und die Aufrechterhaltung der Mitgliedschaft bei den Zeugen Jehovas zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die existierende sozialpsychologische Modelle mit religionspsychologischen Erkenntnissen verknüpft und diese auf einen konkreten Fall anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Definitionen, Auswirkungen von Kontrolle, Verlust von Kontrolle) und einen angewandten Teil, der diese Konzepte auf religiöse Deutungssysteme und die Praxis der Zeugen Jehovas überträgt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere kognizierte Kontrolle, Kontrollillusion, gelernte Hilflosigkeit, Attribution, Religionspsychologie und destruktive Kulte.

Wie nutzen die Zeugen Jehovas das Bedürfnis nach Vorhersehbarkeit?

Die Gemeinschaft vermittelt den Mitgliedern durch die Lehre von Harmageddon ein Gefühl der Vorhersehbarkeit zukünftiger Ereignisse, was in einer als unübersichtlich empfundenen modernen Welt als entlastend wahrgenommen wird.

Welche Rolle spielt die „Delegation von Kontrolle“ bei dieser Religionsgemeinschaft?

Die Mitglieder delegieren ihre Entscheidungsfindung an die Führung der Organisation („Kanal Gottes“), wodurch sie sich der Last eigener Unsicherheiten entledigen, aber gleichzeitig ihre Autonomie in einen Zerrspiegel der Kontrolle überführen.

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Résumé des informations

Titre
Die Theorie der kognizierten Kontrolle unter besonderer Beachtung bei Religionsgemeinschaften wie den Zeugen Jehovas
Université
LMU Munich  (Psychologie)
Cours
Seminar Lektürekurs Sozialpsychologie
Note
1,0
Auteur
Alfred Seif (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
15
N° de catalogue
V93322
ISBN (ebook)
9783640098019
Langue
allemand
mots-clé
Theorie Kontrolle Beachtung Religionsgemeinschaften Zeugen Jehovas Seminar Lektürekurs Sozialpsychologie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Alfred Seif (Auteur), 2008, Die Theorie der kognizierten Kontrolle unter besonderer Beachtung bei Religionsgemeinschaften wie den Zeugen Jehovas, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93322
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Extrait de  15  pages
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