Über Psalm 113 - Gottes Hoheit und Huld


Referat (Ausarbeitung), 2007

10 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhalt

1. Bibeltext Psalm 113

2. Allgemeine Einführung

3. Einordnung in das Buch der Psalmen

4. Gattung und Aufbau des Psalms

5. Besondere Merkmale des Psalms

6. Gesellschaftlicher Kontext, Quellen und Datierung

7. Betrachtung des Themas Kinderlosigkeit

8. Fazit

9. Literaturverzeichnis

1. Bibeltext Psalm 113

1Halleluja! Lobet, ihr Knechte des HERRN, lobet den Namen des HERRN!
2Gelobt sei der Name des HERRN von nun an bis in Ewigkeit!

3Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des HERRN!

4Der HERR ist hoch über alle Völker; seine Herrlichkeit reicht, so weit der Himmel ist.

5Wer ist wie der HERR, unser Gott, im Himmel und auf Erden?

6Der oben thront in der Höhe, der herniederschaut in die Tiefe,

7der den Geringen aufrichtet aus dem Staube und erhöht den Armen aus dem Schmutz,

8dass er ihn setze neben die Fürsten, neben die Fürsten seines Volkes;

9der die Unfruchtbare im Hause zu Ehren bringt, dass sie eine fröhliche Kindermutter wird. Halleluja!

Lutherübersetzung

2. Allgemeine Einführung

Diese Ausarbeitung beschäftigt sich mit Psalm 113 und den Fragen, die er aufwirft. Psalmen sind poetisch wie inhaltlich sehr ausgefeilte Texte, die mehr verbergen, als es auf den ersten Blick scheint. So war ich der Annahme, dass Psalm 113 nicht viele Geheimnisse birgt, bin jedoch bei meiner Arbeit daran während des Seminars und meiner vorliegenden Ausarbeitung eines besseren belehrt worden. Die Arbeit am Psalm hat mir sehr viel Spaß gemacht und mich ermutigt, auch in meinem späteren Unterricht Psalmen zu verwenden. Meine Erkenntnisse zu Psalm 113 werden auf den folgenden Seiten entfaltet.

Da ich leider die hebräische Sprache nicht beherrsche, konnte ich mir keine eigene Übersetzung anfertigen. Die vorliegende Übersetzung stammt aus der revidierten Lutherübersetzung von 1984. Grundsätzlich gefällt mir die Übersetzung Hoffnung für alle besser, sie wird aber leider an der Universität als zu unwissenschaftlich und vorinterpretiert angesehen. Für eine Verwendung in der Schule oder Ähnlichem würde ich dennoch auf diese Übersetzung zurückgreifen, weil sie angenehm frisch und schöner zu lesen ist. Für meine Ausarbeitung schien mir die Lutherübersetzung am besten geeignet, da ich gerne damit arbeite und wir sie als Gruppe auch bei unserer Vorarbeit verwendet haben.

Meine Arbeit wird nun mit einer Einordnung des Psalms in das Psalmenbuch beginnen. Danach folgen die Bestimmung der Gattung und eine Strukturanalyse des Psalms. Im Anschluss werde ich die besonderen Merkmale von Psalm 113 herausarbeiten und einige Kommentare zum gesellschaftlichen Kontext, den Quellen und einer zeitlichen Datierung des Psalms machen. Bevor ich mit einem Fazit abschließe, soll es noch einmal um das Thema der Kinderlosigkeit gehen.

3. Einordnung in das Buch der Psalmen

Das Buch der Psalmen stellt im Alten Testament eine Zusammenstellung von 150 poetischen Texten dar, die unterschiedliche Herkünfte und Gattungen haben.[1] Mit der Gattungsfrage werde ich mich im nächsten Teil befassen. Zunächst soll in diesem Teil geklärt werden, wo Psalm 113 in dieser Textzusammenstellung angesiedelt werden kann.

Das Psalmenbuch ist zwar eine Auswahl von 150 Einzeltexten, kann aber dennoch nicht nur als zufällige Aneinanderreihung von Einzelgebeten, die beziehungslos nebeneinander stehen, angesehen werden. Es wird von einer gezielten Buchkomposition ausgegangen. Psalm 113 gehört innerhalb dieser Komposition dem Pesach-Hallel an, der die Psalme 113 bis 118 umfasst und er ist damit der erste Psalm im Pesach-Hallel.[2]

Zusätzlich ist das Psalmenbuch auch in größere Abschnitte, nämlich fünf Bücher, gegliedert. Der hier zu behandelnde Psalm steht im fünften und letzten Buch, das mit Psalm 107 beginnt und mit dem letzten Psalm des Psalmenbuchs (Psalm 150) abschließt. Es gibt allerdings auch Spekulationen darüber, ob nicht Psalm 145 schon den Abschluss des fünften Buchs darstellt und die folgenden Psalmen 146-150 das Finale sowohl des fünften Buches als auch des gesamten Buchs der Psalmen darstellen.[3]

4. Gattung und Aufbau des Psalms

Der Psalm trägt in der Lutherbibel den Titel „Gottes Hoheit und Huld“. Diese Überschrift deutet schon an, welcher der sieben Psalmgattungen Psalm 113 angehört. Die Gattung eines Psalms „bestimmt den Aufbau […], das Inventar seiner Motive und seine theologische Intention“.[4] Nicht alle Psalmen sind eindeutig einer Gattung zuzuordnen, weil sie meist eine Mischung aus Originalität und Konventionalität darstellen. Psalm 113 ist jedoch idealtypisch für seine Gattung. Er gehört den Hymnen/Lobpsalmen an und folgt daher idealtypisch dem Muster, dass zunächst eine Aufforderung zum Lob Gottes erscheint, auf die danach die Begründung und Durchführung des Lobpreises folgt.[5]

Am vorliegenden Psalm kann man den Aufbau gut rekonstruieren. Er setzt in Vers 1 mit einem imperativisch formulierten Aufruf zum Loben ein. Die ersten vier Verse tragen dabei alle Merkmale einer Einführung, wie sie im Hymnus üblich ist. Im fünften Vers wird eine rhetorische Frage gestellt („Wer ist wie der HERR, unser Gott, im Himmel und auf Erden?“), die ebenfalls als charakteristisch für einen Hymnus, speziell sein Mittelstück, anzusehen ist. Darauf folgen von Vers 5b-9 im hebräischen Text mehrere Partizipien.[6]

Die Frage danach, ob der Psalm in zwei oder drei Strophen einzuteilen sei, ist sehr umstritten. Viele Wissenschaftler plädieren dafür, dass der Psalm aus den drei Strophen Vers 1-3, Vers 4-6 und Vers 7-9 besteht. Andere bevorzugen die Einteilung in die zwei Strophen Vers 1-4 und Vers 5-9.[7] Ich würde mich hierbei einer zweiteiligen Form anschließen, jedoch mit einer anderen Verteilung. Ich denke, dass die ersten drei Verse die Aufforderung zum Lob Gottes darstellen, während die folgenden Verse 4-9 die Begründungen dafür liefern, warum man Gott loben soll. Diese zweite Strophe kann zwar inhaltlich noch einmal untergliedert werden, aber ich halte es nicht für sinnvoll, es als eine dritte Strophe auszugeben. Prinsloo nennt dabei den ersten Teil der zweiten Strophe, der Vers 4-6 umfasst, The Lord’s nature (Das Wesen des Herrn) und den zweiten Teil, der mit Vers 7 beginnt und Vers 9b schließt, The Lord’s deeds (Die Taten des Herrn).[8] Dieser Einteilung schließe ich mich an.

[...]


[1] Vgl. Zenger: Einleitung in das AT, 349.

[2] Vgl. Zenger: Einleitung in das AT, 351ff.

[3] Vgl. Zenger: Einleitung in das AT, 355f.

[4] Zenger: Einleitung in das AT, 361.

[5] Vgl. Zenger: Einleitung in das AT, 361.

[6] Vgl. Kraus: Psalmen 60-150, 776.

[7] Vgl. Prinsloo: Yahweh and the poor in Psalm 113, 467.

[8] Prinsloo: Yahweh and the poor in Psalm 113, 474f.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Über Psalm 113 - Gottes Hoheit und Huld
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Veranstaltung
Psalmen auslegen und vermitteln
Note
1
Autor
Jahr
2007
Seiten
10
Katalognummer
V93325
ISBN (eBook)
9783638067362
ISBN (Buch)
9783640127122
Dateigröße
435 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Psalm, Gottes, Hoheit, Huld, Psalmen
Arbeit zitieren
Katrin Zulauf (Autor), 2007, Über Psalm 113 - Gottes Hoheit und Huld, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93325

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