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Cross-Gender - Transsexualität in der zweigeschlechtlichen Gesellschaft

Title: Cross-Gender - Transsexualität in der zweigeschlechtlichen Gesellschaft

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Alexander Olma (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Es erfolgt eine Darstellung von Transsexualität in der heutigen, zweigeschlechtlich geprägten, Gesellschaft. Die durch die Sozialisation internalisierten Normen und Werte
erlauben keine Existenz einer Geschlechtsform außerhalb von männlich und weiblich. Die Entscheidung für ein Geschlecht entwickelt sich für transsexuelle Menschen zu einer existenzielle Integrationsfrage in der Gesellschaft, die nur durch Anpassung der psychischen oder physischen Körperlichkeit erfolgen kann. Dieses Konzept der
Zwangsordnung wird unter Identitätsfragen ausgeführt. Niklas Luhmann bezeichnet die Gesellschaft in systemtheoretischen Begriffen als Sozialsystem, "das jegliche sinnhafte Kommunikation einschließt, und sich dann bildet wenn im Anschluß an, oder im Hinblick auf, weitere Kommunikation kommuniziert wird" (vgl. Luhmann 1997: 52). Bei Ferdinand Tönnies dagegen ist „Gesellschaft eine besondere Form gegenseitiger gewollter Bejahung von Menschen, die sich dieser Form als ein Mittels zur Erreichung ihrer individuellen Ziele bedient" (vgl. Tönnies 1963: 19). Dem Strukturfunktionalismus mit einem seiner bekanntesten Vertreter Talcott Parsons bildet sich Gesellschaft "aus Akteuren dann, wenn diese in der Lage sind, mittels bestimmter sozialer Funktionen die menschlichen Bedürfnisse zu befriedigen und sicherzustellen" (vgl. Parsons 1964: 89). Die Soziologie von Pierre Bourdieu lehrt uns, wie "das Konstrukt Gesellschaft bestimmte Verhaltensweisen und Vorschriften für uns bereithält, die durch einen Habitus verinnerlicht werden. Der Prozess passiert dabei unbewusst in vorgegebenen Handlungsrahmen, die die individuelle Erfahrungswelt übersteigen" (Nassehi 2004: 120).

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gesellschaft

3. Körper

4. Transvestismus

5. Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht Transsexualität aus einer soziologischen Perspektive, um zu analysieren, wie die gesellschaftliche Zweigeschlechtlichkeit auf Individuen einwirkt und wie umgekehrt Transsexualität die soziale Ordnung und Konzepte von Körperlichkeit herausfordert.

  • Soziologische Definitionen von Gesellschaft und ihre Auswirkungen auf das Individuum
  • Die Bedeutung von Körperlichkeit und Identitätskonstruktion in einer zweigeschlechtlichen Ordnung
  • Das Machtverhältnis zwischen Transsexuellen und medizinischen sowie juristischen Experten
  • Abgrenzung zwischen Transsexualität und Transvestismus
  • Die Rolle der Geschlechtsumwandlung als integrativer Prozess in die Gesellschaft

Auszug aus dem Buch

3. Körper

Durch den Wunsch der Integration in die Gesellschaft aber auch der Anpassung des körperlichen und seelischen Zwiespaltes, begibt sich der Transsexuelle in einen institutionellen Kreislauf zwischen Artzt und Jurist. Im folgenden soll nicht versucht werden, mit stereotypen Erklärungsversuchen die Ursachen von Transsexualität zu diskutiert, vielmehr soll der Frage nachgegangen werden, in wie weit das Phänomen der Transsexualität künstlich konstruiert wird um den gesellschaftlichen Bezug herzustellen.

Von Bedeutung erscheint hier die Information, das die Entwicklung des Kindes zu einem evidenten Selbstverständnis als Mann oder Frau im jüngsten Alter gelegt wird. Es gibt verschiedene medizinische Theorieansätze, die sich über Gen-Defekte, vorgeburtlichen Stress bis hin zu Erziehungseffekten erstrecken. Wie angeführt, soll dies hier jedoch nicht näher erläutert werden, da im Rahmen dieser Betrachtung der Umstand, das es sich um eine "medizinischen Diagnose" handelt, allein wichtig erscheint.

Eine selektive Tendenz mal zum einen und mal zum anderen Geschlecht macht ersichtlich, das eine Form der Transsexualität vorliegt. Die Person fühlt sich innerlich zerrissen und von der Umwelt gedrängt, die Geschlechtsidentität zu wählen, die seinem somatischen Äußeren entspricht. Häufig – aber nicht immer – ist das psychosoziale Geschlecht stärker. Die Konsequenz daraus ist die affirmative Entscheidung des oder der Betroffenen eine Geschlechtsumwandlung durchführen zu lassen. Also die Anpassung des körperlichen an das psychische Geschlecht. Der physiologische Körper spielt in unserer Gesellschaft eine entscheidende Rolle, da alle gemeinschaftlichen Bereiche von der Zweigeschlechtlichkeit geprägt sind. Die jeweilige Geschlechtszugehörigkeit beinhaltet einen Verhaltenskatalog und ermöglicht uns das traditionelle und harmonische Miteinander.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Transsexualität im gesellschaftlichen Kontext ein und nutzt den Film "Transamerica", um gesellschaftliche Normen und Identitätsfragen zu illustrieren.

2. Gesellschaft: Dieses Kapitel erörtert soziologische Theorien über die Gesellschaft und zeigt auf, wie Individuen durch internalisierte Normen zur Anpassung an die binäre Geschlechterordnung gezwungen werden.

3. Körper: Hier wird die Rolle des Körpers als Ausdrucksmedium und kulturelle Konstruktion analysiert, wobei besonders der Druck zur Geschlechtsumwandlung zur Erlangung gesellschaftlicher Akzeptanz beleuchtet wird.

4. Transvestismus: Das Kapitel differenziert Transvestismus von Transsexualität und diskutiert ihn als alternative Lebensweise, um Geschlechterrollen ohne irreversiblen chirurgischen Eingriff zu explorieren.

5. Ausblick: Der Ausblick fasst die Problematik der "Doing Gender"-Performance zusammen und plädiert für einen respektvolleren gesellschaftlichen und medizinischen Umgang mit Transsexualität jenseits psychiatrischer Kategorisierungen.

Schlüsselwörter

Transsexualität, Zweigeschlechtlichkeit, Gesellschaft, Körperlichkeit, Identität, Sozialisation, Doing Gender, Transvestismus, Geschlechtsumwandlung, Soziologie, Geschlechterrolle, Normen, Subjektivität, Körper-Wissen, Integration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beleuchtet die soziologischen Aspekte von Transsexualität innerhalb einer Gesellschaft, die strikt in die zwei Kategorien "männlich" und "weiblich" unterteilt ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die gesellschaftliche Konstruktion von Geschlecht, die Rolle des Körpers bei der Identitätsbildung und die systemische Integration (oder Ausgrenzung) von transsexuellen Personen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, den Wechselwirkungsprozess zwischen der Wahrnehmung von Transsexualität und den gesellschaftlichen Erwartungen an eine binäre Geschlechtsidentität zu untersuchen.

Welche wissenschaftlichen Perspektiven werden eingenommen?

Der Autor nutzt systemtheoretische und soziologische Ansätze (u.a. Luhmann, Bourdieu, Butler), um die Mechanismen von Identität, Subjektivität und "Doing Gender" zu erklären.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Definition von Gesellschaft, die Bedeutung des Körpers als soziales Konstrukt, die Rolle von Experten (Medizin/Jura) und den Unterschied zwischen Transsexualität und Transvestismus.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Zweigeschlechtlichkeit, Identitätskonstruktion, performatives Geschlecht und soziale Integration.

Wie unterscheidet der Autor Transsexualität von Transvestismus?

Der Autor versteht Transvestismus als eine Form des Rollenauslebens durch Kleidung und Gestik, während Transsexualität den Wunsch nach einer operativen Anpassung des Körpers an das psychische Geschlecht umfasst.

Welche Rolle spielt die Medizin bei der Konstruktion von Transsexualität?

Die Arbeit kritisiert, dass Medizin und Gesetzgebung als "Experteninstanzen" über die "Wahrheit" einer Existenz entscheiden und den Transsexuellen oft in eine passive Rolle als "Symptomträger" drängen.

Welche Kritik übt der Autor an der heutigen Behandlungspraxis?

Kritisiert wird das Fehlen von Respekt gegenüber der subjektiven Entscheidung des Patienten und die psychiatrische Stigmatisierung, die durch eine Streichung aus dem Krankheitskatalog abgemildert werden sollte.

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Details

Title
Cross-Gender - Transsexualität in der zweigeschlechtlichen Gesellschaft
College
LMU Munich  (Institut für Soziologie)
Course
"Gender matters! Does gender matter?"
Grade
1,0
Author
Alexander Olma (Author)
Publication Year
2006
Pages
16
Catalog Number
V93331
ISBN (eBook)
9783640105557
ISBN (Book)
9783656202622
Language
German
Tags
Cross-Gender Gender Does
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Olma (Author), 2006, Cross-Gender - Transsexualität in der zweigeschlechtlichen Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93331
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