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Der basisdemokratische Widerstand zwischen Utopie und Wirklichkeit

Rojavas Demokratischer Konföderalismus aus intersektionaler und anarchafeministischer Perspektive

Title: Der basisdemokratische Widerstand zwischen Utopie und Wirklichkeit

Scientific Essay , 2019 , 22 Pages

Autor:in: Josef Muehlbauer (Author)

Politics - General and Theories of International Politics
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Summary Excerpt Details

Auf interdisziplinäre Art und Weise untersucht der Beitrag die Gesellschaftskonfiguration, also den Demokratischen Konföderalismus Rojavas. Dabei werden Macht- und Herrschaftsverhältnisse, entlang von Kategorien wie Race, Class und Gender auf der Subjekt-, Struktur-, und Symbolebene intersektional analysiert.

Es werden soziale Ungleichheiten, Formen der Diskriminierung, sowie Partizipations- und Selbstermächtigungsmöglichkeiten in der Konfiguration der Herrschaftsinstitutionen erforscht. Gezeigt wird, inwieweit gesellschaftliche Spannungsverhältnisse mittels basisdemokratischer Konsensfindung und polit-ökonomischer Inklusion von Frauen und ethnischer Minderheiten friedlich entschärft werden konnten.

Ausgegangen wird von der These, dass der Demokratische Konföderalismus eine gesellschaftliche Kooperationsform mit anarchafeministischen Merkmalen ist, welche einen geringen Einsatz von Gewalt, Zwang und Hierarchie aufweist. Der Beitrag geht über eine Policy-Analyse des Gesellschaftsvertrages hinaus, stützt sich kombinatorisch auf empirische und theoretische Quellen und deckt die progressiven Elemente, als auch die Widersprüche und ambivalenten Machtkonstellationen Rojavas auf.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Forschungsfrage und -Relevanz

2 Theoretischer Rahmen und Begriffsbestimmung

2.1 Intersektionalität

2.2 Politischer Anarchismus und Anarchafeminismus

3 Methodologische Herangehensweise

4 Geschlechter-, Macht- und Herrschaftsverhältnisse in der Gesellschaftskonfiguration Rojavas

4.1 Inklusive Basisdemokratie (Race) – Multiethnisch-feministischer Konföderalismus

4.2 Solidarische Ökonomie (Class) – Kooperativsystem als Demokratisierung der Wirtschaft

4.3 Von egalitären Geschlechterverhältnisse zur hegemonialen Männlichkeit (Gender)

5 Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Gesellschaftskonfiguration des Demokratischen Konföderalismus in Rojava unter Anwendung einer intersektionalen und anarchafeministischen Perspektive. Ziel ist es, die Macht- und Herrschaftsverhältnisse, die Rolle sozialer Ungleichheiten sowie das Potenzial für Partizipation und Selbstermächtigung in diesem Modell zu analysieren und kritisch mit dem realpolitischen Anspruch der Region abzugleichen.

  • Analyse von Macht- und Herrschaftsverhältnissen entlang der Kategorien Race, Class und Gender.
  • Untersuchung der basisdemokratischen Strukturen und des Konföderalismus als Alternative zum Nationalstaat.
  • Evaluation der ökonomischen Konfiguration (solidarische Ökonomie) im Kontext der Krisensituation.
  • Kritische Betrachtung der feministischen Praxis und der Rolle der Frau im politischen und wirtschaftlichen System.
  • Einordnung des Modells Rojava in ein Spannungsfeld zwischen utopischem Anspruch und ambivalenter Wirklichkeit.

Auszug aus dem Buch

4.1 Inklusive Basisdemokratie (Race) – Multiethnisch-feministischer Konföderalismus

Am 17. März 2016 wurde die Demokratische Föderation Rojava-Nordsyrien von 31 Parteien, 200 Delegierte sowie einigen arabischen, assyrischen, armenischen, turkmenischen und tschetschenischen Vertreter*innen der Region ausgerufen (Burç 2019: 20). Allein diese heterogene Mischung der Vertreter*innen lässt die in der Verfassung Rojavas zu findenden Prinzipien von Selbstverwaltung, Multikulturalismus und Konföderalismus in Erscheinung treten (ebd.: 21). Dies spiegelt sich auf der Strukturebene wieder.

Das politische System ist aufgebaut nach den Prinzipien des Konföderalismus in Anlehnung an die Theorien Bookchins und Öcalans (Schmidinger 2019: 66). Im Mittelpunkt dieser „partizipativen“ (Brauns 2016: 96), „radikalen“ (Burç 2019: 26) bzw. „direkten Demokratie“ (Hosseini 2016: 254) steht die kleinste Einheit, nämlich die Kommune. Dieses Zentrum der gesellschaftspolitischen Organisierung besteht aus 30 bis 150 Familien einer Straße, einer Siedlung bzw. eines Dorfes und umfasst die Regelung der unmittelbaren sozialen Probleme vor Ort (Müllabfuhr, Energie- und Lebensmittelversorgung etc.). Jede Kommune enthält ein Mala Gel (Volkshaus), welches als erstinstanzliche Gerichtsbarkeit fungiert (Ayboga/ Flach & Knapp 2015: 109). Aus den kleinsten Einheiten werden Delegierte in die Stadtteilräte gesandt. Von dort wiederum werden Delegiert in die Stadträte und schlussendlich in den Kantonrat entsandt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Modell Rojava ein, verortet es im Kontext des syrischen Krieges und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Übereinstimmung von anarchafeministischem Anspruch und realpolitischer Wirklichkeit.

2 Theoretischer Rahmen und Begriffsbestimmung: Dieses Kapitel etabliert die theoretische Basis durch die Anarchismus-Konzepte von Öcalan und Bookchin sowie die methodische Linse der Intersektionalität nach Crenshaw.

3 Methodologische Herangehensweise: Hier wird der innovative Untersuchungsansatz dargelegt, der die Demokratiequalität mittels der Kategorien Race, Class und Gender auf Struktur-, Symbol- und Subjektebene bewertet.

4 Geschlechter-, Macht- und Herrschaftsverhältnisse in der Gesellschaftskonfiguration Rojavas: Dieser Hauptteil analysiert die praktische Umsetzung der Selbstverwaltung, die solidarische Ökonomie und die feministische Transformation unter Berücksichtigung von Ambivalenzen und Widersprüchen.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und konstatiert, dass Rojava ein ambivalentes Mosaik darstellt, das zwar progressive basisdemokratische Züge trägt, jedoch keine fertige utopische Gesellschaft ist.

Schlüsselwörter

Intersektionalität, Anarchafeminismus, Basisdemokratie, Demokratischer Konföderalismus, Rojava, Geschlechterverhältnisse, solidarische Ökonomie, politische Partizipation, Selbstverwaltung, Machtverhältnisse, Herrschaftskritik, Jineoloji, Rätekonzept, autonome Verwaltung, soziale Transformation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Gesellschaftsmodell des Demokratischen Konföderalismus in Rojava und hinterfragt, inwieweit dieses Modell den theoretischen Anspruch einer basisdemokratischen und anarchafeministischen Gesellschaft in der realen Kriegssituation erfüllen kann.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die politische Struktur der Selbstverwaltung, das ökonomische System der solidarischen Wirtschaft sowie die Rolle der Frauen und die Geschlechterverhältnisse innerhalb des gesellschaftlichen Gefüges.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Aufdeckung und Analyse von Macht- und Herrschaftsverhältnissen in Rojava, um zu verstehen, ob das Modell eine friedliche Entschärfung gesellschaftlicher Spannungen ermöglicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine intersektionale Herangehensweise, die das System entlang der Kategorien Race (Inklusion), Class (Ökonomie) und Gender (Geschlechterverhältnisse) auf drei Ebenen analysiert: Struktur, Symbolik und Subjektebene.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in drei Analysebereiche: die inklusive Basisdemokratie (Struktur), die solidarische Ökonomie (Klassenaspekte) und die egalitären Geschlechterverhältnisse (Genderrollen), jeweils ergänzt durch eine kritische Perspektive.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Intersektionalität, Anarchafeminismus, Basisdemokratie, Demokratischer Konföderalismus sowie die spezifische Region Rojava.

Wie bewertet der Autor die Rolle der PKK in diesem Kontext?

Der Autor kritisiert die Omnipräsenz von Abdullah Öcalan, den undurchsichtigen Einfluss der PKK und das Fehlen einer starken Opposition als Faktoren, die das basisdemokratische Ideal in der Praxis beeinträchtigen.

Was versteht man unter dem Hevserok-System?

Dies ist ein System von Co-Vorsitzenden, bei dem politische Posten und juristische Funktionen stets von einem Mann und einer Frau paritätisch besetzt werden, um institutionelle Hierarchien zu vermeiden.

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Details

Title
Der basisdemokratische Widerstand zwischen Utopie und Wirklichkeit
Subtitle
Rojavas Demokratischer Konföderalismus aus intersektionaler und anarchafeministischer Perspektive
College
University of Vienna
Course
Fachtagung "Widerstehen und Widersprechen"
Author
Josef Muehlbauer (Author)
Publication Year
2019
Pages
22
Catalog Number
V933380
ISBN (eBook)
9783346259493
ISBN (Book)
9783346259509
Language
German
Tags
Rojava Basisdemokratie Widerstand Poststrukturalismus Anarchafeminismus Radikalfeminismus Kurden
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Josef Muehlbauer (Author), 2019, Der basisdemokratische Widerstand zwischen Utopie und Wirklichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/933380
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