Diese Arbeit versucht den Zusammenhang zwischen dem Lesenlernen an der Grundschule und der Wahl der richtigen Erstleselektüre zu erfassen, mit dem Ziel, dass die Schüler*innen Spaß beim Lesen und Lesenlernen haben.
Die Erstleseliteratur unterzog sich seit dem 19. Jahrhundert einem ständigen Wandel und einer verstärkten Entwicklung. Es wird jedoch deutlich, dass sie sich auch heute noch zwischen den einzelnen Verlagshäusern stark unterscheidet und nicht jede Lektüre das Wahrnehmungs-, Lern- und Lesevermögen jedes Grundschülers gleich stark und effektiv zum Lesen anhält. Gleichzeitig stimmt in vielen Fällen die Auswahl der Leseliteratur an Grundschulen nicht mit den tatsächlichen Lesefähigkeiten der Kinder überein.
Unter diesem Aspekt wird in dieser Ausarbeitung der Klassiker „Oh, wie schön ist Panama“ des Beltz Verlags aus dem Jahr 1978 unter verschiedenen Gesichtspunkten, die für die Freude am Lesen und das gleichzeitig verständliche Lesenlernen relevant sind, analysiert. Anschließend wird beurteilt, ob das Buch von Janosch als Erstleselektüre in der Primarstufe geeignet ist und Eltern und Lehrern empfohlen werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemaufriss/Einleitung
2. Theoretische Fundierung der Arbeit
2.1 Geschichte der Erstleseliteratur
2.2 Merkmale und Anforderungen an Erstleseliteratur
2.3 Anforderungsbereiche bei der Untersuchung und Bewertung einer Erstleselektüre
2.4 Konsequenzen bei der Wahl der Erstleseliteratur für Lehrer*innen
3. Forschungsmethodisches Vorgehen
4. Analyse
4.1 Literarische Analyse (Inhaltlich und Sinngehalt)
4.1.1 Vorstellungen entwickeln
4.1.2 Subjektive Involviertheit und Wahrnehmung
4.1.3 Sprachliche Gestaltung
4.1.4 Figuren, Figurenkonstellation und Perspektive
4.1.5 Handlungslogik
4.1.6 Metaphern und Symbolik
4.1.7 Literarisches Gespräch
4.1.8 Gattung und Genre
4.2 Formale Analyse
4.2.1 Typografie
4.2.2 Textgliederung
4.2.3 Sprachliche Aspekte
4.2.4 Erzählperspektiven
4.3 Bild Analyse
5. Fazit und Empfehlung an Lehrer und Eltern
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Lesenlernen in der Grundschule und der Auswahl geeigneter Erstleselektüre. Ziel ist es, durch eine detaillierte literarische und formale Analyse des Klassikers „Oh, wie schön ist Panama“ von Janosch zu beurteilen, inwieweit dieses Werk die Anforderungen für Leseanfänger erfüllt und ob es für den Einsatz im Primarschulunterricht empfohlen werden kann.
- Analyse der Eignung von „Oh, wie schön ist Panama“ für Erstleser.
- Gegenüberstellung literarischer Anforderungen und formaler Gestaltungskriterien.
- Bedeutung von Lesemotivation und Identifikationsmöglichkeiten für Kinder.
- Bewertung von Bild-Text-Beziehungen in Erstleseliteratur.
- Empfehlungen für die Auswahl von Lektüre durch Eltern und Lehrkräfte.
Auszug aus dem Buch
Vorstellungen entwickeln
Damit Kinder nicht einfach lesen lernen, sondern auch Spaß daran haben und es freiwillig wieder tun, ist es wichtig, dass ein Text sie zur Vorstellungsbildung anregt. Die Kinder sollen beim Lesen eine lebendige Vorstellung entwickeln können, die die zu lesende Geschichte zu etwas Realem und Lebendigem macht. Dieser Prozess der Vorstellungsentwicklung soll nicht nur verschiedene Vorstellungen miteinander verknüpfen, sondern sollen die Kinder eine gewisse Flexibilität für den Handlungsverlauf entwickeln. Auf diesem Weg fällt es ihnen leichter, das Gelesene zu verstehen und es sich bildlich vorzustellen. Besonders bei Textinhalten, die Kinder ihren eigenen Alltagserfahrungen zuordnen können und an ihre Lebenswelt erinnern, funktioniert dies gut. Wenn Kinder allerdings nicht verstehen, worum es in einer Lektüre geht, dann kommen sie mit Perspektivwechseln und sich verändernden Handlungsverläufen nicht zurecht und wissen am Ende nicht, worum es eigentlich ging (vgl. Spinner 2006, Seite 8).
Im Buch „Oh, wie schön ist Panama“ geht es um den kleinen Bären und kleinen Tiger, die als beste Freunde gemeinsam in einem Haus wohnen. Bereits die Wahl der Tiere ist gut gelungen, da jedes Kind weiß, wie Bären und Tiger in Wirklichkeit aussehen. Jedes Kind kennt das Gefühl eines geregelten Tagesablaufs: Am Morgen aufstehen, frühstücken, Zähne putzen, in die Schule gehen, etc. Zudem wissen alle, wie es sich anfühlt, wenn man etwas Neues erleben möchte, gerne in den Urlaub fährt und kennen die damit einhergehende Aufregung für das kommende Abenteuer. Zudem haben viele Kinder bereits eigene Erfahrungen sammeln können, wenn sie selbst Tagesauslüge mit der Familie unternommen haben oder im Urlaub waren.
Zusammenfassung der Kapitel
Problemaufriss/Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Erstleseliteratur für die Lesemotivation und definiert die Herausforderung, die richtige Lektüre für Grundschüler zu finden.
Theoretische Fundierung der Arbeit: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung der Erstleseliteratur und benennt zentrale literarische sowie formale Anforderungskriterien für Leseanfänger.
Forschungsmethodisches Vorgehen: Hier wird der Untersuchungsgegenstand „Oh, wie schön ist Panama“ vorgestellt und das analytische Vorgehen begründet.
Analyse: Dieser Hauptteil untersucht das Werk detailliert hinsichtlich literarischer Kriterien, formaler Aspekte sowie der Rolle der Illustrationen.
Fazit und Empfehlung an Lehrer und Eltern: Die Arbeit schließt mit einer differenzierten Einschätzung der Eignung des Buches als Erstleselektüre ab und gibt Empfehlungen für den praktischen Einsatz.
Schlüsselwörter
Erstleseliteratur, Lesenlernen, Janosch, Oh wie schön ist Panama, Lesemotivation, Grundschule, Literarisches Lernen, Text-Bild-Verhältnis, Kinderbuchanalyse, Leseförderung, Literaturdidaktik, Erstleser, Textverständnis, Identifikation, Freundschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Erstleseliteratur beschaffen sein muss, um Kindern das Lesen zu erleichtern und die Freude am Lesen zu wecken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die literarischen und formalen Anforderungen an Bücher für Leseanfänger sowie die Bedeutung von Identifikation und Illustrationen für das Verständnis.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist die Analyse des Janosch-Klassikers „Oh, wie schön ist Panama“ unter didaktischen Gesichtspunkten, um dessen Eignung als Erstleselektüre für die Primarstufe zu prüfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine strukturierte Text- und Bildanalyse auf Basis literaturdidaktischer Theorien, insbesondere unter Bezugnahme auf Conrady und Spinner.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche sowie formale Analyse, in der Kriterien wie Typografie, Handlungslogik, Sprachgestaltung und Erzählperspektive auf das ausgewählte Buch angewendet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte umfassen Erstleseliteratur, Lesemotivation, Kinderbuchanalyse, Leseverständnis und die didaktische Begleitung von Leseanfängern.
Wie bewertet die Autorin die Eignung von „Oh, wie schön ist Panama“ für Erstleser?
Während das Werk inhaltlich überzeugt und das literarische Lernen fördert, weist es formale Schwächen auf, die für absolute Leseanfänger eine Herausforderung darstellen können.
Warum spielt die Tiger-Ente eine Rolle für das Textverständnis?
Die Tiger-Ente dient als konstantes, symbolträchtiges Element in Text und Bild, das die Naivität und die emotionale Welt der Figuren verdeutlicht und den Kindern hilft, sich in die Geschichte einzufinden.
- Arbeit zitieren
- Emma-Sophie Scharf (Autor:in), 2020, Erstleseliteratur. Ist das Kinderbuch "Oh, wie schön ist Panama" dafür geeignet?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/933413