Gesundheitsentwicklung und Gesundheitsförderung. Der geschlechterspezifische Zusammenhang

Eine kurze Analyse aktueller Publikationen und Daten


Einsendeaufgabe, 2020

9 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

1. Einleitun

2. Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland: Daten und Fakten
2.1. Ziele Gesundheitsberichterstattung
2.2. Häufige Erkrankungen der deutschen Bevölkerung
2.3. Daten: Gelenkerkrankung Arthrose
2.4. Daten: Erkrankung Krebs
2.5. Daten: Erkrankung Magen- und Darmkrebs
2.6. Daten: Häufige Todesursachen
2.7. Kennzahl: Sex Mortality Ratio (SMR)
2.8. Kennzahl: mittlere Lebenserwartung bei Geburt

3. Erklärungsansätze: Gesundheit und Krankheit bei Frauen und Männer
3.1. Grundlage: Salutogenesemodell
3.2. Determinanten der Gesundheit
3.3. Soziale und gesundheitliche Ungleichheit
3.4. Biologische und soziale Unterschiede
3.5. Grad der Gleichstellung

4. Gesundheitsförderung für Frauen und Männe
4.1. WHO-Strategie
4.2. Gender Mainstreaming

5. Fazi

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Ein Ziel der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen lautet, die Gesundheit und das Wohlergehen aller Menschen jeden Alters zu verbessern. Diesen Anspruch hat die Arbeit zum Anlass genommen, um Gesundheitsdaten und Zusammen­hänge in Bezug auf die geschlechterspezifische Gesundheitsentwicklung aufzuzeigen und einzuordnen. Zudem beantwortet sie die Frage, ob eine geschlechtersensible Gesundheits­förderung erforderlich ist. Die These der Arbeit lautet, dass die Gesundheitsförderung nur dann gelingt, wenn sie geschlechtergerecht konzipiert und umgesetzt wird.

Aufgrund der Vielzahl der Daten zur Gesundheit der Bevölkerung legt die Arbeit im ersten Teil ihren Fokus auf die Publikationen des Robert Koch-Instituts (RKI) und Destatis sowie der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (GEKID) und dem Zentrum für Krebsregisterdaten im RKI. Die Arbeit beschreibt Daten zu Erkrankungen, (Arthrose sowie Magen- und Darmkrebs) erörtert die häufigen Todesursachen und die Fakten zur „mittleren Lebenserwartung“. Im Anschluss befasst sich die Arbeit mit den wichtigsten Erklärungsansätzen und Modellen, die die Daten zur Gesundheit und Krankheit bei Frauen und Männern begründen. Der letzte Teil der Arbeit stellt die WHO-Strategie und das Präventionsgesetz 2015 vor.

Bei allen Beschreibungen ist der Blick stets auf die Geschlechterunterschiede in Bezug auf Gesundheit und Krankheit gerichtet. Die Arbeit beschränkt ihre Analyse auf möglichst aktuelle Publikationen.

2. Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland: Daten und Fakten

2.1. Ziele Gesundheitsberichterstattung

Die Gesundheitsberichterstattung hat das Ziel ein aktuelles, valides und vergleichbares Bild vom Gesundheitszustand der Bevölkerung oder einzelner Bevölkerungsgruppen zu zeichnen und Erfolge von Interventionen zu messen. Dazu werden Daten aus Bund, Land und der kommunalen Ebene aufbereitet und genutzt. (Bardehle / Annuß 2016, S. 403).

2.2. Häufige Erkrankungen der deutschen Bevölkerung

Laut Techniker Krankenkasse sind Rückenschmerzen eine Volkskrankheit: 85 % der Be­völkerung hat mindestens einmal in ihrem Leben Rückenschmerzen, das belegen die Ergebnisse der Deutschen Rückenschmerzstudie 2003/2006. Betrachtet man die zusammen­geführten Daten der telefonischen bundesweiten Gesundheitssurveys 2009 und 2010 des Robert-Koch-Instituts (GEDA 2009 / 2010) stellt man fest, dass über 40 % der Männer und Frauen in den letzten zwölf Monaten unter chronischen Rückenschmerzen litten; das heißt jede vierte Frau (25,0 %) und etwa jeder sechste Mann (16,9 %). (RKI 2015, S. 69)

2.3. Daten: Gelenkerkrankung Arthrose

Eine der häufigsten chronischen Krankheiten des Muskel- und Skelettsystems ist die Gelenkerkrankung Arthrose. Einige Ergebnisse der Daten aus der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) sprechen für sich: Sie stellt fest, dass bei 20,3 % Menschen zwischen 18 und 79 Jahren jemals eine Arthrose ärztlich festgestellt wurde. Dabei fällt auf, dass Frauen viel häufiger von Arthrose betroffen sind als Männer: Bei Männern gibt es etwa 5,5 Millionen Arthrose-Fälle (18,1 %), bei Frauen 6,9 Millionen (22,3 %).

Zudem ist hervorzuheben, dass bei Männern und Frauen die Häufigkeit an Arthrose zu erkranken mit dem Alter stark zunimmt. Das verdeutlicht der Vergleich zwischen zwei Altersgruppen: Bei jungen Frauen (18 bis 29 Jahre) liegt die Häufigkeit einer Erkrankung bei 1,6 %, bei älteren Frauen (70 bis 79 Jahre) bei 49,9 %. Bei den Männern steigt die Häufigkeit der Erkrankung ebenso mit steigendem Alter an: in jungen Jahren (18 bis 29) liegt sie bei 1,8 % und zwischen 70 bis 79 Jahren bei 33,3 %. (RKI 2015, S. 68ff)

2.4. Daten: Erkrankung Krebs

Grundlage der Erhebungen zur Erkrankung Krebs sind Schätzungen zu Erkrankungs- und Überlebensraten in Deutschland des Zentrums für Krebsregisterdaten (ZfKD), zudem werden Daten aus Deutschen Kinderkrebsregistern und die Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamtes herangezogen. (RKI 2015, S. 52). In den letzten 5 Jahren wurde bei rund 1,7 Millionen Menschen in Deutschland Krebs diagnostiziert - alle diese Menschen leben mit ihrer Krankheit (GEKID/RKI 2019, S. 19). Frauen erkrankten teilweise an anderen Krebserkrankungen als Männer. Der prozentuale Anteil der häufigsten Tumorlokalisationen an allen Krebsneuerkrankungen in Deutschland 2016 veranschaulicht dies: 29,5 % der Frauen bekämpfen Brustkrebs, 11,1 % Darmkrebs und 9,2 % Lungenkrebs. Bei Männern steht Prostatakrebs mit 22,7 % an erster Stelle, gefolgt von Lungenkrebs (13,9 %) und Darmkrebs (12,5 %). (GEKID/RKI 2019, S.17)

2.5. Daten: Erkrankung Magen- und Darmkrebs

Das ZfKD führt die epidemiologischen Maßzahlen zu Magen- und Darmkrebs für Deutschland, ICD-10 C16. Fakt ist, dass mit zunehmendem Alter das Risiko an Magenkrebs zu erkranken bei beiden Geschlechtern ansteigt. Männer erkranken im Durchschnitt mit 72 Jahren, Frauen vier Jahre später an Magenkrebs. Ihre aktuelle relative 5-Jahres-Überlebens- rate liegt bei 34 %, bei den Männern beträgt sie 32 %. (GEKID/RKI 2019, S. 32)

2.6. Daten: Häufige Todesursachen

Die Todesursachenstatistik 1998 - 2013 mit den altersstandardisierten Sterberaten informiert über die häufigsten Todesursachen bei Männern und Frauen ab 65 Jahren. Festzustellen ist, dass es deutliche Unterschiede gibt, was die prozentualen Häufigkeiten der Krankheiten, die bei Frauen und Männern zum Tode führen, anbelangt. Die meisten Menschen sterben ab dem 65. Lebensjahr an Herz-Kreislauf-Erkrankungen: 46,7 % der Frauen und 39,1% der Männer. Ab dem 80. Lebensjahr steigt die Zahl der Todesfälle sogar wegen dieser Erkrankung dramatisch an: So sterben daran 52,6 % der Frauen und 45,5 % der Männer. An Platz zwei der häufigsten Todesursachen stehen bösartige Neubildungen: Für 19,8 % der Frauen und 28,1 % der Männer ab dem 65igsten Lebensjahr ist dies die Todesursache. Und an dritter Stelle sind die Erkrankungen des Atmungssystems zu nennen. Diese führen bei 6,8 % der Frauen und 9,0 % der Männer zu Tode. (RKI 2015, S. 416 ff)

2.7. Kennzahl: Sex Mortality Ratio (SMR)

Die Kennzahl Sex Mortality Ratio (SMR) gibt Auskunft über die Sterblichkeitsunterschiede von Männern und Frauen. Sie weist das Verhältnis der Sterblichkeit von Männern gegenüber Frauen je 100.000 Einwohner aus. Tatsache ist, dass Männer bis 64 Jahre verglichen mit Frauen eine erhöhte Sterblichkeit aufweisen. Gründe dafür sind: Unfälle und Selbstmorde, Herzkreislaufkrankheiten, Krankheiten des Verdauungssystem. (Kolip 2020, S. 7)

2.8. Kennzahl: mittlere Lebenserwartung bei Geburt

Laut RKI (2015) lässt sich die Gesundheit der deutschen Bevölkerung an der Lebens­erwartung eines Neugeborenen ablesen, der sogenannten „mittleren Lebenserwartung bei Geburt“: seit Beginn der Erhebungen steigt diese fast immer kontinuierlich an. Frauen leben 5 Jahre länger als Männer. Heute geborene Mädchen haben eine mittlere Lebenserwartung von 82,7 Jahren und Jungen von 77,7 Jahren. Die Werte zur Berechnung der mittleren und auch fernen Lebenserwartung bei Geburt stammen aus den Sterbetafeln des Statistischen Bundesamtes und spiegeln die aktuellen Sterblichkeitsverhältnisse wider. (RKI 2015, S. 21 ff)

3. Erklärungsansätze: Gesundheit und Krankheit bei Frauen und Männern

3.1. Grundlage: Salutogenesemodell

Die Arbeit beleuchtet die Anfänge der in den 1920er Jahren neu etablierten „Gesundheits­förderung“ und stellt das Basismodell der Salutogenese, auf dem später Gesundheits­modelle aufbauen sollten, vor. Die Gesundheitsförderung hat das Ziel, die Gesundheit und das Wohlbefinden zu steigern und zu erhalten, im Gegensatz zur Prävention, die Krankheiten verhindern will. Die theoretischen Grundlagen für diesen Perspektivwechsel legte Aaron Antonovsky, ein jüdischer Soziologe. Er prägte den Begriff der Salutogenese übersetzt als „Entstehung von Gesundheit“, als Gegenbegriff zur Pathogenese. Im Fokus stehen dabei die Dinge, die den Menschen trotz Risiken und Belastungen gesund halten. Grundlage für das salutogenetische Modell ist das Gesundheits-Krankheits-Kontinuum: Menschen wechseln dynamisch die Positionen zwischen den Polen des Kontinuums, je nachdem ob viele Belastungsfaktoren, sie krank machen oder Schutzfaktoren (Ressourcen) ihre Gesundheit fördern. Zudem beobachtete der Soziologe, dass die „innere Einstellung“ zum Leben eine wichtige Rolle für die Gesundheit spielt. Diese Grundorientierung, dass Menschen trotz Belastungen im Einklang mit dem Leben sind, bezeichnet er als Kohärenzsinn. Drei Aspekte gehen damit einher: Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit. Die Erkenntnisse aus dem Modell sind auf Männer und Frauen anwendbar. (Bertelsmann 2020, S. 54 ff)

3.2. Determinanten der Gesundheit

Das sogenannte Regenbogenmodell mit den Determinanten der Gesundheit nach Dahlgren 6 Whitehead (1991, zitiert nach Hurrelmann/Richter 2018) hat Einfluss auf die Gesundheit und Krankheit bei Frauen und Männern. Das Modell teilt die Determinanten der Gesundheit in 5 übergeordnete Bereiche. Im Kern des Modells (Bereich 1) sind Geschlecht, Alter und genetische Disposition: diese Faktoren sind unveränderbar und unbeeinflussbar. Weitere Determinanten sind: der individuelle Lebensstil und das Gesundheitsverhalten (Bereich 2), soziale und kommunale Netze (Bereich 3), Lebens- und Arbeitsbedingungen (4. Bereich) und im 5. Bereich stehen „allgemeine, sozioökonomische, kulturelle und umweltbezogene Bedingungen“. Diese drücken sich in der sozialen Ungleichheit aus und sind die komplexesten Faktoren der Gesundheit. Auch die verhaltensbezogenen und sozialen Determinanten wie Lebensstil und Lebensbedingungen üben einen großen Einfluss auf das Befinden von Frauen und Männern. Eine Besonderheit ist, dass alle Bereiche, aufgrund ihrer übereinander liegenden Anordnung, auch über die nächste Schicht hinaus direkten und indirekten Einfluss auf die Gesundheit haben und in wechselseitiger Beziehung stehen. Abschließend kann festgestellt werden, dass Gesundheit und Krankheit von unterschiedlichen Determinanten für Frauen und Männer beeinflusst werden - und genau hier können die Maßnahmen der Gesundheitsförderung für beide Geschlechter ansetzen. (Hurrelmann/Richter 2018, S. 1 ff)

3.3. Soziale und gesundheitliche Ungleichheit

Laut Trendanalysen der letzten Jahre, zeigen sich soziale Unterschiede in der Mortalität und Lebenserwartung. Sie bilden deutlich die existierende soziale und gesundheitliche Ungleich­heit in der Bevölkerung ab. Das heißt: Menschen mit geringem Einkommen, niedrigem Berufsstatus und geringerer Bildung haben ein erhöhtes Risiko für chronische Krankheiten und krankheitsbedingte Einschränkungen. Diese Faktoren schlagen sich in einer höheren vorzeitigen Sterblichkeit nieder und verkürzen die Lebenszeit. Laut Pressemitteilung des RKI vom 14. März 2019 sterben 13 % der Frauen und 27 % der Männer aus der niedrigsten Einkommensgruppe vor Vollendung des 65. Lebensjahres. Somit stellt sich ein niedriger sozioökonomischer Status und die damit verbundenen gesundheitlichen Nachteile häufig als sozialer Gradient dar, das heißt: eine graduelle Abnahme von Krankheitsrisiken und Gesundheitsproblemen bei zunehmendem Sozialstatus. (RKI 2015, 234)

3.4. Biologische und soziale Unterschiede

Hehlmann belegt, dass sich die Lebenserwartung der Geschlechter laut WHO unterscheidet, je nachdem welches Land untersucht wird: so beträgt sie in Russland zwischen Männern und Frauen 11,6 Jahre. Die Klosterstudie von Marc Luy (2009), die in Klöstern durchgeführt wurde, stellte fest, dass Nonnen ungefähr genauso lange wie Frauen der Allgemein­bevölkerung leben. Im Gegensatz dazu, überleben Mönche ihre Geschlechtsgenossen außer­halb der Klosterwelt um 4 bis 5 Jahre. Dies bestätigt die Aussage, dass die Lebenserwartung nicht in erster Linie auf die biologische Natur zurückzuführen ist, sondern auf kulturelle und soziale Aspekte der Geschlechter - diese manifestieren sich in unterschiedlichen gesund­heitsrelevanten Verhaltens- und Lebensweisen (Hehlmann et al. 2018, S. 254 ff). Die Soziologen West und Zimmermann haben ähnliche Erkenntnisse wie Hehlmann gewonnen und präzisieren diese: Geschlecht ist für sie eine soziale Konstruktion, die im Alltag aktiv her- und dargestellt wird: typisch männliche und typisch weibliche Verhaltensweisen werden gelebt - auch was das gesundheitsrelevante Verhalten betrifft. So rauchen mehr Männer als Frauen, Männer haben häufiger Unfälle, Frauen ernähren sich gesundheits­bewusster und nutzen häufiger die Präventionsangebote der Krankenkassen: ihr Konzept heißt „doing gender“. (Kolip/Altgeld 2020, S. 22 ff)

3.5. Grad der Gleichstellung

Die kürzere Lebenserwartung von Männern hängt auch mit dem Ausmaß der Gleichstellung der Geschlechter zusammen. Darunter versteht man, den gleichberechtigten Zugang zu Ressourcen und politischer sowie gesellschaftlicher Teilhabe in allen Lebensbereichen. Der Grad der Gleichberechtigung formt Normen und Stereotype von Frauen und Männern, die sich auch in gesundheitsrelevanten Verhalten äußern. Fakt ist; je höher der Grad der Gleichstellung, desto höher ist die Lebenserwartung männlicher Neugeborener. Eine Berechnung mit dem Gender Inequality Index (GII) der United Nations Development Projects (UNDP) und den deutschen Daten der Bundesländer verdeutlicht, dass die Lebens­erwartung zwischen den Bundesländern variiert und es Unterschiede in der Lebenserwartung zwischen den Geschlechtern gibt: 4,4 Jahre in Baden-Württemberg und 6,4 Jahre in Mecklenburg-Vorpommern. Der Gender Inequality Index variiert zwischen 0,065 in Bayern und 0,121 in Sachsen-Anhalt. (Kolip et al. 2019, S. 943 ff)

4. Gesundheitsförderung für Frauen und Männer

4.1. WHO-Strategie

Zunächst stellt die Arbeit fest, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der europä­ischen Region (2018) in der Gesundheitsförderung geschlechtersensible Ansätze verfolgt. Das dies ein wichtiger Faktor für die Gesundheit ist betont sie in ihrem Rahmenkonzept „Gesundheit 2020“. Mit ihrer Strategie zur Förderung der Gesundheit und des Wohl­befindens von Männern in der Europäischen Region der WHO (2018) operationalisiert sie ihre geschlechterspezifischen Konzepte. Ziele sind zum Beispiel: die vorzeitige Mortalität von Männern zu senken - viele sterben an nichtübertragbaren Krankheiten und Verletzungen sowie Ungleichheiten innerhalb und zwischen den Ländern der Europäischen Region abzubauen, parallel zur Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens von Männern aller Altersgruppen (Altgeld 2020, S. 51). Auch das Präventionsgesetz 2015 stärkt die Gesundheitsförderung von Mann und Frau: In diesem Gesetz wurden zwei neue Para­graphen eingefügt, die die geschlechterspezifischen Besonderheiten berücksichtigen. Diese betreffen die primäre Prävention und Gesundheitsförderung. Die Leistungen der Kranken­kassen sollen dazu beitragen, dass sich die sozial bedingte und auf das Geschlecht bezogene Ungleichheit von Gesundheitschancen verringert. (Altgeld 2020, S. 60)

4.2. Gender Mainstreaming

Gesundheitsförderung kann nur gelingen und zur Verringerung der gesundheitlichen Ungleichheit zwischen Männern und Frauen beitragen, wenn sie geschlechtersensibel gestaltet wird. Das bedeutet den geschlechterspezifischen Versorgungsbedarf zu identi­fizieren und passende Angebote für Männer und Frauen gemäß ihren Bedürfnissen und in ihren Lebenswelten zu konzipieren. Das sogenannte Gender Mainstreaming, also die Verpflichtung, konsequent die Perspektive der Geschlechter bei allen Vorhaben zu berücksichtigen, muss konsequent und konsistent verfolgt werden. (Altgeld 2020 S. 58 ff)

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Details

Titel
Gesundheitsentwicklung und Gesundheitsförderung. Der geschlechterspezifische Zusammenhang
Untertitel
Eine kurze Analyse aktueller Publikationen und Daten
Hochschule
Universität Bielefeld  (Fakultät für Gesundheitswissenschaften)
Veranstaltung
Weiterbildendes Fernstudium: Angewandte Gesundheitswissenschaften
Note
1,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
9
Katalognummer
V933437
ISBN (eBook)
9783346259318
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschlecht und Gesundheit, Gesundheit Bevölkerung Deutschland, Erklärungsansätze Gesundheit und Krankheit, Gesundheitsförderung, Salutogenesemodell, Determinanten der Gesundheit, Soziale und gesundheitliche Ungleichheit, Biologische und soziale Unterschiede, Grad der Gleichstellung, Gender Mainstreaming, Gesundheitsberichterstattung, Häufige Erkrankungen der deutschen Bevölkerung, Sex Mortality Ratio, Mittlere Lebenserwartung, WHO-Strategie
Arbeit zitieren
Regina Urich (Autor), 2020, Gesundheitsentwicklung und Gesundheitsförderung. Der geschlechterspezifische Zusammenhang, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/933437

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