Im Kontext zweier großer Lernerwörterbücher werden spezifische Fragen und Probleme erörtert, die bei der Erarbeitung eines Wörterbuches auftreten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Zum Prozess der Lemmaselektion – Definition und Ablauf
3 Probleme der Lemmaselektion
3.1 Überbewertung der äußeren Selektion
3.2 Mangel an metalexikographischer Theoretisierung
3.3 Konflikt zwischen Umfang und Ausführlichkeit
3.4 Offenlegung der Selektionsprogramme
4 Spezifische Selektionskriterien in Lernerwörterbüchern
4.1 Quantitativer Aspekt
4.2 Inhaltlicher Aspekt
5 Quantitativer Umfang als Qualitätskriterium der äußeren Selektion
5.1 Zielsetzung
5.2 Methodisches Vorgehen und Probleme
5.3 Tabellarische Datenerhebung
5.4 Ergebnisse und Deutung
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Prozess der Lemmaselektion als Grundlage für den Umfang von Wörterbüchern, wobei insbesondere die Herausforderungen bei der Erstellung von Lernerwörterbüchern im Fokus stehen und anhand der Werke "de Gruyter Wörterbuch Deutsch als Fremdsprache" (DGWDAF) sowie "Langenscheidts Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache" (LGWDAF) analysiert werden.
- Prozess der Lemmaselektion (äußere Selektion)
- Methodik der quantitativen Umfangsbewertung bei Wörterbüchern
- Konflikt zwischen Wortschatzumfang und inhaltlicher Ausführlichkeit
- Qualitätskriterien bei der Lemmabestands-Konstitution
Auszug aus dem Buch
3.2 Mangel an metalexikographischer Theoretisierung
Ein weiteres Problem ist die in diesem Zusammenhang oft aufgeführte, mangelhafte metalexikographische Theoretisierung der äußeren Selektion. Eine Ursache dieses Mangels dürfte die große Vielfalt der existierenden Wörterbuchtypen sein. Engelbert/Lemnitzer (2001, 21) führen in ihrer Wörterbuchtypologie allein 61 Beispiele für die Kategorie „Spezialwörterbücher“ auf; Anspruch auf Vollständigkeit wird vermutlich nicht erhoben werden können. Jedes dieser Wörterbücher bedarf eines eigenen individuellen Selektionsprogramms, um seiner angestrebten Funktion gerecht zu werden. Angesichts dieser Vielfalt scheinen „übergreifende theoretische und methodische Ansätze“ der Lemmaselektion, wie sie Bergenholtz (2001, 12) vermisst und fordert, weiterhin fraglich.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Wörterbuchumfangs ein und definiert die Lemmaselektion als zentralen Untersuchungsgegenstand bei Lernerwörterbüchern.
2 Zum Prozess der Lemmaselektion – Definition und Ablauf: Das Kapitel erläutert den Fachbegriff der Lemmaselektion sowie die prinzipiellen Schritte vom lexikographischen Korpus bis zum fertigen Wörterbucheintrag.
3 Probleme der Lemmaselektion: Hier werden zentrale Schwierigkeiten wie die Überbewertung von Zahlen, theoretische Defizite und der Abwägungskonflikt zwischen Umfang und Inhalt kritisch beleuchtet.
4 Spezifische Selektionskriterien in Lernerwörterbüchern: Dieses Kapitel differenziert die Anforderungen an Lernerwörterbücher in einen quantitativen Aspekt (Wortanzahl) und einen inhaltlichen Aspekt (thematische Relevanz).
5 Quantitativer Umfang als Qualitätskriterium der äußeren Selektion: Es folgt eine methodische, tabellengestützte Analyse des Umfangs der Vergleichswerke, inklusive der Interpretation der erzielten Daten.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Lemmaselektion ein komplexes, kaum vollständig algorithmisierbares Verfahren bleibt, bei dem Transparenz seitens der Verlage der Schlüssel zur Nutzerorientierung ist.
Schlüsselwörter
Lemmaselektion, äußere Selektion, Lernerwörterbücher, Metalexikographie, Wortschatz, Makrostruktur, Mikrostruktur, DGWDAF, LGWDAF, Korpusanalyse, Wörterbuchumfang, Qualitätskriterien, Sprachproduktion, Sprachrezeption, Zertifikat Deutsch als Fremdsprache.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem Prozess der Lemmaselektion, also der gezielten Auswahl von Wörtern für ein Wörterbuch, und untersucht die damit verbundenen Herausforderungen und Probleme.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die äußere Selektion, die theoretische Fundierung der Lexikographie, die Qualität des Wörterbuchumfangs sowie der Vergleich zwischen zwei spezifischen Lernerwörterbüchern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Prozess der Lemmaselektion abläuft, welche Probleme dabei auftreten und ob der zahlenmäßige Umfang eines Wörterbuches ein valides Qualitätskriterium für den Lerner darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine metalexikographische Analyse, einen theoretischen Vergleich der Wörterbuchkonzepte sowie eine quantitative, tabellarische Auswertung von Buchstabenstrecken der beiden Vergleichswerke.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Probleme der Selektion, definiert spezifische Kriterien für Lernerwörterbücher und führt eine vergleichende, quantitativ-qualitative Auswertung der Stichprobendaten durch.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Neben der Lemmaselektion sind Fachbegriffe wie Makrostruktur, Mikrostruktur, Korpusbasis, Benutzerbedürfnisse und die spezifischen Wörterbuchtypen (DGWDAF/LGWDAF) maßgeblich.
Warum kritisieren Sie die Angaben der Wörterbuchverlage?
Die Kritik richtet sich gegen die "Benutzertäuschung" durch werbewirksame, aber oft intransparente Zahlenangaben zum Umfang, die einen tatsächlichen Vergleich zwischen Produkten erschweren.
Inwieweit spielt das "Zertifikat Deutsch als Fremdsprache" eine Rolle?
Es dient als Referenz für thematische Anforderungen an Lernende, um zu prüfen, ob die Lemmabestände der analysierten Wörterbücher den tatsächlichen Kommunikationsbedürfnissen der Nutzer gerecht werden.
- Quote paper
- M.A. Tobias Thuge (Author), 2004, "5000 neue Wörter" - Der Prozess der Lemmaselektion bei der Erstellung von Wörterbüchern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93347