Das Doping. Definition, Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Eine kurze Darstellung


Hausarbeit, 2020

14 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sport und Doping
2.1 Begriffsdefinition

3. Erythropoietin (EPO)
3.1 Wirkung
3.2 Gesundheitsrisiken
3.3 Nachweisbarkeit

4. Stimulanzien
4.1 Wirkungsweise
4.2 Nebenwirkungen
4.3 Leistungsreserven

5. Zusammenfassung und Diskussion
5.1 Pro Doping
5.2 Contra Doping
5.3 persönliches Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Genderklausel

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird in der vorliegenden Studienarbeit die gewohnte männliche Sprachform bei personenbezogenen Substantiven und Pronomen verwendet. Dies impliziert jedoch keine Benachteiligung des weiblichen Geschlechts, sondern soll im Sinne der sprachlichen Vereinfachung als geschlechtsneutral zu verstehen sein.

1. Einleitung

Diese Studienarbeit beschäftigt sich mit dem Thema Sport und Doping. Anliegen dieser Arbeit ist es zunächst, den Begriff „Doping“ zu definieren und zu erklären. Aufbauend auf dieser Definition wird im zweiten Abschnitt im Speziellen auf die Wirkungsweise von Erythropoietin (EPO) eingegangen. Ebenfalls behandelt werden die möglichen Gesundheitsrisiken bei EPO- Missbrauch, als auch die gegebene Problematik der Nachweisbarkeit beim EPO-Doping.

Im dritten Teil dieser Studienarbeit wird auf die Einnahme leistungserhöhender Stimulantien, sowie deren genereller Wirkungsweise, deren Nebenwirkungen und wie sich diese Stimulantien auf die Leistungsreserven der Sporttreibenden auswirken, eingegangen.

Abschließend werden die Erkenntnisse dieser Studienarbeit kurz zusammengefasst und über die Freigabe von Dopingmitteln diskutiert. Hierbei bedient sich der Autor sowohl an in Literatur vorhandener-, als auch eigener Argumente und teilt diese in pro und contra. Am Ende folgt ein persönliches Fazit zur Freigabe von Dopingmitteln.

2. Sport und Doping

Der Einsatz leistungssteigernder Substanzen ist sowohl im Leistungs-, als auch im Freizeitsport seit jeher eine bekannte Problematik, die vermutlich schon seit den ersten sportlichen Wettkämpfen bestand hat. So stellt das Doping im Sport keine neue Entwicklung der letzten Jahrzehnte dar, sondern ist vielmehr seit dem Altertum eine gängige Methode, um die Leistungsfähigkeit der Sportler zu steigern (Schänzer & Thevis, 2007, S. 631). Es gibt Quellen die bezeugen, dass bereits bei den Olympischen Spielen in der Antike mittels Einnahme von Kräutern, Pilzen oder bestimmten Getränken versucht wurde, die Leistungsfähigkeit zu verbessern (Friedrich, 2019, S. 262). Doch zunehmend zum Problem wurde das Doping mit der Kommerzialisierung des Sports ab den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. Ebenso nimmt in der heutigen Zeit auch das Doping im Freizeitsport zu. Schätzungen sprechen von rund 30 Millionen Menschen weltweit, welche regelmäßig zu Dopingmitteln greifen. Hierbei spielen unter anderem Gruppenzwang und das Streben nach Kraft und körperlicher Ästhetik, insbesondere bei jüngeren Menschen, eine Rolle. Dopingkontrollen, wie sie im Leitungssport üblich sind, kommen im Breiten- bzw. Freizeitsport nicht vor (Bischoff, 2012; Friedrich, 2019).

2.1 Begriffsdefinition

Unter dem Begriff Doping wird in der Regel die Einnahme von nicht erlaubten Substanzen und bzw. oder die Nutzung verbotener Methoden, um die Leistungsfähigkeit zu erhöhen oder zu erhalten, verstanden (Wikipedia, 2020). Der Begriff Doping fand sich das erste Mal anno 1889 in einem englischen Wörterbuch wieder. Doping wurde hierin als eine Mischung aus Narkotika und Opium beschrieben, welche zu dieser Zeit den Pferden bei Pferderennen verabreicht wurde (Haug, 2006, S. 24). Sprachlich basiert der Begriff vermutlich auf dem Wort »dop«, welches einem Dialekt der südostafrikanischen Kaffer entstammt. Diese bezeichneten einen starken Schnaps als »dop« und gebrauchten diesen als Stimulanz (Friedrich, 2019). Weiteren Quellen zufolge, wurde das Wort »dop« auch von Zulu-Kämpfern benutzt, um ein alkoholisches Getränk zu beschreiben, welches aus Weintraubenschalen und Cola-Bestandteilen bestand (NADA Austria, 2020). Der Welt-Anti-Doping-Code (WADA, 2019) definiert Doping als das Auftreten einer oder mehrerer Verstöße gegen Anti-Doping-Bestimmungen, die in Artikel 2.1 bis Artikel 2.10 des Codes festgelegt sind:

1. Vorhandensein einer verbotenen Substanz oder Marker in der Probe eines Athleten
2. (Versuchter) Gebrauch einer verbotenen Substanz bzw. Methode durch einen Athleten
3. Umgehung, Verweigerung oder Versäumnis, sich einer Dopingprobe zu unterziehen
4. Verstöße gegen die Meldepflicht (z.B. falsche Angabe des Aufenthaltsortes)
5. (Versuchte) Manipulation bei irgendeinem Abschnitt einer Dopingkontrolle
6. Besitz einer verbotenen Substanz oder einer verbotenen Methode
7. (Versuchter) Handel mit jeder verbotenen Substanz oder verbotenen Methode
8. (Versuchte) Verabreichung eines verbotenen Wirkstoffs/Methode an einen Athleten
9. Mittäterschaft (z.B. Beihilfe, Anstiftung)
10. Verbotene Zusammenarbeit mit einem gesperrten Betreuer (S. 19f, eig. Übers.)

3. Erythropoietin (EPO)

Erythropoietin (EPO) ist ein Glykoprotein-Hormon und fördert das Wachstum der roten Blutkörperchen. Dadurch erhöht sich in weiterer Folge die Sauerstoffversorgung des Gewebes, was vor allem im Ausdauersportbereich zu missbräuchlicher Anwendung führt. Diese leistungssteigernde Wirkung ist für das Verbot von EPO im Sport verantwortlich (Reichel & Gmeiner, 2010, S. 251f, eig. Übers.). Die Fédération Internationale de Ski (FIS) führt EPO seit 1988 ins seiner Verbotsliste als Doping an. Das erste Verbot durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) erfolgte 1990 und wurde erstmals bei den olympischen Sommerspielen im Jahr 1992 in Barcelona schlagend (Clasing, 2007; Bundesinstitut für Sportwissenschaft, 2000). Körpereigen wird Erythropoietin hauptsächlich in den Nieren und zu kleinen Mengen auch in der Leber gebildet (Clasing, 2007). In der Medizin wird rekombinantes EPO unter anderem seit dem Ende der 1980er Jahre als Arznei bei totalem Nierenversagen verwendet, hochdosiert ist es als „Antianämikum bei chronischer Polyarthritis, AIDS, Tumoren und operativen Eingriffen wirksam“ (Bundesinstitut für Sportwissenschaft, 2000, S. 4).

3.1 Wirkung

Erythropoietin gelangt mit dem Blut ins Knochenmark und stimuliert dort die Ausreifung der Retikulozyten zu Erythrozyten. Die Erhöhung der Erythrozytenanzahl bewirkt eine Steigerung der Transportkapazität des Sauerstoffs. (Bundesinstitut für Sportwissenschaft, 2000; Clasing, 2007). Ebenfalls führt es zur Erhöhung des Blutvolumens und der Hämoglobin-Konzentration. Dadurch steigert sich die Ausdauerleistung eines Athleten (IMD Labor Berlin, 2020). So findet EPO vor allem in den klassischen Ausdauersportarten Zuspruch. Ein Missbrauchspotenzial ergibt sich, durch die verbesserten Sauerstofftransporteigenschaft - die sich ebenfalls positiv auf die Regenerierfähigkeit auswirken kann - jedoch in fast jeder Sportart (Schöffel, Börger, Quarcoo, Scutaru, & Groneberg, 2008, S. 4).

3.2 Gesundheitsrisiken

Bei angemessener Dosierung unter ärztlicher Überwachung, wird rekombinantes Erythropoietin (rhEPO) als „gut verträgliches, weitgehend nebenwirkungsfreies Medikament“ beschrieben (Bundesinstitut für Sportwissenschaft, 2000). Jedoch können bei unkontrollierter Anwendung, vor allem über längere Zeiträume und hoch dosiert, gravierende Nebenwirkungen auftreten. So kann es auf Grund des angestiegenen Blutvolumens (Hämatokritwert) zu Thrombosen, hervorgerufen durch bedingten höheren Blutdruck, kommen. Außerdem berichten Studien über akneähnliche Hautveränderungen und Herzinfarkten als Folge des EPO-Konsums (Schänzer & Thevis, 2007). Ebenso kann es in „kleinen und kleinsten Blutgefäßen zu einem »Sludge-Phänomen« kommen. Durch Gerinnung sind die nachfolgenden Gewebeabschnitte minderperfundiert und drohen einen Schaden zu erleiden“ (Wonisch, et al., 2017, S. 479). Nach Schöffel, et al. (2008) kann der Missbrauch von EPO, neben der bereits genannten Risiken, auch das Wachstum bösartiger Tumorzellen fördern (S. 4). Alles in allem setzen sich Athleten, welche mittels Erythropoietins deren Leistung steigern möchten, erheblichen gesundheitlichen Risiken aus.

3.3 Nachweisbarkeit

Eine Methode zum direkten Nachweis von rekombinantem Erythropoietin ist seit etwa 20 Jahren bei Dopingproben im Einsatz (Striegel & Simon, 2007). Seit den Olympischen Winterspeilen in Salt Lake City im Jahr 2002 ist EPO-Missbrauch mittels Urintestes auch auf olympischer Bühne nachweisbar. „Bis 24 Stunden nach der letzten Injektion ist rhEPO in allen untersuchten Fällen festzustellen. Danach nimmt die Treffsicherheit ab“ (Clasing, 2007, S. 31). Durch die immer weiterführende Entwicklung neuer Präparate, insbesondere abweichende Verabreichungsformen und Wirkorte, wird die Nachweisbarkeit von EPO-Doping enorm erschwert, da für manche Praktiken noch keine Nachweisverfahren gegeben sind. Aber auch die kurze Halbwertszeit von EPO im Blut, vor allem verglichen mit der Dauer der Leistungssteigerung, ist ein Faktor, der die Überführung gedopter Athleten beeinträchtigt. So ist das rekombinante Erythropoietin nur wenige Tage messbar, während die gedopte Leistungssteigerung mehrere Tage bis Wochen anhalten kann (Schöffel, et al., 2008, S. 5). Auch während der Probenabgaben durch die Athleten gibt es Möglichkeiten zur Manipulation. Man weiß von Sportlern, die sich ein Enzympulver - welches die EPO-Eiweiße abbaut - auf die Hand schmieren, um es in die Urinprobe zu schmuggeln. Da die Probenabgabe unter Aufsicht passiert, gehen manche Sportler gar so weit, sich vor der Probe mit Enzym versetzte Reiskörner in die Harnröhre zu stecken (Lubbadeh, 2007).

4. Stimulanzien

Grundsätzlich enthalten Substanzen, die zu den Stimulanzien gezählt werden, Wirkstoffe von Amphetaminen. Ebenso dazu zählen unter anderem Kokain oder Ecstasy, welche dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen und deren Konsum illegal ist. Zusätzlich zählen auch Stoffe, welche nicht zu Amphetaminen zählen, jedoch ebenso eine stimulierende Wirkung auf die Konsumenten haben (Schänzer & Thevis, 2007, S. 640). Bei Ephedrin handelt es sich bspw. um eine Substanz, die in vielen Hustensäften vorkommt und ebenfalls der Verbotsliste der WADA unterliegt. Koffein hingegen, befindet sich seit 2004 nicht mehr auf dieser. Des Weiteren unterscheidet die WADA bei Stimulanzien zwischen »nicht spezifizierten« und »spezifizierten« Substanzen. Spezifizierte Substanzen können unter Umständen, auf Grund derer leichten Verfügbarkeit, versehentlich genommen werden. Somit kann es bei deren Nachweis mittels Dopingprobe auch zu vergleichsweisen milden Sanktionen (z.B. Wettkampfdisqualifikation und Sperre unter zwei Jahren) kommen. Der Nachweis von nicht spezifizierten Substanzen hingegen, zieht ein drakonischeres (zwei Jahre Sperre) Strafmaß nach sich (Deutsche Sporthochschule Köln, 2020). Die drei an den häufigsten verwendeten Stimulanzien im Zusammenhang mit Doping sind Amphetamin, Kokain und Ephedrin (Kohler, Thevis, Schänzer, & Püschel, 2008, S. 180).

4.1 Wirkungsweise

Amphetaminbasierte Stimulanzien wirken im menschlichen Körper wie Adrenalin und Noradrenalin. Beides sind körpereigene Hormone, welche vor allem in Stresssituationen ausgeschüttet werden (Schänzer & Thevis, 2007). „Die Applikation von Stimulanzien führt zu Euphorie, erhöhter Aufmerksamkeit und schnellerer Reaktion, Risikobereitschaft, höherer Ermüdungsschwelle sowie höherer aerober Ausdauerkapazität durch Stimulation des Fett- abbaus“ (Kohler et al., 2008, S. 180). Stimulanzien führen dem Körper keine Energie zu, vielmehr veranlassen sie den Körper Energie bereitzustellen. Da sie das Erschöpfungsgefühl unterdrücken wird der Körper veranlasst die geschützten Reserven zu mobilisieren, was zu erheblichen gesundheitlichen Schäden, völliger Erschöpfung bis hin zum Tod führen kann (Antidoping Schweiz, 2020).

4.2 Nebenwirkungen

Neben Psychosen kann es bei hoher Dosierung von Amphetaminen zu Halluzinationen und psychischer Abhängigkeit kommen (Schänzer & Thevis, 2007, S. 641). Ebenfalls besteht das Risiko vom „Anstieg des Blutdrucks und Verengung peripherer Gefäße, was bei Belastung zu Hyperthermie und Hitzschlag führen kann“ (Kohler et al., 2008, S. 180). Des Weiteren wurden auch schon Herzinfarkte, teils mit tödlichem Ausgang, beobachtet. Diese wurden vermutlich durch die, auf Grund der stark erhöhten Herzfrequenz, schlechteren Sauerstoffversorgung des Herzmuskels begünstigt. Die bekanntesten Todesfälle, die mit Amphetaminmissbrauch im Leistungssport in Zusammenhang stehen, sind die beiden Radrennfahrer Knut Erik Jensen aus Dänemark (Olympische Sommerspiele 1960) und Tom Simpson (Tour de France 1967) aus Großbritannien (Schänzer & Thevis, 2007, S. 641). Der stimulierende Effekt von Stimulanzien kann bei hoher Dosierung außerdem zu Formen von Aggressivität, Anspannung oder Überempfindlichkeit führen. Auch „Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle und Kreislaufkollaps können ebenfalls Folgen der Einnahme von Stimulanzien sein“ (Antidoping Schweiz, 2020). Die chronische Anwendung des Stimulus Kokain wird auch mit »Angina pectoris« und Hirnblutungen in Verbindung gebracht (Kohler et al., 2008).

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Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Das Doping. Definition, Wirkungsweise und Nebenwirkungen
Untertitel
Eine kurze Darstellung
Autor
Jahr
2020
Seiten
14
Katalognummer
V933567
ISBN (eBook)
9783346342355
ISBN (Buch)
9783346342362
Sprache
Deutsch
Schlagworte
doping, definition, wirkungsweise, nebenwirkungen, darstellung
Arbeit zitieren
Bernd Schartner (Autor:in), 2020, Das Doping. Definition, Wirkungsweise und Nebenwirkungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/933567

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