Das heutige Bundesland Mecklenburg-Vorpommern mit seinen Nachbarn Niedersachsen und Schleswig Holstein wurde im Laufe der Völkerwanderungen ab dem 6. Jahrhundert von verschiedenen slawischen Stämmen besiedelt. Die beiden großen Volksstämme der Obotriten und der Wilzen mit ihren untergliederten Teilstämmen besiedelten diese Regionen. Die vorliegende Arbeit widmet sich neben der besonderen Geschichte und Funktion der Slawenburg Rethra insbesondere der Frage nach ihrer Lokalisierung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Rethra als umstrittenes Forschungsthema
3. Geschichte und Funktion Rethras
4. Ausgewählte Aspekte zu den am stärksten vertretenen Lokalisierungen
4.1. Prillwitz/ Südende des Tollensesees
4.2. Feldberg
4.3. Wanska
4.4. Exkurs: Ausgewählte Aspekte zu den Problemen der Forschung
4.5. Gnoien
4.6. Klein Trebbow
5. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit befasst sich mit der historischen Rekonstruktion und der bis heute ungeklärten Lokalisierung der legendären slawischen Tempelburg Rethra im heutigen Mecklenburg-Vorpommern. Ziel der Arbeit ist es, die Rolle Rethras als politisches und religiöses Machtzentrum der Redarier zu beleuchten und eine kritische Auseinandersetzung mit den bedeutendsten wissenschaftlichen Hypothesen zu ihrem Standort zu führen.
- Historische Bedeutung und Funktion der Slawenburg Rethra
- Kritische Analyse der zeitgenössischen Chroniken (Thietmar von Merseburg, Adam von Bremen)
- Vergleichende Untersuchung der fünf zentralen Lokalisierungsvorschläge
- Problematik der Fehlinterpretation historischer Quellen durch spätere Forschung
- Einfluss von Landschaftsveränderungen auf die archäologische Spurensuche
Auszug aus dem Buch
4. Ausgewählte Aspekte zu den am stärksten vertretenen Lokalisierungen
Doch wo lag denn nun dieses Rethra? Seit 1378 wird dieser Ort gesucht.3 Aufgrund der überlieferten Nachrichten hin wurde schon von Beginn an das Heiligtum am Tollensesee gesucht. Es wurden aber auch andere Orte in die Lokalisierungsfrage eingeschlossen, so auch Rostock, Rehna, Röbel aber auch Malchin, Teterow und andere. Sie alle könnten diese Tempelstätte für sich in Anspruch nehmen. Der lange Jahre andauernde Streit um die Lokalisierung Rethras fokusiert insbesondere fünf Orte, die dem Anspruch gerecht werden, dass in ihrer Nähe der sagenhafte Slawentempel gestanden haben mag:
1.) Prillwitz am Südende des Tollensesees und 2.) Feldberg 3.) Wanska 4.) Gnoien 5.) Klein Trebbow
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des geografischen Raums Mecklenburg-Vorpommern und Hinführung zur Fragestellung bezüglich der Lokalisierung der Slawenburg Rethra.
2. Rethra als umstrittenes Forschungsthema: Diskussion der Unsicherheiten in der Forschung, insbesondere in Bezug auf den Volksstamm der Redarier und die Zuverlässigkeit der historischen Chronisten.
3. Geschichte und Funktion Rethras: Erläuterung der Bedeutung Rethras als politisches Zentrum, Kultstätte und Fluchtburg der slawischen Bevölkerung.
4. Ausgewählte Aspekte zu den am stärksten vertretenen Lokalisierungen: Detaillierte Untersuchung der fünf favorisierten Standorte, ergänzt durch einen Exkurs zur Problematik historischer Interpretationen.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der Autorin über den ungeklärten Status der Lokalisierungsfrage und den Fortbestand der Legende in der Region.
Schlüsselwörter
Rethra, Slawen, Redarier, Tempelburg, Lokalisierung, Tollensesee, Archäologie, Mittelalter, Thietmar von Merseburg, Radegast, Kultstätte, Mecklenburg-Vorpommern, Siedlungsgeschichte, Wenden, Burganlage
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Untersuchung der slawischen Tempelburg Rethra und der seit Jahrhunderten andauernden wissenschaftlichen Suche nach ihrem exakten Standort.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die historische Rolle Rethras, die Auswertung mittelalterlicher Chroniken und der Vergleich verschiedener archäologischer Hypothesen zur Lokalisierung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Argumente für die wichtigsten vorgeschlagenen Standorte der Burg zu sammeln und kritisch zu bewerten, warum eine eindeutige Identifizierung bislang nicht gelungen ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturgestützte Analyse vorgenommen, bei der historische Berichte mit geografischen Gegebenheiten und modernen Forschungsansätzen abgeglichen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Burgfunktion und eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Standorten Prillwitz, Feldberg, Wanska, Gnoien und Klein Trebbow.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Rethra, Slawen, Redarier, Tempelburg, Kultstätte, Lokalisierung und die kritische Analyse antiker und mittelalterlicher Quellen.
Warum ist die Identifizierung von Rethra so schwierig?
Die Schwierigkeit liegt in der Unschärfe der historischen Texte, widersprüchlichen Interpretationen der Chronisten und massiven Landschaftsveränderungen über die Jahrhunderte, die frühere topografische Merkmale unkenntlich gemacht haben.
Welche Rolle spielt die "Rote Stadt" in der Arbeit?
Der Begriff bezieht sich auf die etymologische Herleitung des Namens Rethra, wobei diskutiert wird, ob dieser eine Anspielung auf die Farbe der Gottheit, des Blutes oder des Feuers im Zusammenhang mit dem Kult darstellt.
Was unterscheidet die These von Hannemann von anderen?
Hannemann argumentiert stark über die veränderte Topografie und die Übereinstimmung mit einem natürlichen, kreisförmig von einem Grenzfluss umflossenen Gelände bei Gnoien.
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- Anna Kiesbauer (Author), 2003, Wo befand sich Rethra? Die Lokalisierungsfrage um den sagenhaften Slawentempel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93364