Das Ziel der Arbeit ist das Herausarbeiten sowie Präsentieren der Unterschiede des Umsatzkostenverfahrens und des Gesamtkostenverfahrens. Dieses Ziel wird erfüllt, indem der formale Aufbau, die gesetzlichen Voraussetzungen sowie die allgemeine Methodik und Verwendung verglichen und in Bezug gesetzt werden.
Im Rahmen dieser Arbeit wird zunächst auf die Datengrundlagen der Rechnungslegung eingegangen, um dann im Anschluss daran die formalen und gesetzlichen Berechnungsmethoden zu erläutern und in Vergleich setzen zu können. Die Frage nach der allgemeinen Verwendungsmöglichkeit wird in diesem Zuge ebenfalls aufgegriffen und erläutert. Beginnend mit dem Gesamtkostenverfahren und den entsprechenden Besonderheiten, werden anschließend die Besonderheiten des Umsatzkostenverfahrens erläutert.
Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) ist neben dem Aufstellen der Bilanz ein essenzieller Bestandteil des Jahresabschlusses eines Unternehmens. Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) stellt dabei sämtliche Erträge und Aufwendung eines bestimmten, definierten Zeitraums (zumeist des Geschäftsjahres, quartalsweise, monatlich) gegenüber. Sie weist dadurch die Art, die betragliche Höhe, sowie die Quellen und Ursprünge der geschäftlichen Tätigkeit und des unternehmerischen Erfolges aus und bringt sie dadurch in Bezug. Sie berücksichtigt dabei alle erfolgsrelevanten Daten des definierten Zeitraums (= Rechnungsperiode).
Die Berechnung beziehungsweise Verrechnung der gesammelten und relevanten Daten kann dabei grundsätzlich durch zwei, sich unterscheidende, Verfahren vollzogen werden. Der deutsche Gesetzgeber gewährt hierbei die Wahlmöglichkeit zur Aufstellung zwischen den Grundsätzen innerhalb der Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) oder denen der International Financial Reporting Standards (IFRS). Im Rahmen dieses Scientific Abstracts beziehen wir uns auf die gesetzlichen Form- und Aufstellungsvorschriften sowie Möglichkeiten innerhalb des Rahmens des Handelsgesetzbuchs (HGB).
Das HGB gestattet dem Unternehmen grundsätzlich, dass die Gewinn- und Verlustrechnung entweder nach dem sogenannten Gesamtkostenverfahren (GKV), oder nach dem sogenannten Umsatzkostenverfahren (UKV) erstellt werden kann. Beide Verfahren legen hierbei den generierten Umsatz als Basis zugrunde. Nichts desto trotz unterscheiden sich beide Verfahren in grundlegenden Dingen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit
2 Ermittlung des Betriebsergebnisses nach dem Gesamtkostenverfahren
2.1 Formale Voraussetzungen und Funktionsweise des Gesamtkostenverfahrens.
2.2 Berechnungsgrundlage des Gesamtkostenverfahrens
2.3 Vorteile des Gesamtkostenverfahrens
2.4 Nachteile des Gesamtkostenverfahrens
3 Ermittlung des Betriebsergebnisses nach dem Umsatzkostenverfahren
3.1 Formale Voraussetzungen und Funktionsweise des Umsatzkostenverfahrens.
3.2 Berechnungsgrundlage des Umsatzkostenverfahrens
3.3 Vorteile des Umsatzkostenverfahrens
3.4 Nachteile des Umsatzkostenverfahrens
4 Gegenüberstellung von Gesamtkosten- und Umsatzkostenverfahren
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die theoretischen und praktischen Unterschiede zwischen dem Gesamtkostenverfahren (GKV) und dem Umsatzkostenverfahren (UKV) herauszuarbeiten und zu vergleichen. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie sich die unterschiedliche methodische Herangehensweise bei der Aufstellung der Gewinn- und Verlustrechnung gemäß Handelsgesetzbuch auf die Ergebnisermittlung und die Aussagekraft für die Unternehmensplanung auswirkt.
- Formale gesetzliche Anforderungen an die Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB.
- Strukturelle Analyse und Funktionsweise des Gesamtkostenverfahrens.
- Strukturelle Analyse und Funktionsweise des Umsatzkostenverfahrens.
- Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile beider Verfahren für die Unternehmenspraxis.
- Analyse anhand von praktischen Berechnungsbeispielen einer Beispiel-GmbH.
Auszug aus dem Buch
2.4 Nachteile des Gesamtkostenverfahrens
Neben den angesprochenen Vorteilen birgt das Gesamtkostenverfahren als Ergebnisrechnung jedoch auch einige Nachteile mit sich. Besonders ist hierbei der zuletzt genannte Vorteil zu nennen. Dem Unternehmen ist es zwar möglich halbfertige beziehungsweise unfertige Erzeugnisse bei der Berechnung zu erfassen, diese müssen jedoch in einer umfassenden und zeitintensiven Inventur identifiziert und erfasst werden. Je nach Inventurmethode fordert dieses Vorgehen große Personalkapazität, welche während der Inventur selbst an anderer Stelle fehlt.
Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass Bestands- und Umsatzzahlen für die produzierten Güter in Gruppen zusammengefasst und als ein Sammelposten ausgegeben werden. Man erfasst dementsprechend nur den allgemeinen geschäftlichen Erfolg oder Misserfolg. Dieses Vorgehen lässt jedoch keine Rückschlüsse auf die Rentabilität einzelner Güter oder Produktionslinien zu.
Würde man dennoch detaillierte Renditekennzahlen implementieren wollen, wäre dies mit erheblichem Mehraufwand verbunden. In diesem Falle verfehlt die Gewinn- und Verlustrechnung mit dem Gesamtkostenverfahren ihre Aufgabe zur Darbietung einer fundierten Basis für die Unternehmensplanung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung der Gewinn- und Verlustrechnung und stellt die Zielsetzung der Arbeit dar, das Umsatz- und Gesamtkostenverfahren in ihrem Aufbau und ihrer Methodik zu vergleichen.
2 Ermittlung des Betriebsergebnisses nach dem Gesamtkostenverfahren: Es werden die formalen Voraussetzungen, die Berechnungsgrundlagen sowie die spezifischen Vor- und Nachteile des Gesamtkostenverfahrens unter Anwendung der HGB-Vorschriften detailliert analysiert.
3 Ermittlung des Betriebsergebnisses nach dem Umsatzkostenverfahren: Dieses Kapitel widmet sich der Funktionsweise und den Besonderheiten des Umsatzkostenverfahrens, inklusive einer praktischen Beispielrechnung und einer kritischen Würdigung der Vor- und Nachteile.
4 Gegenüberstellung von Gesamtkosten- und Umsatzkostenverfahren: Hier erfolgt ein direkter Vergleich der beiden Methoden, wobei verdeutlicht wird, dass trotz unterschiedlicher Konzeption beide Verfahren zum identischen Betriebsergebnis führen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Wahl des Verfahrens von der spezifischen Unternehmensstruktur und dem Informationsbedürfnis abhängt, da beide Methoden für sich genommen unterschiedliche Managementvorteile bieten.
Schlüsselwörter
Gesamtkostenverfahren, Umsatzkostenverfahren, Gewinn- und Verlustrechnung, HGB, Jahresabschluss, Betriebsergebnis, Bestandsveränderung, aktivierte Eigenleistungen, Kostenrechnung, Unternehmensplanung, Herstellungskosten, Wirtschaftlichkeit, Rentabilität, Aufwandsgliederung, Funktionsbereiche.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den zwei zulässigen Methoden zur Aufstellung der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Handelsgesetzbuch: dem Gesamtkostenverfahren und dem Umsatzkostenverfahren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die gesetzlichen Grundlagen gemäß § 275 HGB, die methodische Berechnung des Betriebsergebnisses sowie die Vor- und Nachteile beider Verfahren in der betrieblichen Praxis.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Unterschiede in Aufbau, Methodik und Verwendung beider Verfahren herauszuarbeiten und zu verdeutlichen, wie diese die Ergebnisermittlung beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive Analyse der gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie einen praktischen Vergleich anhand von Fallbeispielen einer GmbH, um die theoretischen Unterschiede methodisch zu untermauern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden beide Verfahren separat in ihren Voraussetzungen und ihrer Funktionsweise vorgestellt, gefolgt von einer detaillierten Gegenüberstellung und Analyse ihrer jeweiligen Aussagekraft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Gesamtkostenverfahren, Umsatzkostenverfahren, HGB, Bestandsveränderungen, aktivierte Eigenleistungen und Gewinn- und Verlustrechnung.
Warum wird eine GmbH als Beispielgesellschaft herangezogen?
Die GmbH wurde als Beispiel gewählt, da sie die relevanteste und verbreitetste Unternehmensform für eine solche finanzielle Darstellung darstellt und somit eine praxisnahe Anwendung ermöglicht.
Führen beide Verfahren zu unterschiedlichen Ergebnissen?
Nein, die Arbeit stellt fest, dass beide Verfahren zwar konzeptionell unterschiedlich sind, jedoch am Ende zum identischen Betriebsergebnis führen müssen.
Für welche Unternehmen ist das Umsatzkostenverfahren besonders aussagekräftig?
Das Umsatzkostenverfahren ist besonders für Unternehmen mit einer großen Produktpalette interessant, da es eine einfachere Identifizierung der Kosten pro Kostensektor ermöglicht.
Welcher Nachteil ist beim Gesamtkostenverfahren besonders zeitintensiv?
Das Gesamtkostenverfahren erfordert eine umfassende und zeitintensive Inventur zur Erfassung der Bestandsveränderungen, was erhebliche Personalressourcen bindet.
- Arbeit zitieren
- Patrick Wolf (Autor:in), 2020, Das Umsatzkosten- und Gesamtkostenverfahren. Ermittlung von Betriebsergebnissen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/933664