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Friedens- und Konfliktforschung. Ansätze zum Konzept der Transitional Justice

Titel: Friedens- und Konfliktforschung. Ansätze zum Konzept der Transitional Justice

Hausarbeit , 2020 , 28 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Henrik Zinn (Autor:in)

Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit wurde im Rahmen des Seminars "Friedens- und Konfliktforschung" an der JMU-Würzburg angefertigt. Inhaltlich wird sich mit den Konflikten innerhalb der Transitional-Justice-Prozesse auseinandergesetzt.

Hierbei wird intensiv auf die Werke "Anerkennung von Unrecht in Transitional-Justice-Prozessen" von A. Hasgall, Rechtsstaatlichkeit und "Versöhnung in Transitional-Justice-Prozesse"von E. Ottendörfer sowie "Konflikte in Transitional-Justice-Prozessen: Die Aufarbeitung von Vergangenheit im Fall Bosnien und Herzegowina" von U. Möntnich eingegangen. Darüber hinaus werden Vergleichsliteraturen hinzugezogen, um die aufgestellten Thesen zu unterstreichen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. A. Hasgall: Anerkennung von Unrecht in Transitional-Justice-Prozessen

1.1 Die Apartheid in Südafrika

1.2 Vergleichspapiere zur Bestätigung der Wahrheitskommissionen

2. E. Ottendörfer: Rechtsstaatlichkeit und Versöhnung in Transitional-Justice-Prozesse

2.1 Die Unterdrückung von Osttimor

2.2 Vergleichspapiere zur Bestätigung der Notwendigkeit eines rechtsstaatlichen Systems in Osttimor

3. U. Möntnich: Konflikte in Transitional-Justice-Prozessen: Die Aufarbeitung von Vergangenheit im Fall Bosnien und Herzegowina

3.1 Der Bosnienkonflikt

3.2 Vergleichspapier zur Bestätigung der Notwendigkeit von geschichtshistorischen Konflikten

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Transitional Justice (TJ) bei der Aufarbeitung von systemischem Unrecht und der Förderung gesellschaftlicher Versöhnung, wobei der Fokus auf dem komplexen Zusammenspiel zwischen Wahrheitssuche, rechtsstaatlichen Reformen und geschichtspolitischen Auseinandersetzungen in Postkonfliktgesellschaften liegt.

  • Theoretische Grundlagen von Anerkennungsprozessen im Kontext von Transitional Justice.
  • Die Wechselwirkung zwischen Wahrheitskommissionen und rechtsstaatlichen Institutionen.
  • Die Herausforderungen bei der Implementierung westlicher Rechtsstaatlichkeitsmodelle in instabilen Regionen.
  • Die Bedeutung geschichtspolitischer Aufarbeitung für die Identitätsbildung in Nachkriegsgesellschaften.
  • Fallstudienanalysen zu Südafrika, Osttimor sowie Bosnien und Herzegowina.

Auszug aus dem Buch

1. A. Hasgall: Anerkennung von Unrecht in Transitional-Justice-Prozessen

Im Zentrum des Textes „Anerkennung von Unrecht in Transitional-Justice-Prozessen“ von Alexander Hasgall steht die Bedeutung der Anerkennung zur Überwindung von erlittenem Leid. Es wird davon ausgegangen, dass das „dealing with the past“ grundlegend für die Bewältigung innerer Konflikte und somit für die Aufarbeitung der Vergangenheit ist. Gleichzeitig führt die Anerkennung des Subjektes des Opfers sowie der des begangenen Verbrechens seitens der Täter den Versöhnungs- und Verständigungsprozess ein und ist somit Grundlage für ein erfolgreiches „Nation Building“ (NB).

Gemäß dem Philosophen Hegel bilden sich gegenseitig anerkennende Subjekte die Basis für gesellschaftliche Austauschbeziehungen und somit für jegliche Formen der Interaktion. Honneth bekräftigt die Bedeutung der Anerkennung, indem er die gesellschaftliche Existenz und sämtliche funktionierenden Sozialbeziehungen auf sie zurückführt. Ohne eine solche wird das Subjekt „aus der Gesellschaft gerissen“. Die Anerkennung der Subjektivität der Opfer ist eng verknüpft mit der Anerkennung der Wahrheit. Eingeleitet werden soll der Prozess der Wahrheitsanerkennung durch die Wahrheitskommissionen (WK), welche als symbolisches Element wirken. In den Transitional Justice (TJ) wird davon ausgegangen, dass die Konfrontation mit dem wahrheitsgemäßen historischen Verlauf die Aufarbeitung und Überwindung des erlittenen Leides ermöglicht. Zentrales Element für den Aufarbeitungsprozess ist der Grad der Öffentlichkeit. Durch öffentlich durchgeführte Anhörungen („giving voice to the voiceless“) und Anerkennungsprozess wird das erarbeitete Wissen zu einem öffentlich verfügbaren Gut. Hierbei wird die Opferperspektive in das Zentrum der Untersuchung gesetzt, wodurch u.a. das verlorene Selbstvertrauen wieder aufgebaut wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. A. Hasgall: Anerkennung von Unrecht in Transitional-Justice-Prozessen: Dieses Kapitel erläutert die zentrale Rolle von Anerkennung und dem „dealing with the past“ als notwendige Voraussetzung für die Versöhnung und das erfolgreiche „Nation Building“ nach schweren Verbrechen.

1.1 Die Apartheid in Südafrika: Anhand des Beispiels Südafrika wird dargelegt, wie die Kombination aus symbolischer Anerkennung durch Wahrheitskommissionen und materiellen Rechtsreformen als Paradebeispiel für Transitional Justice dienen kann.

1.2 Vergleichspapiere zur Bestätigung der Wahrheitskommissionen: Hier werden unterschiedliche Ansätze zur Wirksamkeit von Wahrheitskommissionen diskutiert, wobei die Notwendigkeit der finanziellen und institutionellen Unterstützung hervorgehoben wird.

2. E. Ottendörfer: Rechtsstaatlichkeit und Versöhnung in Transitional-Justice-Prozessen: Der Text analysiert das Spannungsfeld zwischen Versöhnung und Rechtsstaatlichkeit und betont, dass eine Demokratisierung ohne rechtsstaatliche Absicherung instabil bleibt.

2.1 Die Unterdrückung von Osttimor: Dieses Kapitel beleuchtet das Scheitern internationaler Bemühungen in Osttimor aufgrund mangelnder Durchsetzungskraft der Institutionen und politischer Interessenkonflikte.

2.2 Vergleichspapiere zur Bestätigung der Notwendigkeit eines rechtsstaatlichen Systems in Osttimor: Die Analyse zeigt die Problematik auf, westliche rechtsstaatliche Standards ungefiltert auf „Least Developed Countries“ zu übertragen, ohne den lokalen kulturellen Nährboden zu berücksichtigen.

3. U. Möntnich: Konflikte in Transitional-Justice-Prozessen: Die Aufarbeitung von Vergangenheit im Fall Bosnien und Herzegowina: Dieses Kapitel thematisiert die Rolle geschichtspolitischer Auseinandersetzungen als wesentliches Element des gesellschaftlichen Selbstfindungsprozesses in Postkonfliktgesellschaften.

3.1 Der Bosnienkonflikt: Es wird analysiert, wie ethnische Spannungen und mangelnde Anerkennung des Unrechts durch die Konfliktparteien die Aufarbeitungsprozesse im Nachkriegsbosnien blockierten.

3.2 Vergleichspapier zur Bestätigung der Notwendigkeit von geschichtshistorischen Konflikten: Abschließend wird argumentiert, dass ein kontinuierlicher öffentlicher Diskurs über die Vergangenheit notwendig ist, um eine demokratische Identität dauerhaft zu etablieren.

Schlüsselwörter

Transitional Justice, Versöhnung, Rechtsstaatlichkeit, Wahrheitskommissionen, Nation Building, Anerkennung, Postkonfliktgesellschaft, Bosnienkonflikt, Apartheid, Osttimor, Aufarbeitung, Menschenrechte, kollektives Gedächtnis, Demokratisierung, Erinnerungskultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht wissenschaftlich, wie in Postkonfliktgesellschaften durch den Prozess der Transitional Justice Unrecht aufgearbeitet und gesellschaftliche Versöhnung nachhaltig ermöglicht werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Rolle der Wahrheitskommissionen, die Etablierung rechtsstaatlicher Institutionen und die Bedeutung der geschichtspolitischen Erinnerungskultur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie symbolische Anerkennung von Opfern mit materiellen und institutionellen Reformen verknüpft werden muss, um stabile demokratische Verhältnisse zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Literatur- und Fallstudienanalyse, die theoretische Konzepte der Transitional Justice mit historischen Fallbeispielen in Bezug setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert drei unterschiedliche theoretische Ansätze von Hasgall, Ottendörfer und Möntnich sowie deren Anwendung in Südafrika, Osttimor und Bosnien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Transitional Justice, Rechtsstaatlichkeit, Wahrheitskommissionen und Anerkennung beschreiben.

Warum scheiterten die Bemühungen in Osttimor laut Ottendörfer?

Das Scheitern war primär auf eine mangelnde internationale Durchsetzungskraft, eine Unterfinanzierung und die Schwierigkeit zurückzuführen, westliche Konzepte in einer wenig entwickelten staatlichen Struktur anzuwenden.

Welche Rolle spielt die „geschichtspolitische Aufarbeitung“ in Bosnien?

Sie wird als notwendiges Element verstanden, da nur durch eine öffentliche Debatte über die Vergangenheit ein gemeinsamer Konsens entstehen kann, der zukünftige Konflikte präventiv verhindert.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Friedens- und Konfliktforschung. Ansätze zum Konzept der Transitional Justice
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Institut für Politikwissenschaften und Soziologie)
Veranstaltung
Seminar Friedens- und Konfliktforschung
Note
1,7
Autor
Henrik Zinn (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
28
Katalognummer
V934036
ISBN (eBook)
9783346274144
ISBN (Buch)
9783346274151
Sprache
Deutsch
Schlagworte
friedens- konfliktforschung ansätze konzept transitional justice
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Henrik Zinn (Autor:in), 2020, Friedens- und Konfliktforschung. Ansätze zum Konzept der Transitional Justice, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/934036
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  28  Seiten
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