Wasser ist eine der kostbarsten natürlichen Ressourcen, die es auf der Welt gibt.
Dies klingt merkwürdig, wenn man bedenkt, dass 70 Prozent der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt ist. Die verfügbare Gesamtwassermenge wird auf rund 1,4 Milliarden km³ errechnet. 97,8 Prozent davon befindet sich als Salzwasser im Weltozean.
Auch die vielfältigen Funktionen des Wassers lassen vermuten, dass Wasser im Überfluss vorhanden ist: Wasser dient als Lebensraum, ist Lebensgrundlage, dient dem Transport, wird als Deponie genutzt, hat Klima regulierende Eigenschaften und vieles mehr. Die in der Siedlungswasserwirtschaft nutzbare Menge an Wasser, das Süßwasser, beträgt jedoch nur ca. 2,2 Prozent der Gesamtwassermenge. Diese verteilen sich mit abnehmender Menge auf das ...
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 DIE ALPEN ALS REGENFÄNGER
3 TRINK- UND BEWÄSSERUNGSWASSER
3.1 WASSERLEITUNGEN
4 WASSERKRAFTWERKE
4.1 LAUFKRAFTWERKE
4.2 SPEICHERKRAFTWERKE
4.3 DIE QUANTITATIVE DIMENSION DER WASSERKRAFT
4.4 ARBEITSPLÄTZE UND WASSERZINSEN
4.5 UMWELTPROBLEME
5 AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Alpen als „Wasserschloss Europas“ und analysiert deren zentrale Rolle bei der Bereitstellung von Trinkwasser sowie der Energiegewinnung durch Wasserkraft. Dabei wird insbesondere beleuchtet, wie topographische Gegebenheiten und menschliche Eingriffe die Wasserressourcen beeinflussen und welche ökologischen sowie ökonomischen Konsequenzen sich daraus ergeben.
- Die Alpen als bedeutender Wasserspeicher und Niederschlagsbarriere.
- Die Nutzung von Wasser für Trinkwasserversorgung und landwirtschaftliche Bewässerung.
- Entwicklung und Funktionsweise von Lauf- und Speicherkraftwerken.
- Ökologische Auswirkungen durch wasserbauliche Maßnahmen und Energiegewinnung.
- Sozioökonomische Bedeutung von Arbeitsplätzen und Wasserzinsen in alpinen Regionen.
Auszug aus dem Buch
3.1 WASSERLEITUNGEN
Auch einige Täler sind aufgrund ihrer Lage inmitten hoher Bergrücken von einem Niederschlagsmangel betroffen.
Das mittlere Rhonetal beispielsweise gehört zu den trockensten Gegenden der Schweiz. Zwischen 500 und 600 mm Niederschlag sind hier zu verzeichnen, doch fällt dieser in den höheren Lagen als Schnee herab und nährt damit die Gletscher. Diese führen zwar kontinuierlich Wasser ab, jedoch geschieht dies in Form von rauschenden jungen Gebirgsbächen, die sich in tief eingeschnittenen Schluchten zur Rhone hin entwässern. Das Umland, d. h. die Talhänge werden somit nicht erreicht.
Die hohen Temperaturen führen zusätzlich dazu, dass einige Täler ohne menschliches Zutun verödet wären.
Die Menschen haben diese trockenen Landstriche trotz der dort herrschenden widrigen Lebensumstände besiedelt und den Boden in mühsamer Arbeit für sich fruchtbar gemacht. Es wurden hierfür kilometerlange Wasserleitungen verlegt, um die lebensnotwendige kostbare Ressource an das Ziel seiner Bestimmung zu leiten.
Der Bau und Unterhalt dieser Wasserleitungen war mühsam und forderte viele Todesopfer, da oftmals unwegsames Gelände mit nahezu senkrechtem Gefälle ebenfalls überwunden werden musste.
Die Wasserleitungen, die teilweise wie im Aletschgebiet noch heute in Betrieb sind, gehören Kooperationen oder stehen im Allmendbesitz. An der Spitze der Verwaltung steht der Wasservogt. Der Wasserhüter oder ‚Sander’ war das ausführende Element. Seine Aufgabe war es, die Leitungen abzugehen und mit der Unterstützung einiger Fronarbeiter den feinen Gletschersand zu entfernen und Schäden zu reparieren. Durch den Arbeitseinsatz konnte man sich Wasserrechte erarbeiten. Denn wie bei dem Bewässerungssystem der Oasenwirtschaft war die Zuteilung der Wassermenge genauestens geregelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Es wird die globale Bedeutung von Wasser als kostbare Ressource dargestellt und die Notwendigkeit der Alpen für die europäische Wasserversorgung aufgezeigt.
2 DIE ALPEN ALS REGENFÄNGER: Dieses Kapitel erläutert die topographische Funktion der Alpen als natürliche Barriere, die durch Staueffekte zu hohen Niederschlagsmengen und einer stabilen Wasserhaltung führt.
3 TRINK- UND BEWÄSSERUNGSWASSER: Die Bedeutung der Alpen als Lieferant für Trinkwasser über weite Distanzen sowie für die landwirtschaftliche Bewässerung, insbesondere auf der trockenen Südseite, wird thematisiert.
3.1 WASSERLEITUNGEN: Hier wird die historische und technische Leistung beim Bau von Wasserleitungen in niederschlagsarmen Tälern beschrieben.
4 WASSERKRAFTWERKE: Ein Überblick über die Nutzung der Alpen zur Energiegewinnung, deren historische Entwicklung und die staatliche Förderung erneuerbarer Energien.
4.1 LAUFKRAFTWERKE: Die Funktionsweise und der Bau von Laufkraftwerken als unkomplizierte Form der Stromgewinnung werden hier erläutert.
4.2 SPEICHERKRAFTWERKE: Dieses Kapitel behandelt die Nutzung der Reliefenergie und den Zweck von Speicherkraftwerken zur Spitzenstromerzeugung.
4.3 DIE QUANTITATIVE DIMENSION DER WASSERKRAFT: Hier werden nationale Unterschiede bei der staatlichen Lenkung der Energiewirtschaft in den Alpenländern aufgezeigt.
4.4 ARBEITSPLÄTZE UND WASSERZINSEN: Die ökonomische Bedeutung der Wasserkraft als Arbeitgeber und Einnahmequelle für alpine Gemeinden wird dargestellt.
4.5 UMWELTPROBLEME: Die negativen ökologischen Auswirkungen wasserbaulicher Eingriffe auf Ökosysteme und Abflussregime werden analysiert.
5 AUSBLICK: Es wird prognostiziert, dass die Ressource Wasser aufgrund des Klimawandels an Bedeutung gewinnen wird, wobei die Modernisierung der Anlagen politisch unklar bleibt.
Schlüsselwörter
Alpen, Wasserschloss, Trinkwasserversorgung, Bewässerung, Wasserkraft, Laufkraftwerke, Speicherkraftwerke, Reliefenergie, Klimawandel, Wasserleitungen, ökologische Auswirkungen, Energiewirtschaft, Wasserzinsen, Alpenraum, Wasserabfluss
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der geographischen und wirtschaftlichen Rolle der Alpen als zentraler Wasserlieferant Europas und der Nutzung dieses Wassers zur Trinkwasserversorgung sowie zur Energiegewinnung.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die klimatische Funktion der Alpen, der Bau von Wasserleitungen, die Wasserkraftnutzung durch Lauf- und Speicherkraftwerke sowie die ökonomischen und ökologischen Folgen dieser Eingriffe.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Potenzial der Alpen als „Wasserschloss“ sowohl historisch als auch aktuell genutzt wird und welche Herausforderungen (ökologisch sowie politisch) damit verbunden sind.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine seminaristische Arbeit, die auf Literaturanalyse, der Auswertung bestehender geographischer und technischer Daten sowie der Einbeziehung von Exkursionserfahrungen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Alpen als Niederschlagsfänger, die Trink- und Bewässerungswasserproblematik, die technischen Aspekte der Wasserkraftwerke sowie deren sozioökonomische Auswirkungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wasserkraft, Alpen, Wasserressourcen, Speicherkraftwerke und Nachhaltigkeit charakterisiert.
Warum ist das mittlere Rhonetal besonders von Wassermangel betroffen?
Trotz hoher Niederschläge in den Alpen fallen diese im Rhonetal oft als Schnee oder fließen in tiefen Schluchten ab, ohne die benötigten Talhänge zu erreichen, was den Bau aufwendiger Wasserleitungen erforderte.
Welches ökologische Problem resultiert aus der Nutzung von Speicherkraftwerken?
Speicherkraftwerke führen zu ruckartigen Wasserstandsveränderungen und verändern das natürliche Abflussregime, da sie besonders in den Wintermonaten Strom produzieren, wenn der natürliche Wasserabfluss normalerweise am geringsten ist.
Hat die Wasserkraftnutzung in den Alpen noch wirtschaftliche Bedeutung für die Gemeinden?
In den meisten Regionen wurden Arbeitsplätze rationalisiert, jedoch profitieren einige wenige Gemeinden, insbesondere in den Kantonen Graubünden und Wallis, heute noch durch Wasserzinsen vom Verkauf der Energie.
- Quote paper
- Dorothee Aßmann (Author), 2007, Die Alpen - das 'Wasserschloss' Europas, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93404