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Politik in der „Mediokratie“

Was bedeutet Politik in einer modernen und hochtechnisierten Mediendemokratie; inwieweit wirken sich die konstituierenden Elemente von Politik und Medien auf Handlungen und Darstellungsweisen der Politik in der medialen Öffentlichkeit aus?

Title: Politik in der „Mediokratie“

Seminar Paper , 2007 , 16 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Tobias Wolf (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Mediale, insbesondere massenmediale Kommunikation ist der entscheidende funktionale Faktor jeder modernen Demokratie, da nur durch sie ein umfassender öffentlicher Informationsaustausch stattfinden kann.
Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland führt im Grundrechtsteil unter Artikel 5 aus, daß jedermann das Recht hat, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und sich ungehindert aus jedweder allgemein zugänglicher Quelle zu unterrichten, wobei keine Zensur ausgeübt wird.
Dieses Grundrecht ist somit der verfassungsmäßige Unterbau der modernen Mediendemokratie.
Demokratie als System der politischen Teilhabe setzt Öffentlichkeit voraus. Durch Massenmedien entsteht Öffentlichkeit, Transparenz, politische Willensbildung und Teilhabe an Entscheidungen in der Gesellschaft.
Diese Arbeit setzt sich mit den verschiedenen Wirkungsweisen und wechselseitigen Beeinflussungen von Politischem System und Mediensystem auseinander, und welche Veränderungen in Politik, Medien und Öffentlichkeit dies hervorbringt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Mediale Kommunikation als Grundlage der Demokratie

2. Funktion des Mediensystems

3. Auszugsweise historische und technische Entwicklung der Medien bis zum heutigen Tage

4. Die Logik der Politik

5. Die Logik der Medien

6. Die Ökonomie der Medien

7. Die zeitlichen Dimensionen von Politik und Medien

8. Beziehungen zwischen Politik und Medien

9. Mediale Unterhaltung als Mittel der politischen Selbstdarstellung – Politainment

10. Die Rolle der Parteien im modernen Mediensystem

11. Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Politik in einer modernen, hochtechnisierten Mediendemokratie. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse, wie die konstituierenden Elemente von Politik und Medien interagieren und welche Auswirkungen diese Wechselwirkung auf die politische Kommunikation sowie die Darstellungsweisen in der medialen Öffentlichkeit hat.

  • Stellenwert der medialen Kommunikation für die demokratische Willensbildung.
  • Untersuchung der unterschiedlichen Logiken von Politik und Medien.
  • Analyse ökonomischer Faktoren und Strukturen des modernen Mediensystems.
  • Betrachtung von "Politainment" als Instrument politischer Selbstdarstellung.
  • Veränderung der Rolle politischer Parteien in der Mediendemokratie.

Auszug aus dem Buch

5. Die Logik der Medien

Die Eigenart der Medien und ihre Wirkungsweise lassen sich auf zwei bedeutende Prinzipien reduzieren. Zum einen ist das die Selektionslogik, nach welcher Informationen klassifiziert, ausgewählt und weiterverarbeitet werden. Zum anderen die Präsentationslogik, welche bestimmt, wie etwas dargestellt wird. Dabei beeinflussen sich die genannten Prinzipien wechselseitig, da der Typus einer Nachricht eine bestimmte Darstellung zur Folge hat, bzw. zu gewünschten Darstellungsformen die dazu passenden Neuigkeiten ausgewählt werden. Grundlegendes Ziel aller medialen Darstellung ist die Herstellung maximaler Aufmerksamkeit und damit verbundener Reichweite für gemeinsame Themen und Probleme. Das schließt jegliche politische und gesellschaftliche Bereiche ein.

Während im Unterhaltungssektor Fiktionen, Abwandlungen der Realität und Übertreibungen im Sinne kurzweiliger Unterhaltsamkeit durchaus gewünscht und praktiziert werden, besteht der Anspruch politischer und gesellschaftlicher Berichterstattung darin, die Wirklichkeit möglichst unverändert wiederzugeben. Das heißt, die Berichterstattung steht in einem unmittelbaren Bezug zur Realität und die Vermittlung derselben sollte in angemessener Form erfolgen.

Angesichts der unendlich scheinenden Flut von Informationen aus allen politischen und gesellschaftlichen Bereichen von regionaler, nationaler und globaler Bedeutung und den zur Verfügung stehenden Vermittlungskapazitäten ist eine Selektion berichtenswerter Neuigkeiten unabdingbar. Die Ermittlung des Nachrichtenwertes geschieht unter Anwendung der folgenden beispielhaften Auswahlkriterien. Zum einen ist die kurze Dauer des wiedergegebenen Geschehens von Bedeutung, zum anderen die räumliche, kulturelle und politische Nähe des Ereignisses zum Betrachter. Der Überraschungswert oder der Bezug zu einem bereits berichteten Ereignis, das Konfliktpotential oder die tatsächliche Konflikthaftigkeit haben ebenfalls entscheidenden Einfluß.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Mediale Kommunikation als Grundlage der Demokratie: Die Arbeit erläutert, dass freie mediale Kommunikation als verfassungsmäßiger Unterbau für den öffentlichen Informationsaustausch und die politische Teilhabe in einer Demokratie unerlässlich ist.

2. Funktion des Mediensystems: Dieses Kapitel thematisiert die Informations- und Kontrollfunktion der Medien anhand von Fallbeispielen wie der Spiegel-Affäre und der Watergate-Affäre.

3. Auszugsweise historische und technische Entwicklung der Medien bis zum heutigen Tage: Hier wird die technologische Evolution von gedruckten Nachrichten über Rundfunk und Fernsehen bis hin zu digitalen Möglichkeiten wie Podcasts und dem Internet dargelegt.

4. Die Logik der Politik: Das Kapitel definiert Politik über die Dimensionen Polity, Policy und Politics und beschreibt den Prozess der Interessenaggregation in einer demokratischen Gesellschaft.

5. Die Logik der Medien: Die Darstellung konzentriert sich auf die Prinzipien der Selektions- und Präsentationslogik sowie die theatralen Inszenierungsmittel der modernen Medienberichterstattung.

6. Die Ökonomie der Medien: Es werden die ökonomischen Bedingungen von Medienunternehmen, deren Finanzierung durch Werbung und der Druck auf klassische Medien durch das Internet beleuchtet.

7. Die zeitlichen Dimensionen von Politik und Medien: Dieses Kapitel kontrastiert die langfristigen Prozesse politischer Entscheidungsfindung mit der auf Echtzeit-Aktualität ausgerichteten Geschwindigkeit des Mediensystems.

8. Beziehungen zwischen Politik und Medien: Hier wird die wechselseitige Abhängigkeit von Journalisten und Politikern, insbesondere durch Hintergrundgespräche und Selbstdarstellungsstrategien, analysiert.

9. Mediale Unterhaltung als Mittel der politischen Selbstdarstellung – Politainment: Die Arbeit untersucht das Phänomen „Politainment“ und die Nutzung von Unterhaltungsformaten durch Politiker, um Aufmerksamkeit in einer individualisierten Gesellschaft zu generieren.

10. Die Rolle der Parteien im modernen Mediensystem: Dieses Kapitel beschreibt den Wandel der Parteien, die aufgrund der medialen Logik ihre internen Strukturen und Legitimationskriterien anpassen müssen.

11. Resümee: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz der Gefahren einer schleichenden Entpolitisierung durch mediale Unterhaltung ein freies und funktionsfähiges Mediensystem essenziell für den Erhalt der demokratischen Partizipation bleibt.

Schlüsselwörter

Mediendemokratie, Politische Kommunikation, Medienlogik, Politainment, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Pressefreiheit, Vierte Gewalt, Politische Willensbildung, Agenda-Setting, Medienwandel, Selektionslogik, Präsentationslogik, Deliberative Demokratie, Partizipation, Parteiendemokratie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert das komplexe Verhältnis zwischen Politik und Medien in der modernen Mediendemokratie und beleuchtet, wie mediale Strukturen politische Prozesse und die öffentliche Wahrnehmung beeinflussen.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Die zentralen Felder umfassen die mediale Kommunikation als demokratisches Fundament, die ökonomischen Rahmenbedingungen von Medien, die Entwicklung von Politainment sowie die Veränderung der Rolle von Parteien im Mediensystem.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Wirkungsweise der „Mediokratie“ aufzuzeigen und zu untersuchen, inwieweit die Logiken von Medien und Politik miteinander konkurrieren oder verschmelzen.

Welche wissenschaftlichen Perspektiven und Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf medienwissenschaftliche und politikwissenschaftliche Theorien, wie beispielsweise das Dreiebenenmodell von Thomas Meyer, und illustriert diese anhand historischer und aktueller Fallbeispiele.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen Logiken (Selektions- und Präsentationslogik), die ökonomische Abhängigkeit der Medien, die zeitliche Diskrepanz zwischen Politik und Medien sowie die strategische Nutzung von Unterhaltungsformaten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit am besten?

Begriffe wie Mediendemokratie, Politainment, Medienlogik und das Verhältnis von Information zu Unterhaltung sind maßgeblich für das Verständnis dieser Publikation.

Wie beeinflusst die mediale Logik heute die Arbeit politischer Parteien?

Parteien müssen sich den Regeln des Mediensystems anpassen, wodurch politische Legitimation zunehmend durch mediale Präsenz und Personalisierung statt durch traditionelle Gremienarbeit oder Programmatik erreicht wird.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor in Bezug auf den "mittleren Weg"?

Der Autor schlussfolgert, dass trotz der Risiken einer oberflächlichen Kommunikation ein funktionsfähiges Mediensystem unverzichtbar ist und die Herausforderung darin besteht, eine ausreichend informative Berichterstattung zu wahren, die demokratische Teilhabe fördert.

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Details

Title
Politik in der „Mediokratie“
Subtitle
Was bedeutet Politik in einer modernen und hochtechnisierten Mediendemokratie; inwieweit wirken sich die konstituierenden Elemente von Politik und Medien auf Handlungen und Darstellungsweisen der Politik in der medialen Öffentlichkeit aus?
College
Munich University of Policy
Course
Zeitgenössische politische Theorien
Grade
2,0
Author
Tobias Wolf (Author)
Publication Year
2007
Pages
16
Catalog Number
V93424
ISBN (eBook)
9783638070577
ISBN (Book)
9783638955676
Language
German
Tags
Politik Zeitgenössische Theorien Mediokratie Medien & Politik Politainment Entertainment Inszenierung Symbolpolitik medial Instrumentalisierung Fernsehen Zeitung Print Radio Rundfunk
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Wolf (Author), 2007, Politik in der „Mediokratie“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93424
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