Diese Arbeit geht der Frage nach, ob das rituelle islamische Gottgedenken (Dikr) am Beginn einer Schulstunde eine geeignete Prävention gegen Unterrichtsstörungen darstellt.
Es ist allgemein bekannt, dass Rituale im Schulunterricht, im Alltag, auf der Arbeit et cetera für Struktur, Ordnung und einen Rhythmus sorgen. Besonders Kinder und Jugendliche sind im schulischen Kontext auf klare Grenzen, Ordnung und einen strukturierten Unterricht angewiesen. Jeder Lehrende wird täglich mit Herausforderungen im Berufsleben konfrontiert. Häufig stehen Lehrer vor der Frage, wie sie mit Unterrichtsstörungen am besten umgehen sollten. Auch in den Bildungswissenschaften und der Pädagogik ist das Thema Unterrichtsstörungen von großer Bedeutung. Es gibt in der Wissenschaft viele Ansätze, die vorgeben, wie man mit Schülerinnen und Schülern am besten umgehen sollte, um Unterrichtsstörungen auf ein Geringes zu dezimieren. Nicht immer finden die Ansätze aus der Theorie in der Praxis den gewünschten Anklang.
In der islamischen Religionslehre ist es sehr wichtig, den SuS ein einleitendes Verständnis der Religion zu vermitteln und sie dahingehend in ihrer Religion zu bilden, dass sie autonome Individuen werden, die Verantwortung für ihren Glauben übernehmen können. Um diesem Ziel gerecht zu werden, ist es unabdingbar, den Unterricht so zu gestalten, dass Respekt und Erkenntnisinteresse von allen Beteiligten als wichtige Güter anerkannt werden. Deshalb habe ich die Absicht gefasst, zu erforschen, inwieweit mithilfe von religiösen Praktiken der Respekt, das Erkenntnisinteresse und weitere Tugenden ihren Platz im islamischen Religionsunterricht finden. Der Autor ist sich sicher, dass die Erforschung der Frage einen nachhaltigen Mehrwert für ihn in seinem Professionalisierungsprozess haben wird, da er, genau wie alle anderen Lehrenden auch, mit Herausforderungen konfrontiert wird und einen Weg finden muss, diesen Herausforderungen erfolgreich entgegenzustehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bedingungsanalyse
2.1 Institutionelle Bedingungen
2.2 Anthropologische Bedingungen
3. Der Begriff „Unterrichtsstörung“
4. Das theoretische Vorhaben
5. Das praktische Vorhaben
6. Auswertung des Fragebogens zum Dikr
7. Fazit
Zielsetzung und Forschungsfokus
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, ob die Implementierung des rituellen Gottgedenkens (Dikr) zu Beginn einer Unterrichtsstunde als wirksame Präventionsmaßnahme gegen Unterrichtsstörungen im islamischen Religionsunterricht dienen kann. Dabei wird analysiert, inwieweit religiöse Rituale dazu beitragen können, ein förderliches Lernklima zu schaffen und die Konzentration der Schülerinnen und Schüler zu steigern.
- Analyse der Rahmenbedingungen im islamischen Religionsunterricht.
- Definition und Kategorisierung von Unterrichtsstörungen.
- Einfluss von religiösen Praktiken auf die Klassengemeinschaft.
- Evaluation des Dikr-Rituals anhand von Beobachtungsbögen.
- Erhebung der Selbstwahrnehmung der Schülerschaft.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Ich habe mich im Zuge meines Praxissemesters an einer Gesamtschule mit der Forschungsfrage „Inwieweit bietet das rituelle Gottgedenken (Dikr) zu Beginn einer Unterrichtsstunde eine geeignete Prävention für Unterrichtsstörungen?“ beschäftigt.
Es ist allgemein bekannt, dass Rituale im Schulunterricht, im Alltag, auf der Arbeit etc. für Struktur, Ordnung und einen Rhythmus sorgen. Besonders Kinder und Jugendliche sind im schulischen Kontext auf klare Grenzen, Ordnung und einen strukturierten Unterricht angewiesen. Jeder Lehrende wird täglich mit Herausforderungen im Berufsleben konfrontiert. Häufig stehen Lehrer vor der Frage, wie sie mit Unterrichtsstörungen am besten umgehen sollten. Auch in den Bildungswissenschaften und der Pädagogik ist das Thema Unterrichtsstörungen von großer Bedeutung. Es gibt in der Wissenschaft viele Ansätze, die vorgeben, wie man mit Schülerinnen und Schülern am besten umgehen sollte, um Unterrichtsstörungen auf ein Geringes zu dezimieren. Nicht immer finden die Ansätze aus der Theorie in der Praxis den gewünschten Anklang. Deshalb habe ich mir überlegt, wie man fachspezifisch das Thema Unterrichtsstörungen am besten bearbeiten kann.
In der islamischen Religionslehre ist es sehr wichtig, den SuS ein einleitendes Verständnis der Religion zu vermitteln und sie dahingehend in ihrer Religion zu bilden, dass sie autonome Individuen werden, die Verantwortung für ihren Glauben übernehmen können. Um diesem Ziel gerecht zu werden, ist es unabdingbar, den Unterricht so zu gestalten, dass Respekt und Erkenntnisinteresse von allen Beteiligten als wichtige Güter anerkannt werden. Deshalb habe ich die Absicht gefasst, zu erforschen, inwieweit mithilfe von religiösen Praktiken der Respekt, das Erkenntnisinteresse und weitere Tugenden ihren Platz im islamischen Religionsunterricht finden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage und Motivation zur Untersuchung der präventiven Wirkung von religiösen Ritualen auf die Unterrichtsqualität.
2. Bedingungsanalyse: Analyse der institutionellen Gegebenheiten und anthropologischen Voraussetzungen der betrachteten Siebener-Klassen.
3. Der Begriff „Unterrichtsstörung“: Theoretische Auseinandersetzung mit verschiedenen Definitionen von Unterrichtsstörungen unter Einbezug fachwissenschaftlicher Literatur.
4. Das theoretische Vorhaben: Darlegung des Forschungsdesigns unter Verwendung von Beobachtungsbögen zur Quantifizierung und Qualifizierung von Störungen.
5. Das praktische Vorhaben: Beschreibung der Implementierung des Dikr-Rituals und dessen konkrete Durchführung im Unterrichtsalltag.
6. Auswertung des Fragebogens zum Dikr: Analyse der von der Schülerschaft ausgefüllten Fragebögen zur Evaluation der subjektiven Wahrnehmung und Wirkung des Rituals.
7. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Reflexion über den Mehrwert spiritueller Einleitungsrituale für das Klassenklima.
Schlüsselwörter
Islamischer Religionsunterricht, Dikr, Gottgedenken, Unterrichtsstörungen, Prävention, Ritualpädagogik, Schulpraxis, Klassenklima, Konzentration, Tasbih, SuS, religiöse Bildung, Schulentwicklung, Praxissemester, Lehr-Lern-Prozess.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einsatz des rituellen Gottgedenkens (Dikr) als Methode zur Prävention von Unterrichtsstörungen im islamischen Religionsunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Definition von Unterrichtsstörungen, die Bedeutung von Ritualen im schulischen Kontext sowie die spirituelle Dimension des Lernens im Islam.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu ergründen, ob ein regelmäßiges, kurzes religiöses Ritual zu Stundenbeginn zu einer ruhigeren Lernatmosphäre und gesteigerter Konzentration beiträgt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein empirischer Ansatz verfolgt, der Unterrichtsbeobachtungen (quantitativ über Beobachtungsbögen) mit einer abschließenden Befragung der Schülerschaft kombiniert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Bedingungen der Lerngruppen, die theoretische Einordnung des Begriffs Unterrichtsstörung sowie die methodische Durchführung und Auswertung der Forschungsintervention beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Dikr, Unterrichtsstörungen, Ritual, Prävention und Klassenklima.
Wie unterscheidet sich die Experimentalgruppe von der Kontrollgruppe?
Während in der Experimentalgruppe das Dikr-Ritual eingeführt wurde, diente die Kontrollgruppe dazu, den regulären Unterrichtsverlauf ohne dieses Ritual zu beobachten.
Welchen Einfluss hatte das laute Verlesen von Koransuren auf die Schüler?
Die Auswertung ergab, dass die Schülerschaft die Kombination aus Dikr und dem Verlesen von Suren als besonders positiv und entspannend wahrnahm.
Welche Herausforderungen wurden im Rahmen der Untersuchung identifiziert?
Als größte Herausforderung erwies sich die Ablenkung durch einzelne Kleingruppen (Gruppentische), was zeigt, dass die soziale Konstellation bei spirituellen Übungen eine Rolle spielt.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor für seine zukünftige Lehrtätigkeit?
Der Autor plant, spirituelle Methoden in besonders unruhigen Klassen als gezieltes Mittel zur Verbesserung des Lernklimas einzusetzen.
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- Deniz Mikail Barut (Author), 2020, Das rituelle islamische Gottgedenken (Dikr) als Prävention für Unterrichtsstörungen? Bedingungen und Beobachtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/934529