Smart Home in der Sachversicherung. Chance oder Risiko?


Bachelorarbeit, 2020

88 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen
2.1 Internet of Things
2.2 Künstliche Intelligenz
2.3 Smart Home
2.4 Digitales Ökosystem

3. Smart Home
3.1 Entwicklungsgeschichte von Smart Home
3.2 Allgemeine Anwendungsgebiete
3.2.1 Wohnkomfort
3.2. Sicherheit
3.2.3 Energiemanagement
3.3 Technik

4. Smart Home im Versicherungsumfeld
4.1 Entwicklung in der Versicherungsbranche: „Survival of the smartest“
4.2 Smart Home und das Versicherungsrecht
4.2.1 Smart Home als versicherte Sache
4.2.2 Smart Home als Gefahrerhöhung
4.2.2.1 Gefahrerhöhung durch nachträgliche Installation einer Smart Home Anlage
4.2.2.2 Gefahrerhöhung durch ungenügende Absicherung einer Smart Home Anlage
4.2.2.3 Gefahrerhöhung durch Unbewohntsein oder Leerstand
4.2.3 Smart Home zur Erfüllung von Sicherheitsobliegenheiten
4.2.4 Anzeige- und Auskunftsobliegenheiten
4.2.5 Herbeiführung des Versicherungsfalls
4.2.6 Regressmöglichkeiten
4.2.7 Smarter Einbruch
4.3 Weitere Chancen und Risiken
4.3.1 Dynamisches Pricing
4.3.2 Smarte Sanierungsmaßnahmen im Bereich Leitungswasser
4.3.3 Cyberrisiko
4.4 Zusammenfassung und Ausblick

5. Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tab. 1 Anwendungsbeispiele für Smart-Home-Technologien

Tab. 2 Fokussierung ausgewählter Versicherungsunternehmen und deren Kooperationspartner auf Bereiche von Smart Home (von – (nicht vorhanden) bis ++ (ausgeprägter Umfang))

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Darstellung eines Ökosystems

Abb. 2 James Sutherland vor „ECHO IV“ in seinem Haus – 1966

Abb. 3 Beispielszenario: „Sanfter Start in den Tag“

Abb. 4 Übersicht Smart Home Technologien

Abb. 5 Typisches Starter-Kit zur Energieeffizienz (hier: innogy)

Abb. 6 Darstellung vom Zusammenspiel zwischen Aktoren und Sensoren

Abb. 7 Leitungswasserfrüherkennungssystem – Grohe Sense Guard

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Digitalisierung. Künstliche Intelligenz. Smart Home.

Dies sind nur ein paar der Trends, die momentan nahezu jede Branche und Industrie durchdringen. Durch neue Technologien werden nicht nur Branchengrenzen durchbrochen, sondern gerade die Kundenerwartungen neu definiert. Umso wichtiger ist es in der aktuellen Zeit festgefahrene Strukturen und das bisherige Kerngeschäft zu hinterfragen.

Nachdem die Versicherungsbranche lange Zeit von Stabilität und Kontinuität geprägt war und in etablierten Strukturen gedacht wurde, muss sie sich nun einem nahezu nie dagewesenen Wandel von Schnelligkeit und Fortschritt entgegensehen.1

Durch ein Neudenken der Versicherer und die heutigen digitalen Möglichkeiten, gepaart mit dem Gedanken vom Kunden her zu denken, bieten sich mannigfaltige Möglichkeiten für ein Versicherungsunternehmen, sich neu zu definieren. Mit einem Gebiet dieser neuen Möglichkeiten befasst sich diese Abschlussarbeit:

„Smart Home in der Sachversicherung“.

In Zeiten von InsurTechs und sich ändernden Kundenerwartungen sehen sich Versicherungsunternehmen neuen Risiken, aber auch neuen Chancen entgegen. Durch die Digitalisierung, neue digitale Plattformen und ganze Ökosysteme können Versicherungsunternehmen ihren Kunden einen neuen und bislang nicht vorhandenen Service, neben dem eigentlichen Kerngeschäft, bieten. Heutzutage ist es wichtiger denn je, dem Kunden einen erlebbaren Mehrwert zu schaffen. Neben den eigentlichen Touchpoints – beim Vertragsschluss sowie im Versicherungsfall – gilt es eine regelmäßige Interaktion mit dem Kunden zu ermöglichen.

Die Idee „weg vom reinen Versicherer hin zu einem Servicepartner“, der nicht nur im Versicherungsfall an der Seite des Kunden steht, sondern vielmehr in allen Lebenslagen mit Rat und Tat den Kunden begleitet, setzt sich in der Versicherungsbranche immer weiter durch. So gehen immer mehr Versicherungsunternehmen Kooperationen mit Unternehmen ein, die Dienstleistungen und Services über das eigentliche Versicherungskerngeschäft hinaus anbieten. So entstehen branchenübergreifende Partnerschaften, bspw. mit Abus, Grohe oder Innogy. Mit dem Ziel, spürbaren Mehrwert für den Kunden zu generieren, nutzen immer mehr Versicherer Smart Home Angebote: Sei es durch vergünstigte Starter-Pakete, Prämiennachlässe, erhöhte Entschädigungen im Schadensfall oder besondere Bedingungen.

Für diese Abschlussarbeit ist einerseits die theoretische Behandlung von Fachliteratur und, aufgrund der Aktualität sowie des schnellen und kurzlebigen Fortschrittes, andererseits auch die Behandlung von Internetdokumenten von Bedeutung. Zudem wurde ein Experteninterview mit dem Abteilungsleiter für Smart Home der Gothaer Allgemeinen Versicherung AG geführt.

Im nachfolgenden Kapitel Zwei werden die grundlegenden Begriffe „Internet of Things“, „Smart Home“, „Künstliche Intelligenz“ sowie „Digitales Ökosystem“ definiert und eingeordnet.

Im dritten Kapitel wird das Thema Smart Home in Bezug auf seine Entstehung und Verbreitung als auch aus technischer Sicht näher beleuchtet. Dabei wird auf verschiedene Anwendungsbereiche des vernetzten Zuhauses und verschiedene Systeme näher eingegangen.

Kapitel Vier beschreibt den Kernbeitrag der Arbeit und beleuchtet „Smart Home im Versicherungsumfeld“. Dies beinhaltet vor allem die Auseinandersetzung mit Chancen und Risiken für ein Versicherungsunternehmen vor dem Hintergrund der aktuellen Versicherungsbedingungen im Zusammenspiel mit neuen technologischen Möglichkeiten. Welche versicherungsrechtlichen Konsequenten muss der Versicherungsnehmer befürchten, der seinen Haushalt mit Smart Home ausstattet? Oder können sogar Obliegenheiten durch die smarte Anlage erfüllt werden?

Das letzte Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt eine Einschätzung der zukünftigen Entwicklung von Smart Home in der Versicherungsbranche.

2. Begriffsdefinitionen

Für eine erste Annäherung an die Thematik dieser Arbeit werden im Folgenden die Begriffe „Internet of Things“, „Künstliche Intelligenz“, „Smart Home“ sowie „Digitales Ökosystem“ definiert.

2.1 Internet of Things

Internet of Things (IoT) bedeutet wörtlich übersetzt „Internet der Dinge“ und wird im allgemeinen Sprachgebrauch als Netzwerk physischer Objekte definiert, die mit Technik ausgestattet sind, um ihren eigenen Zustand oder ihre Umgebung zu erfassen, um Informationen zu verarbeiten und um mit anderen Objekten zu kommunizieren und interagieren zu können.2 Dabei findet eine Vernetzung zwischen „intelligenten“ – also „smarten“ – Objekten und ihrer Umwelt über das Internet statt.3

Das IoT kann daher als Netzwerk smarter Gegenstände beschrieben werden, welche mit dem Internet verbunden und hierüber angesprochen werden können.4 Durch diese digitale Aufwertung erlangen alltägliche Gegenstände innovative und neue Qualitäten.5

Grundsätzlich lassen sich zwei Bereiche des IoT abgrenzen; zum einen die Vernetzung von smarten Gegenständen im privaten und zum anderen im industriellen Bereich. Werden im privaten Bereich häufig Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs digital aufgerüstet und vernetzt, geht es im industriellen Bereich vielmehr darum, Prozesse durch die Vernetzung von Maschinen und Anlagen zu automatisieren.6

In der privaten Anwendung wird das IoT hauptsächlich für Smart Home genutzt. Hierunter fallen intelligente Stromzähler, automatische Heizungs- und Klimasteuerungen, Beleuchtungssteuerung oder auch vernetzte Alarmanlagesysteme zum Schutz des Eigenheimes durch Smart Home Produkte.7 Im gewerblichen bzw. industriellen Bereich sorgt das IoT u.a. für flexible Produktionen bei mehreren involvierten Unternehmen oder für den Weg hin zu wandelbaren Fabriken. In diesen können Produktionsstraßen in Modulen aufgebaut werden, die zur besseren und auf schnell wechselnden Bedürfnissen angepasst werden können. Weiter kann durch intelligente Transportwegesysteme für eine Just-in-time-Lieferung gesorgt werden.8 Das IoT wird nach der Erfindung der Dampfmaschine, der Einführung von Fließbandproduktionen und der Digitalisierung im Sinne einer vierten Revolution, als „Industrie 4.0“, bezeichnet. Diese unterscheidet sich von ihren Vorgängern insbesondere dadurch, dass sie Menschen, Maschinen und Produkte miteinander vernetzt.9

Vermischen sich die Bereiche der privaten und industriellen Anwendung, kommt es zu einem Zusammenrücken von Kunde und Unternehmen. Durch smarte Produkte beim Kunden kann das Unternehmen seine Produkte durch die gesammelten Daten verbessern und dem Kunden neue Services anbieten.10 In der Versicherungsbranche können so z.B. durch Daten von Wearables oder Autosensoren – auch unter dem Begriff „Telematik“ bekannt – persönliche Risiken ermittelt und individuelle Prämien berechnet werden.11

Die Ziele des IoT lassen sich in unterschiedliche Gruppen gliedern. Vorrangiges Ziel ist die Automatisierung von Abläufen für effizientere und effektivere Prozesse, wodurch Zeit und Geld eingespart werden können. Neben dieser Einsparung steht generell das Ziel der Sicherung der Nachhaltigkeit, mit der das Ökosystem auf Schwachstellen untersucht und somit nachhaltig Ressourcen gesichert werden sollen. Weiterhin soll die Mensch-Maschine-Interaktion verbessert werden, indem der branchenübergreifende Kundennutzen und die bessere Anwenderfreundlichkeit von vernetzten Geräten in den Vordergrund gestellt werden. Zusätzlich dient das IoT der Absicherung von sowie Benachrichtigung bei Unfällen bzw. technischen Ausfällen, indem bspw. in Notsituationen automatisierte Meldungen abgesetzt werden.12

2.2 Künstliche Intelligenz

Während es bei dem IoT primär um die Datenerhebung, -auswertung und -nutzung von und durch smarte Objekte geht, bietet die künstliche Intelligenz (KI) die Chance gesammelte Daten zu analysieren und in einen neuen, bislang unbekannten, sinnvollen Kontext zu stellen, um einen wahrnehmbaren Mehrwert zu erzeugen. Dies bedeutet, dass sich intelligente Lösungen nur entwickeln lassen, wenn das IoT und KI zusammenspielen.13 So können in großen Datenmengen automatisch Muster erkannt, Algorithmen automatisch angepasst oder Vorhersagemodelle automatisch trainiert werden, die ein Mensch in endlicher Zeit nicht erstellen könnte.

Eine eindeutige und allgemeine Definition des Begriffs KI gibt es momentan nicht. Erstmals im Jahr 1955 prägte John McCarthy diesen Begriff unter der Definition, Maschinen so zu entwickeln, dass diese sich verhalten, als würden sie über Intelligenz verfügen. Diese Begriffsdefinition scheint jedoch längst überholt, da nach dieser bereits Maschinen und andere Roboter über KI verfügen, die sich nur „intelligent“ verhalten, obwohl das Verhalten nur wahllos und zufällig geschieht.14

Es fällt sehr schwer eine genaue Definition aufzustellen, da sich die technischen Gegebenheiten rasant ändern und bereits der Begriff der „Intelligenz“ nur schwer zu definieren ist. Meist wird die KI in den Teilbereich der Informatik eingeordnet, der sich mit der Automatisierung von intelligentem Verhalten beschäftigt.15

2.3 Smart Home

Der Begriff Smart Home bedeutet wörtlich übersetzt „intelligentes Zuhause“ – eine einheitliche Definition herrscht für den Begriff in der Literatur nicht, obschon ein gewisses Einvernehmen über die vorhandenen Merkmale eines Smart Homes bestehen.16

Allen gemein sind die Merkmale einer Interaktion verschiedener smarter Haushaltsgegenstände über ein vernetztes System, welche für mehr Wohnkomfort, mehr Sicherheit und ein nachhaltiges Energiemanagement sorgen sollen.17

Die Gegenstände sind dank der speziellen Vernetzung in der Lage, untereinander zu kommunizieren und können von außen via Internet – meist per App – oder von Zuhause per Funk oder Kabel angesteuert werden.

Erst wenn Geräte ihre Umwelt durch Sensoren wahrnehmen und als Folge dessen auf gewisse Parameter mit regelbasierten, sogenannten Szenen oder Routinen, reagieren können, wird von smarten – also intelligenten – Geräten gesprochen. Dies unterscheidet smarte von herkömmlichen Geräten, die z.B. mit einer Zeitschaltuhr bedient werden – bei solchen Geräten handelt es sich entgegen vieler Meinungen der Durchschnittsverbraucher noch nicht um smarte Geräte.

Genau wie das IoT verfolgt Smart Home verschiedene Ziele. Die vorrangingen Ziele hierbei sind:

- Steigerung des Wohnkomforts
- Mehr Sicherheit
- Höhere Energieeffizienz

Smart Home steht hierbei als Oberbegriff für technische Lösungen und automatisierte Prozesse, mit denen sich smarte Gegenstände in Wohngebäuden vernetzten und fernsteuern lassen.18

Als Synonym werden oftmals Begriffe wie Gebäudeautomation oder Hausautomation, Smart Living – übersetzt Intelligentes Wohnen –, eHome, auch Connected Home bzw. vernetztes Wohnen oder vernetztes Zuhause verwendet. Der Technologie hinter diesen Begriffen wird allen Intelligenz zugeschrieben, welches automatisiertes und selbstständiges Verhalten zulässt.19

2.4 Digitales Ökosystem

In der Biologie wird der Begriff Ökosystem (abgeleitet vom griech. Oikos = Haus und systema = verbunden) als ein komplexes Beziehungsgefüge verschiedener Lebewesen untereinander und deren Umwelt definiert.20

Ein wirtschaftliches Ökosystem beschreibt in Analogie zum biologischen Begriff ein Netzwerk diverser, sozialer und wirtschaftlicher, lose gekoppelter Akteure, die durch gemeinsame Technologien, Sprachen und Institutionen miteinander interagieren. Ziel dieser Interaktion ist die Bildung gemeinsamer Geschäftsmodelle zum Wertvorteil aller Beteiligten und spürbaren Nutzen für den Kunden.21

Von digitalen Ökosystemen wird gesprochen, wenn die Akteure ihre verschiedensten Systeme und Leistungen auf einer digitalen Plattform integrieren können, um allen Kunden einen neuen und einzigartigen Mehrwert zu bieten.22

Der Erfolg solcher digitalen Ökosysteme liegt vor allem in den resultierenden Synergieeffekten. Eines der wohl bekanntesten digitalen Ökosysteme stammt neben Facebook, Google oder Microsoft von Apple. Mit dem iPhone und dem AppStore ist eines der erfolgreichsten Ökosysteme unserer Zeit entstanden. Denn mit mehr als 540.000 unabhängigen App-Entwicklern alleine in Europa im Jahr 2015 werden tagtäglich neue Apps und Anwendungen programmiert.23 Je mehr Nutzer der AppStore hat, umso attraktiver ist dieses Konzept für die Entwickler. Umgekehrt gilt dies genauso – je mehr Entwickler Apps einstellen, umso höher und attraktiver ist das Angebot für den Kunden. Somit verstärkt sich der Synergieeffekt mit der Anzahl an Kunden und Anbietern selbstständig. Aber nicht nur große Weltkonzerne setzten auf digitale Ökosysteme wie das Beispiel des Berliner Krankenhauses Charité mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Softwarekonzern SAP für die dezentrale Patientenversorgung zeigt. Auf dieser Plattform können Ärzte, Krebsexperten und Big-Data-Spezialisten ihr Wissen bündeln, um für den Patienten die beste Therapiemöglichkeiten zu finden.24

Auch Versicherungsunternehmen entwickeln immer mehr digitale Ökosysteme. Hierbei werden drei grundsätzliche Strategien unterschieden:

- Aufbau eines eigenen digitalen Ökosystems,
- Nutzung von Plattformen anderer Ökosysteme für eigene Dienstleistungen oder
- Hybride Lösungen bei denen eigene Ökosysteme und Ökosysteme Dritter mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten kombiniert werden.25

Wie jede Strategieentscheidung gibt es für die unterschiedlichen Varianten Vor- und Nachteile. Beim Aufbau eines eigenen digitalen Ökosystems liegt der Vorteil im ganzheitlichen Kundenerlebnis, in der eigenen Kontrolle über die Plattform und in einer besseren Risikosteuerung. Dagegen spricht jedoch, dass das Kerngeschäft eines Versicherers im Verkauf von Versicherungsverträgen und in der Abwicklung von Schadenfällen und im Allgemeinen nicht im Aufbau von komplexen IT-Plattformen liegt, wodurch sich das Risiko und gleichzeitig auch die Kosten automatisch erhöhen.

Die Nutzung anderer Plattformen ermöglicht zwar eine simple Beteiligung an neuen Möglichkeiten, jedoch ist hier der Konkurrenzdruck am stärksten, die Transparenz am größten und kaum Kontrolle gegeben.

Daher setzten die meisten Versicherungsunternehmen auf hybride Lösungen. Hier können im überschaubaren Kosten- und Zeitrahmen schnell neue Möglichkeiten angebunden, neue Kundengruppen erschlossen oder neue strategische Geschäftsfelder abgedeckt werden. Hinzu kommt, dass Versicherungsunternehmen den Vorteil besitzen, als seriös und vertrauensvoll eingeschätzt zu werden, welches beim Aufbau von Ökosystemen und Integration von Drittanbietern hilft.26

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1 Darstellung eines Ökosystems27

Durch die heutige Möglichkeit der Kombination von Technologien, Services und Dienstleistungen entwickeln sich immer mehr Versicherungsunternehmen vom Produkt- zum Serviceanbieter, die Drittanbieter innerhalb und außerhalb der eigenen Branche einbeziehen, um den Kunden über die eigentliche Versicherungsleistung hinaus Services anbieten zu können und einen erlebbaren Mehrwert zu schaffen.28

3. Smart Home

Dieses Kapitel stellt einen umfassenden Überblick über den Themenkomplex Smart Home dar. Aufbauend auf der Begriffsdefinition wird zunächst der geschichtliche Verlauf von Smart Home im Allgemeinen erläutert. Weiterführend werden die verschiedenen Anwendungsgebiete und Funktionen einer Smart Home Anlage anhand unterschiedlicher Beispiele erklärt und bereits mit Blick auf das Versicherungsumfeld beleuchtet. Abschließend wird ein Einblick in die Technik hinter Smart Home gegeben.

3.1 Entwicklungsgeschichte von Smart Home

Der menschliche Drang nach Arbeitserleichterung und Zeitersparnis ist seit jeher vorhanden. So sind im Laufe der Zeit diverse Erfindungen entstanden, die dem Menschen das Überleben sichern oder den Alltag erleichtern.

Betrachtet man die Geschichte hin zur Erfindung des „Smart Home“ näher, ist es schwierig einen genauen zeitlichen Ausgangspunkt zu definieren.

Die ersten elektronischen Haushaltsgeräte wurden in den Anfängen des 20. Jahrhunderts erfunden. So wurde der erste motorgetriebene Staubsauger im Jahre 1901 vorgestellt – in den nächsten zwei Jahrzehnte folgten dann Waschmaschinen, Kühlschränke, Bügeleisen uvm.29 Diese Erfindungen heutzutage smart oder intelligent zu nennen liegt fern. In der damaligen Zeit handelte es sich jedoch um Sensationen.

Die Idee eines smarten Hauses dagegen ist nichts Neues – Bereits 1922 wurden im Stummfilm „The Electric House“ von Buster Keaton automatisierte Haushaltsgeräte gezeigt. Auch in Filmen wie „Zurück in die Zukunft“ (1985 von Robert Zemeckis) wurden bereits die ersten Ideen zu untereinander kommunizierenden Geräten, die dem Nutzer das Leben erleichtern sollen, verfilmt.

Erst mit der Erfindung der ersten Computer in den frühen 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhundert wurde der Grundstein für die spätere Vernetzung von Haushaltsgeräten gelegt.

Der erste Prototyp eines vernetzten Eigenheimes wurde 1966 von James Sutherland vorgestellt: ECHO IV – der „Electronic Computing Home Operator“. Dieser konnte bereits Temperatur und Luftfeuchtigkeit kontrollieren, die Fernsehzeit der Kinder limitieren oder Einkaufslisten zusammenstellen.30 Aufgrund seiner Größe schaffte dieser jedoch den kommerziellen Durchbruch in der damaligen Zeit nicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 James Sutherland vor „ECHO IV“ in seinem Haus – 196631

Der kommerzielle Durchbruch kam erst Mitte der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts mit dem X10-System und dem 1984 folgenden CEBus-Standard. Mit dieser Technologie war es in Neubauten mit neuen Leitungen möglich Endgeräte, wie Lampen oder Thermostate, digital zu steuern.32

Seit Mitte der 2000er können immer mehr Geräte drahtlos miteinander verbunden werden, was den Komfort steigen und die Kosten für einen Umbau stark sinken lassen. Aufgrund der Vielzahl an aktuellen Standards – wie Z-Wave, Thread, AllJoyn oder Zigbee – war eine ausreichende Endbenutzerfreundlichkeit noch nicht gegeben, da die Geräte meist nur einen Standard sprechen und nicht übergreifend miteinander kommunizieren können.33

Neben dem Technologiestandard KNX als Feldbus-System konnte erst mit Alexa von Amazon bzw. dem Amazon Echo im Jahre 2015 – in Deutschland erst seit 2016 – die als Steuerzentrale und Übersetzter der diversen Standards agieren kann, ein weiterer Meilenstein für die Standardisierung von Smart Home erreicht werden.

Die nächsten Jahre werden zeigen, welcher Standard sich bei Smart Home Anlagen durchsetzen wird. Mit einer zunehmenden Standardisierung wird das Konzept Smart Home nicht nur günstiger, sondern durch eine umfassendere Vernetzung und leichteren Bedienung insgesamt an Zuspruch gewinnen und in immer mehr Haushalten eingesetzt werden. Eine aktuelle Studie von Deloitte aus dem Jahr 2018 zum Thema "Gründe für die Nichtnutzung von Smart Home", gibt an, dass Smart Home nicht genutzt wird, da es zu teuer und die Technologie nicht ausgereift genug ist (s. Anhang 1).34 Gerade in diesen Bereichen wird es durch technische Fortschritte und der fortschreitenden Standardisierung Verbesserungen geben.

3.2 Allgemeine Anwendungsgebiete

Laut Definition verfolgt Smart Home im wesentlichen drei Ziele – Steigerung des Wohnkomforts, mehr Sicherheit und ein nachhaltiges Energiemanagement (s. Kapitel 2.3). Aufgrund der vielseitigen Anwendungsbereiche von Smart Home sind Überschneidungen dieser Bereiche mit den jeweiligen Zielen vorhanden. In diesem Unterkapitel werden daher die Ziele durch verschiedene Anwendungsbereiche erläutert und ein Blick auf die Berührungspunkte mit der Versicherungsbranche geworfen.

Tab. 1 Anwendungsbeispiele für Smart-Home-Technologien35

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.2.1 Wohnkomfort

Laut einer Studie aus dem Jahr 2018 gaben die meisten der Befragten (56%) als Motiv für die Nutzung von Smart Home Angeboten den damit verbundenen zusätzlichen Komfort an (s. Anhang 2).36

Inzwischen ist eine große Auswahl an Geräten zur Steigerung des Wohnkomforts und zur Zeitersparnis verfügbar. Viele von ihnen lassen sich darüber hinaus im Rahmen von Smart Home Anlagen für einen noch besseren Komfort, auch von unterwegs via Smartphone steuern oder reagieren selbstständig durch intelligente Sensoren. So lassen sich Szenarien programmieren, die einen sanfteren Start in den Tag ermöglichen. Hierfür wird bspw. neben dem Klingeln des Weckers ein Aufwachszenario abgespielt: Das Licht im Schlafzimmer sorgt für eine sanfte Morgenstimmung, die Kaffeemaschine in der Küche wird automatisch eingeschaltet, das Radio spielt den Lieblingssender ab und die Lichter in Küche und Bad werden zeitverzögert angeschaltet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3 Beispielszenario: „Sanfter Start in den Tag“37

Solche und andere Szenarien lassen sich bspw. auch mittels Sprachsteuerung bedienen. So kann durch die Aussage „Alexa, starte das Heimkino“ der Fernseher eingeschaltet, die Beleuchtung gedimmt, die Rollläden unter Beachtung der aktuellen Helligkeit heruntergefahren und die Temperatur im Wohnzimmer eingestellt werden.38

Wie bereits erwähnt kommt es bei vielen solcher Szenarien allerdings zu einer Vermischung der Anwendungsgebiete. So kann ein sogenannter „Master“-Schalter – ein zentraler Schalter zur De- oder Aktivierung aller Geräte die beim Verlassen oder Betreten der Wohnung aus- bzw. wieder eingeschaltet werden – nicht nur den Komfort erhöhen, sondern auch Risiken mindern und Strom sparen. Bei solchen Schaltern müssen nicht mehr alle Geräte beim Verlassen manuell ausgeschaltet oder beim Betreten der Wohnung das Licht im Flur angeschaltet werden.

Eine Steigerung des Wohnkomforts lassen sich u.a. durch Geräte erzielen, die sich nicht nur aus der Ferne steuern, sondern eine Interaktion miteinander in beliebiger Weise automatisieren lassen.

3.2.2 Sicherheit

Mit rund 110.000 gemeldeten Wohnungseinbrüchen im Jahr 2018 sinkt die Anzahl an Einbrüchen seit 2015 (ca. 160.000) auf ein 20-Jahrestief. Ein Grund für den Rückgang der Zahlen ist die Vorsorge: Immer mehr Hausbesitzer investieren in Sicherheitstechnik.39 Die Angst vor Einbrüchen und somit die erhöhte Investition in Sicherheit spiegelt sich auch im Sicherheitsreport 2019 wieder: Jeder Dritte Deutsche hat den Eindruck, dass es zunehmend unsicherer im eigenen Ort ist als noch vor fünf Jahren.40

Das Sicherheitsbedürfnis in Deutschland steigt und die Zahl an Einbrüchen sinken. Daher ist es nicht verwunderlich, dass in der bereits genannten Studie von Deloitte aus dem Jahr 2018 das zweithäufigste Motiv für die Nutzung von Smart Home Anlagen die zusätzliche Sicherheit (49%) ist (s. Anhang 2).41

Vorkehrungen zur Verhinderung und Schadenminimierung werden daher immer mehr durch smarte Gegenstände getroffen. Sei es durch den Einsatz von diversen smarten Kamera- und Alarmanlagesysteme, durch smarte Türschlösser und Anwesenheitssimulationen oder smarten Rauchmeldern, die auch bei unerlaubten Eindringen alarmieren. Aber nicht nur zum Schutz vor Einbrüchen werden smarte Geräte eingesetzt: zur Verhinderung von und zur Schadenminimierung bei Bränden, Sturm- und Leitungswasserschäden oder für die persönliche Sicherheit im Alter werden zahlreiche Smart Home Komponenten eingesetzt. Ein Überblick über mögliche Einsatzgebiete zeigt die nachstehende Darstellung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4 Übersicht Smart Home Technologien42

Bspw. ist es heutzutage möglich, frühzeitig einen ungewöhnlichen Wassermehrverbrauch als Indiz für Leitungswasseraustritt an der Heizung im Keller zu erkennen. Dies kann im Schadenfall nicht nur die Kosten auf Seiten des Versicherers reduzieren, sondern auch die Prämie des Kunden senken. Zudem erhält dieser im Notfall direkt Hilfe durch den angebundene Notfalldienst.43

Weitergedacht kann Smart Home nicht nur Schutz gegen die üblichen versicherbaren Gefahren bieten, sondern auch das alltägliche Leben sicherer machen. Über sogenannte AAL-Systeme – Ambient Assisted Living, übersetzt Altersgerechte Assistenzsysteme – können automatisiert Notrufe abgesetzt werden, wenn Fallsensoren unter dem Fußboden bzw. im smarten Teppich vor dem Bett anschlagen oder Notrufe per Sprachbefehl abgesetzt werden können. Weiter können Angehörige oder Pfleger die Vitalwerte des oder der Pflegebedürftigen dank eines smarten Bettes per Smartphone jederzeit überwachen.44

Der Markt an smarten Gegenständen, die die Sicherheit erhöhen bzw. alltägliche Gefahren minimieren sollen, wächst rasant. So wird es in den nächsten Jahren weitere innovative Möglichkeiten geben, die Risiken mindern. Da sich gerade Versicherern in diesem Kontext ein Vorteil bietet, ist es abzusehen, dass es vor allem in diesen Anwendungsbereichen immer mehr Kooperationen geben wird und Innovationen von diesen vorangetrieben werden.

3.2.3 Energiemanagement

In Zeiten von Umweltbewegungen wie „Fridays For Future“ sind Themen wie Umwelt- und Klimaschutz aktueller und wichtiger denn je, wie die repräsentative Studie des Bundesministeriums zum Umweltbewusstsein in Deutschland von 2018 zeigt. 64% der Befragten sehen den Umwelt- und Klimaschutz unter den Top Drei der aktuell wichtigsten Probleme – 11% mehr als noch zwei Jahre zuvor (s. Anhang 3).45

Wie das Forschungsprojekt „Energieersparnis durch Smart Home Systeme“ der TH Köln in Zusammenarbeit mit der RheinEnergie AG in einer Studie herausgefunden hat, können durch ein intelligentes Smart Home System bis zu 30% des Gasverbrauchs eines Haushaltes reduziert und ein nachhaltiger Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz geleistet werden.46

Durch diverse Geräte wie Fenstersensoren, Heizkörperthermostate, „Master“-Schalter uvm. lässt sich das eigene Zuhause nachhaltig energiesparender gestalten. So kann die Heizung kurz vor der Rückkehr von unterwegs bereits angestellt oder bei einem geöffneten Fenster automatisch herunter geregelt werden. Da auch von unterwegs aus kontrolliert werden kann, ob Fenster geschlossen oder geöffnet sind, trägt dies zusätzlich zur Sicherheit bei und minimiert das Einbruchrisiko.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5 Typisches Starter-Kit zur Energieeffizienz (hier: innogy)47

Zudem können zukünftig Elektrogeräte mit Smart Grid – übersetzt intelligentes Netz – ausgestattet werden, sodass diese auf die aktuellen Strompreise reagieren können. Hierzu müssen Haushalte mit Smart Meter Technologien ausgerüstet werden, die Stromdaten messen, analysieren, dem Kunden transparent aufbereiten und diese Informationen an die entsprechenden Geräten weitergeben, sodass diese nach Möglichkeit zu kostengünstigen Zeiten genutzt werden.48

Insgesamt lässt sich sagen, dass durch ein nachhaltiges und smartes Energiemanagement nicht nur Geld gespart, sondern auch die Umwelt geschont werden kann.

3.3 Technik

Da die Technologie hinter Smart Home sehr komplex ist und das Themengebiet eine eigene Abschlussarbeit in Anspruch nehmen kann, werden in diesem Abschnitt nur die Grundlagen für das Verständnis des Themas geschaffen.

Eine Smart Home Anlage ist in einem sogenannten Gebäudeautomations-System-Netzwerk nach DIN EN ISO 16484-2 organisiert, welches für den Austausch von Informationen in unterschiedliche Einrichtungen sorgt.49 Das Netzwerk sorgt dafür, dass alle Komponenten miteinander agieren. Diese Vernetzung erfolgt auf drei Ebenen: die Feld-, Automations- und Management- bzw. Leitebene, auf die hier nicht näher eingegangen wird.50

Eine Smart Home Anlage gliedert sich grundsätzlich in vier Systemkomponenten:

- Sensoren
- Aktoren
- Zentrale
- Bussystem

Sensoren lassen sich am besten als „Augen und Ohren“ einer Smart Home Anlage beschreiben. Sie interagieren mit ihrer Umwelt, indem sie erfasste oder gemessene Zustände bzw. physikalische Größen in elektrische Signale umwandeln und diese Informationen zur Verfügung stellen. Sie dienen somit der internen Datenbeschaffung.51 Als externe Daten werden Informationen bspw. von Wettervorhersagen angesehen.

Aktoren können auf die Informationen von Sensoren reagieren und daraufhin Aktionen auslösen.52 Die folgende Abbildung verdeutlicht das Zusammenspiel von Aktoren und Sensoren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6 Darstellung vom Zusammenspiel zwischen Aktoren und Sensoren53

Damit die Informationen von den Sensoren zu den jeweiligen Aktoren gelangen, besitzen die meisten Smart Home Anlagen Zentralen bzw. Basisstationen, welche die Endgeräte miteinander verknüpft und mit diesen kommuniziert.

Die Informationen gelangen über sogenannte Bussysteme vom Sensor zur Zentrale und von dieser per Kabel oder Funk weiter zu den Aktoren. Eine geringere Fehleranfälligkeit besteht bei einer kabelgebundenen Übertragung. Die hierfür notwendigen Leitungen werden meist in Neubauten direkt verlegt – eine Nachrüstung bedeutet einen hohen Kosten- und Arbeitsaufwand. Daher wird in Altbauten meist auf ein Funksystem gesetzt, die sich schnell ohne Umbauten installieren lassen. Dafür ist hier die Störanfälligkeit größer und die Reichweite des Signals begrenzt.54

Die Bedienung von Smart Home Anlagen kann per App via Smartphone oder Tablet, per Sprachsteuerung, per Laptop oder auch über bekannte Lichtschalter und Tastsensoren erfolgen. Mit 50% der Befragten erfolgt die Hauptnutzung von Smart Home via Smartphone. Nur 10% bedienen die Anlage per Laptop und nur 6% per Sprachsteuerungen (s. Anhang 4).55

Weiter wird zwischen Anlagen offener Systemen und Insellösungen unterschieden. Bei sogenannten Insellösungen bildet das Smart Home ein in sich geschlossenes System, welches sich nur mit den Aktoren und Sensoren vom gleichen Hersteller erweitern lässt. Ein solches Komplettpaket bietet eine höhere Sicherheit, da keine fremden Geräte verwendet werden. Bei offenen Systemen können Geräte unterschiedlicher Firmen und Hersteller verwendet werden. Dies macht sich in einem hohen Maß bei der Flexibilität und individuellen Zusammenstellung der Smart Home Anlage bemerkbar.56

4. Smart Home im Versicherungsumfeld

Im folgenden Kapitel werden versicherungsrechtliche Fragestellungen in Bezug auf den immer zahlreicheren Einsatz von Smart Home Anlagen in Haushalten beleuchtet. Nach einer Betrachtung der Versicherungsbranche in Bezug auf das vernetzte Zuhause, behandelt dieses Kapitel die aktuellen versicherungsrechtlichen Grauzonen. Dabei werden auch mögliche Änderungen durch neue Technologien, im Sinne einer besseren Versicherungsleistung für den Kunden, bewertet. Zum Ende hin werden weitere Chancen und Risiken, die sich in Bezug auf das Versicherungsgeschäft ergeben, erläutert, bevor die zentralen Aussagen zusammengefasst werden.

4.1 Entwicklung in der Versicherungsbranche: „Survival of the smartest“

Einst setzte Charles Darwin57 mit seiner Evolutionstheorie der natürlichen Auslese einen Meilenstein in der Biologie und in der Geschichte des Überlebens – welches später unter dem Begriff „Darwinismus“ bekannt wurde. Auch in heutigen Zeiten ist die Auslese von Arten und auch bezogen auf Unternehmen immer noch präsent. In Zeiten von Digitalisierung und schnellem Wandel ist es besonders wichtig, sich an Veränderungen anzupassen. Der „digitale Darwinismus“ hält auch vor der Versicherungsbranche nicht zurück, sondern sorgt für eine Auslese der Unternehmen, die sich am schlechtesten auf die fortschreitende Digitalisierung vorbereiten.58

Um nicht von der Selektion und der Verdrängung durch andere Unternehmen betroffen zu sein, müssen auch Versicherungsunternehmen handeln. Durch innovative neue Unternehmen, ob InsurTechs oder StartUps anderer Branchen, entsteht eine Vielzahl an Konkurrenten, so schnell wie nie zuvor. Auch wenn der Gründungsboom von InsurTechs im Jahr 2019 abgeflacht ist, sind Mitte 2019 immer noch 134 aktive InsurTechs auf dem Markt (2010 waren es dagegen nur knapp 20).59 Zudem erhielten InsurTechs 2018 weltweit Investitionen von mehr als 3,2 Milliarden US-Dollar – doppelt so viel wie im Jahr zuvor.60

[...]


1 Vgl. Rogg, Heiko (2004), S. 146

2 Vgl. Gartner (2019)

3 Vgl. Gründerszene (2019)

4 Vgl. Gründerszene (2019)

5 Vgl. Mattern, Friedemann / Flörkemeier, Christian (2010), S.1

6 Vgl. Luber, Stefan / Litzel, Nico (2016)

7 Vgl. Luber, Stefan / Litzel, Nico (2016)

8 Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie / Bundesministerium für Bildung und Forschung (2020)

9 Vgl. Sosnitza, Olaf (2016), S. 765

10 Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie / Bundesministerium für Bildung und Forschung (2020)

11 Vgl. Luber, Stefan / Litzel, Nico (2016)

12 Vgl. Hellfeld, Stefan (2016)

13 Vgl. Tiedemann, Michaele (2018)

14 Vgl. Ertel, Wolfgang (2016), S.1

15 Vgl. Koch, Gertraud (2005), S. 92

16 Vgl. Barb, Christian / Klein, Katharina / Kraft, Mirko (2018), S. 497

17 Vgl. Wendel, Mariella (2019)

18 Vgl. Luber, Stefan / Litzel, Nico (2019)

19 Vgl. Wisser, Karolin (2018), S.5 f.

20 Vgl. Spektrum (1999)

21 Vgl. Alt, Rainer (2018)

22 Vgl. Haja, Kathrin (2018)

23 Vgl. Gropp, Martin (2015)

24 Vgl. Schmitz, Andreas (2016)

25 Vgl. Haja, Kathrin (2018)

26 Vgl. Haja, Kathrin (2018)

27 Eigene Darstellung in Anlehnung an: Schäfer, Michael (2020)

28 Vgl. Schwab, Manuela (2018)

29 Vgl. WDR (2018)

30 Vgl. Boeing, Niels (2018)

31 Spicer, Dag (2016)

32 Vgl. Boeing, Niels (2018)

33 Vgl. Boeing, Niels (2018)

34 Vgl. Deloitte (2018), S. 15

35 Eigene Darstellung in Anlehnung an: Barb, Christian / Klein, Katharina / Kraft, Mirko (2018), S. 498

36 Vgl. Deloitte (2018), S. 14

37 digitalSTROM (2016), S. 3

38 Vgl. Wendel, Mariella (2019)

39 Vgl. GDV (2019)

40 Vgl. Allensbacher Archiv (2019)

41 Vgl. Deloitte (2018), S. 14

42 Erbstößer, Anne-Caroline (2015)

43 Vgl. Rockethome (2017)

44 Vgl. Wendel, Mariella (2018)

45 Vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (2019), S. 17

46 Vgl. Rehm, Tobias / Schneiders, Thorsten / Strohm, Christel / Deimel, Miriam (2018), S. 7

47 Amazon (2020)

48 Vgl. Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (2017)

49 Vgl. DIN (2004)

50 Vgl. Wisser, Karolin (2018), S. 9

51 Vgl. Aschendorf, Bernd (2014), S. 66

52 Vgl. Juschkus, Ute (2007), S. 7

53 Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (2008), S. 32

54 Vgl. Schlobach, Martin (2015)

55 Vgl. Deloitte (2018), S. 23

56 Vgl. Rockmann, Thomas / Härter, Hendrik (2016)

57 Kreutzer, Ralf T. / Land, Karl-Heinz (2016), S. VII

58 Vgl. Kreutzer, Ralf T. / Land, Karl-Heinz (2016), S. 1

59 Vgl. Wyman, Oliver (2019), S. 5

60 Vgl. Sec, Christian (2019)

Ende der Leseprobe aus 88 Seiten

Details

Titel
Smart Home in der Sachversicherung. Chance oder Risiko?
Hochschule
Technische Hochschule Köln, ehem. Fachhochschule Köln  (Versicherungswirtschaft)
Note
1,7
Autor
Jahr
2020
Seiten
88
Katalognummer
V934539
ISBN (eBook)
9783346267276
ISBN (Buch)
9783346267283
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Smart Home, Versicherung, Sachversicherung, IoT
Arbeit zitieren
Dominik Geller (Autor), 2020, Smart Home in der Sachversicherung. Chance oder Risiko?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/934539

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