Standortentscheidungen sind im Handel von großer Bedeutung, da sie den Grundstein für den späteren Unternehmenserfolg bilden. So stellt die Qualität eines Standortes ein wichtiges Wettbewerbsparameter dar, das die Zukunft des Unternehmens mitprägt.1
Die Wahl des Standortes ist zudem eine strategische Unternehmensentscheidung, da hier meist längerfristige und aufwendige Bindungen eingegangen werden. Dies liegt zum einen daran, daß die Vermieter in der Regel an langfristigen Einnahmen interessiert sind und zum anderen daran, daß ein neuer Unternehmensstandort für den Händler mit notwendigen Anfangsinvestitionen sowie mit einer zwei- bis dreijährigen verlustbringenden Anlaufzeit verbunden ist. Hieraus ergibt es sich, daß Mietverträge oft über 10 bis 15 Jahre abgeschlossen werden.2
Die Auswahl des richtigen Standortes für ein Handelsunternehmen sollte daher mit großer Sorgfalt betrieben werden und vor einer Entscheidung alle relevanten Standortfaktoren kritisch geprüft werden.
Vor diesem Hintergrund soll sich diese Arbeit mit der Standortpolitik im Handelsmarketing auseinandersetzen. Im Grundlagenteil (Kapitel 2) soll zunächst auf Begriff, Ziele, Relevanz des Standortes und verschiedene Standorttypen eingegangen werden. In Kapitel 3 werden die verschiedenen Standortfaktoren näher erläutert. Kapitel 4 beschäftigt sich mit ausgewählten Standortentscheidungsmodellen und in Kapitel 5 soll ein kurzer Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Standortwahl gegeben werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen der Standortpolitik
2.1. Begriff
2.2. Ziele
2.3. Relevanz
2.4. Standorttypen
3. Standortfaktoren
3.1. Bedarf
3.2. Kaufkraft
3.3. Konkurrenz
3.4. Verkehr
3.5. Betriebsraum
4. Ausgewählte Standortentscheidungsmodelle
4.1. Qualitative Standortentscheidungsmodelle
4.2. Quantitative Standortentscheidungsmodelle
5. Ausgewählte rechtliche Rahmenbedingungen
6. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die strategische Bedeutung der Standortpolitik im Handelsmarketing, wobei der Fokus auf der Identifikation relevanter Standortfaktoren sowie der Anwendung verschiedener Entscheidungsmodelle liegt, um Handelsunternehmen eine fundierte Basis für ihre Expansions- und Standortentscheidungen zu bieten.
- Grundlagen der Standortwahl und Definition der Standortpolitik
- Analyse zentraler Standortfaktoren wie Bedarf, Kaufkraft und Konkurrenz
- Unterscheidung und Anwendung qualitativer und quantitativer Standortentscheidungsmodelle
- Bedeutung der rechtlichen Rahmenbedingungen für die Standortwahl im Einzelhandel
Auszug aus dem Buch
3.1. Bedarf
Bei dem Bedarf handelt es sich um einen Standortfaktor von hoher Bedeutung. Er setzt sich aus der Anzahl, der Art und dem Einkaufsverhalten zusammen. Dabei ist zu beachten, daß zwischen diesen Unterfaktoren Interdependenzen bestehen.
Um im freien Markt bestehen zu können, ist das Handelsunternehmen auf eine bestimmte Anzahl von Haushaltungen und Einwohnern angewiesen. So läßt es sich bei Neusiedlungen gut beobachten, daß mit zunehmender Bevölkerungszahl auch immer neue Fachgeschäfte hinzukommen. Dabei werden die Gebiete der potentiellen Kunden eines Handelsunternehmens als Einzugsgebiete bezeichnet.
Es geht jedoch nicht nur die Anzahl der Haushalte in einem bestimmten Einzugsgebiet zu erfassen, sondern sie auch strukturell zu analysieren. Hierbei sind Merkmale wie z.B. Haushaltsgröße, soziale Stellung, Alterstruktur der Haushaltsmitglieder und Gesamteinkommen des Haushalts von Bedeutung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die strategische Relevanz von Standortentscheidungen als langfristige Investition und Wettbewerbsfaktor.
2. Grundlagen der Standortpolitik: Begriffsbestimmung, Zielsetzung und Differenzierung der Standorttypen im Handel.
3. Standortfaktoren: Detaillierte Betrachtung der Einflussparameter wie Bedarf, Kaufkraft, Konkurrenz, Verkehrsinfrastruktur und Betriebsraum.
4. Ausgewählte Standortentscheidungsmodelle: Gegenüberstellung von qualitativen Checklist-Verfahren und quantitativen Modellen zur Unterstützung bei Standortentscheidungen.
5. Ausgewählte rechtliche Rahmenbedingungen: Überblick über relevante gesetzliche Vorgaben, insbesondere der Baunutzungsverordnung.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Standortpolitik als konstitutiven Faktor für den Erfolg von Handelsunternehmen.
Schlüsselwörter
Standortpolitik, Handelsmarketing, Standortfaktoren, Einzugsgebiet, Kaufkraftkennziffern, Absatzagglomeration, Konkurrenzevitation, Standortentscheidungsmodelle, Checklist-Verfahren, Analog-Methode, Baunutzungsverordnung, Einzelhandel, Verkehrsinfrastruktur, Standortwahl, Betriebsraum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die zentralen Aspekte und Herausforderungen der Standortpolitik im Handelsmarketing.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die Arbeit deckt die Definition des Standortes, die Analyse von Standortfaktoren sowie verschiedene Methoden zur Standortbewertung ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Faktoren auf den Unternehmenserfolg aufzuzeigen und dem Händler Planungssicherheit durch Entscheidungsmodelle zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse, der Erläuterung von Standortfaktoren und der Darstellung quantitativer sowie qualitativer Entscheidungsmodelle basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Standortfaktoren (Bedarf, Kaufkraft, Konkurrenz, etc.) sowie die praktischen Modelle zur Bewertung potenzieller Standorte.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Standortpolitik, Einzelhandel, Standortfaktoren und Investitionssicherheit charakterisieren.
Wie beeinflusst die Baunutzungsverordnung die Standortwahl?
Die BauNVO schränkt die Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel außerhalb von Kerngebieten ein, um die Nahversorgung zu sichern und das Verkehrsaufkommen zu regulieren.
Welche Rolle spielt die Konkurrenz bei der Standortwahl?
Konkurrenz kann positive Effekte wie Absatzagglomeration (kundenanziehende Wirkung) oder negative Effekte wie Konkurrenzevitation (Aufteilung des Marktpotenzials) haben.
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- Stephan Zinn (Author), 2002, Standortpolitik im Handelsmarketing, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9351