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Migration und sprachlich-kulturelle Heterogenität

Die Verantwortung der Grundschule bei der Integration von Schülern mit Migrationshintergrund

Title: Migration und sprachlich-kulturelle Heterogenität

Term Paper , 2007 , 14 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Katrin Schmidt (Author)

Pedagogy - Intercultural Pedagogy
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1. Migration in Deutschland – Status Quo

Die Schulgesetzreform in Nordrhein-Westfalen vom 27. Juni 2006 fokussiert die „individuelle Förderung“ und berücksichtigt somit erstmals die in den Schulklassen vorherrschende Heterogenität – bedingt durch Schülerinnen und Schüler (SuS) verschiedener Geburtsjahrgänge, Geschlechter, sozialer Herkunft, Muttersprachen, Religionen, etc..

Die Reform des Schulgesetzes und somit die Anpassung an die tatsächlich vorfindbare Heterogenität in den (Grund-)Schulen, war überfällig. Dies zeigen die Befunde der PISA-Studien, die im „Bezug auf Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund auf ein immenses Versäumnis deutscher Bildungspolitik und Schulen“ hinweisen.

Deutschland ist seit Mitte der 50er Jahre eines der wichtigsten europäischen Zielländer von Migranten. Laut einer Erfassung des Statistischen Bundesamtes nach Erlass des Mikrozensusgesetzes
von 2005, „leben in Deutschland circa 15,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund (2005), was einem Bevölkerungsanteil von 19 Prozent entspricht“. Die Anzahl und die Vielfalt von SuS mit Migrationshintergrund wächst angesichts der Zuwanderung von Bürgerkriegsflüchtlingen, der Osterweiterung der Europäischen Union und der höheren Geburtenrate der Migranten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Migration in Deutschland – Status Quo

1.1. Migrationshintergrund der Bevölkerung 2005

2. Heterogenität in der Grundschule

2.1. Die Bildungssituation von SuS mit Migrationshintergrund – die Schulübergangsphasen

2.2. Anforderungen an Lehrer mit migrationsbedingter Heterogenität umzugehen

2.3. Die Rolle des Spracherwerbs von SuS mit Migrationshintergrund

3. Der Umgang mit Heterogenität an ausgewählten Grundschulen

3.1. Entwicklung von Indikatoren

3.2. Untersuchung drei ausgewählter Grundschulen

4. Abseits der wenigen Leuchttürme – Fazit und Ausblick auf die zukünftige Bildungssituation von SuS mit Migrationshintergrund

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Verantwortung der Grundschule bei der Integration von Schülern mit Migrationshintergrund angesichts einer zunehmend heterogenen Schülerschaft. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Grundschulen durch gezielte pädagogische Konzepte und Strukturänderungen auf die sprachlich-kulturelle Vielfalt reagieren können, um Bildungschancen nachhaltig zu verbessern.

  • Status Quo der Migration in Deutschland
  • Herausforderungen durch migrationsbedingte Heterogenität in Grundschulen
  • Bedeutung des Spracherwerbs für die Identitätsentwicklung
  • Analyse erfolgreicher Praxisbeispiele an ausgewählten Grundschulen
  • Empfehlungen für eine zukunftsfähige Gestaltung von Bildungsprozessen

Auszug aus dem Buch

3.2. Untersuchung drei ausgewählter Grundschulen

Die Regenbogengrundschule in Berlin-Neukölln symbolisiert Heterogenität bereits mit ihrem Namen durch das Regenbogenfarbspektrum, das für die Vielfarbigkeit der SuS aus circa 30 Nationen, für ihre unterschiedlichen Ideen und für die individuelle Entwicklung des Einzelnen steht. Laut Leitbild der Regenbogengrundschule spiegelt der Regenbogen die Heterogenität wider, die die Regenbogengrundschule als „positive Verbindung zwischen Nationen, sozialen Unterschieden, Geschlechtern und Generationen, zur Bildung gemeinschaftsfähiger, kreativer und selbstbewusster Persönlichkeiten für die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts und als Beitrag zum Frieden versteht“ (Neelsen).

Momentan besuchen 680 SuS, davon circa 75 Prozent SuS mit Migrationshintergrund die Regenbogengrundschule. Die Lehrer werden von Eltern, ehrenamtlichen Helfern und MAE-Mitarbeitern seit Jahren tatkräftig unterstützt. Die Grundschule wird finanziell von einem Förderverein mitfinanziert. Seit Sommer 2005 ist die Regenbogengrundschule eine Halbtagsgrundschule und offene Ganztagsgrundschule mit einem Hort.

Die Regenbogengrundschule ist in dreierlei Hinsicht ungewöhnlich: sie ist einerseits die erste kunstbetonte Grundschule Berlins. Im Kunstunterricht unterrichten zwei Lehrer gemeinsam und werden dabei von Künstlern unterstützt. Die pädagogische Idee dieser Ausrichtung ist die Annahme, dass die besondere Atmosphäre nicht nur die künstlerischen Fähigkeiten der SuS schult, sondern diese auch zu kreativen und toleranten Persönlichkeiten erzieht. Das zweite besondere Merkmal der Grundschule ist der französische Schwerpunkt. Frühfranzösisch wird für Schulanfänger und Französisch als erste Fremdsprache ab der dritten Klasse angeboten. Seit dem Schuljahr 2004/05 ist die Regenbogengrundschule außerdem zur Staatlichen Europa-Grundschule in Berlin (SESB) für ‚Deutsch-Französisch‘ erweitert worden. Der dritte besondere pädagogische Schwerpunkt des Schulprogramms ist das soziale Lernen. Für die SuS sollen der friedliche und respektvolle Umgang miteinander, Fähigkeiten zur Konfliktlösung und interkulturelle Kompetenz selbstverständlich sein. Sie sollen die Vielfalt der Nationen nicht nur in Neukölln als Bereicherung erfahren können, sondern für ihre Zukunft im zusammenwachsenden Europa vorbereitet sein. Das besondere Engagement der Grundschule wurde am 12. September 1996 mit dem Sonderpreis für Innovative Schulen in Deutschland von der Carl-Bertelsmann-Stiftung ausgezeichnet (Neelsen).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Migration in Deutschland – Status Quo: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die demografische Situation und die Zunahme von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland sowie den gesetzlichen Rahmen der individuellen Förderung.

2. Heterogenität in der Grundschule: Es wird die bildungspolitische Ausgangslage analysiert, wobei die selektiven Effekte des Schulsystems und die zentrale Rolle des Spracherwerbs sowie die Anforderungen an das Lehrpersonal beleuchtet werden.

3. Der Umgang mit Heterogenität an ausgewählten Grundschulen: Hier werden Indikatoren definiert und drei spezifische Grundschulen hinsichtlich ihres Schulprogramms und ihrer Konzepte zur Förderung von Vielfalt untersucht.

4. Abseits der wenigen Leuchttürme – Fazit und Ausblick auf die zukünftige Bildungssituation von SuS mit Migrationshintergrund: Das Fazit fasst die notwendigen gesamtgesellschaftlichen und schulischen Anpassungen zusammen, um Heterogenität als Gewinn und nicht als Defizit zu begreifen.

Schlüsselwörter

Migration, Heterogenität, Grundschule, Sprachförderung, Ganztagsschule, Interkulturelles Lernen, Bildungschancen, Schulerfolg, Migrationshintergrund, Schulentwicklung, soziale Integration, Mehrsprachigkeit, Inklusion, Deutsch als Zweitsprache, institutionelle Diskriminierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Schülern mit Migrationshintergrund an deutschen Grundschulen und untersucht, wie Bildungseinrichtungen auf die sprachliche und kulturelle Vielfalt reagieren können.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Bildungsbenachteiligung, die Rolle der Familiensprache, die Anforderungen an Lehrkräfte und die Bedeutung frühkindlicher Förderung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Ansätze für einen produktiven Umgang mit Heterogenität in der Schule aufzuzeigen und die Verantwortung der Grundschule bei der Chancengleichheit zu betonen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf Literaturrecherche und der Analyse von Schulprogrammen ausgewählter Praxisbeispiele basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Bildungssituation, den Spracherwerb und präsentiert Fallstudien von drei speziellen Grundschulen, die innovative Konzepte zur Integration umsetzen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie Heterogenität, Migration, interkulturelles Lernen, individuelle Förderung und institutionelle Diskriminierung.

Was macht das Konzept der drei untersuchten Grundschulen so besonders?

Die Schulen zeichnen sich durch ein fest verankertes Leitbild aus, das Heterogenität als Gewinn begreift, durch Ganztagsangebote und durch gezielte Förderung der Sprachkompetenz.

Welche Rolle spielt die Familiensprache nach Ansicht der Autorin?

Die Autorin argumentiert, dass die Anerkennung der Familiensprache als Zusatzqualifikation die Identitätsentwicklung stärkt und somit maßgeblich zum schulischen Erfolg beiträgt.

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Details

Title
Migration und sprachlich-kulturelle Heterogenität
Subtitle
Die Verantwortung der Grundschule bei der Integration von Schülern mit Migrationshintergrund
College
University of Münster
Grade
1,3
Author
Katrin Schmidt (Author)
Publication Year
2007
Pages
14
Catalog Number
V93530
ISBN (eBook)
9783638068321
ISBN (Book)
9783638953818
Language
German
Tags
Migration Heterogenität Bildungsungleichheit sprache kultur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Schmidt (Author), 2007, Migration und sprachlich-kulturelle Heterogenität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93530
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