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Magnitogorsk und die stalinistische Industrialisierung

Title: Magnitogorsk und die stalinistische Industrialisierung

Seminar Paper , 2007 , 26 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Markus Rachbauer (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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In dieser Seminararbeit sollen die Widersprüche der stalinistischen Industrialisierung bzw. der von Stalin vorgegebenen Ziele am Beispiel der Errichtung des Metall-Komplexes Magnitogorsk am Ural beschrieben werden. Diese kolossale Produktionsstätte mit integrierter Stadt war das Idealbild der Bolschewiki für die „sozialistische Stadt“ und die Errichtung einer industriellen Großproduktion, in der der neue, sozialistische Mensch geschaffen werden und leben sollte. Hier sollte eine kooperative Gesellschaft von gleichen Menschen geschaffen werden. Die Arbeiter sollten in schönen Behausungen leben, die Realität entsprach unterschied sich jedoch von diesen Zielen. De facto wurde durch ein System von extremen Leistungsansprüchen, durch zügellosen Terror gegen jene, die nicht den hohen Erwartungen der Sowjetführung entsprachen und durch Privilegien für die Eliten ein neuer Widerspruch innerhalb der Sowjetgesellschaft geschaffen.

Der Autor geht in einer Arbeitshypothese davon aus, dass die Ziele Stalins im Zuge der Industrialisierung, die von ihm initiiert wurde, über die technischen und menschlichen Möglichkeiten weit hinaus gingen und die Umsetzung der hoch gesteckten Ziele auf Kosten der Bevölkerung erfolgte. Diese Hypothese soll insbesondere anhand einer Betrachtung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeiterschaft in Magnitogorsk überprüft werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Themenstellung, Forschungsfragen und Forschungsstand

1.2. Aufbau der Arbeit

1.3. Begriffsdefinitionen:

2. Die stalinistische Industrialisierung in der Sowjetunion

3. Der „neue, sozialistische“ Mensch

4. Die Errichtung des Metall-Komplexes Magnitogorsk

5. Magnitogorsk und die wirtschaftliche Entwicklung der Sowjetunion während und nach dem Zweiten Weltkrieg

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die stalinistische Industrialisierung am Beispiel von Magnitogorsk und analysiert den Widerspruch zwischen den idealisierten Zielen der Sowjetführung und der harten Realität für die Bevölkerung. Dabei wird insbesondere beleuchtet, wie ökonomische Umgestaltung und die Schaffung eines "neuen sozialistischen Menschen" unter massiven sozialen Opfern erzwungen wurden.

  • Stalinistische Industrialisierung und Fünf-Jahres-Pläne
  • Konzept und Realität des "neuen sozialistischen Menschen"
  • Aufbau und Alltag in der Industriestadt Magnitogorsk
  • Rolle von Propaganda, Terror und Zwangsarbeit
  • Wirtschaftliche Entwicklung der Sowjetunion

Auszug aus dem Buch

Die Errichtung des Metall-Komplexes Magnitogorsk

Ein Juwel der Industrialisierung Stalins, im Rahmen derer Tausende Fabriken gebaut und Unternehmen gegründet wurden, war die Metall-Produktion in Magnitogorsk, der Stadt bei dem so genannten „Magnetischen Berg“, der aus einigen niedrigen, eisenerzhältigen Hügeln direkt am Uralfluss, 40 Kilometer entfernt vom Uralgebirge, bestand. Die Zeit für die Industrialisierung war günstig, weil die westliche Welt mit der Weltwirtschaftskrise zu kämpfen hatte und daher viele Experten und Techniker bereit waren, an großen Bauvorhaben in der Sowjetunion mitzuwirken. Die Tausenden Ingenieure, die nun aus dem Ausland (vor allem aus Deutschland und den USA) in die Sowjetunion kamen, hatten auch die Funktion, die verhassten „alten“ Ingenieure zu ersetzen. Die Produktionssteigerungen in der Metallproduktion waren den zahlreichen Umbauten oder Erweiterungen von Produktionsstätten in der Ukraine aber auch dem Bau völlig neuer Fabriken in Südrussland, in Sibirien, bei Moskau und am Ural zu verdanken.

Die Errichtung der Stadt und der Fabriken in Magnitogorsk, das mitten in der Steppe lag, war nicht nur ein Symbol für die bolschewistische Transformation der Gesellschaft sondern auch für den Klassenkampf durch Industrialisierung, die Modernisierung und Überwindung der historischen russischen Rückständigkeit, die Planung der Wirtschaft, die Expansion des Landes und die Leidenschaft für Schwerindustrie. Magnitogorsk verkörperte somit die neue Zivilisation, Kultur und sozialistische Zukunft und war ein Modell für die „sozialistische Stadt“. Die Transformation der Sowjetunion zu einer industrialisierten Gesellschaft konnte bis zum Kriegseintritt der Sowjetunion im Jahr 1941 abgeschlossen werden. Gleichzeitig ging jedoch die Produktion von Konsumgütern (v. a. in der Landwirtschaft) stark zurück, der Lebensstandard sank dramatisch ab.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema der Industrialisierung der Sowjetunion unter Stalin sowie die zentrale Hypothese über die Diskrepanz zwischen Zielvorgaben und Realität.

2. Die stalinistische Industrialisierung in der Sowjetunion: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Maßnahmen Stalins, den Aufbau des Sozialismus in einem Land und die Notwendigkeit technischer Hilfe aus dem Ausland.

3. Der „neue, sozialistische“ Mensch: Hier wird das angestrebte Menschenbild der Bolschewiki, der Wandel von alten Eliten zu neuen Arbeitern sowie die ideologische Indoktrination analysiert.

4. Die Errichtung des Metall-Komplexes Magnitogorsk: Das Kapitel schildert den Aufbau von Magnitogorsk als Prestigeprojekt, die schwierigen Arbeitsbedingungen und die soziale Realität der dort lebenden Bevölkerung.

5. Magnitogorsk und die wirtschaftliche Entwicklung der Sowjetunion während und nach dem Zweiten Weltkrieg: Eine Betrachtung der industriellen Entwicklung Magnitogorsks und der Sowjetunion bis zum Zusammenbruch des Sowjetsystems.

6. Schlussbetrachtung: Das Fazit bestätigt die Arbeitshypothese, dass die Industrialisierung auf Kosten der Bevölkerung erfolgte und die angestrebten Ideale oft weit verfehlt wurden.

Schlüsselwörter

Stalinismus, Industrialisierung, Magnitogorsk, Sowjetunion, Fünf-Jahres-Plan, Sozialistischer Mensch, Klassenkampf, Schwerindustrie, Zwangsarbeit, NKWD, Kollektivierung, Wirtschaftsentwicklung, Lebensbedingungen, Propaganda, Arbeiterklasse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der stalinistischen Industrialisierung der Sowjetunion ab Ende der 1920er Jahre und deren gesellschaftlichen und ökonomischen Auswirkungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die Fünf-Jahres-Pläne, das soziokulturelle Konzept des "neuen sozialistischen Menschen" und die praktische Umsetzung der industriellen Großprojekte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, dass die von Stalin initiierten Ziele die menschlichen und technischen Möglichkeiten überstiegen und die Umsetzung massiv zulasten der Bevölkerung ging.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse einschlägiger Sekundärliteratur zur sowjetischen Geschichte und Wirtschaftsgeschichte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf das Fallbeispiel Magnitogorsk, die Lebensbedingungen der dortigen Arbeiterschaft und den Widerspruch zwischen ideologischem Anspruch und baulicher bzw. sozialer Realität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Industrialisierung, Magnitogorsk, Fünf-Jahres-Plan, Zwangsarbeit, Lebensstandard und sowjetische Ideologie.

Welche Rolle spielten ausländische Ingenieure in Magnitogorsk?

Sie waren essenziell, da es an inländischem Fachwissen mangelte, um die komplexen, nach westlichem Vorbild geplanten Industrieanlagen überhaupt errichten zu können.

Warum war der Wohnungsbau in Magnitogorsk so mangelhaft?

Die Priorität lag rein auf der industriellen Großproduktion; der Wohnungssektor wurde vernachlässigt, was zu extremen Engpässen, Barackensiedlungen und schlechten hygienischen Verhältnissen führte.

Wie wurde die Arbeitsdisziplin der Arbeiter in Magnitogorsk erzwungen?

Durch eine Kombination aus Wettbewerben, Propaganda, die Überwachung durch den NKWD und die Androhung von harten Sanktionen wie dem Entzug von Lebensmittelkarten.

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Details

Title
Magnitogorsk und die stalinistische Industrialisierung
College
University of Salzburg  (Institut für Geschichts- und Politikwissenschaft)
Course
Proseminar Kulturgeschichte des Stalinismus
Grade
1,3
Author
Markus Rachbauer (Author)
Publication Year
2007
Pages
26
Catalog Number
V93532
ISBN (eBook)
9783638068345
ISBN (Book)
9783638955683
Language
German
Tags
Magnitogorsk Industrialisierung Proseminar Kulturgeschichte Stalinismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Rachbauer (Author), 2007, Magnitogorsk und die stalinistische Industrialisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93532
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