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Zur Nutzenorientierung des Homo Oeconomicus

Die Genese spezifischer Nutzenvorstellungen unter Rückgriff auf die Soziologie Pierre Bourdieus

Title: Zur Nutzenorientierung des Homo Oeconomicus

Term Paper , 2008 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Patrick Heiser (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Der Homo Oeconomicus ist das Akteurmodell des Ration-Choice-Ansatzes. Neben einer rationalen Handlungswahl und der Verfügung über begrenzte Ressourcen zeichnet er sich vor allem durch seine Orientierung am eignen Nutzen aus, den er stets zu maximieren sucht. Hier stellt sich die Frage, wie die dazu nötigen Nutzenvorstellungen zustande kommen. Was nutzt dem Homo Oeconomicus? Oder präziser formuliert: Woher weiß der Homo Oeconomicus eigentlich, was ihm nutzt? Weiß er es überhaupt, oder wird er von „unsichtbaren“ Nutzenvorstellungen geleitet, die ihm gar nicht bewusst werden? In der vorliegenden Arbeit wird die Soziologie Pierre Bourdieus auf ihren möglich Erklärungsbeitrag zur Beantwortung dieser Fragen untersucht.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Homo Oeconomicus

2.1 Die Nutzenorientierung des Homo Oeconomicus

2.2 Einwände gegen das Modell rationaler Akteure

3 Die Soziologie Pierre Bourdieus

3.1 Habitus- und Feldtheorie

3.2 Geschmäcker und Lebensstile

3.3 Bourdieus Kapitalbegriff

4 Die Genese spezifischer Nutzenvorstellungen

4.1 Methodologische Anmerkung

4.2 Erweiterter Nutzenhorizont durch Bourdieus Kapitalbegriff

4.3 Feld- und lebensstilspezifische Nutzenvorstellungen

4.4 Habitus als Inkorporation von Nutzenleitlinien

5 Schlussfolgerungen und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Genese spezifischer Nutzenvorstellungen des Homo Oeconomicus aus soziologischer Perspektive. Ziel ist es, das Modell des rational handelnden Akteurs durch die Integration praxeologischer Konzepte von Pierre Bourdieu zu erweitern, um zu erklären, wie Nutzenvorstellungen sozial konstruiert werden.

  • Kritische Analyse des Rational-Choice-Modells und dessen Nutzenbegriff
  • Einführung in die zentralen Begriffe der Soziologie Pierre Bourdieus (Habitus, Feld, Kapital, Geschmack)
  • Verbindung von sozialer Struktur und individueller Handlungswahl
  • Erklärung der Transformation externer Strukturen in individuelle Nutzenleitlinien

Auszug aus dem Buch

3.1 Habitus- und Feldtheorie

Den Habitusbegriff verwendet Pierre Bourdieu in expliziter Anlehnung an Emile Durkheim und Marcel Mauss, sowie an den Kunsthistoriker Erwin Panofsky, welcher den Habitus als Kunst- und Denkstil einer Epoche verstanden hat. In keiner anderen Sozialtheorie jedoch kommt dem Habitus eine derart zentrale Bedeutung zu wie in den Konzeptionen Bourdieus, weshalb er durchaus als „Kernstück“ oder „Schlüsselbegriff“ seiner Soziologie bezeichnet werden kann.

Der bourdieusche Habitus ist zu verstehen als das Dispositionssystem eines sozialen Akteurs, er ist der „Generator“, der sämtliche Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsschemata eines Akteurs erzeugt. Damit bildet er einen Sammelbegriff für die Haltung eines Individuums in der sozialen Welt, für seine Gewohnheiten, seine Lebensweise, seine Einstellungen und seine Wertvorstellungen.

Die Gehalte und Potenziale des Habitus bleiben dem Individuum dabei stets unbewusst in dem Sinne, dass es sich ihrer Herkunft und Aneignung nicht erinnern oder diese reflektieren kann. Stattdessen stattet der Habitus das Individuum mit einem „praktischen Sinn“ aus, der es ihm erlaubt, sich sowohl im sozialen Leben allgemein wie auch in speziellen sozialen Feldern adäquat zu verhalten. Dadurch wird der Habitus so selbstverständlich für einen sozialen Akteur, dass er von einigen Autoren als „zweite Natur“ beschrieben wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie Nutzenvorstellungen des Homo Oeconomicus soziologisch begründet werden können, und grenzt das Vorhaben vom klassischen Rational-Choice-Ansatz ab.

2 Der Homo Oeconomicus: Dieses Kapitel skizziert das Modell des rationalen Akteurs, beleuchtet seine Nutzenorientierung sowie die theoretische Kritik an diesem Konzept.

3 Die Soziologie Pierre Bourdieus: Hier werden die Kernkonzepte Bourdieus – Habitus, Feldtheorie, Geschmack, Lebensstil und Kapitalbegriff – als theoretisches Werkzeugset für die Analyse eingeführt.

4 Die Genese spezifischer Nutzenvorstellungen: Das Kapitel verknüpft die zuvor erläuterten Konzepte, um den Prozess der Entstehung individueller Nutzenvorstellungen durch die Inkorporation sozialer Strukturen zu erklären.

5 Schlussfolgerungen und Ausblick: Diese abschließende Sektion fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert weitere soziologische Perspektiven, die den theoretischen Rahmen ergänzen könnten.

Schlüsselwörter

Homo Oeconomicus, Pierre Bourdieu, Habitus, Feldtheorie, Rational-Choice-Ansatz, Nutzenvorstellungen, Kapitaltheorie, Soziale Praxis, Lebensstil, Inkorporation, Sozialstruktur, Rationalität, Handlungsmodell, Praktischer Sinn, Soziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie der Homo Oeconomicus – der klassische rational handelnde Akteur – zu seinen spezifischen Nutzenvorstellungen gelangt, indem sie ihn aus soziologischer Sicht analysiert.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Kritik am Rational-Choice-Ansatz, die Einführung in Bourdieus Soziologie und die theoretische Verknüpfung von sozialen Strukturen mit individuellen Nutzenkalkülen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit möchte zeigen, dass Nutzenvorstellungen nicht rein individuell oder axiomatisch gegeben sind, sondern durch soziale Felder und den Habitus des Akteurs konstruiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die zentrale Begriffe von Pierre Bourdieu reanalysiert und auf das ökonomische Akteurmodell anwendet, um eine theoretische Erweiterung zu begründen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Homo Oeconomicus, eine detaillierte Erläuterung der Theoriekomponenten Bourdieus und die anschließende Zusammenführung in ein Modell der Genese von Nutzenvorstellungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Habitus, Feld, Kapital, Nutzenorientierung, Rationalität, Inkorporation und die soziologische Theoriebildung nach Bourdieu.

Inwiefern unterscheidet sich der Ansatz dieser Arbeit von rein ökonomischen Modellen?

Während ökonomische Modelle den Nutzen als gegeben voraussetzen, erklärt diese Arbeit den sozialen Prozess der Nutzenentstehung und betont die Bedeutung unbewusster habitueller Leitlinien.

Welche Rolle spielt die "Inkorporation" bei der Entstehung von Nutzen?

Inkorporation beschreibt den Prozess, bei dem externe gesellschaftliche Strukturen – wie spezifische Ziele und Nutzenleitlinien – als Teil des Habitus in das Individuum übergehen und Handlungen intuitiv steuern.

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Details

Title
Zur Nutzenorientierung des Homo Oeconomicus
Subtitle
Die Genese spezifischer Nutzenvorstellungen unter Rückgriff auf die Soziologie Pierre Bourdieus
College
University of Hagen  (Institut für Soziologie)
Grade
1,0
Author
Patrick Heiser (Author)
Publication Year
2008
Pages
26
Catalog Number
V93540
ISBN (eBook)
9783640135493
Language
German
Tags
Nutzenorientierung Homo Oeconomicus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patrick Heiser (Author), 2008, Zur Nutzenorientierung des Homo Oeconomicus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93540
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