Zu: Jacques Préverts "Quartier libre"


Seminararbeit, 2005

12 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Der Autor – Jacques Prévert

2. « Quartier libre » - Analyse
2.1. Form
2.2. Gedanklicher Verlauf und Informationsvergabe
2.3. Sprachliche Umsetzung

3. « Quartier libre » - Deutungsansätze

4. Parallelen zu weiteren Gedichten in «Paroles»

5. Zusammenfassung

6. Literaturverzeichnis

1. Der Autor – Jacques Prévert

Jacques Prévert, geboren am 4. Februar 1900 in Neuilly, bereicherte die französische Literatur als Lyriker und ‘Chansonnier’, als Dramatiker und Drehbuchautor. Von 1925 bis 1929 gehörte er zur Gruppe der Surrealisten, deren antibürgerliche Kritik am Logozentrismus, der Vorherrschaft der Verstandes, und Forderung nach einer “Revolution im Geiste“ sein Schaffen beeinflussten, allen voran seine Collagen, die surrealistische Bilder darstellen. Seine lyrischen Werke, in mehreren Bänden wie Paroles, Histoires, Fatras oder Spectacle erschienen, sind weltbekannt, viele auch auf Grund ihrer Vertonungen als Chansons durch den Komponisten Joseph Kosma, mit dem er seit 1932 befreundet war. Als Dramatiker schrieb Prévert von 1932 bis 1936 mehrere Stücke für das militante Amateurtheater Groupe Octobre, die noch nicht im Gesamten veröffentlicht wurden. Die wichtigsten jener Stücke finden sich jedoch vereinzelt in anderen Bänden sowie gesammelt in den Œuvres complètes der Pléiade. Durch seine Drehbücher war Prévert auch maßgeblich an der Entwicklung des französischen Films der 1930er/40er Jahre beteiligt. Am 11. April 1977 starb Jacques Prévert in Ormonville-la-Petite. (cf. CHARDÈRE: p. 118, NAUMANN: p. 345).

Die Originalität seiner Gedichte ist es jedoch, die den Namen Préverts wohl am bekanntesten gemacht hat. In ihnen „experimentiert [Prévert] mit der Alltagssprache, nutzt ihre Assoziationskraft, um Geschichten zu erzählen, die das Leben, die Liebe, die Freiheit feieren und Krieg, Unterdrückung, Ungerechtigkeit, Konformismus geißeln.“ (NAUMANN: 345). Dabei jedoch sind die Geschehnisse, die er beschreibt, von einer fast schon banalen Alltäglichkeit: «Rares sont les poèmes de Prévert où ne se trouve pas à l’origine une de ces sensations à peu près imperceptibles au commun blasé […]» (NADEAU : 325). Diese Mischung aus der Beobachtung oft alltäglich scheinender Ereignisse, deren Verdrehung ins Surreale und die Schilderung des Ganzen in einer familiären, volkstümlichen Sprache, welche dennoch – oder eben deswegen – reich ist an Ausdruckskraft und stark in der Fähigkeit, auch die weniger Gebildeten zu erreichen, gerade diese Mischung macht Prévert zu einem außergewöhnlichen Literaten – nein, vielmehr zum guten Beobachter und “Filmer in Worten“, denn gerade ‘hohe Literatur’ sollen seine Gedichte ja nicht sein.

Als Vertreter dieses gelungenen Stils soll Quartier libre aus seinem Werk Paroles im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen.

2. « Quartier libre » - Analyse

2.1. Form

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie die Mehrzahl der Gedichte Préverts zeigt auch Quartier libre eine moderne, unkonventionelle Form. Die Klangmuster folgen zwar keinem traditionellen Reimschema, jedoch sind, anders als von ZOEST (cf. p. 366) konstatiert, sehr wohl Reime enthalten, in Form der Binnenreime mis-képi-suis-sorti, zweimal salue-plus-(-répondu), croyais-saluait und excusé-tromper, wodurch jeder der fünf Gedichtabschnitte von jeweils einem Reimlaut beherrscht wird. Dies sind jedoch die einzigen erwähnenswerten klanglichen Mittel, deren sich Prévert in diesem Gedicht bedient, im Gegensatz zu anderen seiner Werke, darin reicher ausgestattet, wie z.B. L’amiral, Il ne faut pas... und Les oiseaux du souci, oder jenen Gedichten, mit denen er die Erwartungen nach klassischen Versschemata erfüllt oder neue schafft, wie in Dimanche, Sables mouvants oder L’école des beaux-arts.

Das Metrum von Quartier libre kann zwar mit etwas Wohlwollen – z.B. dem umgangssprachlichen Zusammenziehen von on_ne und und tout_le zu je einer Silbe und je_croyais zu zweien – in die klassischen (halben) Zwölfsilbler und (halben) Achtsilbler gezwungen werden (8-12-6-8-6-6-12-6-12-4, siehe oben), doch wird auch dann kein regelmäßiges oder gar klassisches Metrum erkennbar, zumal im ersten 12er-Vers auch die Zäsur nicht an der für Alexandriner erwarteten Stelle liegt. Folglich sollte man bei der Form dieses Gedichtes wohl eher von freien Versen sprechen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Zu: Jacques Préverts "Quartier libre"
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Romanistisches Institut)
Veranstaltung
Seminar Jacques Préverts <Paroles>
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
12
Katalognummer
V93548
ISBN (eBook)
9783638068529
ISBN (Buch)
9783638954730
Dateigröße
395 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Dozent: Eine gelungene Unternehmung: Sehr genau im Umgang mit dem Text, vorsichtig mit subjektiven Bewertungen, sicherer, kritischer Umgang mit der Forschung, überzeugende Absicherung der Ergebnisse durch die Einbeziehung der gesamten Sammlung Paroles, sprachlich klar und in bestechender äußerer Form. Ohne jede Einschränkung Note Sehr gut. Gratuliere!
Schlagworte
Jacques, Préverts, Quartier, Seminar, Jacques, Préverts
Arbeit zitieren
Volker Lorenz (Autor), 2005, Zu: Jacques Préverts "Quartier libre", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93548

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