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Javier Cercas dokufiktionaler Roman "Soldados de Salamina". Aufarbeitung Spaniens historischer Erinnerung

Titel: Javier Cercas dokufiktionaler Roman "Soldados de Salamina". Aufarbeitung Spaniens historischer Erinnerung

Studienarbeit , 2018 , 26 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Jessica Wunder (Autor:in)

Romanistik - Hispanistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Hausarbeit soll der Fragestellung nachgegangen werden, wie Javier Cercas‘ dokufiktionaler Roman Soldados de Salamina zur Aufarbeitung des Spanischen Bürgerkriegs als Teil des kollektiven und kulturellen Gedächtnisses Spaniens beiträgt. Ziel der Arbeit ist es, unter Berücksichtigung erinnerungstheoretischer Ansätze Cercas‘ literarischen Umgang mit Erinnerung und Wahrheit (Fakten gegen Fiktion) zu analysieren und den Mehrwert des Romans für das kollektive Gedächtnis Spaniens im Rahmen der sukzessiven Aufarbeitung des Spanischen Bürgerkriegs zu ermitteln. Die Motivation zur Themenwahl liegt darin begründet, dass die Verfasserin im Sommersemester 2018 ein Javier Cercas-Seminar zu zwei seiner emblematischsten Werke, darunter Soldados de Salamina, mit dem Fokus Transmediales Erzählen besucht hat. Darüber hinaus besteht durch private Verbindungen nach Spanien ein hohes persönliches Interesse an der spanischen Literatur, Kultur, Politik und Geschichte.
Aktuell ist in Spanien hinsichtlich der Bewältigung seiner dunklen Vergangenheit ein Umbruch zu spüren. Der von allen Parteien mitgetragene sogenannte Pakt des Vergessens, der nach Ende der Franco-Diktatur durch die Verabschiedung eines Amnestiegesetzes dazu führte, dass alle Akteure der (Nach-)Kriegsverbrechen schuldfrei blieben und sich in der Öffentlichkeit ein Mantel des Schweigens über sie legte, weicht allmählich dem Versuch, den unzähligen Opfern des Bürgerkriegs und Franquismus Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. In der Literatur hat sich seit dem letzten Jahrzehnt ein Trend des Schreibens wider das Vergessen herausgebildet: Spanische Autoren der sogenannten Enkelgeneration greifen zunehmend Episoden aus Bürgerkrieg und Diktatur auf, um ein öffentliches Bewusstsein zu wecken für das Geschehene als Teil der spanischen Geschichte, das nicht durch ein kollektives Totschweigen ungeschehen zu machen ist. So auch Javier Cercas, der in seinem Roman eine partikulare Begebenheit im Spanischen Bürgerkrieg nachzeichnet und dabei als ein Novum, das ihn von anderen Literaten abhebt, das Schicksal eines Falangisten – dessen Beinahe-Erschießung durch die Republikaner – mit journalistischen Mitteln erforscht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Javier Cercas’ Soldados de Salamina

3. Gedächtnistheoretische Begriffe

3.1. Das individuelle Gedächtnis

3.2. Das kommunikative Gedächtnis

3.3. Das kollektive Gedächtnis

3.4. Das kulturelle Gedächtnis

4. Der Pakt des Vergessens: Spaniens Umgang mit seiner Geschichte

5. Erinnerung und Gedächtnis in Soldados de Salamina

5.1. Das Erinnern der Sieger: Los amigos del bosque

5.2. Das Erinnern der Besiegten: Los recuerdos de Miralles

5.3. Stilistische Relativierung der Verlässlichkeit historischer Wahrheitsfindung

6. Fazit

Zielsetzung & Themen der Publikation

Die Arbeit untersucht, wie Javier Cercas’ dokufiktionaler Roman Soldados de Salamina zur Aufarbeitung des Spanischen Bürgerkriegs im kollektiven und kulturellen Gedächtnis beiträgt, indem sie das komplexe Spannungsfeld zwischen Fakten und Fiktion analysiert.

  • Erinnerungstheoretische Einordnung von Gedächtnisformen.
  • Kritische Aufarbeitung des spanischen "Pakts des Vergessens".
  • Analyse der dokufiktionalen Erzählweise bei Javier Cercas.
  • Die literarische Darstellung von Siegern und Besiegten des Bürgerkriegs.
  • Stilistische Mittel zur Relativierung historischer Wahrheitsfindung.

Auszug aus dem Buch

3.1. Das individuelle Gedächtnis

A. Assmann (2018) sagt:

[E]s [ist] die Erinnerungsfähigkeit […], die Menschen erst zu Menschen macht. […] Die je eigenen biographischen Erinnerungen sind unentbehrlich, denn sie sind der Stoff, aus dem Erfahrungen, Beziehungen und vor allem das Bild der eigenen Identität gemacht ist. (ebd.: 24)

Dieser geläufigen Sichtweise auf das Erinnern als eine dem Individuum inhärente, von anderen Menschen losgelöste Fähigkeit widerspricht Halbwachs insofern, als dass er auf die Einbettung von Erinnerungen in ein raumzeitliches Datengeflecht verweist, welches erst durch das Kollektiv, zu dem das Individuum gehört, mit Sinn gefüllt werde:

Usualmente se considera a la memoria como una facultad propiamente individual, es decir que aparece en una conciencia reducida a sus propios recursos, aislada frente a otros. […] [N]o es posible cuestionar que ubicamos nuestros recuerdos en un espacio y en un tiempo […] entre fechas que no tienen sentido más que en relación a los grupos de los que formamos parte […]. (Halbwachs 2002: 7)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Fragestellung zur Rolle von Soldados de Salamina bei der Aufarbeitung des Spanischen Bürgerkriegs unter Berücksichtigung erinnerungstheoretischer Ansätze.

2. Javier Cercas’ Soldados de Salamina: Vorstellung des Romans als "relato real", der die historische Episode um Rafael Sánchez Mazas und einen anonymen Soldaten thematisiert.

3. Gedächtnistheoretische Begriffe: Definition und Erläuterung der Konzepte des individuellen, kommunikativen, kollektiven und kulturellen Gedächtnisses als theoretischer Rahmen.

4. Der Pakt des Vergessens: Spaniens Umgang mit seiner Geschichte: Analyse des politisch motivierten Umgangs mit der Franco-Diktatur und dem daraus resultierenden kollektiven Schweigen in Spanien.

5. Erinnerung und Gedächtnis in Soldados de Salamina: Untersuchung der Perspektiven von Siegern und Besiegten sowie der literarischen Stilmittel zur Hinterfragung historischer Wahrheit.

6. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage zur Bedeutung des Romans für das kollektive Gedächtnis und die Versöhnungsarbeit in Spanien.

Schlüsselwörter

Javier Cercas, Soldados de Salamina, Spanischer Bürgerkrieg, kollektives Gedächtnis, kulturelles Gedächtnis, Pakt des Vergessens, Dokufiktion, Erinnerungskultur, historische Wahrheit, Trauma, Franquismus, Literatur, Zeitzeugen, Versöhnung, Identität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Javier Cercas’ Roman Soldados de Salamina im Kontext der Aufarbeitung des Spanischen Bürgerkriegs und untersucht dessen Beitrag zum kollektiven und kulturellen Gedächtnis.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Gedächtnistheorie, den gesellschaftlichen Umgang mit der Franco-Diktatur (Pakt des Vergessens) sowie das Verhältnis von Faktizität und Fiktion in der Literatur.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Mehrwert des Romans für die spanische Erinnerungskultur zu ermitteln und aufzuzeigen, wie er durch seine Erzählstruktur eine multiperspektivische Aufarbeitung der Vergangenheit ermöglicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die theoretische Konzepte (v.a. von Aleida und Jan Assmann sowie Maurice Halbwachs) auf den Romantext anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen dargelegt, gefolgt von einer Analyse des politischen Kontextes in Spanien und einer detaillierten Untersuchung der Erinnerungsdarstellungen im Roman.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere das kollektive Gedächtnis, Dokufiktion, das "relato real", die historische Wahrheit und der "Pakt des Vergessens".

Welche Rolle spielt die Figur des Antoni Miralles für die Argumentation?

Miralles dient als fiktive Repräsentantenfigur für die "Besiegten" und vergessenen Soldaten, deren Schicksal durch den Roman in den Fokus gerückt und somit ins kulturelle Gedächtnis integriert wird.

Warum hinterfragt der Autor die Verlässlichkeit historischer Wahrheit?

Cercas nutzt stilistische Mittel wie Einschübe und verschiedene Versionen derselben Erzählung, um zu verdeutlichen, dass absolute historische Wahrheit subjektiv ist und im Spannungsfeld von Erinnerung, Selektion und Fiktion steht.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Javier Cercas dokufiktionaler Roman "Soldados de Salamina". Aufarbeitung Spaniens historischer Erinnerung
Hochschule
Universität Bielefeld
Note
1,0
Autor
Jessica Wunder (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
26
Katalognummer
V935481
ISBN (eBook)
9783346264183
ISBN (Buch)
9783346264190
Sprache
Deutsch
Schlagworte
javier cercas roman soldados salamina aufarbeitung spaniens erinnerung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jessica Wunder (Autor:in), 2018, Javier Cercas dokufiktionaler Roman "Soldados de Salamina". Aufarbeitung Spaniens historischer Erinnerung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/935481
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  26  Seiten
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