Die vorliegende Hausarbeit möchte folgendes erreichen: Zum einen soll mit den Ausführungen zum markowitzschen Portfolio-Selektions-Modell eine solide Grundlage der Portfoliotheorie vermittelt werden, die dem Leser das Verständnis weiterer auf Markowitz aufbauender Portfoliotheorien erleichtert. Die Darstellung der Theorie im Rahmen dieser Ausarbeitung bezieht sich ausschließlich auf die fungible und liquide Anlageform der Aktien. Die von Aktien verbrieften börsengehandelten Vermögensansprüche besitzen aufgrund des objektiven Marktpreises den Vorteil, Erträge und Risiken greifbarer aber auch begreifbarer zu machen und bieten sich daher aus didaktischen Gründen für die Darstellung des Portfolio- Selektions- Modells an. An der grundsätzlichen Gültigkeit und Übertragbarkeit des vorgestellten Konzeptes ändert die Bevorzugung der Aktie jedoch nichts. Die Beobachtung der systematischen Abweichung zwischen dem von Markowitz modellierten Idealbild und der Realität des Portfoliomanagements bildet den Ansatzpunkt für die anlegerindividuelle Portfolioauswahl in Form der Aufteilung des für die jeweiligen Anlagezwecke zur Verfügung stehenden knappen Geldvermögens auf die zur Auswahl stehenden Anlagemöglichkeiten wie Aktien, Anleihen, Geldmarktanlagen, Immobilien und Edelmetalle. Auf eine Behandlung anlage- und anlegerspezifischer Steueraspekte, die zweifelsohne eine bedeutende Rolle in Kapitalanlagefragen spielen, wurde zugunsten einer ausführlichen Darstellung von Risikoentscheidungskalkülen verzichtet. Diese Hausarbeit zeigt dem Leser durch die Betrachtung der zwei Aspekte der modernen Portfoliotheorie und der anlegerindividuellen Portfolioauswahl die Grundsätze der Vermögensplatzierung auf. In einer einfach zu verstehenden Weise führt die Hausarbeit sowohl den Berater als auch den Kunden Schritt für Schritt durch den logischen Prozess zur Entscheidung über die Vermögensplatzierung. Die Vorstellung das eigene Vermögen oder auch das Vermögen der Kunden breit und ausgewogen zu diversifizieren, sollte Beratern und Kunden gute Investmentergebnisse bei erhöhter Zufriedenheit mit den getroffenen Investmententscheidungen ermöglichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1. 1. Grundlegende Problematik
1. 2. Begriffliche Abgrenzung
1. 3. Gang der Untersuchung
1. 4. Ziel der Hausarbeit
2. Portfolioselektion nach Markowitz
2. 1. Erwartungswert und Standardabweichung
2. 2. Diversifikationseffekt
2. 3. Portfolio- Effizienz
2. 4. Grenzen des Modells
3. Anlegerindividuelle Portfolioauswahl
3. 1. Erarbeitung der Anlegerziele
3. 2. Risikodarstellung in Form verschiedener Begriffsdefinitionen
3. 3. Assetklassen und Risikoprofile
3. 4. Strukturierung von Musterportfolios
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit zielt darauf ab, dem Leser eine fundierte Einführung in das markowitzsche Portfolio-Selektions-Modell zu vermitteln und diesen theoretischen Rahmen auf die praktische, anlegerindividuelle Portfolioauswahl zu übertragen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Überbrückung der Lücke zwischen theoretischen Idealen und den realen, individuellen Bedürfnissen sowie Risikoeinstellungen von Anlegern im Rahmen einer professionellen Vermögensverwaltung.
- Grundlagen der Portfoliotheorie nach Harry M. Markowitz.
- Die Bedeutung und Messung des Diversifikationseffekts.
- Methoden der anlegerindividuellen Zielerarbeitung und Profilbildung.
- Kritische Analyse und Grenzen mathematischer Portfoliomodelle.
- Strukturierung von Musterportfolios basierend auf Risikoprofilen.
Auszug aus dem Buch
2. 2. Diversifikationseffekt
„Diversifikation im ursprünglichen Sinn“, meint Sir John Templeton, „rät jedem Anleger „nicht das ganze Vermögen in ein einziges der zahlreichen Anlageinstrumente zu investieren“. Es ist zwar selbstverständlich sinnvoll, die Risiken durch Streuung des Vermögens in verschiedene Investitionen auszugleichen, doch Diversifikation ist ein wenig komplizierter und kann vieles mehr. Durch die Entdeckung des Diversifikationseffektes kann der einzelne Titel als Bestandteil eines Portfolios nicht länger nur durch seine Rendite sowie sein Risiko beschrieben werden. Laut Gibson muss man dieser Beschreibung eine „dritte Dimension hinzufügen“. Die dritte Dimension ist die Korrelation, sprich die Abhängigkeit der Einzelrenditen der verschiedenen Wertpapiertitel untereinander.
Demnach bedeutet Diversifikation hier die Verteilung der gesamten zur Disposition stehenden Investitionssumme auf mehrere Anlagealternativen mit dem Ziel der Maximierung des Ertrages bei konstantem bzw. minimiertem Risiko. Messbar wird der Diversifikationseffekt mit Hilfe des Korrelationskoeffizienten (ρ). Die Wertigkeiten dieser statistischen Maßzahl bewegen sich im Intervall zwischen -1 und +1. Der Extremwert +1 stellt sich ein im Fall eines streng linear positiven Zusammenhanges zwischen zwei Renditen. Dies bedeutet, dass sich die zwei Renditen der beiden Wertpapiere stets im gleichen Verhältnis in die gleiche Richtung entwickeln. Handelt es sich jedoch um eine genau gegenläufige Entwicklung der Renditen, so ist die untere Schranke des Wertebereiches erreicht, der Korrelationskoeffizient nimmt den Wert -1 an. Besteht zwischen zwei Titeln kein systematischer Zusammenhang, so beträgt der Korrelationskoeffizient 0. In diesem Fall tritt kein Diversifikationseffekt ein und der Anleger ist gut beraten, sein gesamtes Vermögen entweder in den Titel mit der höchsten erwarteten Rendite oder in den Titel mit der geringsten Schwankungsintensität pro Jahr zu investieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der Börseninvestitionen, grenzt das Portfoliomanagement begrifflich ein und erläutert den Aufbau sowie das Ziel der vorliegenden Hausarbeit.
2. Portfolioselektion nach Markowitz: In diesem Kapitel wird das grundlegende Portfolio-Selektions-Modell von Markowitz vorgestellt, inklusive der Berechnung von Rendite und Risiko sowie der Erläuterung des Diversifikationseffekts und der Portfolio-Effizienz, abgerundet durch eine kritische Betrachtung der Modellgrenzen.
3. Anlegerindividuelle Portfolioauswahl: Dieser Teil widmet sich der praktischen Anwendung, indem Anlegerziele erarbeitet, verschiedene Risikodefinitionen diskutiert, Assetklassen unterschieden und schließlich Musterportfolios für unterschiedliche Risikoprofile strukturiert werden.
4. Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zur Portfoliotheorie zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer anlegerorientierten, diversifizierten Vermögensverwaltung für langfristigen Erfolg.
Schlüsselwörter
Portfoliomanagement, Portfoliotheorie, Harry M. Markowitz, Diversifikation, Rendite, Risiko, Standardabweichung, Korrelationskoeffizient, Asset Allocation, Anlegerprofil, Risikoprofil, Musterportfolios, Finanzstrategie, Vermögensverwaltung, Anlageinstrumente.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Grundlagen des Portfoliomanagements, ausgehend von der klassischen Portfoliotheorie nach Markowitz bis hin zur praktischen, anlegerindividuellen Auswahl von Finanzanlagen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die mathematische Risikoreduktion durch Diversifikation, die Bestimmung von Anlegerzielen und die Erstellung von Risikoprofilen für eine professionelle Vermögensverwaltung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, dem Leser ein solides Verständnis der Portfoliotheorie zu vermitteln und einen Leitfaden für die Strukturierung eines nutzenoptimalen, diversifizierten Portfolios zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Kombination aus theoretischer Herleitung anhand des Modells von Markowitz und einer praxisorientierten, deskriptiven Analyse von Investitionsprozessen und Risikodefinitionen verwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die mathematische Analyse der Portfolioselektion nach Markowitz sowie die praktische Dimension der anlegerindividuellen Portfolioauswahl, einschließlich der Entwicklung von Musterportfolios.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Diversifikationseffekt, Portfoliomanagement, Asset Allocation, Risikotoleranz, Erwartungswert und Effiziente Portfolios.
Wie unterscheidet sich das Modell von Markowitz von der Praxis?
Das Modell basiert auf mathematischen Idealannahmen wie normalverteilten Renditen und rationalem Anlegerverhalten, die in der komplexen, oft irrationalen Realität der Finanzmärkte nur bedingt Bestand haben.
Warum ist das Risikoprofil für den Anleger so entscheidend?
Das Risikoprofil dient als notwendiger Bezugsrahmen, um das Anlageuniversum einzugrenzen und sicherzustellen, dass die gewählte Portfoliostruktur mit der individuellen Risikotoleranz und den Zielen des Anlegers im Einklang steht.
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- Bachelor of Arts (B.A.) Anika Koch (Author), 2007, Portfoliomanagement - von der Theorie bis zur anlegerindividuellen Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93550