Im Fokus der Arbeit stehen drei Schwerpunkte: Einmal die Entstehungsgeschichte des Caesarromans, zum zweiten die Klärung der Gattung "Historischer Roman" im Kontext der Brechtschen materialistischen Geschichtsauffassung, die sich grundlegend vom personenzentrierten Geschichtsbild 19. Jh. abhebt, und drittens das Fragment selbst, welches als Dekonstruktion des personalen Geschichtsbildes, dargestellt in einem 3-stufigen Erkenntnisprozess des namenlosen Historikers, zu lesen ist.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- 1. Gründe für die Verwendung der Gattung historischer Roman
- 2. Strukturanalyse - Geschichtsschreibung als Hauptthema des Caesarromans
- Schluss
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit Bertolt Brechts Romanfragment "Die Geschäfte des Herrn Julius Caesar". Sie untersucht die Gründe, die Brecht zur Wahl der Gattung "historischer Roman" für dieses Werk bewogen haben, und analysiert die Struktur des Fragments im Hinblick auf die Rolle der Geschichtsschreibung.
- Brechts Gründe für die Verwendung der Gattung "historischer Roman"
- Die Struktur des Romanfragments und die Rolle der Geschichtsschreibung
- Brechts Verhältnis zu historischen Quellen und der Geschichtsschreibung
- Die Darstellung der Figur Caesars im Roman
- Die Entwicklung des Ich-Erzählers im Roman
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Diese Einleitung stellt das Romanfragment "Die Geschäfte des Herrn Julius Caesar" von Bertolt Brecht vor und gibt einen Überblick über die Entstehung und Rezeption des Werks. Sie erläutert auch den Fokus der Hausarbeit: die Untersuchung der Gründe für Brechts Wahl der Gattung "historischer Roman" und die Analyse der Struktur des Fragments im Hinblick auf die Rolle der Geschichtsschreibung.
1. Gründe für die Verwendung der Gattung Historischer Roman
Dieses Kapitel beleuchtet die Gründe, die Brecht dazu bewogen haben könnten, sich für die Gattung "historischer Roman" zu entscheiden. Es wird insbesondere auf die Exilsituation Brechts in den 1930er Jahren und seinen Wunsch, deutschsprachige Leser zu erreichen, eingegangen.
2. Strukturanalyse - Geschichtsschreibung als Hauptthema des Caesarromans
Dieses Kapitel untersucht die Struktur des Romanfragments und zeigt die zentrale Rolle der Geschichtsschreibung auf. Es werden verschiedene Interpretationen des Caesarromans betrachtet und die Frage nach der Intention Brechts bei der Darstellung Caesars und der historischen Ereignisse diskutiert.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter für diese Hausarbeit sind: Bertolt Brecht, "Die Geschäfte des Herrn Julius Caesar", historischer Roman, Geschichtsschreibung, Strukturanalyse, Exil, Caesar, Antike, Quellen, Interpretation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in Bertolt Brechts "Die Geschäfte des Herrn Julius Caesar"?
Es handelt sich um ein Romanfragment, das die historische Figur des Caesars dekonstruiert und die wirtschaftlichen Hintergründe seiner Macht beleuchtet.
Warum wählte Brecht die Gattung des historischen Romans?
Ein Grund war seine Exilsituation in den 1930er Jahren und der Wunsch, durch ein historisches Thema zeitgenössische politische Parallelen für deutsche Leser aufzuzeigen.
Was ist Brechts "materialistische Geschichtsauffassung"?
Im Gegensatz zum personenzentrierten Geschichtsbild des 19. Jahrhunderts betont Brecht ökonomische Interessen und gesellschaftliche Strukturen als treibende Kräfte der Geschichte.
Welche Rolle spielt der namenlose Historiker im Roman?
Der Ich-Erzähler durchläuft einen dreistufigen Erkenntnisprozess, in dem er lernt, hinter die offizielle Geschichtsschreibung und die Mythen um Caesar zu blicken.
Wie wird Caesar im Roman dargestellt?
Caesar wird nicht als heroisches Genie, sondern primär als Geschäftsmann und Schuldner dargestellt, dessen politisches Handeln von finanziellen Notwendigkeiten geprägt ist.
Was ist das Hauptthema der Strukturanalyse in Kapitel 2?
Das Kapitel untersucht die Geschichtsschreibung selbst als zentrales Thema und wie Brecht historische Quellen nutzt oder verfremdet.
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- Carl Röthig (Author), 2005, Geschichtsschreibung im historischen Roman, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93559