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Der Glaube der Frühchristen

Die Theorien des Robert Eisenman widerlegt

Titel: Der Glaube der Frühchristen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2003 , 25 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: M.A. Uwe Daher (Autor:in)

Theologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In ihrem Buch „Jesus und die Urchristen. Die Qumran-Rollen entschlüsselt“, legen Robert Eisenman und Michael Wise dar, dass das frühe Christentum mit einer essenisch-zelotischen Bewegung identisch gewesen sein müsse. Diese Abhandlung will ihre These widerlegen und hierzu Qumran-Fragmente, die von Eisenman zur Beweisführung verwendet wurden, näher untersuchen. Die Texte sollen in eine religionswissenschaftliche Analyse eingebracht werden, so dass ein differenziertes Bild der zwischentestamentlichen Zeit gezeichnet werden kann. In diesem Kontext wird die Argumentationslinie der Autoren ad absurdum geführt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Genese der jüdischen Glaubenskonzeption

2. Konsequenzen

2.1 Nichtbeachtung der Genese und Kooperation

2.2 Beachtung der Genese und resultierende Verhaltensformen

2.2.1. Die Pharisäer

2.2.2. Die Jesus-Bewegung

2.2.3. Die Qumran-Essener

3. Handeln im Rahmen des Sozialverbandes

4. Die Exkommunikationsschrift

5. Der Jakobus-Paulus-Konflikt

6. Paulus, der Spion

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die Thesen von Robert Eisenman und Michael Wise, die das frühe Christentum mit einer essenisch-zelotischen Qumran-Bewegung gleichsetzen. Ziel ist es, mittels einer religionswissenschaftlichen Analyse der Qumran-Texte die Unhaltbarkeit dieser Identifikation aufzuzeigen und die wesentlichen Unterschiede in der sozialen und religiösen Ausrichtung zwischen der Jesus-Bewegung und der Qumrangemeinschaft herauszuarbeiten.

  • Religionsgeschichtliche Analyse der jüdischen Glaubenskonzeption
  • Sozialgeschichtliche Differenzierung jüdischer Gruppierungen (Pharisäer, Jesus-Bewegung, Qumran-Essener)
  • Untersuchung von Messiaserwartungen und deren eschatologische Einordnung
  • Kritische Würdigung der Eisenman-These zur Identität von Qumran- und Jesus-Gemeinde
  • Analyse des Jakobus-Paulus-Konflikts im Kontext der frühchristlichen Entwicklung

Auszug aus dem Buch

2.2.3. DIE QUMRAN-ESSENER – Ablehnung der gesellschaftlichen Realität

Die Essener teilten mit den Pharisäern die Einschätzung, das Gottesreich werde durch konsequente Auslegung und Erfüllung der Thora herbeigeführt. Doch eine Umsetzung wurde nicht für möglich erachtet, derweil das jüdische Leben durch heidnische Einflüsse und Mächte bestimmt schien. Folglich wurde die strikte „räumliche, wirtschaftliche und geistige Absonderung“ vorangetrieben. In diesem Kontext war die Ausbildung einer essenischen Askese gegeben. Der alttestamentliche Mensch hatte „eine positive Beziehung zu [...] Besitz, Genuss, Sinnlichkeit und Sexualität“ gewonnen. Eine entsprechende Grundhaltung war gegeben, soweit Jahwe, der Spender und Erhalter der Lebens, als Urheber dieser Qualitäten gesehen wurde. Hingegen wurde in zwischentestamentlicher Zeit auch von essenischen Gruppen konstatiert, dass die göttliche Herrschaft über Israel ausgesetzt sei.

Dieser Zustand ging einher mit der Prachtentfaltung des hellenistischen Städtewesens. Von daher wurde es für notwendig erachtet die Stadtkultur, die mit fremden Mächten und Götzen in Verbindung stand, zu negieren. Der dort entfaltete Reichtum und damit verbundene Vorzüge wurden als Konditionen des Lebens erachtet, die von der göttlichen Ordnung wegführten und damit widergöttlich seien. Besitztum und Einrichtung in der jahwefeindlichen Welt mussten vermieden werden, sollte die Wiederherstellung des Gottesreiches evoziert werden. Die religiös motivierte Verneinung dieser Lebenswelt, die durch Entsagung und asketische Lebensform gegeben war, wurde als Neuausrichtung empfunden.

Dieser Vorgang musste individuell vollzogen werden, wobei sich aber Gleichgesinnte in Gemeinschaften zusammenfanden, die das wahre Israel darstellen konnten und sollten. Armut galt als Ausdruck der Gottesbeziehung, da sie das Ergebnis der fehlenden „Kooperation mit der heidnischen Besatzungsmacht“ war. Der Verzicht auf Wohlstand und andere Formen der Enthaltsamkeit sollten die kompromisslose Ausrichtung auf Jahwe, respektive die Frömmigkeit des Entsagenden bekräftigen. Diese Betrachtungsweise erhob Termini wie ‚die Armen‘ oder ‚die Kleinen‘ zur stolzen Eigenbezeichnung. Auch die Formulierung ‚die Einfachen, die den Weg der Thora gehen‘ wurde in diesem Zusammenhang gebildet.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thesen von Eisenman und Wise sowie die Zielsetzung, diese durch eine religionswissenschaftliche Analyse der Qumran-Fragmente zu widerlegen.

1. Die Genese der jüdischen Glaubenskonzeption: Darstellung des jüdischen Gottesverständnisses, der Bedeutung der Thora und der Auswirkungen national-theokratischer Vorstellungen auf die jüdische Identität.

2. Konsequenzen: Analyse verschiedener Reaktionen auf die gesellschaftliche Krise, unterteilt in die Haltungen der Sadduzäer, Pharisäer, Jesus-Bewegung und Essener.

3. Handeln im Rahmen des Sozialverbandes: Vergleich der Armutsideale von Essenern und Jesus-Bewegung sowie deren unterschiedlicher Umgang mit gesellschaftlichen Machtstrukturen.

4. Die Exkommunikationsschrift: Erörterung der rigorosen Disziplinarpraxis in der Qumrangemeinschaft und deren theologische Begründung.

5. Der Jakobus-Paulus-Konflikt: Kritische Untersuchung der Eisenman-These, die den Konflikt in der frühchristlichen Gemeinde auf eine vermeintliche Identität mit Qumran-Strukturen zurückführt.

6. Paulus, der Spion: Analyse der Verschwörungstheorie, dass Paulus als römischer Agent das ursprüngliche Christentum im Sinne der römischen Besatzungsmacht verfälscht habe.

Fazit: Zusammenfassende Feststellung der Inkongruenz zwischen Jesus-Gruppe und Qumran-Essenern und Ablehnung der Identitätsthese.

Schlüsselwörter

Frühchristentum, Qumran, Essener, Robert Eisenman, Jesus von Nazareth, Judentum, Thora, Messiaserwartung, Apokalyptik, Sozialgeschichte, Jakobus-Paulus-Konflikt, Apostelgeschichte, Religionswissenschaft, Exkommunikationsschrift, Historische Analyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Überprüfung der These, dass das frühe Christentum identisch mit einer essenisch-zelotischen Bewegung gewesen sei, wie sie Robert Eisenman und Michael Wise vertreten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die religionsgeschichtlichen Hintergründe der jüdischen Gesellschaft zur Zeit Jesu, die unterschiedlichen Auslegungen von Thora und Gottesreich sowie ein Vergleich zwischen der Qumrangemeinschaft und der Jesus-Bewegung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, durch eine detaillierte religionswissenschaftliche Analyse der Qumran-Fragmente und der historischen Kontexte die Unhaltbarkeit der These einer Identität von Jesus- und Qumran-Gemeinde zu beweisen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt eine religionswissenschaftliche und historisch-kritische Methode, um die Argumentationslinie der genannten Autoren anhand von Quelltexten und soziologischen Gegebenheiten zu prüfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der jüdischen Glaubenskonzeption, die unterschiedlichen Reaktionen auf die römische Fremdherrschaft durch verschiedene Gruppen sowie die spezifische Analyse von Streitpunkten wie der Heidenmission und der Rolle des Apostels Paulus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Begriffen gehören Frühchristentum, Qumran-Rollen, Messiaserwartung, Sozialgeschichte, Thora-Verständnis und die kritische Auseinandersetzung mit der These eines römischen Spions Paulus.

Inwiefern unterscheidet sich das Verständnis von "Reinheit" zwischen Essenern und der Jesus-Bewegung?

Während die Essener Reinheit durch räumliche Absonderung und rigorose Tempelkult-Praxis anstrebten, definierte die Jesus-Bewegung Reinheit durch eine authentische Lebensführung, die von Liebe und Gotteskindschaft geprägt ist.

Warum lehnt der Autor die These eines Jakobus-Paulus-Konflikts auf Basis von Qumran-Texten ab?

Der Autor zeigt auf, dass Eisenmans Identifikation von Jakobus mit dem „Aufseher“ (Mebakker) aus Qumran-Texten auf einer unzulässigen Generalisierung beruht und die spezifischen kontextuellen Unterschiede zwischen beiden Gruppierungen ignoriert.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Glaube der Frühchristen
Untertitel
Die Theorien des Robert Eisenman widerlegt
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Institut für Religionswissenschaft)
Veranstaltung
Qumran
Note
1,0
Autor
M.A. Uwe Daher (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
25
Katalognummer
V93582
ISBN (eBook)
9783640098293
ISBN (Buch)
9783640113415
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Glaube Frühchristen Qumran
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A. Uwe Daher (Autor:in), 2003, Der Glaube der Frühchristen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93582
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  25  Seiten
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