Die Arbeit thematisiert den Theorieansatz des Entwicklungsstufenkonzepts der Lernfähigkeit nach Werner Loch. Der deutsche Pädagoge und Professor, betrachtete Erziehung und alles was als Teile dieser zu betrachten sind, als maßgeblich für die Pädagogik.
Allgemein lässt sich der Bestimmungsversuch Lochs für den Terminus der Erziehung als biographische Erziehungstheorie betiteln, die im reziproken Bezug zum Lebenslauf steht und welche in dieser Arbeit eine tragende Rolle zukommt. Insgesamt verbrachte Werner Loch über vier Dekaden damit seine biographische Erziehungstheorie weiter zu optimieren und kreierte für eine bessere Veranschaulichung diverse Schemata, wie zum Beispiel das Entwicklungsstufenkonzept menschlicher Lernfähigkeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Methodologie
3. Grundbegriffe und Grundlagen
3.1 Bestimmungsversuch: Erziehung
3.2 Begriffsentfaltung: Bildung
3.3 Fachtermini: Erziehungs- und Bildungstheorien
4. Die biographische Erziehungstheorie von Werner Loch
4.1 Das Entwicklungsstufenmodell der Lernfähigkeit
4.1.1 Erste Stufe
4.1.2 Zweite Stufe
4.1.3 Dritte Stufe
4.2 Kritische Reflexion und Fazit
5. Bibliografie
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die ersten drei Stufen des Entwicklungsstufenkonzepts der Lernfähigkeit nach Werner Loch detailliert darzustellen und zu erläutern, um ein wissenschaftlich valides Verständnis für die kindliche Entwicklung im Kontext der biographischen Erziehungstheorie zu schaffen.
- Grundlegende Definitionen von Erziehung und Bildung
- Einführung in die biographische Erziehungstheorie nach Werner Loch
- Detaillierte Analyse der ersten drei Entwicklungsstufen der Lernfähigkeit
- Pädagogische Bedeutung von Erziehung als Enkulturationshilfe
- Reflexion über die Grenzen und den Nutzen pädagogischer Modelle
Auszug aus dem Buch
4.1.2 Zweite Stufe
Aus dem Bedürfnis der Selbstverwirklichung heraus ergibt sich die zweite Stufe des Entwicklungsstufenmodells nach Werner Loch. Diese Entwicklungsstufe ist ganz der Funktion der Erziehung durch Pflege unterworfen und ihr Sinn besteht darin den Edukandus „durch Rituale der Reinigung, Bettung und Anregung in eine wahrnehmungsfähige Verfassung zu bringen, die das Kind instandsetzt, mit den es umgebenden Menschen und Dingen familiär zu werden“ (ebd., S. 48). Unter dem Terminus Bettung ist hier eine erwachsene Person gemeint, die durch Körperhaltung und Gebaren ein Bett für das Baby mimt, wodurch ein Gefühl der Geborgenheit entsteht, was wiederum Vertrauen zwischen Kind und Erwachsenem entstehen lässt.
Dieses Phänomen lässt das ursprüngliche Lustgefühl des Kindes nach Nähe in Form von Körperkontakt in Liebe umwandeln, sobald der Edukandus in der Lage ist den Erziehenden als Individuum zu erkennen und vor allem wiederzuerkennen.
Das Anschmiegen an den Erziehenden ist als erste von zwei Intentionen, die ein Kind in dieser Entwicklungsstufe durch dessen leibhaftiges Verhalten vermittelt, zu verstehen (vgl. ebd., S. 49). Werner Lochs bezeichnet das Produkt, das die Kultur des Körpers hervorbringt als Seele, deren Gebrauch durch die Gewinnung an Kraft und der damit einhergehenden Verwendung der eigenen Hände, dem Versuch des Kindes sich selbstständig aufzurichten und dem Erkennen des Erziehenden, deutlich wird. Solche seelischen Regungen, die wie gerade beschrieben durch die körperliche Interaktionen zum Ausdruck gebracht werden, entwickeln sich im Laufe der Entwicklung des kindlichen Organismus zu voll funktionsfähigen Fertigkeiten. Der Körper wird also zum „,Träger lokalisierter Empfindungen‘ und ,Orientierungszentrum‘ zum ,Willensorgan‘ und ,Träger freier Bewegung‘“ (ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Komplexität und Relevanz von Erziehungstheorien ein und stellt Werner Loch als maßgeblichen Pädagogen für dieses Forschungsfeld vor.
2. Methodologie: Das Kapitel erläutert das Ziel, die ersten drei Stufen von Lochs Entwicklungsstufenmodell zu präsentieren, unterfüttert durch terminologische Grundlagen der Erziehung und Bildung.
3. Grundbegriffe und Grundlagen: Hier werden zentrale Fachbegriffe wie Erziehung und Bildung definiert, um ein gemeinsames Verständnis für die anschließende Theoriebetrachtung zu etablieren.
3.1 Bestimmungsversuch: Erziehung: In diesem Abschnitt werden verschiedene Ansätze zur Erziehungswissenschaft diskutiert, wobei Erziehung als werteorientierter und intentionaler Prozess verstanden wird.
3.2 Begriffsentfaltung: Bildung: Dieses Kapitel nähert sich dem Bildungsbegriff als lebenslangem Prozess der Persönlichkeitsentwicklung und Abgrenzung zur reinen Wissensvermittlung.
3.3 Fachtermini: Erziehungs- und Bildungstheorien: Dieser Abschnitt ordnet die Theorien in den wissenschaftlichen Kontext ein und spezifiziert Lochs Verständnis von Erziehungs- und Bildungstheorien.
4. Die biographische Erziehungstheorie von Werner Loch: Hier wird der Rahmen der biographischen Erziehungstheorie und die pädagogische Anthropologie von Werner Loch skizziert.
4.1 Das Entwicklungsstufenmodell der Lernfähigkeit: Dieses Kapitel führt in das ganzheitliche Stufenmodell ein, das die Persönlichkeitsentwicklung in 22 Etappen abbildet.
4.1.1 Erste Stufe: Die erste Stufe fokussiert auf die Selbsterhaltung des Säuglings, die Einverleibung und die grundlegende Zuneigung durch den Erziehenden.
4.1.2 Zweite Stufe: Diese Stufe befasst sich mit der Erziehung durch Pflege, dem Aufbau von Vertrauen und der Entwicklung sensumotorischer Fähigkeiten.
4.1.3 Dritte Stufe: Diese Stufe beschreibt den Übergang zur Mobilität durch das Laufenlernen und die damit verbundene erste Form von Freiheit und Erkundungsdrang.
4.2 Kritische Reflexion und Fazit: Das Fazit reflektiert über die Notwendigkeit von Erziehungstheorien als Orientierungshilfen und betont die stetige Wandelbarkeit des pädagogischen Feldes.
5. Bibliografie: Dieses Kapitel listet sämtliche in der Arbeit verwendeten Quellen und Literaturangaben auf.
Schlüsselwörter
Werner Loch, Erziehung, Bildung, biographische Erziehungstheorie, Entwicklungsstufenmodell, Lernfähigkeit, Persönlichkeitsentwicklung, Enkulturationshilfe, Pädagogik, Lebenslauf, Selbsterhaltung, Kindesentwicklung, Bildungsbegriff, Erziehungstheorien, pädagogisches Verständnis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der biographischen Erziehungstheorie von Werner Loch, wobei der Fokus auf dem Entwicklungsstufenmodell der kindlichen Lernfähigkeit liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Definitionen von Erziehung und Bildung, die theoretischen Ansätze von Werner Loch sowie die ersten drei Stufen seines Entwicklungsstufenmodells.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die präzise Darstellung und detaillierte Erläuterung der ersten drei Entwicklungsstufen des kindlichen Lernens nach Werner Loch.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung und terminologische Ausarbeitung der Fachbegriffe auf Basis der vorhandenen erziehungswissenschaftlichen Literatur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine terminologische Einleitung der Grundbegriffe, die Vorstellung der Theorie von Werner Loch und eine spezifische Analyse der ersten drei Stufen der Lernfähigkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Schlüsselwörtern gehören Werner Loch, biographische Erziehungstheorie, Entwicklungsstufenmodell, Lernfähigkeit und pädagogisches Verständnis.
Was versteht Werner Loch unter der "Ersten Stufe" seines Modells?
Die erste Stufe konzentriert sich auf die Selbsterhaltung des Kindes, die Nahrungsaufnahme und die erste Form der Selbstreflexion durch leibliche Erfahrungen wie Lust und Schmerz.
Warum ist das "Laufenlernen" in der dritten Stufe so bedeutend?
Das Laufenlernen markiert eine Revolution für das Kind, da es ihm eine neue Freiheit verleiht, die Lokalität zu verändern und eigenständig mit der Umwelt zu interagieren.
Welche Rolle spielt die "Pflege" in der zweiten Stufe?
Die Pflege dient dazu, das Kind durch Rituale der Reinigung und Bettung in eine wahrnehmungsfähige Verfassung zu bringen und eine vertrauensvolle Bindung zum Erziehenden aufzubauen.
Wie schätzt die Autorin den Nutzen von pädagogischen Modellen ein?
Die Autorin betrachtet Modelle wie das von Werner Loch als hilfreiche Orientierungsstützen, warnt jedoch davor, sie als ultimative oder allumfassende Wahrheiten zu missverstehen.
- Quote paper
- Gloria Meßner (Author), 2020, Erziehungs- und Bildungstheorien. Der Theorieansatz des Entwicklungsstufenkonzepts der Lernfähigkeit nach Werner Loch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/935820