Bernhard Kellermann: Der Tunnel - Eine Analyse


Seminararbeit, 2005
14 Seiten, Note: 2,0
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Einleitung
1 Das Thema
2 Die Quellen
3 Zur Methode

II Hauptteil
1 Amerika in der deutschen Literatur von 1900 bis 1945
2 Amerikanismus, Fordismus
2.1 Definition
2.2 Zwei zeitgenössische deutsche Texte (Theodor Lüddecke und Otto Basler)
3 Bernhard Kellermann: Der Tunnel
3.1 Bilder der Technik und der Arbeit
3.2 Amerikabilder

III Fazit

IV Literaturangaben

I Einleitung

1 Das Thema

In Bernhard Kellermanns Zukunftsroman „der Tunnel“, erschienen 1913, thematisiert der Autor Zukunftstechnik, wie man sie sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts vorstellen konnte. Das gigantische Bauprojekt des Atlantiktunnels ist ein amerikanischer Traum, für den der Ingenieur Mac Allan das ganze Volk der USA begeistern kann. Kellermann schreibt jedoch nicht nur über ein Bauprojekt, das eine Nation beflügelt und die Wirtschaft ankurbelt. Seine Geschichte erzählt auch von dem großen Tunnelunglück welches viele menschliche und wirtschaftliche Verlusten mit sich bringt. Kellermann macht die Ambivalenz dieses großen Bauprojekts deutlich. Ich möchte in dieser Arbeit untersuchen, wie Kellermann die Technik und den Amerikanismus in seinem Roman darstellt.

2 Die Quellen

Neben Bernhard Kellermanns „der Tunnel“ werde ich Studien zum Amerikabild in der Literatur heranziehen. Des weiteren werde ich Lexika aus dem Internet und den Duden nutzen, um Amerikanismus und Fordismus zu definieren. Zwei Artikel, 1930 erschienen, sollen Amerikanismus aus dem Blickwinkel ihrer Zeit und das dazugehörige Amerikabild erfassen helfen.

3 Zur Methode

Zu Beginn meiner Arbeit werde ich die Darstellung der USA in der deutschen Literatur zwischen 1900 und 1945 nachvollziehen. Ich möchte herausfinden, wie sich das Amerikabild zur Erscheinungszeit des Kellermann-Roman in der Literatur zeigte und ob es sich innerhalb dieser 45 Jahre gewandelt hat.

Im folgenden Kapitel werde ich zunächst Amerikanismus und die damit zusammenhängenden Begriffe allgemein definieren, um anschließend das europäische Bild auf Amerika durch zeitgenössische deutsche Texte nachvollziehen zu können. In diesen Texten wird die damalige Definition von Amerikanismus gegeben.

In dem dritten Kapitel dieser Arbeit werde ich in Bernhard Kellermanns Roman „Der Tunnel“ nach Bildern der Arbeit und der Technik suchen. Ich möchte herausstellen, welche Amerikabilder Kellermann in seinem Roman vermittelt und im Fazit erläutern, ob sie mit dem der zeitgenössischen Literatur in Vergleich gebracht werden können.

II Hauptteil

1 Amerika in der deutschen Literatur von 1900 bis 1945

Bis 1900 prägten vor allem Reiseberichte das Bild von Amerika in der deutschen Literatur. Diese beschrieben die weiten, romantischen Landschaften des Landes und Westerngeschichten, wie die Karl Mays, bestätigten ihren Lesern viele Klischees. Mit der Jahrhundertwende änderte sich aber diese Grundeinstellung der Autoren. Obwohl nach wie vor von dem „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ die Rede war, wurden die jetzt sachlichen Texte oft von wirtschaftlichen Themen beherrscht. Es tauchte das Schlagwort des „Amerikanismus“ und das der drohenden „amerikanischen Gefahr“ auf, so dass die USA nun ins Licht der Kritik gebracht wurden. Nun standen sich zwei Positionen der Autoren gegenüber. Zum einen begrüßten Unternehmer in ihren Schriften den Optimismus, Wirtschaftsgeist und die Nüchternheit der Amerikaner. Auf der anderen Seite warnten Intellektuelle in ihren Texten vor der geistlosen, kulturarmen und mechanisierten Lebensweise des amerikanischen Volkes und fürchteten ein Überschwappen der geistigen Verarmung auf die Europäer.[1]

In den 1920er Jahren nahmen die Äußerungen über die allgemeine Furcht vor dem Amerikanismus in der Literatur nicht ab, obwohl eine breitere Begeisterung für die neue amerikanische Vergnügungskultur aufkam. Die Ablehnung gegenüber Amerikas hegemonialer Politik und ihrer geschichtslosen Kultur nahm während der Weimarer Republik nicht ab. Bei den zeitgenössischen Reiseberichten fällt auf, dass die Verfasser sich sehr einseitig von der Stadt New York beeindrucken ließen. Die Metropole stellte das Sinnbild der Moderne dar und wurde sehr pauschal beschrieben, je nach Autor idealisiert oder kritisiert. So kann man nur wenig an realistischer oder objektiv geprägter Literatur dieser Zeit finden.

„Dementsprechend begegnet man bei beiden Reisenden dem klassischen, sattsam bekannten Klischeerepertoire über die Amerikaner.“[2]

Während der nationalsozialistischen Diktatur wurden alle positiven Berichte über die USA aus dem Repertoire verbannt und stattdessen ein Amerika-feindliches Bild propagiert. Die Nazis unterstützen nun alle bisher veröffentlichten Kritiken an der amerikanischen Lebensweise.

Nach dem zweiten Weltkrieg keimte die positive Stimmung amerikanischen Fortschritts gegenüber jedoch, trotz der Verbannung während des Regimes bald erneut auf und die Amerika-bewundernden Schriften nahmen wieder zu.[3]

2 Amerikanismus, Fordismus

2.1 Definition

Amerikanismus bezeichnet neben den linguistischen Merkmalen des amerikanischen Englisch die geistige und kulturelle Haltung der Nordamerikaner. Gemeint sind ihr Lebensstil und ihre Lebenseinstellung.[4] Wenn ich in dieser Arbeit von Amerikanismus spreche, meine ich ausschließlich das Schlagwort und nicht das Wort im sprachwissenschaftlichen Sinne.

Unter Fordismus versteht man ein nach dem ersten Weltkrieg etabliertes Geschäftsmodell, welches nach dem Unternehmersinn des Amerikaners Henry Ford ausgerichtet ist. Ford perfektionierte die standarisierte Massenproduktion, optimierte die Fließbandarbeit und erzielte nach dieser Methode zu dieser Zeit das höchste Maß an Produktion. Der Fordismus basiert aber außerdem auf dem sogenannten „Taylorismus“.[5] Diese Wirtschaftsidee stammte von Frederick Winslow Taylor, ebenfalls US-Amerikaner, der nicht nur die Produktion optimieren, sondern damit zu gleich soziale Probleme lösen wollte. Die Massenproduktion wurde von beiden Unternehmern in kleinste Arbeitseinheiten geteilt, welche jeder ungeschulte Arbeiter schnell erlernen konnte. Jeder Angestellte sollte somit auf einen bestimmten Handgriff spezialisiert werden und diesen so mit der Zeit immer schneller vollziehen können. Dies ermöglichte die Anstellung jedes Menschen, unabhängig von Schulausbildung und Schicht und es wurden tatsächlich vielen Amerikanern aus dem sozialen Abstieg geholfen. Es eröffneten sich jedoch auch viele Nachteile für die Angestellten solcher Fabriken. Die Arbeit war sehr monoton und ließ die Menschen geistig verkümmern. Das ständige Wiederholen einer einzigen Bewegung belastete den Körper sehr einseitig.[6]

[...]


[1] Vgl. Ulrich Ott: Amerika ist anders, 1991, S. 445

[2] Ulrich Ott: Amerika ist anders, 1991, S. 447

[3] Ulrich Ott: Amerika ist anders, 1991, S.447

[4] Duden 1961, S. 59

[5] http://de.wikipedia.org/wiki/Fordismus

[6] http://de.wikipedia.org/wiki/Taylorismus

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Bernhard Kellermann: Der Tunnel - Eine Analyse
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
2,0
Jahr
2005
Seiten
14
Katalognummer
V93627
ISBN (eBook)
9783640099856
Dateigröße
401 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bernhard, Kellermann, Tunnel, Eine, Analyse
Arbeit zitieren
Anonym, 2005, Bernhard Kellermann: Der Tunnel - Eine Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93627

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