Ziel dieser Arbeit ist es, die Gewichtsreduktion von Kindern und Jugendlichen durch sportliche Interventionen im Setting, also Umfeld, Schule im Rahmen einer systematischen Literaturarbeit zu betrachten. Das Umfeld Schule reicht vom Weg in die Schule, über den Unterricht und die Pausen bis hin zum Heimweg und den Hausaufgaben. Als Maß zur Einteilung in normal-, übergewichtig oder adipös soll in dieser Arbeit der Body Mass Index, kurz BMI, herangezogen werden. Es stellt sich die Frage, ob schulbasierte Sportinterventionen sinnvoll sind, um den BMI bei Kindern und Jugendlichen zwischen sechs bis 18 Jahren zu verringern. Im weiteren Verlauf wird auf verschiedene Aspekte dieser Fragestellung eingegangen und am Ende ein Fazit gezogen.
Der Fokus der Arbeit liegt auf der Bewegung auf dem Schulweg, dem Unterricht und den Pausen in der Schule. Das Augenmerk ist also auf das Setting Schule gesetzt. Daraus ergibt sich eine Altersspanne von sechs bis 18 Jahren. Die Freizeitgestaltung der Kinder und Jugendlichen wird in dieser Arbeit nicht betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Bewegungsmangel
2.1.1 Definition Bewegungsmangel
2.1.2 Durchschnittliche Bewegungszeit laut WHO
2.1.3 Bewegungszeiten in der Schule
2.1.3.1 Bewegung im Sportunterricht
2.1.3.2 Bewegung in den Pausen
2.1.3.3 Bewegung auf dem Schulweg
2.1.4 Sitzzeiten
2.2 Entwicklungsstufen von Kindern und Jugendlichen nach Piaget
2.2.1 Stadium der präoperationalen Intelligenz
2.2.2 Stadium der konkret-operationalen Intelligenz
2.2.3 Stadium der formal-operationalen Intelligenz
2.3 Übergewicht und Adipositas
2.3.1 Definitionen
2.3.1.1 Definition BMI
2.3.1.2 Definition Übergewicht
2.3.1.3 Definition Adipositas
2.3.1.4 Definition BMI Z-Score
2.3.2 Gründe für Übergewicht
2.3.3 Anteil der Erwachsenen mit Übergewicht und Adipositas in Deutschland
2.3.4 Anteil der Kinder und Jugendlichen mit Übergewicht und Adipositas in Deutschland
2.3.5 Adipositas als Risikofaktor für weitere Krankheiten
2.3.6 Gesundheitsrisiko Übergewicht und Adipositas
2.4 Wirkung von Bewegung auf Adipositas
3 Fragestellung
4 Methodik
4.1 Studiensuche
4.2 Einschlusskriterien
4.2.1 Studientypen
4.2.2 Studienteilnehmer
4.2.3 Interventionstypen
4.3 Ausschlusskriterien
4.4 Risk of Bias
5 Ergebnisse
5.1 Beschreibung der Studien
5.1.1 Auswahl der an den Studien teilnehmenden Kinder und Jugendlichen
5.1.2 Interventionen
5.2 Ergebnisdarstellung
5.2.1 BMI und BMI Z-Score
5.2.2 Fachpersonal zur Durchführung der Intervention
5.2.3 Weitere Messungen innerhalb der Studien
5.2.4 Veränderungen des BMI und BMI Z-Scores
6 Diskussion
6.1 Ergebnisdiskussion
6.1.1 Interpretation
6.1.2 Kritische Bewertung verschiedener Aspekte der Studien
6.1.2.1 Studiendauer
6.1.2.2 Teilnehmerzahlen
6.1.2.3 Fachpersonal
6.1.2.4 Heterogenität der Studien
6.1.3 Weitere Vorteile schulsportlicher Interventionen
6.1.4 Nachteile schulsportlicher Interventionen
6.1.5 Offene Fragen
6.1.5.1 Berücksichtigung von Muskel- und Fettmasse
6.1.5.2 Berücksichtigung von Ernährung
6.1.5.3 Gestaltung des außerschulischen Alltags
6.1.5.4 Prävention von assoziierten Krankheiten
6.2 Methodenkritik
6.2.1 Limitation durch Methodik
6.2.2 Risk of Bias
6.2.3 Wahl der Methode
6.3 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht systematisch, ob schulbasierte sportliche Interventionen wirksam sind, um den Body Mass Index (BMI) bei Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs bis 18 Jahren zu senken und somit der Entstehung oder Verschlimmerung von Übergewicht und Adipositas entgegenzuwirken.
- Analyse des Einflusses von Schulsport und aktiven Pausen auf den BMI
- Einfluss des Schulwegs und der Sitzzeiten auf die körperliche Aktivität
- Bedeutung der kindlichen Entwicklungsstufen für die Wirksamkeit von Sportprogrammen
- Identifikation und Vergleich verschiedener Interventionsformen im Schulumfeld
- Diskussion der Bedeutung von Präventionsmaßnahmen im Kindesalter zur Vermeidung langfristiger Gesundheitsrisiken
Auszug aus dem Buch
2.1.4 Sitzzeiten
Es sollte nun ein Bild entstanden sein, wie sich das Bewegungsverhalten der Kinder und Jugendlichen im Setting Schule auf sehr unterschiedliche Arten abzeichnet. Deshalb werden im Vergleich dazu die Sitzzeiten der Schülerinnen und Schüler analysiert.
An Schultagen sitzen Kinder und Jugendliche zwischen vier und 20 Jahren durchschnittlich 10,58 Stunden, also verbringen sie 71 % der Zeit, in der sie wach sind, sitzend. An Wochenendtagen beträgt die Sitzzeit 54 % der Wachzeit, was 7,52 Stunden ist. Durchschnittlich 4,86 Stunden der 10,58 Stunden sitzender Aktivität an Schultagen machen der Unterricht und die sitzende Zeit in der Schule aus. Was außerdem in der Studie eine Analyse der Sitzzeiten der Kinder und Jugendlichen zwischen vier und 20 Jahren in der Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin zeigte, dass die sitzenden Tätigkeiten ab dem Zeitpunkt der Einschulung ansteigen. Durch den Nachmittagsunterricht der höheren Jahrgangsstufen steigen diese Zeiten weiter an (vgl. HUBER/KÖPPEL 2017, S. 101-106).
Anhand der Bewegungs- und Sitzzeiten sollte klar geworden sein, dass es einerseits viele Möglichkeiten gibt, mehr Bewegung in den Schulalltag zu bringen, andererseits aber auch das Problem aufkommt, dass viele Unterrichtsstunden aufgrund der theoretischen Inhalte mit den Sitzzeiten verbunden sind. Daher werden in den inkludierten Studien unterschiedliche Interventionen entwickelt und verwendet, um diese Probleme und Möglichkeiten zu behandeln und zu nutzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die zunehmende Problematik von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen und legt den Fokus auf das Setting Schule als Interventionsort.
2 Theoretischer Hintergrund: Erläutert die Grundlagen zu Bewegungsmangel, Entwicklungsstufen nach Piaget sowie die Definitionen und Gesundheitsrisiken von Übergewicht und Adipositas.
3 Fragestellung: Formuliert das Ziel der Arbeit, die Wirksamkeit schulbasierter Sportinterventionen auf den BMI bei Kindern und Jugendlichen systematisch zu prüfen.
4 Methodik: Beschreibt den Auswahlprozess der Literatur, die Ein- und Ausschlusskriterien für die einbezogenen Studien sowie die Einschätzung des "Risk of Bias".
5 Ergebnisse: Stellt die Charakteristika der inkludierten Studien dar und präsentiert deren Auswirkungen auf den BMI und BMI Z-Score der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler.
6 Diskussion: Interpretiert die Ergebnisse kritisch, bewertet Einflussfaktoren wie Studiendauer und Personal und erörtert Limitationen sowie zukünftige Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
Gewichtsreduktion, Schulsport, Interventionen, Kinder, Jugendliche, Setting Schule, BMI, BMI Z-Score, Adipositas, Bewegungsmangel, Prävention, körperliche Aktivität, Gesundheitsrisiken, Sportunterricht, Schülerschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit untersucht, ob und wie sportliche Aktivitäten und Bewegungsangebote im Umfeld der Schule dazu beitragen können, den BMI von Kindern und Jugendlichen zu reduzieren.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?
Die Arbeit behandelt Bewegungsmangel, die physiologischen und sozialen Aspekte von Übergewicht und Adipositas sowie verschiedene schulbasierte Interventionsansätze.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch eine systematische Literaturarbeit zu belegen, ob schulische Sportinterventionen sinnvoll sind, um Übergewicht bei 6- bis 18-Jährigen effektiv zu verringern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Es handelt sich um eine systematische Literaturarbeit, bei der bestehende Primärstudien und Übersichtsarbeiten zur Thematik analysiert, verglichen und bewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich neben der theoretischen Einbettung mit der konkreten Methodik der Studiensuche, der Auswertung der Ergebnisse hinsichtlich der BMI-Veränderung sowie einer kritischen Diskussion der Studienergebnisse.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?
Wichtige Begriffe sind Gewichtsreduktion, Setting Schule, Adipositas, Sportintervention, BMI Z-Score und Prävention im Kindesalter.
Warum ist das Alter der Kinder bei der Intervention wichtig?
Die Arbeit betont, dass das Verständnis für den Nutzen von Sport mit dem Alter steigt, wobei jüngere Kinder oft anders auf Anweisungen reagieren als ältere, die bereits abstraktere Zusammenhänge erfassen können.
Welche Rolle spielt die Muskelmasse bei der Gewichtsreduktion?
Die Arbeit verdeutlicht, dass Krafttraining zwar zu einer Zunahme der Muskelmasse führen kann – was den BMI auf den ersten Blick durch das höhere Gewicht stabil halten oder steigern kann –, aber langfristig den Grundumsatz erhöht und somit die Fettverbrennung fördert.
- Quote paper
- Sabrina Schmidt (Author), 2019, Gewichtsreduktion bei Kindern und Jugendlichen durch sportliche Intervention in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/936309